Posts mit dem Label Marazzoli werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Marazzoli werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 16. Juni 2014
Mortale, che pensi? (Destino Classics)
Einmal mehr hat das Ensemble Atalante um Erin Headley eine Entdeckungsreise in das römische Musikleben zur Zeit des 17. Jahr- hunderts unternommen. Dabei haben die Sänger und Musiker erneut Kantaten aufgespürt, die es wert sind, dem Archivschlaf ent- rissen zu werden. Sie stammen von den Komponisten Luigi Rossi (1597 bis 1653), Giacomo Carissimi (1605 bis 1674), Alessandro Stradella (1639 bis 1682), Domenico Mazzocchi (1592 bis 1665) und Giovanni Antonio Leone. Über letzteren weiß man nicht viel mehr als den Namen; bei einem weiteren Autor nicht einmal diesen. Das ist aber alles nicht wichtig, denn die Musik, die Atalante hier wieder- entdeckt hat, ist grandios. Mehr davon! Wünschenswert wäre zugleich eine Noten-Edition. Denn nur so gelangen diese Werke tatsächlich zurück auf das Konzertpodium.
Mittwoch, 2. Januar 2013
Caro Sposo (Destino Classics)
Auch diese CD widmet Erin Headley einer sagenumwobenen Frauensperson: Katharina von Alexandrien gehört zu den
14 Nothelfern, und gilt unter anderem als Schutzpatronin der Schulen und der philosophischen Fakultäten. Die Jungfrau, der Legende nach eine Königstochter, soll versucht haben, in einem spitzfindigen Disput den römischen Kaiser zum Christentum zu be- kehren. Weder den Gelehrten des Herrschers noch dem Kaiser selbst soll es gelungen sein, sie vom christlichen Glauben abzubringen.
Marco Marazzoli (um 1602 bis 1662) zeigt in seinem Oratorio di Santa Caterina, wie sie dem Werben des Kaisers widersteht, und sich auch durch Drohungen, Kerker und das Martyrium nicht beirren lässt. Das Libretto dazu stammt von Lelio Orsini. Die Dialoge, insbe- sondere zwischen Caterina, berückend gesungen von Katherine Watson, und Kaiser Massimino, gesungen von Christian Immler, sind umfangreich und beeindruckend. Zu hören sind weiter die Soprani- stin Nadine Balbeisi als Erzählerin sowie Juan Sancho und Steve Du- gardin als Soldaten. Der Countertenor übernimmt auch den allego- rischen Part der Hoffnung; als Schicksal zu hören ist die Sopranistin Emily Van Evera. Sie singt auch das zweite Stück auf der CD, das Lamento di Cain aus Cain e Abel von Bernardo Pasquini (1637 bis 1710).
Solche Klagegesänge wurden damals gern durch die Lira da Gamba begleitet. Dieses Streichinstrument, das auch Lirone genannt wird, hat eine Vielzahl von Saiten und einen sehr flachen Steg, so dass beim Spielen stets mehrere Saiten auf einmal erklingen. Erin Headley hat sich für die Wiederentdeckung dieses Instrumentes sehr engagiert; es gibt derzeit weltweit bereits wieder eine Handvoll Musiker, die den Lirone spielen. Mit ihrem Ensemble Atalante hat Headley sich zum Ziel gesetzt, Musik des 17. Jahrhunderts nach jahrhundertelangem Archivschlaf möglichst authentisch wieder zum Klingen zu bringen. Insbesondere die Archive des Vatikans erweisen sich offenbar als unerschöpfliche Fundgrube. So darf man auf die Fortsetzung der Serie Reliquie di Roma sehr gespannt sein.
14 Nothelfern, und gilt unter anderem als Schutzpatronin der Schulen und der philosophischen Fakultäten. Die Jungfrau, der Legende nach eine Königstochter, soll versucht haben, in einem spitzfindigen Disput den römischen Kaiser zum Christentum zu be- kehren. Weder den Gelehrten des Herrschers noch dem Kaiser selbst soll es gelungen sein, sie vom christlichen Glauben abzubringen.
Marco Marazzoli (um 1602 bis 1662) zeigt in seinem Oratorio di Santa Caterina, wie sie dem Werben des Kaisers widersteht, und sich auch durch Drohungen, Kerker und das Martyrium nicht beirren lässt. Das Libretto dazu stammt von Lelio Orsini. Die Dialoge, insbe- sondere zwischen Caterina, berückend gesungen von Katherine Watson, und Kaiser Massimino, gesungen von Christian Immler, sind umfangreich und beeindruckend. Zu hören sind weiter die Soprani- stin Nadine Balbeisi als Erzählerin sowie Juan Sancho und Steve Du- gardin als Soldaten. Der Countertenor übernimmt auch den allego- rischen Part der Hoffnung; als Schicksal zu hören ist die Sopranistin Emily Van Evera. Sie singt auch das zweite Stück auf der CD, das Lamento di Cain aus Cain e Abel von Bernardo Pasquini (1637 bis 1710).
Solche Klagegesänge wurden damals gern durch die Lira da Gamba begleitet. Dieses Streichinstrument, das auch Lirone genannt wird, hat eine Vielzahl von Saiten und einen sehr flachen Steg, so dass beim Spielen stets mehrere Saiten auf einmal erklingen. Erin Headley hat sich für die Wiederentdeckung dieses Instrumentes sehr engagiert; es gibt derzeit weltweit bereits wieder eine Handvoll Musiker, die den Lirone spielen. Mit ihrem Ensemble Atalante hat Headley sich zum Ziel gesetzt, Musik des 17. Jahrhunderts nach jahrhundertelangem Archivschlaf möglichst authentisch wieder zum Klingen zu bringen. Insbesondere die Archive des Vatikans erweisen sich offenbar als unerschöpfliche Fundgrube. So darf man auf die Fortsetzung der Serie Reliquie di Roma sehr gespannt sein.
Dienstag, 19. Juni 2012
Lamentarium (Destino Classics)
"Quod non fecerunt barbari, fece- runt Barberini", ätzte ein Spottvers über das Adelsgeschlecht, das - zu Geld und damit auch zu Macht gelangt - sogar einen Papst stellte. Urban VIII., auf dem Stuhl Petri von 1623 bis 1644, prägte Rom aber nicht nur durch seine Bauwut, der Teile des Kolosseums sowie die Bronzeplatten auf dem Dach des Pantheons zum Opfer fielen (was die Römer mit dem obigen Spruch kommentierten). Die Barberini waren auch große Kunstmäzene, und der Musik sehr zugetan. So bereicherten sie Buchbestand und Musikaliensammlung des Vatikans; insbesondere Kardinal Francesco Barberini, ein Neffe des Papstes, trug eine umfangreiche Bibliothek zusammen, die später Bestandteil der vatikanischen Bibliothek wurde.
Aus diesem Corpus stammt ein großer Teil der Werke, die auf der vorliegenden CD zu hören sind. Sie stammen von Luigi Rossi (1597 bis 1653), Marco Marazzoli (1602 bis 1662), Marc'Antonio Pasqualini (1614 bis 1691) und Domenico Mazzocchi (1592 bis 1665) - und sind zumeist Lamenti, eindrucksvolle Klagegesänge, die zu jener Zeit groß in Mode waren. Nadine Balbeisi, Sopran, und Theodora Baka, Mezzo- sopran, singen diese wundervollen Werke ausdrucksstark und mit schlank geführter, vibratoarmer Stimme. Das passt hier großartig. Und die drei Instrumentalstücke geben den Musikern von Atalante um Erin Headley Gelegenheit, zu zeigen, dass ein Gambenconsort, fallweise ergänzt um Lirone, Cembalo, Arpa Doppia und Chitarrone, weitaus mehr ist als "nur" ein Continuo-Ensemble.
Aus diesem Corpus stammt ein großer Teil der Werke, die auf der vorliegenden CD zu hören sind. Sie stammen von Luigi Rossi (1597 bis 1653), Marco Marazzoli (1602 bis 1662), Marc'Antonio Pasqualini (1614 bis 1691) und Domenico Mazzocchi (1592 bis 1665) - und sind zumeist Lamenti, eindrucksvolle Klagegesänge, die zu jener Zeit groß in Mode waren. Nadine Balbeisi, Sopran, und Theodora Baka, Mezzo- sopran, singen diese wundervollen Werke ausdrucksstark und mit schlank geführter, vibratoarmer Stimme. Das passt hier großartig. Und die drei Instrumentalstücke geben den Musikern von Atalante um Erin Headley Gelegenheit, zu zeigen, dass ein Gambenconsort, fallweise ergänzt um Lirone, Cembalo, Arpa Doppia und Chitarrone, weitaus mehr ist als "nur" ein Continuo-Ensemble.
Abonnieren
Posts (Atom)


