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Montag, 9. Juli 2018

Clair de lune - Menahem Pressler (Deutsche Grammophon)

Klaviermusik von Maurice Ravel, Gabriel Fauré und vor allem von Claude Debussy hat Menahem Pressler für die erste Soloaufnahme ausgewählt, die er bei dem Label Deutsche Grammophon veröffent- licht. Der Pianist, geboren 1923 in Magdeburg, musizierte mehr als 50 Jahre lang im Beaux Arts Trio. Seine Solo-Karriere startete Pressler erst nach der Auflösung des legendären Kammermusik-Ensembles im Jahre 2008; diese CD hat er 2017 eingespielt. Da war der Musiker also 94 Jahre alt. Und er reist immer noch um die Welt und gibt Konzerte, die begeistern. 
Der französischen Klaviermusik ist er zutiefst verbunden; sie faszinierte ihn schon, bevor er 1946 in San Francisco den Debussy-Wettbewerb gewann – „despite the fact that my repertoire only included Clair de lune and the two Arabesques“, erinnert sich der Pianist. Diese Stücke spielt er noch heute, aber auch viele andere, und seine Interpretation ist unglaublich: Wie er Spannungsbögen aufbaut, wie er Melodielinien nachspürt und mit welcher Präzision er selbst feinste Nuancen gestaltet, das ist unbeschreiblich, das muss man gehört haben. Man lauscht wie gebannt, vom ersten bis zum letzten Ton. Die reinste Magie! 

Donnerstag, 15. Februar 2018

Mozart: Piano Concertos Nos 23 & 27; Pressler (Cavi Music)

Der Pianist Menahem Pressler, Jahrgang 1923, ist ein Phänomen. Nachdem er jahrzehntelang vor allem mit dem Beaux Arts Trio erfolgreich musiziert hatte, wurde er nach der Auflösung des Klaviertrios im Jahre 2008 zu einem weltweit ebenso gefragten Solisten. 
Seine Konzerte gestaltet er mit der Weisheit des Alters: „Wenn ich heute spiele, spiele ich ja nicht mehr für den Erfolg“, zitiert das Beiheft zu dieser CD den Pianisten. „Wenn ich spiele, dann um mit meinem Publikum die Liebe zu den Werken, die ich empfinde, zu teilen. Und ich spiele nur die Werke, die ich liebe. Ich akzeptiere nicht, was ich nicht üben möchte – oder man könnte sogar sagen: was ich nicht kann.“ 
Ein schönes Beispiel dafür ist auf dieser CD zu hören. Es handelt sich um Mitschnitte von Konzerten, die Pressler im Mai und im Dezember 2016 in Magdeburg gegeben hat – jener Stadt, in der er einst das Licht der Welt erblickte. Gemeinsam mit der Magdeburgischen Philharmonie spielte er unter Leitung von Generalmusikdirektor Kimbo Ishii zwei Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart – im Mai das B-Dur-Konzert KV 595, das letzte aus Mozarts Feder, und im Dezember dann das Klavierkonzert A-Dur KV 488. Als Zugaben spielte Menahem Pressler La Cathédrale engloutie aus aus den Préludes von Claude Debussy sowie ein Nocturne und eine Mazurka von Frédéric Chopin. 
Und man muss sagen: Beeindruckend! Pressler gestaltet jede einzelne Phrase, jede Passage durchdacht und mit unbeschreiblicher Finesse. Und trotz seines hohen Alters – bei dem zweiten Konzert in Magdeburg, am 16. Dezember 2016, feierte Pressler seinen 93. Geburtstag – bietet dieser Pianist nicht Technik und Routine, sondern tiefe Empfindung, Innigkeit, ein Klavierspiel, frei von jeder Eitelkeit und Oberflächlichkeit. Unbedingt anhören - einzigartig! 

Dienstag, 27. Juni 2017

Brahms: Piano Quintet/ Schumann: String Quartet No. 1 (Cedille)

Man ist nie zu alt, um Neues zu wagen! Dieser Satz gilt insbesondere für den Pianisten Menahem Pressler. 1955 war er Gründungsmitglied des legendären Beaux Art Trios. Nachdem sich dieses Ensemble im Jahre 2008 aufgelöst hat, orientierte er noch einmal ganz neu. 2014 beispielsweise musizierte er erstmals mit den Berliner Philharmonikern – da war er 90 Jahre alt. 
Und auch neues Repertoire erarbeitet sich der Musiker nach wie vor. So hat Pressler, heute 94, im Jahre 2014 zum ersten Male das Klavierquintett von Johannes Brahms in f-Moll op. 34 gespielt. Partner des Pianisten war dabei das Pacifica Quartet aus den USA. Dieses Ensemble, gegründet 1994, mag man nicht mehr wirklich als „jung“ bezeichnen. Es hat bereits etliche Preise in Wettbewerben errungen, 
Simin Ganatra und Sibbi Bernhardsson, Violine, Masumi Per Rostad, Viola, und Brandon Vamos, Violoncello, haben zudem Maßstäbe setzende Einspielungen der Streichquartette von Elliot Carter (bei Naxos) und Dmitri Schostakowitsch (bei Cedille) veröffentlicht, wofür sie mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet wurden. 
Umso besser ist es für das Ensemble, wenn es nun durch die generationen- übergreifende Zusammenarbeit mit Menahem Pressler, dem mutmaßlich ältesten aktiven Konzertpianisten der Welt, einmal mehr international auf sich aufmerksam machen kann. Und das ist nicht nur eine Marketing-Idee: Wer mit hohen Erwartungen an diese Aufnahme herangeht, der wird dann auch nicht enttäuscht. Zu erleben ist hier ein famoses Ensemblespiel – wohldurchdacht, aber nicht kopflastig, ausgewogen und perfekt aus- balanciert, aber niemals langweilig, und durchaus temperamentvoll, aber an keiner Stelle hektisch. Die CD wird komplettiert durch das Streichquar- tett Nr. 1 a-moll op. 41 Nr. 1 von Robert Schumann. 

Dienstag, 25. August 2015

Beethoven - Schubert - Chopin. Menahem Pressler (BIS)

Menahem Pressler ist unter Musik- freunden eine Legende. Geboren wurde er 1923 als Max Pressler in Magdeburg; nach der Reichskristall- nacht 1938 gelang ihm gemeinsam mit seinen Eltern die Flucht aus Deutschland. 1940 ging er in die USA; 1946 gewann er den Debussy-Klavierwettbewerb in San Francisco. Das wurde der Auftakt für ein musikalisches Lebenwerk, wie es beeindruckender kaum sein könnte. Denn 1955 gründete Pressler das legendäre Beaux Arts Trio, dessen Pianist er bis zur Auflösung des Ensembles im Jahre 2008 war. Seit 60 Jahren unterrichtet er mit Hingabe junge Musiker. Er lehrt weltweit in Meisterklassen, und wirkt als Juror bei internationalen Klavierwettbewerben. Er gibt zudem noch immer Konzerte; so gastierte er 2014 erstmals bei den Berliner Philharmonikern. 
Im Jahre 2012 hat er zwei große Sonaten – die Klaviersonate op 110 von Ludwig van Beethoven und die Klaviersonate in B-Dur D 960 von Franz Schubert – für BIS eingespielt. Letztere war Schuberts letztes Instrumen- talwerk überhaupt. Diese beiden Werke komplettiert Pressler mit dem Nocturne cis-Moll von Frédéric Chopin, Musik von einer subtilen Melancholie, die der Pianist allerdings nicht betont in den Mittelpunkt rückt. Sein Klavierspiel erscheint überhaupt wie aus einer anderen Welt: Pressler beeindruckt durch Gelassenheit. Nicht Artistik, sondern Ausdruck und Tiefe sind ihm wichtig; und so entstehen besondere, ja, magische Momente – faszinierend, bewegend, hinreißend.