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Freitag, 18. Mai 2012

Haydn: Flute Trios (Naxos)

Joseph Haydn (1732 bis 1809) schuf leider sehr viel mehr Werke für das Baryton als für die Flöte. Da finden sich vier Divertimenti, die er auf seiner zweiten England-Reise schuf - und dann noch drei die Trios für Flöte, Violoncello und Klavier Hob. XV:15-17. Flötisten werden das bedauern, denn diese Stücke sind nicht nur melodisch sehr schön, sondern auch geprägt durch eine große Portion Humor. Und in dieser Kombination findet sich das wirklich selten.
Flötist Uwe Grodd hat die Trios gemeinsam mit dem Cellisten Martin Rummel und Christopher Hinterhuber am Klavier für Naxos einge- spielt. Besonders interessant erweist sich in diesem Zusammenhang der Klang des Bösendorfers, der mit seinem klaren Diskant und seinem schlanken Bass ein bisschen an ein Fortepiano erinnert. Das kommt Haydns Trios zupass, insbesondere dann, wenn im Mittelsatz "Flöte und Klavier gleichermaßen um die Gunst des Zuhörers buh- len", wie Martin Rummel im Beiblatt augenzwinkernd schreibt, "wäh- rend das Violoncello dezent begleitet."  

Sonntag, 20. Februar 2011

Ries: Piano Concertos, Vol. 4 (Naxos)

Da wir gerade über Ferdinand Ries geschrieben haben: Das Label Naxos engagiert sich schon seit geraumer Zeit für die Werke des Komponisten, der  leider im Schatten Beethovens nicht die Beachtung gefunden hat, die er verdient hätte. 
Ries, den Schüler Beethovens, als Beethoven-Adepten abzutun, wird seiner Musik nicht gerecht, wie diese CD eindrucksvoll belegt. Zwar erinnert in der Orchestrie- rung und der Harmonik manches an die Werke seines Lehrers. Doch achtet man auf die Klavierstimme, dann erscheint sie mit ihrem Melodienreichtum und ihrer ausgefeil- ten dynamischen Differenzierung der spielerischen Eleganz Mendels- sohns näher als den Sonaten und Konzerten Beethovens. Kurz und gut: Ries ist Ries, und er hat eine ganz eigene Handschrift. Seine Werke zu entdecken, das lohnt sich wirklich. 
Die vorliegende CD enthält Ries' Concerto Pastoral in D-Dur op. 120, das Klavierkonzert in c-Moll op. 115 sowie die Introduction et Ron- deau Brillant WoO 54 - letzteres lässt sich datieren, und zwar auf das Jahr 1835. Das verblüfft, denn Ries wird gern ein Nachlassen seiner Kreativität sowie das Dahinschwinden seiner Kräfte nachgesagt, womit dann begründet wird, warum sein Tod 1838 so gänzlich unbe- achtet geblieben ist. Davon ist hier freilich nichts zu spüren. Das Konzertrondo ist anspruchsvoll bis virtuos, handwerklich bestens gearbeitet, und ein Mangel an Inspiration ist ebenfalls nicht fest- zustellen. 
Christopher Hinterhuber erweist sich als exzellenter Interpret der Riesschen Werke. Er musiziert gemeinsam mit dem Bournemouth Symphony Orchestra unter Uwe Grodd, der sich mittlerweile zum ausgewiesenen Experten für die Musik des 18. und beginnenden
19. Jahrhunderts entwickelt hat. Diese Aufnahme wird man daher mit Gewinn und Genuss anhören - meine Empfehlung!