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Montag, 4. Februar 2013

Schubert: Winterreise; Gilchrist, Tilbrook (Orchid Classics)

Nach seiner gelungenen Aufnahme des Liederzyklus Die schöne Mülle- rin, die in diesem Blog bereits vorgestellt worden ist, legt James Gilchrist nun gemeinsam mit der Pianistin Anna Tilbrook zwei wei- tere CD mit Liedern von Franz Schubert sowie Ludwig van Beet- hoven vor.
Die eine CD enthält Schuberts Winterreise, die andere seinen Schwanengesang sowie Beetho- vens An die ferne Geliebte op. 98. Diese sechs Lieder, in denen der Komponist einer Verbindung nachsinnt, die nie zustande gekommen ist, gelten als der erste Liederzyklus überhaupt. 
James Gilchrist erfreut erneut mit seinem feinen, hell trimbrierten  Tenor, und seinem intelligenten und sensiblen Liedgesang. Anna Tilbrook am Klavier geleitet ihn bis in die feinste Nuance. Der briti- sche Sänger bewältigt die deutschen Texte akzentfrei, und beein- druckt darüber hinaus mit einer bespielhaften Textverständlichkeit. Einzig dort, wo Gilchrist auf Lautstärke setzt, wird ein störendes Vibrato hörbar. Das ist nicht so schön, aber für die Zukunft vielleicht durch verbesserte Technik zu korrigieren. Es gibt ja noch genug an- dere Lieder, und auf die nächsten Einspielungen dieses erfolgreichen Künstlergespanns darf man gespannt bleiben. 

Freitag, 29. Januar 2010

Schubert: Die schöne Müllerin; James Gilchrist (Orchid Classics)

So war Schuberts Schöne Müllerin wohl noch nie zu hören. James Gilchrist hat einen feinen, hellen, glasklaren Tenor, und ihm gelingt eine erstaunliche, intelligente, hochdifferenzierte Interpretation. Anna Tilbrook am Klavier folgt ihm dabei bis in die feinste Nuance. Sänger und Pianistin musizieren wie aus einem Atem, dynamisch wie inhaltlich perfekt ausbalan- ciert. 
Außerordentlich spannend gestalten die beiden so den Liederzyklus um den jungen Müllerburschen, der sich für die Tochter seines Arbeitgebers derart begeistert, dass er die feinen Signale nicht wahrnimmt, die ihm die junge Dame sendet. Denn sonst wäre ihm aufgefallen, dass sie erstens ziemlich gewöhnlich und zweitens ihrerseits in den Jäger vernarrt ist.
Der britische Sänger bringt Müllers Texte nahezu akzentfrei; jedes einzelne Wort ist zu verstehen. Man lauscht atemlos, und vergisst, dass Singen Anstrengung bedeutet - und auch Klavierspiel Arbeit ist. Tilbrook lässt den Bach plätschern, glucksen und raunen. Hoch- virtuos, und berührend romantisch. Eine der besten Einspielungen, die ich je gehört habe - grandios!