Die 12 Fantasien für Violine solo von Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) interpretiert Thomas Pietsch auf der Barockvioline. Die Einspie- lung ist jüngst bei dem Hamburger Label Es-Dur erschienen. Alltägliches Repertoire ist das nicht.
Telemann hat Fantasien für einige Instrumente veröffentlicht: für Cembalo, Traversflöte, Viola da gamba und Violine. Typisch für diese Werke ist ihre scheinbare Freiheit von formalen Beschränkungen. Wer sie aber spielen will, der darf sie keineswegs unterschätzen. So werden die 12 Fantasien für Violine solo noch heute gerne als „Vorstufen“ zu den Solowerken Bachs betrachtet, die man quasi als Vorübung durcharbeiten solle – ein kurioser Irrtum, gleichsam als Echo der jahrzehntelangen Geringschätzung des Komponisten Telemann. Das ist, als käme jemand auf die Idee, etwa Beethovens Violinsonaten als Wegweiser zu Mozarts Werken zu betrachten.
Thomas Pietsch, dem barocken Repertoire seit vielen Jahren zugewandt, sieht den Schlüssel zu Telemanns Fantasien in der barocken Rhetorik und Poetik: „Nur in Kenntnis dieser Umstände werden die Fantasien lesbar und letztlich auch spielbar“, mahnt der Geiger. „Diese Musik ist aus der Geste, aus der Figur, aus der Andeutung geboren und entzieht sich dadurch einer aus Etüden erlernten Handhabung von Bogen und Geige.“
Mit antrainierter Virtuosität allein sind diese charmanten, aber dennoch anspruchsvollen Werke nicht zu bewältigen. Pietsch hat offenbar viel Arbeit investiert, um „seinem“ Telemann gerecht zu werden: „Seine galante Schreibweise leuchtet in die Fantasien durch ihre leichte, schmeichelnde, pointenreiche und witzige Art hinein“, resümiert der Musiker. Eleganz, Leichtigkeit und Esprit prägen daher auch das Spiel von Thomas Pietsch. Ein würdiges Gedenken zum Jubiläumsjahr.
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Donnerstag, 3. August 2017
Dienstag, 11. Februar 2014
Sei Solo - J. S. Bach (Es-Dur)
Thomas Pietsch, engagierter Musiker mit einer Vorliebe für die Barockvioline, hat für das Label
Es-Dur die Sonaten und Partiten BWV 1001 bis 1006 eingespielt. Es sind jene berühmten Werke für Violine solo von Johann Sebastian Bach, in vielerlei Ausführung be- reits auf dem Musikmarkt erhält- lich. Man fragt sich also: Was zeichnet diese Aufnahme aus, im Vergleich mit all den anderen?
Das Begleitheft verweist darauf, dass sich Pietsch außerordentlich tiefgründig mit den Sonaten und Partiten auseinandergesetzt hat. Er betrachtet diese Werke aus der norddeutschen Musiktradition heraus – und hat auch ähnliche Musikstücke von Bach-Zeitgenossen aufge- spürt. Zu hören allerdings ist das nicht. Die Aufnahme erscheint zäh, spröde und seltsam unmusikantisch. Pietsch betont, so will mir scheinen, den kontemplativen Charakter, und stellt rhythmisch-tänzerische Aspekte eher in den Hintergrund. Mir fehlt bei dieser Aufnahme der Blick über die jeweilige Phrase hinaus, die Klarheit der Struktur und zugleich die Präzision im Detail. Dabei erweist sich sicherlich auch die Akustik der Klosterkirche in Bordesholm, wo diese CD entstanden ist, mit ihrem satten Nachhall nicht als hilfreich. Schade!
Es-Dur die Sonaten und Partiten BWV 1001 bis 1006 eingespielt. Es sind jene berühmten Werke für Violine solo von Johann Sebastian Bach, in vielerlei Ausführung be- reits auf dem Musikmarkt erhält- lich. Man fragt sich also: Was zeichnet diese Aufnahme aus, im Vergleich mit all den anderen?
Das Begleitheft verweist darauf, dass sich Pietsch außerordentlich tiefgründig mit den Sonaten und Partiten auseinandergesetzt hat. Er betrachtet diese Werke aus der norddeutschen Musiktradition heraus – und hat auch ähnliche Musikstücke von Bach-Zeitgenossen aufge- spürt. Zu hören allerdings ist das nicht. Die Aufnahme erscheint zäh, spröde und seltsam unmusikantisch. Pietsch betont, so will mir scheinen, den kontemplativen Charakter, und stellt rhythmisch-tänzerische Aspekte eher in den Hintergrund. Mir fehlt bei dieser Aufnahme der Blick über die jeweilige Phrase hinaus, die Klarheit der Struktur und zugleich die Präzision im Detail. Dabei erweist sich sicherlich auch die Akustik der Klosterkirche in Bordesholm, wo diese CD entstanden ist, mit ihrem satten Nachhall nicht als hilfreich. Schade!
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