Henry Tudor, Earl of Richmond, Oberhaupt des Hauses Lancaster, besiegte 1485 in der Schlacht von Bosworth König Richard III. Er war der letzte König von England, der den Thron im Kampf errang. Henry VII. heiratete Elisabeth of York, und beendete damit den sogenannten Rosenkrieg zwischen den Häusern York und Lancaster.
Er schmiedete eine Vielzahl von politischen Allianzen mit dem Ziel, Ruhe und Stabilität zu stiften, und lebte ansonsten ziemlich unspektakulär. Das lässt sich von seinem Sohn Henry, der 1509 im Alter von 18 Jahren den Thron bestieg, nicht unbedingt sagen. Sein erster Lehrer war der Hofpoet John Skel- ton, und auch sonst erhielt er Unterricht im Geiste der Renaissance. So lernte er nicht nur reiten, kämpfen und beten, sondern er wurde auch in diversen Sprachen, Geschichte, Musik und Poesie unter- wiesen.
Somit bekam England einen König, der fließend Latein und Franzö- sisch sprach, der mit Gelehrten korrespondierte, wie mit Erasmus von Rotterdam, und der dichtete und komponierte. Er soll aber auch im Ringkampf geübt gewesen sein, ein exzellenter Bogenschütze und ein leidenschaftlicher Turnierkämpfer, der als Sieger aus vielen Tjosten hervorging. Als er dann älter wurde, wechselte die Frauen ziemlich häufig - und weil der Papst seine erste Ehe nicht scheiden wollte, führte er kurzerhand die Anglikanische Kirche ein, zu deren Oberhaupt er sich selbst ernannte. Damit ging er in die Geschichte ein.
Diese CD zeigt, wie ihn Musik durch sein Leben begleitete. Katharina Bäuml hat sich mit dem Ensemble Capella de la Torre auf die Spuren- suche begeben, gemeinsam mit dem Tenor Charles Daniels. Die Quellenlage freilich ist nicht gerade üppig. Zwar beschäftigte Henry an seinem Hof eine große Anzahl Sänger und Instrumentalisten. Doch sind aus seiner Herrschaftszeit nur wenige Handschriften überliefert, die Auskunft über das Repertoire geben, das zu seiner Zeit erklang. Eines davon ist das Henry VIII's Manuscript, aus dem die meisten Werke stammen, die die Musiker vorstellen. Und das machen sie sehr versiert - hier sind Spezialisten am Werke, denen man gern lauscht. Meine Empfehlung!
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Montag, 22. Oktober 2012
Donnerstag, 26. Juli 2012
Handel: Theodora (Glyndeboure)
Das Oratorium Theodora ist im Werk Georg Friedrich Händels ein Solitär. Ohnehin befassen sich nur drei seiner Oratorien mit genuin christlichen Themen - Messiah und La Ressurezione aber vollziehen biblische Handlungen nach. Theodora hingegen berichtet die Geschichte einer Märtyrerin. Die junge Frau aus offenbar gutem Hause hatte das Pech, zur Zeit des Kaisers Diokletian zu leben. Der wollte alle Römer bewegen, ausschließlich den römischen Göttern zu huldigen - und bestrafte Abtrünnige hart. Die Christin Theodora wurde zu einem Dasein als Prostituierte verurteilt. Doch das dauerte den Didymus, einen jungen römischen Soldaten. Er ließ sie entfliehen, und sollte dafür mit seinem Leben bezahlen. Das wiederum wollte Theodora nicht zulassen. Sie stellte sich, und ging mit Didymus in den Tod. Und weil das ziemlich wenig Handlung ist, gibt es dazu reichlich christliches Bekenntnis in Form frommer Gesänge.
Diese unerträglich öde Geschichte ist nur zu ertragen, weil sie durch Händel vertont wurde. Was die Veranstalter bewogen hat, ausgerech- net Theodora 1996 in einer Inszenierung durch Peter Sellars auf die renommierte Bühne in Glyndebourne zu bringen, das bleibt auch nach dem Anhören des Mitschnittes ein Rätsel. Daran ändern auch zumeist die exzellenten Sänger Dawn Upshaw, Lorraine Hunt, David Daniels, Richard Croft, Michael Hart-Davies und Frode Olsen sowie der Glyndebourne Chorus und das hervorragende Orchestra of the Age of Enlightenment unter William Christie nichts.
Diese unerträglich öde Geschichte ist nur zu ertragen, weil sie durch Händel vertont wurde. Was die Veranstalter bewogen hat, ausgerech- net Theodora 1996 in einer Inszenierung durch Peter Sellars auf die renommierte Bühne in Glyndebourne zu bringen, das bleibt auch nach dem Anhören des Mitschnittes ein Rätsel. Daran ändern auch zumeist die exzellenten Sänger Dawn Upshaw, Lorraine Hunt, David Daniels, Richard Croft, Michael Hart-Davies und Frode Olsen sowie der Glyndebourne Chorus und das hervorragende Orchestra of the Age of Enlightenment unter William Christie nichts.
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