Posts mit dem Label Chaconne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Chaconne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 21. Mai 2019

Hasse - C.P.E. Bach - Hertel: Cello Concertos (Chaconne)

Berliner werden das nicht gern lesen – aber dass die Stadt heute eine Musikmetropole ist, verdankt sie vor allem auch Künstlern aus Sachsen. Als der preußische Kronprinz Friedrich in den späten 1730er Jahren in Rheinsberg seine Hofkapelle gründete, engagierte er bedeutende Musiker aus Dresden und aus Leipzig. Italien schätzte der König ebenfalls – seinen Hofkapellmeister Graun sandte er dorthin, um Sänger für die Hofoper zu engagieren. 
In Dresden war dies schon sehr lange üblich; es wird daher nicht verblüffen, dass die beiden Hofkapellen sich auch im Repertoire sowie in der Aufführungspraxis sehr nahe standen. Zwar bevorzugte der König selbst die Flöte, doch aus dem Umfeld des Hofes sind auch schöne Konzerte für Violoncello überliefert. Vier Kompositionen stellen Alexander Rudin und das Ensemble Musica Viva, besser bekannt als Moskauer Kammerorchester, auf dieser CD vor. 
Das Cellokonzert von Johann Adolph Hasse (1699 bis 1783) entstammt der exquisiten Kollektion des Grafen Rudolf Franz Erwein von Schönborn in Wiesentheid. Die Handschriften der drei anderen Konzerte sind aus der Sammlung von Johann Jakob Westphal, sie befinden sich heute im Brüsseler Konservatorium. Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788), Kammercembalist Friedrich des Großen, schrieb drei Cellokonzerte. Davon ist nur das in a-Moll im Autograph erhalten. Entstanden ist es wahrscheinlich für Ignaz Frantiček Mara, einen böhmischen Violoncello-Virtuosen, der ebenfalls zum Kernpersonal der preußischen Hofmusik gehörte. 
Johann Wilhelm Hertel (1727 bis 1789) war ein Schüler von Franz Benda, dem Konzertmeister der preußischen Hofkapelle. Hertel musizierte später in der Hofkapelle von Strelitz, und wirkte als Hofkomponist in Schwerin. In seinen Werken spiegelt er den in Berlin damals üblichen Stil. Seine beiden Konzerte sind auf dieser CD in Weltersteinspielung zu hören. 
Musikalisch ist das alles originell und sehr gefällig; alle vier Konzerte sind dankbare Werke, in denen das Violoncello so recht singen kann. Und wer das Instrument gerne hört, dem bereiten Alexander Rudin und sein hervorragendes kleines Orchester mit dieser Aufnahme große Freude. Einfach genießen, es lohnt sich! 

Sonntag, 6. Januar 2019

The Unknown Purcell (Chaconne)

Ob Daniel Purcell (um 1665 bis 1717) der jüngere Bruder oder ein Cousin von Henry Purcell gewesen ist, diese Frage lässt sich wohl abschließend heute nicht mehr klären. Belegt ist, dass er 1679 Chorsänger der Chapel Royal war, von 1688 bis 1695 als Organist am renommierten Magda- len College der Universität Oxford wirkte und 1713 Organist der Kirche St. Andrews in London wurde. 
Er schrieb unter anderem Lieder, Kantaten und Schauspielmusiken. Auf dieser CD erklingt Instrumental- musik des Komponisten, gekonnt vorgetragen von Hazel Brooks, Violine, und David Pollock am Cembalo. Die meisten Werke wurden erstmals eingespielt. Dabei zeigt sich, dass Daniel sich keineswegs im Schatten seines berühmten Verwandten verstecken muss. Denn er pflegte einen durchaus eigenen musikalischen Stil, der sich beispielsweise bei seinen Violinsonaten an Vorbildern aus Italien orientiert. Sehr hörenswert! 

Freitag, 31. Mai 2013

Buxtehude: VII Suonate, op. 2 (Chaconne)

Wer diese Triosonaten von Diete- rich Buxtehude (um 1637 bis 1707) hört, der wird vielleicht an das berühmte Gemälde „Häusliche Musikszene“ von Johannes Voor- hout denken. Das Bild, das sich heute im Museum für Hamburgi- sche Geschichte befindet, zeigt eine Gruppe von Musizierenden, versammelt um ein Cembalo. Es ist eine Allegorie der Freundschaft, die nicht nur den Hamburger Organisten Johann Adam Reincken zeigt, sondern sehr wahrscheinlich auch das einzige überlieferte Bildnis Buxtehudes ist. Er spielt auf diesem Bild übrigens eine Gambe. 
Allerdings sollte man die Bezeichnung VII. suonate à due, violino et violadagamba con cembalo op. 2 nicht gar so eng sehen – ein Manuskript, das in Uppsala aufbewahrt wird, weist den Generalbass der Orgel zu, und in späteren Jahren hat der Komponist eine Publikation von Sonaten angekündigt, die „zur Kirchen- u. Tafel-Music bequemlich“. Das Purcell Quartet freilich hat sich für das Cembalo entschieden. Catherine Mackintosh und Catherine Weiss, Violine, Richard Boothby, Viola da gamba, und Robert Woolley am Cembalo musizieren gekonnt und mit Geschmack. Sie bringen das raffinierte Wechselspiel zwischen hohen und tiefen Stimmen, in dem Buxtehude insbesondere der Gambe eine interessante Aufgabe zuweist, bestens zur Geltung.

Sonntag, 18. November 2012

Fasch: Orchestral works Vol. 3 (Chaconne)

Das Tempesta di Mare Philadelphia Baroque Orchestra hat erneut eine CD mit Orchesterwerken von Johann Friedrich Fasch (1688 bis 1758) veröffentlicht. Dabei ge- lingen dem Ensemble, das durch die Flötistin Gwyn Roberts und den Lautenisten Richard Stone geleitet wird, erneut einige Entdeckungen. So sind vier der sechs Konzerte und Ouvertüren auf dieser CD in Ersteinspielung zu hören. 
Es erklingt ein Lautenkonzert, das Fasch möglicherweise für den berühmten Dresdner Lautenisten Sylvius Leopold Weiss (1687 bis 1750) geschrieben hat. Auch ein Blockflötenkonzert, das stilistisch an die Werke Vivaldis erinnert, haben die Musiker aufgespürt und ein- gespielt. Der Konzertsatz in F-Dur hingegen klingt wie eine Parodie des galanten Stils, so lehrbuchmäßig folgt der Komponist hier der damaligen Mode. 
Ansonsten sind die Konzerte sehr häufig typisch Fasch; sein höchst individueller Stil, der stets Überraschungen bereithält, ist klar zu erkennen. Leider wird bei dieser CD nicht deutlich, wo die Musiker die einzelnen Werke gefunden haben. Das ist durchaus eine interessante Frage, denn Fasch, Kapellmeister in Zerbst, stand zeitlebens in regem Austausch mit Kollegen und Freunden. Wer also unveröffentlichte Werke sucht, der sollte diesem Netzwerk nachspüren. Das lohnt sich, wie hier zu hören ist. Und man darf gespannt bleiben, was Tempesta di Mare in den nächsten Folgen dieser Reihe vorstellen wird. 

Sonntag, 13. Mai 2012

Fasch: Orchestral Works, Volume 2 (Chaconne)

Johann Friedrich Fasch (1688 bis 1758), Kapellmeister in Zerbst, muss ein fleißiger Briefschreiber gewesen sein. Denn er stand in regem Austausch mit Kollegen und Freunden, die er teilweise noch aus seinen Leipziger Jahren kannte. So sammelte Christoph Graupner, Kapellmeister zu Darmstadt, die Werke des Komponisten, dessen Präfekt er einst an der Thomas- schule gewesen war. Auch in Dresden blieb eine erfreulich große Anzahl seiner Stücke erhalten, die einst Johann David Heinichen und der Konzertmeister Johann Georg Pisendel - Studienfreunde aus Leipziger Tagen - zusammengetragen hatten. 
Aus den Schätzen, die im legendären "Schranck No: II." der Sächsi- schen Landes-und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden aufgefun- den und in jüngster Vergangenheit auch erschlossen und digitalisiert wurden, hat das Tempesta di Mare, Philadelphia Baroque Orchestra diese CD mit Ersteinspielungen zusammengestellt. Sie ist Teil einer Serie, die Faschs Orchesterwerke, so sie überliefert sind, erstmals komplett auf CD vorstellen soll. Das amerikanische Ensemble, das von der Flötistin Gwyn Roberts und dem Lautenisten Richard Stone geleitet wird, musiziert klangschön und temperamentvoll. Insofern darf man sich auf die Fortsetzung freuen. 

Dienstag, 12. Juli 2011

Le Divin Arcadelt: Candlemas in Renaissance Rome

Diese CD ist ein musikalischer Spaziergang durch das Rom des
16. Jahrhunderts. Man stelle sich vor, man öffnet dort an einem
2. Februar - zum Fest Mariae Reinigung - Kirchentüren, und tritt in das Gotteshaus, um der Kirchen- musik zu lauschen. Zu hören sind Werke von drei führenden Kompo- nisten dieser Zeit, die alle an der Sixtinischen Kapelle beschäftigt waren. 

Über Andreas de Silva weiß man fast nichts; bekannt ist, dass er für kurze Zeit als cantor et compositor  in Rom wirkte. Ansonsten war er wohl auch in Florenz tätig; fünf seiner Motetten sollen im Medici-Codex enthalten sein. Auf dieser CD erklingen die Motetten Ave, regina caelorum und Inviolata, integra et casta es Maria - über- liefert in Rom und in Bologna. 
Jacques Arcadelt, in den päpstlichen Rechnungsbüchern geführt als Jacobus Flandrus, war zur Zeit von Papst Paul III. unter anderem als Magister capellae der Sixtinischen Kapelle tätig. Musikhistoriker vermuten, dass er nach 1500 irgendwo in den Niederlanden zur Welt gekommen und 1568 in Paris gestorben ist. Giovanni Pierluigi da Palestrina (um 1525 bis 1594) wurde im September 1551 am päpst- lichen Hof sein Nachfolger. 
Auch von diesen beiden Komponisten finden sich Werke auf dieser CD, vorgetragen durch die Sänger von Musica Contexta, unterstützt durch das English Cornett and Sackbut Ensemble. Hervorzuheben ist die enorme Klangpracht der Aufnahme; die Sänger, insbesondere auch die Bässe, sind eine Wucht, und die Bläser aus London und ihr versiertes Spiel zu loben, das hieße wohl Eulen nach Athen tragen. 

Sonntag, 8. Mai 2011

Anne Chollet à l'orgue de St-Francois, Lausanne (Gallo)

Die Orgel in der Pfarrkirche Saint-Francois von Lausanne wurde 1776/77 von Samson Scherrer erbaut. Knapp hundert Jahre später, das Klangideal hatte sich gewandelt, wünschte sich der Organist ein expressiveres Klang- bild - und ließ die Orgel auf eigene Kosten durch die Firma Walcker umbauen. Im 20. Jahrhundert veranlassten seine Nachfolger erneut Erweiterungen; die Firma Kuhn aus Männedorf baute das Instrument drastisch aus und zudem eine elektrische Traktur ein. 
In den 90er Jahren wurde die Kirche saniert. Dafür musste auch die Orgel ausgebaut werden. Die Gemeinde entschied sich, bei dieser Gelegenheit die Orgel grundsätzlich in ihrem gewachsenen Zustand zu belassen. Allerdings wurde durch Kuhn wieder auf eine mechanische Traktur umgestellt. Die Register wurden auf fünf Manuale verteilt, und zuvor stumme Pfeifenbestände von Scherrer wurden wieder spielbar gemacht. Der französisch-orchestrale Charakter des Instru- mentes blieb erhalten.
Darauf setzt die Organistin und Pianistin Anne Chollet, ausgebildet am Lausanner Konservatorium. Auf dieser CD spielt sie die Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgski, Bachs berühmte Chaconne und den Totentanz von Franz Liszt. An ihrer Fingerfertigkeit gibt es nichts zu mäkeln, allein ihre Registratur finde ich nicht besonders geschickt. Denn dort fehlt die Abwechslung. Alles versinkt in einem weichen, pseudoromantischen Klangbrei; Extreme meidet Chollet. Doch so geht den Charakterstücken Mussorgskis der Charakter verloren. Bachs Chaconne wird langweilig. Und Liszts Totentanz gerät zu einem ziemlich beliebigen virtuosen Einerlei. Schade drum.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Albinoni: Homage to a Spanish Grandee (Chaconne)

Lange Zeit dachte die Musikwelt, dass die Concerti a cinque op. 9 von 1722 die letzten derartigen Werke von Tomaso Giovanni Albinoni (1671 - 1751) sind. Dann wurde jedoch ein weiterer Druck entdeckt - die Concerti a cinque op. 10 aus den Jahren 1735/36. 
Albinoni widmete diese Konzerte dem Marquis von Castelar, Don Luca Fernando Patino, der im Zuge des polnischen Erbfolgekrieges nach Italien kam. Von den virtuosen Kunstwerken eines Vivaldi unterscheiden sie sich sehr; in ihrer Ausgewogenheit und mit ihren großzügig geführten Linien erinnern sie eher an die Konzerte Corellis. Diese CD enthält zehn der zwölf Konzerte der Sammlung.
Simon Standage musiziert mit seinem Collegium Musicum 90 - entspannt, klangschön und mit Humor. Genüsslich zeigt er die vielen kleinen Details, die Albinonis Musik so liebenswert machen, wie Anspielungen an Flamenco-Klänge oder Gitarren-Imitationen. Eine sehr schöne CD, die hier empfohlen werden kann.

Samstag, 24. Juli 2010

Scarlatti: Cantatas & Chamber Music (Chaconne)

Die Vokalwerke Scarlattis sind kleine Kostbarkeiten - obwohl er enorme Mengen davon produziert hat: Er selber berichtete von mehr als 100 Opern, knapp 800 Kantaten und gut 200 Messen; dazu kommen noch diverse Oratorien, und natür- lich Instrumentalwerke. Als den "größten Meister der Harmonie in Italien, mithin auf der ganzen Welt", pries ihn Johann Adolf Hasse, der nicht umsonst Scarlattis Schüler wurde. 
Scarlatti sah Musik nicht in erster Linie als Virtuosenfutter, sondern als deklamatorisch-rhetorische Kunst; in seinen Kantaten überrascht er mit kühnen chromatischen Rückungen, verblüffenden harmonischen Wendungen und einem Feuerwerk an Ideen auch in den Begleitstimmen. Die Klangrede wird hier Ereignis: Wer eine Blume im Eis erblühen hören möchte, der sollte der Cantata pastorale "Non so qual più m'ingombra" auf dieser CD aufmerksam lauschen.
Auch die drei anderen Kantaten, die sich eher mit dem Leiden un- glücklich Verliebter auseinandersetzen, neigen - durchaus zeitge- mäß - zum Pastoral. So schluchzt in "Quella pace gradita" der Verschmähte mit einer Turteltaube um die Wette, die durch die Blockflöte kunstvoll imitiert wird. Clara Rottsolk, Sopran, verfügt über eine schlanke, angenehm timbierte Stimme, und überzeugt insbesondere durch intelligente Phrasierung.
Auch in seinen Instrumentalwerken interessierte sich Scarlatti mehr für die Linie und für die kunstvolle musikalische Struktur als für vordergründige Virtuosität. Sein Concerto IX a-Moll unterscheidet sich enorm von ähnlichen Werken Corellis oder Vivaldis; allerdings ist diese Blockflötenpartie in einigen Abschnitten selbst für den Profi nicht mal eben so vom Blatt zu spielen. Gwyn Roberts aber gestaltet Scarlattis Werke vorbildlich; sie hat hörbar Vergnügen an musikalischer Dramatik und technisch ohnehin offenbar keine Limits. Mit ihr konzertieren Emlyn Ngai und Karina Fox, Violine/Viola, Eve Miller, Violoncello, Richard Stone, Laute und Theorbe, sowie dem überragenden Tempesta di Mare Philadelphia Baroque Orchestra. Bei dieser Aufnahme spielen selbst die Tutti grandios.