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Freitag, 27. Mai 2011

Tchaikovsky: String Quartets (Berlin Classics)

Diese Doppel-CD enthält nahezu alle Kammermusikwerke von Pe- ter Tschaikowski (1840 bis 1893): Die drei Streichquartette D-Dur, op. 11, F-Dur, op. 20 und es-Moll, op. 30 sowie das Streichsextett
d-Moll
, op. 70 und einen Streich- quartettsatz aus seiner Studien- zeit. Da fehlt eigentlich nur das Klaviertrio a-Moll, op. 50 - doch das hätte klanglich wahrscheinlich nicht recht in das Umfeld gepasst. 

Die Damen vom zu Recht mittler- weile außerordentlich renommier- ten Klenke Quartett musizieren, beim Streichsextett verstärkt durch Harald Schoneweg, Viola, und Klaus Kämper, Violoncello, gewohnt kultiviert, intelligent und harmonisch. So darf man Tschaikowski neu entdecken - und staunt über die enorme Freiheit, mit der er sich in der Gattung bewegt, sowie über den beeindruckenden Reichtum an Klangfarben. Wunderbar! 

Freitag, 15. Januar 2010

Haydn: Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze - Klenke Quartett (Berlin Classics)


Diese berühmte Passionsmusik entstand 1786 als Orchestermusik für die Karfreitagsmesse in einer spanischen Kapelle - eine Einleitung, sieben durchweg langsame Instrumentalsätze plus abschließendes Presto-Erdbeben, konzipiert als Meditationsmusik zwischen den Lesungen. Einige Jahre später schrieb Haydn eine Bearbeitung dieses Werkes für Streichquartett; und in dieser Fassung wurde es weithin bekannt.
Die vier Musikerinnen des Klenke Quartetts, durchweg Absolventinnen der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar, nehmen die Sieben Worte mit einem weichen, leichten Ton - und eher zurückhaltend als überzogen dramatisch. Mit präzisem, überlegtem Spiel tasten sie sich voran; der Zuhörer erlebt mit ihnen den leidenden und sterbenden Christus, und die Erschütterung angesichts seines Todes. Diese Interpretation ist stets souverän, und ebenso sensibel wie intelligent. Eines wird mehr als deutlich: Hier lässt sich ein Ensemble vernehmen, von dem man noch sehr viel erwarten darf.