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Dienstag, 28. Januar 2020

Horizons - Singer Pur (Oehms Classics)

„Der Geist weht, wo er will“, schrieb das Ensemble Singer Pur als Motto über sein neues Album Horizons. Die Regensburger A-cappella-Formation hat auf ihren Reisen mittlerweile fast 60 Länder kennengelernt. Die Sänger kamen dabei in Kontakt zu den unterschiedlichsten Kulturen – was auch ihr Repertoire beeinflusst hat, wie wir hören. 
Singer Pur laden ein zu einer Reise durch Zeit und Raum – vom gregorianischen Pfingstchoral Veni, creator spiritus immer wieder durchrankt, erklingen Melodien verschiedenster Weltreligionen, Kontinente und Jahrhunderte. Ein „geist-reiches“ Album, ausgesprochen abwechslungsreich und anregend. Großartig! 

Dienstag, 2. Mai 2017

Sagenhaft! 25 Jahre Singer Pur (Oehms Classics)

Sagenhaft! 25jähriges Bühnenjubiläum feierte kürzlich das Vokalensemble Singer Pur. Gegründet wurde die Formation durch fünf ehemalige Regensburger Domspatzen und eine Sopranistin; heute gehören dazu Claudia Reinhard, Sopran, Rüdiger Ballhorn, Markus Zapp und Manuel Warwitz, Tenor, Reiner Schneider-Waterberg, Bariton und Marcus Schmidl, Bass. 
Auf den ersten öffentlichen Auftritt des Ensembles am 8. März 1992 bei einem Benefizkonzert in der Kölner Philharmonie folgte eine internationale Karriere; bis heute sang das Sextett in über 50 Ländern. Und es wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, unter anderem mit dem Bayerischen Staatspreis für Musik, dem Caecilia- prijs und gleich dreimal mit dem Echo Klassik. 
Das Repertoire von Singer Pur erstreckt sich vom späten Mittelalter bis hin zu Jazz und Pop. Allen Fans des Ensembles, die das Jubiläumskonzert am 8. März 2017 im Münchner Prinzregententheater nicht erleben konnten, legt die erfolgreiche A-cappella-Formation nun eine CD auf den Jubiläums-Gabentisch: Sagenhaft! widmet sich Märchen, Mythen und Legenden. 
Dabei hat das Sextett nicht aus den bekannten Vertonungen ausgewählt, sondern zielgerichtet nach bislang unentdeckten Perlen ausgeschaut. Und so manches Stück ist auch eigens für Singer Pur entstanden. Da gibt es etliches, was zu erkunden ist – man höre nur Max und Moritz in der musikalischen Version Wolf Kerscheks. Köstlich!  Gesungen wird wie immer perfekt, präzis im Ensemble-Vortrag und natürlich auf Punkt und Komma sauber. Gratulation also! und möge es Singer Pur auch in Zukunft an guten Ideen und schönen Tönen nicht mangeln.

Freitag, 20. November 2015

Der Singer Pur Adventskalender (Oehms Classics)

„Was war das für eine Spannung, als Kind jeden Morgen ein Türchen oder einen Beutel zu öffnen! Und auch als Erwachsene haben wir mitunter noch viel Freude daran“, meint das Ensemble Singer Pur. „Deshalb haben wir einen musikalischen Advents- kalender gestaltet mit einem Lied für jeden Tag und einem kurzen Text über das Datum oder adventliches Brauchtum.“ 
Ausgewählt wurden ausschließlich Adventslieder; sie sollen zur Besinnung anregen und Vorfreude stiften. Dabei stehen traditionelle Chorsätze neben neuen Arrangements; wer sich für die Noten interessiert, der kann sie übrigens bei Schott kaufen. Die sechs Singer agieren mit unverwechselbarem Sound, und perfekt aufeinander abgestimmt. Das renommierte Ensemble, 1991 von ehemaligen Regensburger Domspatzen gegründet, besteht heute aus Claudia Reinhard, Sopran, Klaus Wenk, Markus Zapp und Manuel Warwitz, Tenor, Reiner Schneider-Waterberg, Bariton und Marcus Schmidl, Bass. 
„Wir möchten Sie herzlich einladen, sich in der heute oft hektischen Adventszeit Zeit zu nehmen zum Hören und Lesen, zum Innehalten und zur Vorfreude“, schreiben die Singer Pur im Beiheft. „Ob Sie nun jeden Tag ein ,Türchen' öffnen und einem Lied lauschen, oder ob Sie die CD im Ganzen hören, etwa beim Baumschmücken oder Backen, wir wünschen Ihnen viel Freude dabei und eine besinnliche, genussreiche und gesegnete Adventszeit!“ 

Samstag, 6. Juli 2013

Zarlino: Modulationes sex vocum - Singer Pur (Oehms Classics)

Eintauchen in puren Wohlklang – dazu verführt die jüngste Ver- öffentlichung des Ensembles Singer Pur. Das Vokalsextett, das 1991 von ehemaligen Regensburger Domspatzen gegründet wurde, hat bereits Madrigale und Motetten von Adrian Willaert (um 1490 bis 1562) eingesungen. Mit dieser CD wenden sich Claudia Reinhard, Klaus Wenk, Markus Zapp, Manuel Warwitz, Reiner Schneider-Water- berg und Marcus Schmidt dem Werk eines Willaert-Schülers zu: Gioseffo Zarlino (1517 bis 1590) studierte in Venedig bei dem flämi- schen Meister. 1565 wurde er der Nachfolger von Cipriano de Rore als Kapellmeister am Markusdom. 
Zarlino gilt als als der führende Musiktheoretiker des 16. Jahrhun- derts, ja, als Vater der modernen Musiktheorie. Die Techniken, die er beispielsweise in seinem Hauptwerk Le istitutioni harmoniche be- schrieben hat, setzte Zarlino aber auch selbst ein. So demonstriert er beispielsweise im zweiten Motettenbuch Modulationes sex vocum seinen enorm vituosen Umgang mit dem Kontrapunkt – und insze- niert sich als Nachfolger Willaerts. Die Singer Pur, unterstützt durch die Gastsänger Monika Mauch und Gerhard Hölzle, bezaubern mit schier unendlichen Linien und einem wundervollen Chorklang. Bravi! 

Samstag, 29. Mai 2010

Letztes Glück - Singer Pur (Oehms Classics)

Kaum war er dem Matsch unge- pflasterter, löchriger Straßen und den finsteren, klammen "ländli- chen" Unterkünften entronnen, kaum musste er nicht mehr vom Sonnenaufgang bis zum Sonnen- untergang schuften, wenn er nicht verhungern wollte, da ward es dem Menschen so seltsam, so nostal- gisch zumute. 
Er sehnte sich zurück in die gute alte Zeit, da er noch in den Kreis- lauf der Jahreszeiten eingebunden war - und je heller und wohlbeheiz- ter seine Stadtwohnungen wurden, je mehr Zeit er mit Geselligkeit statt mit Brotverdienst beschäftigt war, desto mehr wuchsen offenbar sein Unbehagen und seine Sehnsucht. 
Die meisten Lieder der Romantiker schwärmen für die Natur: "O Täler weit, o Höhen", begeisterten sich die Leute nach Feierabend im Phil- harmonischen Chor. "Leblos gleitet Blatt um Blatt / still und traurig von den Bäumen; / seines Hoffens nimmer satt, / lebt das Herz in Frühlingsträumen. // Noch verweilt ein Sonnenblick / bei den späten Hagerosen, / wie bei einem letzten Glück, / einem süßen, hoffnungslosen." Die Sangeskunst verlässt die Räume, in denen die Standesgesellschaft sie eingeschlossen hatte. Sie gibt sich volkstüm- lich, und wird zum Medium der Patrioten, die sich in Turn- und Gesangsvereinen, Liedertafeln und Burschenschaften sammeln. Noch heute sind viele jener Liedsätze von Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Johannes Brahms, aber auch von Friedrich Silcher so bekannt, dass man sie mitsummen könnte.
Die schönsten Preziosen aus dieser Zeit versammelt die vorliegende CD, vorgetragen makellos und im typischen Singer-Pur-Sound - damit leider aber auch wenig variantenreich. Der Aufnahme fehlt jene winzige Prise dynamische Würze, die aus einer guten eine exzellente Einspielung macht. Schade.

Mittwoch, 21. April 2010

Willaert: Musica Nova - The Petrarca Madrigals (Oehms Classics)

Eine Dame und fünf Herren - diese Besetzung avancierte mittlerweile zum Markenzeichen der Singer Pur. Das Vokalensemble wurde 1991 von fünf ehemaligen Regens- burger Domspatzen gegründet, die sich anfangs redlich bemühten, sich mit Jazz über Wasser zu halten. Solche Startschwierigkeiten führten zu einigen Wechseln, sowohl personell als auch im Repertoire.
Heute gehören zu Singer Pur Claudia Reinhard (Sopran), Klaus Wenk, Markus Zapp und Manuel Warwitz (Tenor) sowie Reiner Schneider-Waterberg (Countertenor/Bariton) und Markus Schmidl (Bassbariton). Für die Einspielung der teilweise siebenstimmigen Werke Willaerts haben sie sich der Unterstützung eines weiteren früheren Domspatzen versichert: Der Countertenor Robert Vitzthum ergänzt das Sextett ausgesprochen harmonisch.
Ein dickes Beiheft, das mit großer Sorgfalt zusammengestellt wurde, gibt ausführlich Auskunft über die Geschichte des Werkzyklus, dem diese Doppel-CD gewidmet ist: Adriaen Willaert, geboren um 1490 in Brügge oder Roeselare, stand nach seinem Studium in Paris bei Josquin Desprez und Jean Mouton von 1515 bis 1527 in Rom und Ferrara in Diensten der Familie d'Este. Ab 1527 bis zu seinem Tode 1562 war er Kapellmeister an San Marco in Venedig. Er gehört zu den "Vätern" des Madrigals, komponierte aber auch Messen, Psalmen, Instrumentalwerke und mehr als 150 Motetten. Zu seinen Schülern gehörten Cypriano de Rore und Andrea Gabrieli.
Willaerts 1559 gedruckte Musica Nova enthält 27 Motetten und
25 Madrigale für vier bis sieben Stimmen, überwiegend nach Texten Petrarcas. Die Stücke sind schön, und so werden sie auch vorgetra- gen. Die Singer Pur musizieren in geradezu instrumentaler Art und Weise; sie erinnern darin ein bisschen an das legendäre Hilliard Ensemble, das allerdings noch homogener klingt. Man wünscht den jungen Sängern etwas mehr Mut zu dynamisch abwechslungsreicher Gestaltung - das würde mehr Farbe in ihre Interpretationen bringen. Sangliche Perfektion ist Voraussetzung, aber nicht Endzweck anspruchsvoller Musik.