Joseph Lanner 1801 bis 1843) gilt, gemeinsam mit Johann Strauß (Vater), als der Erfinder des Wiener Walzers. Schon mit zwölf Jahren spielte er als Geiger in einem Orchester; mit 17 Jahren gründete er sein eigenes Ensemble – das zunächst mit zwei Geigen und einer Gitarre auskommen musste. Es kam eine Bratsche hinzu, gespielt von Johann Strauß (Vater), dann ein Violoncello...
Bald schon konnten aber sowohl Strauss als auch Lanner mit einem deutlich größeren Orchester auf- spielen. Denn der Walzer kam in Mode, und wurde bald selbst bei Hofe getanzt. Wer herausfinden will, wie sich ein Hofball-Walzer von dem der Bürger unterschied, der sollte sich einfach diese CD anhören. Wolfgang Dörner zeigt mit dem Orchestre de Cannes zudem, dass Tanzmusik seinerzeit ziemlich originell, ja, mitunter richtig witzig gewesen ist. Man höre nur den Mitternachtswalzer, geschrieben für das Abschiedskonzert von Lanners übel erkranktem Lehrmeister Michael Pamer. Dieses Werk steckt voller musikalischer Anspielungen; man höre nur, wie Bratschen und Pauken an die – ab Mitternacht verschlossene – Türe klopfen.
Lanner verstand sich auf Glanz und Gloria ebenso wie gut wie auf Poesie und Grazie. 1829 wurde er zum Musikdirektor der k.k. Redoutensäle berufen; außerdem wirkte er als Kapellmeister des zweiten Wiener Bürgerregimentes. Am Karfreitag 1843 starb er an Typhus – zwei Tage nach seinem 42. Geburtstag. Und auch wenn wir heute nicht mehr jeden seiner Späße verstehen – seine Werke wie Tarantel-Galopp, Hexentanz-Walzer, Steyrische Tänze oder aber Die Schönbrunner bereiten noch heute Vergnügen.
Mittwoch, 31. August 2016
Dienstag, 30. August 2016
Fantasia - Alliage Quintett & Sabine Meyer (Sony)
Was denn – das sollen wirklich nur vier Saxophone plus ein Klavier sein? Das Alliage Quintett überrascht mit sattem orchestralen Sound; Daniel Gauthier, Magdalena Lapaj, Asya Fateyeva und Sebastian Pottmeier können allerdings auch verblüffend schlank und lieblich musizieren, ebenso wie Jang Eun Bae am Klavier.
Auf ihrem neuen Album Fantasia laden die zweifachen Echo-Klassik-Preisträger zu einer musikalischen Märchenreise ein – und dafür haben sie sich mit der Klarinettistin Sabine Meyer zusammengetan. Die CD beginnt mit den Polowetzer Tänzen aus Alexander Borodins Fürst Igor, für diese Besetzung arrangiert von Stéphane Gassot und Camille Pépin.
Ebenso populär ist Der Feuervogel von Igor Strawinsky, hier zu hören in einer Bearbeitung von Sebastian Gottschick. Goethes Zauberlehrling inspirierte einst Paul Dukas zu einer Komposition; sie erklingt auf dieser CD in einem Arrangement von Rainer Schottstädt. Ihm ist es beispiels- weise kongenial gelungen, den wankenden Besen, im Original hörbar gemacht durch Fagott und Klarinette, auf Bariton-Saxophon und Klarinette zu übertragen.
Die Ouvertüre zu Candide von Leonard Bernstein arrangierte Itai Soboi speziell für die sechs Musiker. Die Fünf Stücke für Orchester von Dmitri Schostakowitsch entstammen seinen Filmmusiken und Balletten; davon existiert eine Fassung für zwei Violinen und Klavier von Schostakowitschs Freund Levon Atovmian. Das Alliage Quintett setzte diese mit Blasinstru- menten um, in unterschiedlichen Besetzungen. Die Aufnahme verbindet kammermusikalische Intimität und Raffinesse mit magischem Orchester- klang. Faszinierend!
Auf ihrem neuen Album Fantasia laden die zweifachen Echo-Klassik-Preisträger zu einer musikalischen Märchenreise ein – und dafür haben sie sich mit der Klarinettistin Sabine Meyer zusammengetan. Die CD beginnt mit den Polowetzer Tänzen aus Alexander Borodins Fürst Igor, für diese Besetzung arrangiert von Stéphane Gassot und Camille Pépin.
Ebenso populär ist Der Feuervogel von Igor Strawinsky, hier zu hören in einer Bearbeitung von Sebastian Gottschick. Goethes Zauberlehrling inspirierte einst Paul Dukas zu einer Komposition; sie erklingt auf dieser CD in einem Arrangement von Rainer Schottstädt. Ihm ist es beispiels- weise kongenial gelungen, den wankenden Besen, im Original hörbar gemacht durch Fagott und Klarinette, auf Bariton-Saxophon und Klarinette zu übertragen.
Die Ouvertüre zu Candide von Leonard Bernstein arrangierte Itai Soboi speziell für die sechs Musiker. Die Fünf Stücke für Orchester von Dmitri Schostakowitsch entstammen seinen Filmmusiken und Balletten; davon existiert eine Fassung für zwei Violinen und Klavier von Schostakowitschs Freund Levon Atovmian. Das Alliage Quintett setzte diese mit Blasinstru- menten um, in unterschiedlichen Besetzungen. Die Aufnahme verbindet kammermusikalische Intimität und Raffinesse mit magischem Orchester- klang. Faszinierend!
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