Schon als Kind liebte Harriet Krijgh die Musik von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741). Und so widmete die niederländische Cellistin nun ihr Debüt-Album bei der Deutschen Grammophon ganz dem Barock-Komponisten.
Dabei musizierte sie mit der Amsterdam Sinfonietta. Das vielfach ausgezeichnete Streicherensemble, das von Konzertmeisterin Candida Thompson geleitet wird, spielt ohne Dirigenten.
Dem Gestus dieser Musik kommt das entgegen. Und weil bei Vivaldis Werken unterschiedlichste Besetzungen als Concertino fungieren, agieren etliche Musiker dieses Kammerorchesters auf dieser CD auch als Solisten.
Der Zuhörer spürt, dass alle Beteiligten intensiv daran gearbeitet haben, einen gemeinsamen Ausdruck zu finden. Musiziert wird sehr ausgefeilt und differenziert, und mit wunderbarer Eleganz. Bravi!

Wie macht sie das nur? Harriet Krijgh spielt elegische Komposi- tionen europäischer Meister der Romantik und der frühen Moderne. Es sind überwiegend sehr bekannte Melodien, doch die junge niederländische Cellistin lässt sie frisch und sehr berührend klingen. Ihr Ton ist hinreißend – so poetisch spielt derzeit kein anderer Cellist, so stimmungsvoll und traumhaft schön. Dennoch wirkt jeder Bogenstrich ganz natürlich, nichts klingt gewollt oder aufgesetzt. Ob der berühmte Schwan aus dem Karneval der Tiere von Camille Saint-Saens, die Waldesruhe von Antonín Dvorák oder Max Bruchs berühmtes Kol Nidrei – die junge Solistin findet zu jedem dieser Stücke einen Zugang, fernab von Edelkitsch und plumper Gefühligkeit. Gekonnt begleitet wird die Solistin von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter Gustavo Gimeno. Mein klarer Favorit auf dieser
CD ist ein Werk von Jacques Offenbach, Les larmes de Jacqueline. Bezau- bernd! Und als Zugabe gibt es dann noch eine Bonus-DVD mit einem Porträt der Solistin.