Wenn es sich schon nicht vermei- den lässt, das Weihnachtsfest fern der Familie zu verbringen, dann wird zumindest kräftig gefeiert. Das galt früher fast noch mehr als heute: Als es noch keine Flugzeuge gab, und Fernreisen faktisch nur per Schiff möglich waren, wurde kein anderes Fest an Bord so feierlich begangen wie dieses. Darum bereitete auch die Firma Welte aus Freiburg/Br. für ihre Welte-Philharmonie-Orgel, die ja unter anderem auf dem Schiff Britannic eingebaut werden sollte - ausführliches dazu findet sich hier im Blog unter Vol. 1 - ein umfang- reiches Repertoire vor, pastorales Idyll und Glöckchenklang inklu- sive.
Dementsprechend viele Rollen mit Musik zur Weihnachtszeit, einge- spielt von großen Organisten aus Frankreich, England und Deutsch- land, befinden sich in der Sammlung des Museums für Musikautoma- ten im schweizerischen Seewen. Auf dieser CD sind diese Aufzeich- nungen aus einer Zeit, da es noch keine Schallplatten gab, nun erst- mals wieder zu hören. So also hätte ein Weihnachtsprogramm an Bord der Britannic klingen können, wenn sie denn jemals als Passagier- dampfer im Linienbetrieb über die Meere gefahren wäre. Toll!
Posts mit dem Label Welte-Philharmonie-Orgel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Welte-Philharmonie-Orgel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 8. Dezember 2011
Freitag, 18. November 2011
The Britannic Organ, Vol. 1 (Oehms Classics)
Noch bevor es Schallplatten gab, machten es selbstspielende Kla- viere und Orgeln möglich, Inter- pretationen von großen Musikern zu reproduzieren. Ein Spezialist für solche Systeme war die Firma M. Welte & Söhne aus Freiburg/Br.
Im Museum für Musikautomanten Seewen, südlich von Basel, befin- det sich eines dieser Instrumente, eine Welte-Philharmonie-Orgel.
Sie war für die Britannic gebaut worden, das Schwesterschiff der Titanic. Doch das Schiff wurde dann im Ersten Weltkrieg als Hospital genutzt, die Orgel wurde von Welte daher anderweitig verkauft. 1969 erwarb sie schließlich Heinrich Weiss, der Gründer des Museums für Musikautomaten, für seine Sammlung. Erst bei der Restaurierung des Instrumentes stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei um die Britannic-Orgel handeln muss.
Das Geheimnis der Welte-Orgeln war ein Lochstreifen aus Papier, die sogenannte Notenrolle, die in Kombination mit einer elektro-pneu- matischen Traktur die Orgelpfeifen und Register steuerte. Diese Notenrolle ermöglichte es, das Spiel eines Organisten weitestgehend originalgetreu wiederzugeben. Das Unternehmen engagierte seiner- zeit eine große Anzahl von namhaften Organisten, die in Freiburg derartige Rollen einspielten. 1230 solche Masterrollen befinden sich heute im Besitz des Seewener Museums. Mit sehr viel Engagement und Sachverstand haben die Schweizer diesen wertvollen Bestand digitalisiert und erschlossen, so dass die Musik, die Welte teilweise bereits in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg aufgezeichnet hat, heute wieder erklingen kann.
Auf zwei CD sind nun erstmals solche alten Einspielungen zu hören. Die Organisten, die sie einst eingespielt haben, sind längst tot. Desto verblüffender ist es, wie lebendig diese Musikrollen ihr Spiel werden lasssen. Der Zuhörer erhält zum einen einen Überblick über das Repertoire, das Welte für diese Instrumente angeboten hat. Es reicht von Bach bis Wagner und von der Hochzeit des Figaro bis zu Peer Gynt. Zum anderen zeigt der Organist David Rumsey anhand einiger sorgsam zusammengestellter Musikbeispiele die Klangmöglichkeiten der Welte-Orgel. Und natürlich wurden auch einige Aufnahmen aus- gewählt, die an herausragende Organisten erinnern. Phantastisch - unbedingt anhören!
Im Museum für Musikautomanten Seewen, südlich von Basel, befin- det sich eines dieser Instrumente, eine Welte-Philharmonie-Orgel.
Sie war für die Britannic gebaut worden, das Schwesterschiff der Titanic. Doch das Schiff wurde dann im Ersten Weltkrieg als Hospital genutzt, die Orgel wurde von Welte daher anderweitig verkauft. 1969 erwarb sie schließlich Heinrich Weiss, der Gründer des Museums für Musikautomaten, für seine Sammlung. Erst bei der Restaurierung des Instrumentes stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei um die Britannic-Orgel handeln muss.
Das Geheimnis der Welte-Orgeln war ein Lochstreifen aus Papier, die sogenannte Notenrolle, die in Kombination mit einer elektro-pneu- matischen Traktur die Orgelpfeifen und Register steuerte. Diese Notenrolle ermöglichte es, das Spiel eines Organisten weitestgehend originalgetreu wiederzugeben. Das Unternehmen engagierte seiner- zeit eine große Anzahl von namhaften Organisten, die in Freiburg derartige Rollen einspielten. 1230 solche Masterrollen befinden sich heute im Besitz des Seewener Museums. Mit sehr viel Engagement und Sachverstand haben die Schweizer diesen wertvollen Bestand digitalisiert und erschlossen, so dass die Musik, die Welte teilweise bereits in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg aufgezeichnet hat, heute wieder erklingen kann.
Auf zwei CD sind nun erstmals solche alten Einspielungen zu hören. Die Organisten, die sie einst eingespielt haben, sind längst tot. Desto verblüffender ist es, wie lebendig diese Musikrollen ihr Spiel werden lasssen. Der Zuhörer erhält zum einen einen Überblick über das Repertoire, das Welte für diese Instrumente angeboten hat. Es reicht von Bach bis Wagner und von der Hochzeit des Figaro bis zu Peer Gynt. Zum anderen zeigt der Organist David Rumsey anhand einiger sorgsam zusammengestellter Musikbeispiele die Klangmöglichkeiten der Welte-Orgel. Und natürlich wurden auch einige Aufnahmen aus- gewählt, die an herausragende Organisten erinnern. Phantastisch - unbedingt anhören!
Abonnieren
Posts (Atom)

