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Donnerstag, 15. November 2012

Amüsantes und Rasantes für 2 Flöten und Klavier (Thorofon)

Raritäten für Flötenduo haben Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter gemeinsam mit der Pianistin Eva Schieferdecker auf dieser CD zusammengetragen. 
Die Münchner Flötisten spielen das Duettino hongrois op. 36 von Franz Doppler, das Grand Trio
op. 119 von Friedrich Kuhlau, und Mozarts Sonate D-Dur KV 448 - ursprünglich entstanden für zwei Klaviere, später für zwei Violinen und Klavier bearbeitet von Ferdi- nand David. Auf der Grundlage dieser Version haben die Münchner Musiker dann ihr Arrangement für zwei Flöten und Klavier erstellt. 

Eine Bearbeitung der drei Musiker erschließt auch das berühmte Duo des Fleurs aus der Oper Lakmé von Léo Delibes für diese Besetzung; man staunt, dass dies zuvor noch niemandem eingefallen ist, denn das Werk bietet sich dafür geradezu an. So erklingt es auf dieser CD in Ersteinspielung - wie auch die Fantaisie concertante Souvenir de Lucie de Lammermoor von Jules Herman und die Musik für die Pan- tomime aus dem ersten Akt der Oper Cardillac von Paul Hindemith. Anspruchsvolles Repertoire also, das teilweise hohe Anforderungen an die Solisten stellt. Wenn man bedenkt, welch ausgezeichneten Ruf die beiden Flötisten als Lehrer und Herausgeber von Unterrichts- literatur haben, dann wird man freilich von dieser Aufnahme ein bisschen enttäuscht sein. Denn man vermisst eine gewisse Eleganz in Phrasierung und Gestaltung - und der Ton könnte auch farbiger, ab- wechslungsreicher sein. Schade. 

Freitag, 18. Mai 2012

Haydn: Flute Trios (Naxos)

Joseph Haydn (1732 bis 1809) schuf leider sehr viel mehr Werke für das Baryton als für die Flöte. Da finden sich vier Divertimenti, die er auf seiner zweiten England-Reise schuf - und dann noch drei die Trios für Flöte, Violoncello und Klavier Hob. XV:15-17. Flötisten werden das bedauern, denn diese Stücke sind nicht nur melodisch sehr schön, sondern auch geprägt durch eine große Portion Humor. Und in dieser Kombination findet sich das wirklich selten.
Flötist Uwe Grodd hat die Trios gemeinsam mit dem Cellisten Martin Rummel und Christopher Hinterhuber am Klavier für Naxos einge- spielt. Besonders interessant erweist sich in diesem Zusammenhang der Klang des Bösendorfers, der mit seinem klaren Diskant und seinem schlanken Bass ein bisschen an ein Fortepiano erinnert. Das kommt Haydns Trios zupass, insbesondere dann, wenn im Mittelsatz "Flöte und Klavier gleichermaßen um die Gunst des Zuhörers buh- len", wie Martin Rummel im Beiblatt augenzwinkernd schreibt, "wäh- rend das Violoncello dezent begleitet."  

Dienstag, 2. August 2011

Bach Family: Chamber music for two flutes (Nimbus)

"Irgend ein witziger Kopf cha- rakterisiert die drey Brüder Bach, als Künstler sehr treffend also: Als Künstler: Friedemann Bach (der hallische) ist Meister im Hell-Dunkel, Emanuel (der hamburgi- sche) im Grau in Grau, Christian (der Londoner) in vielfarbigen Blumenstücken nach der Natur", schrieb 1799/1800 ein anonymer Autor in der Allgemeinen Musika- lischen Zeitung: "Vielleicht könnte sie auch so als Künstler und eini- germaßen auch als Menschen - was sich ja ohnehin nur in der Idee trennen lässt - von einander un- terscheiden: Friedemann wollte in Arbeiten nur sich Genüge leisten, Emanuel mehr Kennern und Liebhabern, Christian mehr Liebhabern und Virtuosen. Friedem. stieß daher von sich, Eman. interessierte, Christ. wurde beliebt. Friedem. blieb roh, Eman. kultivirt, Christ. polirt. Friedem. darbte deshalb, Eman. hatte genug, Christ. bekam zum Verschwenden. (...) Friedem. fand fast nur Feinde, Eman. viel Freunde, Christ. noch mehr Gesellen. Friedem. achtete den mittleren Bruder mäßig, verachtete den jüngern; Eman. achtete den ältern hoch, den jüngern mäßig; Christ. lachte beyde aus." 
Johann Christoph Friedrich, den "Bückeburger Bach", ließ der unbe- kannte Musikkritiker bei dieser Betrachtung gleich außen vor; er war ein versierter Klaviervirtuose, und seine Werke befanden schon seine Zeitgenossen für zu gefällig-höfisch. Sein Sohn Wilhelm Friedrich Ernst Bach ging bereits mit 18 Jahren zu seinem erfolgreichen Onkel nach London, und wurde ebenfalls ein gefeierter Pianist. Er war der letzte Bach, der in der Musikgeschichte eine Rolle spielte. 
Diese CD versammelt Kammermusik für zwei Flöten, die von den Bach-Söhnen sowie dem Enkel Wilhelm Friedrich Ernst komponiert worden ist. Die Trios sind stilistisch, in ihrer Besetzung wie in ihren technischen Anforderungen höchst unterschiedlich. Es handelt sich aber durchweg um gehobene Hausmusik für Kenner und Liebhaber. Sämtliche Stücke sind klangschön. Doch sie zeigen auch, dass selbst im Hause Bach lang nicht alles vom Genie umkränzt war, was da auf Notenpapier gelangte. 
Die Flötisten Hansgeorg Schmeiser und Jan Ostrý musizieren gemein- sam mit der Bratschistin Eszter Haffner, Othmar Müller am Violon- cello und Ingomar Rainer, Cembalo. Sie spielen harmonisch zusam- men, wie aus einem Atem, und machen so die mitunter etwas zur Länge neigenden "Selbstspiel-Stücke" auch zu einem Hörvergnügen.