In Darmstadt befand sich seinerzeit eine zwar kleine, aber dennoch erstklassige Hofkapelle. Geleitet wurde sie von Christoph Graupner, der für seine Musiker im Laufe seines langen Berufslebens nicht nur unglaublich viele (und hinreißend schöne!) Werke selbst komponiert hat. Der Hofkapellmeister stand zudem weithin mit Musikerkollegen in regem Austausch. Und deshalb verfügt die Universitäts- und Landesbibliothek der Technischen Universität Darmstadt heute über die bei weitem größte Sammlung von Kompositionen Georg Philipp Telemanns.
Aus dieser Schatzkammer schöpfte das Ensemble Les Ambassadeurs unter Leitung von Alexis Kossenko. Die ausgewählten Werke lassen ahnen, wie exquisit am Hofe des Landgrafen musiziert wurde – der Flötist Alexis Kossenko stellt natürlich die Flötenkonzerte in den Mittelpunkt. Doch auch Zefira Valova, Violine, Gilles Vanssons und Laura Duthuillé, Oboen, und ganz besonders Pierre-Yves und Jean-François Madeuf, Naturhorn, bewältigen ihre virtuosen Solopartien exzellent. Das Ensemble Les Ambassadeurs beeindruckt generell mit seinem farbenreichen und schwungvollen Spiel. Telemann ist doch immer wieder für eine Überraschung gut!
Posts mit dem Label Les Ambassadeurs werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Les Ambassadeurs werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 2. Oktober 2019
Sonntag, 22. November 2015
Telemann: Ouverture & Concerti pour Darmstadt (Alpha)
Obwohl er selbst ein herausragender Komponist war, hat Christoph Graupner, Kapellmeister am Darm- städter Hof, eine große Sammlung mit Werken seines Zeitgenossen Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) zusammengetragen. So kam die Notenbibliothek des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt, heute in der Universitäts-und Landes- bibliothek der Technischen Univer- sität Darmstadt, zu der bei weitem größten Kollektion Telemannscher Werke. Die Abschriften, erstellt entweder von Graupner selbst oder durch seinen Stellvertreter Samuel Endler, bezeugen zum einen, wie sehr Telemann seinerzeit geschätzt wurde. Zum anderen sind sie auch ein Beleg dafür, wie exzellent Graupners Hofkapelle gewesen sein muss.
Das Ensemble Les Ambassadeurs beweist mit dieser CD, dass Telemann nicht in jedem Falle ein Komponist für die Musikschule gewesen ist. Man höre nur die virtuosen Hornpartien in der jagdlich geprägten Ouvertüre TWV 55: F3. Sie werden von Jean-Francois und Pierre-Yves Madeuf auf Naturhörnern geblasen – und wie!
Reizvoll, aber auch ziemlich anspruchsvoll sind die beiden Flötenkonzerte TWV 51: D1 und D2 sowie das aparte Violinkonzert a-Moll TWV 51: a1. Besonders beeindruckend fand ich aber das Konzert für Traversflöte und Violine in e-Moll TWV 52:e3 in seiner überaus kunstvollen, kühnen Gestaltung und seiner raffinierten Textur. Alexis Kossenko, Traversflöte und Ensembleleitung, spielt hier im geistreichen musikalischen Wettstreit mit Zefira Valova, Solo-Violine. Die Musiker von Les Ambassadeurs interpretieren „ihren“ Telemann brillant, lebendig und farbenreich – meine Empfehlung!
Das Ensemble Les Ambassadeurs beweist mit dieser CD, dass Telemann nicht in jedem Falle ein Komponist für die Musikschule gewesen ist. Man höre nur die virtuosen Hornpartien in der jagdlich geprägten Ouvertüre TWV 55: F3. Sie werden von Jean-Francois und Pierre-Yves Madeuf auf Naturhörnern geblasen – und wie!
Reizvoll, aber auch ziemlich anspruchsvoll sind die beiden Flötenkonzerte TWV 51: D1 und D2 sowie das aparte Violinkonzert a-Moll TWV 51: a1. Besonders beeindruckend fand ich aber das Konzert für Traversflöte und Violine in e-Moll TWV 52:e3 in seiner überaus kunstvollen, kühnen Gestaltung und seiner raffinierten Textur. Alexis Kossenko, Traversflöte und Ensembleleitung, spielt hier im geistreichen musikalischen Wettstreit mit Zefira Valova, Solo-Violine. Die Musiker von Les Ambassadeurs interpretieren „ihren“ Telemann brillant, lebendig und farbenreich – meine Empfehlung!
Freitag, 24. Mai 2013
Vivaldi: per l'Orchestra di Dresda (Alpha)
„L’orchestre qui est le mieux distribué et forme l’ensemble le plus parfait, est l’Orchestre de l’Opéra du Roi de Pologne à Dresde“, urteilte Jean-Jacques Rosseau in seinem Dictionnaire de musique. August der Starke war schwer beeindruckt von den Musi- kern Ludwigs XIV., die er auf seiner Kavalierstour in Versailles gehört hatte, und formierte seine Hofkapelle nach diesem Vorbild neu. So waren bald auch in Dres- den Bogenstrich und Ensembledisziplin wie bei den Les Vingt-Quatre Violons zu erleben.
Sein Sohn Friedrich August hingegen zeigte sich überzeugt, dass in Sachen Musik Italien das Maß aller Dinge sei. Nach dem Tode von Jean-Baptiste Volumier wurde Johann Georg Pisendel, ein Schüler Torellis, Konzertmeister. Wie das Orchester zu dieser Zeit geklungen haben könnte, das verraten Konzerte, die Antonio Vivaldi für die Hofkapelle geschrieben hat – und die von Pisendel noch ein bisschen überarbeitet wurden. Das Ensemble Les Ambassadeurs hat eine Auswahl davon in der originalen Dresdner Fassung bei Alpha veröffentlicht.
Sie zeigen uns einen herausragenden Violinsolisten – die Partie Pisendels spielt Zefira Valova – der mit einem ebenso exquisiten Solistenensemble von Oboisten, Flötisten und Fagottisten sowie Streichern konzertiert. Vivaldis besonderer Gruß an Dresden aber war offenbar, dass die Besetzung auch ein Paar Hörner enthielt – eine Anspielung auf die Jagdleidenschaft des Adels, und eine Verneigung vor den herausragenden Hornisten der Dresdner Hofkapelle. August II. hatte zwar nicht so viele dieser Musiker in seinen Diensten wie die Könige von Frankreich – aber dafür waren es Virtuosen, wie sie sonst nirgends zu finden waren.
Sie zeigen uns einen herausragenden Violinsolisten – die Partie Pisendels spielt Zefira Valova – der mit einem ebenso exquisiten Solistenensemble von Oboisten, Flötisten und Fagottisten sowie Streichern konzertiert. Vivaldis besonderer Gruß an Dresden aber war offenbar, dass die Besetzung auch ein Paar Hörner enthielt – eine Anspielung auf die Jagdleidenschaft des Adels, und eine Verneigung vor den herausragenden Hornisten der Dresdner Hofkapelle. August II. hatte zwar nicht so viele dieser Musiker in seinen Diensten wie die Könige von Frankreich – aber dafür waren es Virtuosen, wie sie sonst nirgends zu finden waren.
Abonnieren
Posts (Atom)


