Das Tempesta di Mare Philadelphia Baroque Orchestra hat erneut eine CD mit Orchesterwerken von Johann Friedrich Fasch (1688 bis 1758) veröffentlicht. Dabei ge- lingen dem Ensemble, das durch die Flötistin Gwyn Roberts und den Lautenisten Richard Stone geleitet wird, erneut einige Entdeckungen. So sind vier der sechs Konzerte und Ouvertüren auf dieser CD in Ersteinspielung zu hören.
Es erklingt ein Lautenkonzert, das Fasch möglicherweise für den berühmten Dresdner Lautenisten Sylvius Leopold Weiss (1687 bis 1750) geschrieben hat. Auch ein Blockflötenkonzert, das stilistisch an die Werke Vivaldis erinnert, haben die Musiker aufgespürt und ein- gespielt. Der Konzertsatz in F-Dur hingegen klingt wie eine Parodie des galanten Stils, so lehrbuchmäßig folgt der Komponist hier der damaligen Mode.
Ansonsten sind die Konzerte sehr häufig typisch Fasch; sein höchst individueller Stil, der stets Überraschungen bereithält, ist klar zu erkennen. Leider wird bei dieser CD nicht deutlich, wo die Musiker die einzelnen Werke gefunden haben. Das ist durchaus eine interessante Frage, denn Fasch, Kapellmeister in Zerbst, stand zeitlebens in regem Austausch mit Kollegen und Freunden. Wer also unveröffentlichte Werke sucht, der sollte diesem Netzwerk nachspüren. Das lohnt sich, wie hier zu hören ist. Und man darf gespannt bleiben, was Tempesta di Mare in den nächsten Folgen dieser Reihe vorstellen wird.
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Sonntag, 18. November 2012
Samstag, 24. Juli 2010
Scarlatti: Cantatas & Chamber Music (Chaconne)
Die Vokalwerke Scarlattis sind kleine Kostbarkeiten - obwohl er enorme Mengen davon produziert hat: Er selber berichtete von mehr als 100 Opern, knapp 800 Kantaten und gut 200 Messen; dazu kommen noch diverse Oratorien, und natür- lich Instrumentalwerke. Als den "größten Meister der Harmonie in Italien, mithin auf der ganzen Welt", pries ihn Johann Adolf Hasse, der nicht umsonst Scarlattis Schüler wurde.
Scarlatti sah Musik nicht in erster Linie als Virtuosenfutter, sondern als deklamatorisch-rhetorische Kunst; in seinen Kantaten überrascht er mit kühnen chromatischen Rückungen, verblüffenden harmonischen Wendungen und einem Feuerwerk an Ideen auch in den Begleitstimmen. Die Klangrede wird hier Ereignis: Wer eine Blume im Eis erblühen hören möchte, der sollte der Cantata pastorale "Non so qual più m'ingombra" auf dieser CD aufmerksam lauschen.
Auch die drei anderen Kantaten, die sich eher mit dem Leiden un- glücklich Verliebter auseinandersetzen, neigen - durchaus zeitge- mäß - zum Pastoral. So schluchzt in "Quella pace gradita" der Verschmähte mit einer Turteltaube um die Wette, die durch die Blockflöte kunstvoll imitiert wird. Clara Rottsolk, Sopran, verfügt über eine schlanke, angenehm timbierte Stimme, und überzeugt insbesondere durch intelligente Phrasierung.
Auch in seinen Instrumentalwerken interessierte sich Scarlatti mehr für die Linie und für die kunstvolle musikalische Struktur als für vordergründige Virtuosität. Sein Concerto IX a-Moll unterscheidet sich enorm von ähnlichen Werken Corellis oder Vivaldis; allerdings ist diese Blockflötenpartie in einigen Abschnitten selbst für den Profi nicht mal eben so vom Blatt zu spielen. Gwyn Roberts aber gestaltet Scarlattis Werke vorbildlich; sie hat hörbar Vergnügen an musikalischer Dramatik und technisch ohnehin offenbar keine Limits. Mit ihr konzertieren Emlyn Ngai und Karina Fox, Violine/Viola, Eve Miller, Violoncello, Richard Stone, Laute und Theorbe, sowie dem überragenden Tempesta di Mare Philadelphia Baroque Orchestra. Bei dieser Aufnahme spielen selbst die Tutti grandios.
Auch die drei anderen Kantaten, die sich eher mit dem Leiden un- glücklich Verliebter auseinandersetzen, neigen - durchaus zeitge- mäß - zum Pastoral. So schluchzt in "Quella pace gradita" der Verschmähte mit einer Turteltaube um die Wette, die durch die Blockflöte kunstvoll imitiert wird. Clara Rottsolk, Sopran, verfügt über eine schlanke, angenehm timbierte Stimme, und überzeugt insbesondere durch intelligente Phrasierung.
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