Eckart Runge und Jacques Ammon, im Konzertleben präsent unter dem Namen Celloprojekt, haben sich auf ihrer neuen CD der Filmmusik zugewandt. Das Violoncello sieht der Cellist als das ideale Medium für ein solches Unterfangen: "Vom innigen Singen der Diva über säuselnden Flöten oder krächzenden Quäken gestopfter Trompeten bis hin zu kreischenden Todesschreien, heulendem Wind oder dem Knarren einer alten Tür lassen sich diesem Instrument wie keinem anderen alle denkbaren Klänge des Lebens entlocken", begeistert sich Runge im Beiheft.
Glücklicherweise ist sein Cello-Spiel deutlich besser als seine Grammatik. Und so arbeiten sich Runge und der Pianist Ammon gemeinsam durch die Filmgeschichte - von Charlie Chaplin, der übrigens selbst Cello spielte, über Astor Piazzolla, Klassiker wie Carlos Gardel, Nino Rota oder Enrico Morricone bis hin zu Dmitri Schostakowitsch, der immerhin 39 Filmmusiken komponierte, bis hin zu Dick Dale oder Tom Waits. Der Zuhörer wird erinnert an Kino-Ereignisse wie Modern Times, Psycho oder Pulp Fiction - und freut sich über die pfiffigen Arrangements, die zum überwältigenden Teil von den beiden Musikern selbst geschrieben worden sind. Bravi!
Posts mit dem Label Celloprojekt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Celloprojekt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 5. Februar 2013
Mittwoch, 10. Februar 2010
Russian Soul - Kapustin, Rachmaninoff (Genuin)
Die russische Seele, soso. Etwas genervt ob des Covers, starte ich die CD - und bin augenblicklich fasziniert: Was Cellist Eckart Runge und Pianist Jacques Ammon da bieten, das ist ganz große Musik.
Die beiden spielen seit Jahren als Celloprojekt zusammen. Über die Beschäftigung mit Tango und Filmmusik hatten sich die Musiker an den Jazz herangetastet. In dieser Situation hörte Runge erstmals Werke von Nikolai Kapustin.
Dieser Komponist, traditionell als Klaviervirtuose ausgebildet am Moskauer Konservatorium, hat eine ganz eigene musikalische Sprache entwickelt: Seine Stücke sind durchkomponiert; doch sie nutzen rhythmische und harmonische Elemente von Jazz, Blues, Soul, Rock und Pop - kombiniert mit Formen der klassischen Musik, gewürzt mit einer Prise russischem Weltschmerz und einer gewaltigen Portion Ironie.
Auf abenteuerlichen Wegen besorgten sich Runge und Ammon Noten seiner Werke für Klavier und Cello, und begannen mit der Arbeit an seinen Stücken. "Es wurde immer deutlicher, was für einen Schatz wir gehoben hatten", erinnert sich Runge voll Begeisterung. "Genau so eine Musik hatten wir immer spielen wollen, nun hatten wir sie auf dem Pult!"
Doch dann ergaben sich Fragen, auf die nur einer antworten konnte: Der Komponist selbst. Und so reisten Ammon und Runge im November 2005 nach Moskau, um Kapustin vorzuspielen und von ihm zu lernen. Das Resultat ist grandios.
Das gilt auch für die Werke von und nach Rachmaninoff. Runge und Ammon lassen Cello und Flügel um die Wette singen - was dem melodiösen, lyrischen Charakter dieser Klassiker perfekt entspricht.
Abonnieren
Posts (Atom)

