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Sonntag, 6. Januar 2019

Brahms: Hungarian Dances (Delos)

Ungarische Tänze von Johannes Brahms – mit Violine? Das macht neugierig. Zwei Musiker haben sich nun zusammengetan, um diese erstklasssige Bearbeitung zu erkunden: Sabrina-Vivian Höpcker ist wie der Komponist in Hamburg geboren und hat in ihrer Familie ungarische und böhmische Vorfahren. Ihr Klavierpartner Fabio Bidini sagt: „Since I was a small child, I loved the original version oft ther Hungarian Dances for piano four-hands and played them often. The transcription for violin and piano was a real surprise for me.“ 
Natürlich ist die ursprüngliche Variante für den Pianisten ergiebiger – aber die Transkription für Violine und Klavier von Joseph Joachim erweist sich doch als ausgesprochen reizvoll. Der berühmte Geiger, mit Brahms eng befreundet, betont in seiner Version das Ungarische. Seine Bearbeitungen sind nicht in erster Linie Virtuosenfutter, auch wenn der Violinpart technisch ohne Zweifel höchst anspruchsvoll ist. Diese Stücke haben Schmelz und Seele, man verzeihe mir den Ausdruck, und das ist es auch, was Sabrina-Vivian Höpcker so begeistert, dass sie sich für das Coverphoto dieser Aufnahme sogar ins Trachtengewand gekleidet hat. Die Geigerin liebt diese Musik, was man der Aufnahme anhört. Sie spielt mit Leidenschaft und einer Prise Melancholie, perfekt begleitet durch Fabio Bidini. Was für ein Start ins Neue Jahr! 

Sonntag, 15. März 2015

Mozart: The Flute Quartets (Delos)

Raffaele Trevisani hat gemeinsam mit Martin Kos, Violine, Karel Unter- müller, Viola und David Havelík, Violoncello, für Delos die Flöten- quartette von Wolfgang Amadeus Mozart eingespielt. Es ist eine sehr hörenswerte, brillante Aufnahme. Der Flötist, ein Schüler von Sir James Galway, trifft den leichtfüßigen, eleganten Ton perfekt, den man sich für Mozart wünscht. Die drei tschechischen Streicher stehen ihm dabei bestens zur Seite. Und weil das so schön ist, gibts zum Abschluss noch ein weiteres Quattro, komponiert eigentlich für Oboe, in einer sehr gelungenen Transkription für  die Querflöte. Bravi! 

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Ceremony of Carols (Delos)

A Ceremony of Carols gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Werken von Benjamin Britten (1913 bis 1976). Der Komponist schrieb es im Jahre 1942 an Bord eines schwedischen Handels- schiffes, auf der beschwerlichen und wegen der deutschen U-Boote auch gefährlichen Rückfahrt aus den USA nach Großbritannien. Das Werk erklingt hier in seiner ursprünglichen Gestalt; denn für hohe Stimmen und Harfe hatte es Britten geschrieben. Das Etherea Vocal Ensemble macht dabei seinem Namen alle Ehre - die Solistin- nen und der Countertenor, die sich hier zusammengefunden haben, singen harmonisch und nahezu ohne Vibrato. So ergibt sich in der Tat ein schwereloser, ätherischer Klang. Das passt sehr gut zur Harfe, die von Grace Cloutier höchst virtuos gespielt wird. 
Etherea ergänzt Brittens populäres Weihnachtswerk durch einige hübsche Weihnachtslieder in modernen Arrangements, sowie Noel von Charles Gounod und den Zyklus Dancing Day von John Rutter. Auch die Harfenistin erhält mit dem Impromptu für Harfe des russischen Komponisten Reinhold Glière noch einmal Gelegenheit zu brillieren. Eine schöne, stimmungsvolle CD, die an dieser Stelle empfohlen werden kann.