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Freitag, 13. Dezember 2019

Weihnachten mit dem Dresdner Kreuzchor (Berlin Classics)

Für viele Dresdner gehört der Gesang des Kreuzchores ebenso selbst- verständlich zu Weihnachten wie ein Besuch auf dem Striezelmarkt. Ob Bachs Weihnachtsoratorium in der Kreuzkirche, oder das große Adventskonzert im Rudolf-Harbig-Stadion – stets sind die Bänke, Ränge und Emporen voll. 
In der Adventszeit haben die jungen Sänger enorm viel zu tun. Und das Weihnachtsfest feiern die Kruzianer ebenfalls beim Dresdner Kreuzchor. Am 24. Dezember gestalten sie die Christvespern, und am ersten Weihnachtsfeiertag beginnt der Tag bereits früh, denn da singen die Kruzianer um sechs Uhr die Christmette in der Dresdner Kreuzkirche. Wer den Chor nicht in Dresden hören kann, für den hat Berlin Classics ins Archiv geschaut und auf dieser CD eine Auswahl der schönsten Weihnachtslieder zusammengestellt. Sie verweist zugleich auf die lange Geschichte des Dresdner Kreuzchores. 

Sonntag, 29. Mai 2016

Zelenka: Psalmi Vespertini I (Nibiru)

Einmal mehr wendet sich das Ensemble Inégal mit den Prager Barocksolisten dem Werk von Jan Dismas Zelenka (1679 bis 1745) zu. Die Sänger und Musiker um Adam Viktora haben bereits mehrfach Kompositionen des Dresdner Hof- musikers aus dem Archivschlaf erweckt und sich damit große Verdienste um die Wiederentdeckung seiner Musik erworben. Zelenka, so stellt sich zunehmend heraus, beein- druckt nicht nur durch handwerkliche Perfektion. Seine Werke sind in jeder Hinsicht bemerkenswert – und je mehr davon wieder aufgeführt werden, desto interessanter erscheint das Schaffen dieses Musikers, der in Dresden zunächst Violone bzw. Kontra- bass spielte, und dann 1735 zum Kirchencompositeur ernannt wurde. 
In den Jahren zwischen 1725 und 1728 komponierte Zelenka unter ande- rem sechs Vesperpsalmen und ein Magnificat. Die Auswahl der Psalmtexte machte es möglich, diese prächtigen Musikstücke für nahezu jede Vesper- feier des Kirchenjahres zu nutzen. Dieses umfangreiche Projekt hatte ganz sicher noch einen anderen Hintergrund: Johann David Heinichen, der Dresdner Hofkapellmeister, litt an Tuberkulose und war in seinen letzten Lebensjahren oftmals so krank, dass ihn Zelenka und Ristori vertreten mussten. Zelenka nutzte die Chance, sich mit seinen originellen Kirchen- kompositionen insbesondere der Kurfürstin zu empfehlen. Als Heinichen 1729 starb, bewarb er sich schließlich um die Nachfolge – die Stelle erhielt jedoch Johann Adolf Hasse. Auf dieser CD sind nun Zelenkas Psalmi Vespertini I erstmals vollständig zu hören. 

Donnerstag, 9. Mai 2013

Zelenka: Gaude laetare / Missa Sanctissima Trinitatis (Nibiru)

Die fünf späten Messen von Jan Dismas Zelenka (1679 bis 1745) sind rätselhafte Werke. Das beginnt schon mit dem Titel - die Missa Sanctissimae Trinitatis ist nicht etwa für das Trinitatisfest be- stimmt, sondern der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet; Zelenka schrieb zudem noch weitere Messen Dei Patris, Dei Filii und, als seine letzte Messe, die Missa Omnium Sanctorum
Diese Messen scheren sich weder in der Besetzung noch in der Länge um höfische Konventionen. Es fehlt der Glanz der Blechbläser, der repräsentative Auftritt, den man vom Hof Augusts des Starken und seines Sohnes erwartet. Und obendrein waren diese Werke deutlich zu lang, sie erscheinen trotz der geradezu kammermusikalisch anmutenden Besetzung außer- ordentlich umfangreich. 
Die fünf späten Messen, entstanden zwischen 1736 und 1741, ent- halten prachtvolle konzertante Chorsätze und beeindruckende Chorfugen ebenso wie kunstvolle Arien und solistische Ensembles. Die Prager Barocksolisten und das Ensemble Inégal haben die Missa Sanctissimae Trinitatis unter Adam Viktora bei Nibiru eingespielt. Als Solisten singen Gabriela Eibenová, Sopran, Carlos Mena, Alto, Makoto Sakurada und Václav Cízek, Tenor, Roman Hoza, Bariton und Lisandro Abadie sowie Marián Krejcík, Bass. Das Ensemble ist rund- um grandios, und die Aufnahmen sind wirklich hörenswert. 
Die CD enthält ein weiteres Stück des Komponisten, die Motette Gauda, laetare. Sie wurde, wie Quellenforschungen ergaben, wahr- scheinlich zu Trinitatis 1731 im Vespergottesdienst erstmals auf- geführt. Es ist ein heiteres Werk, und man kann Zelenka hier geradezu opernhaft galant erleben - was sich über seine Kompositionen nicht eben oft sagen lässt.