Donnerstag, 29. Mai 2014

Carl Philipp Emanuel Bach: Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu (Hyperion)

Als Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788) in Hamburg Nachfolger seines Paten Georg Philipp Telemann im Amt des städtischen Musikdirektors wurde, hatte sich das Oratorium grund- legend gewandelt. Aus Passions- musiken, die anfangs den Bibeltext maximal noch durch Choral- strophen ergänzten, waren Werke geworden, die den Kirchenraum zusehends verließen – und die geistliche Handlung durch fromme Gefühle und andächtige Reflexion ersetzt hatten. Auch von Carl Philipp Emanuel Bach sind drei solcher Oratorien überliefert: Die Israeliten in der Wüste, Die letzten Leiden des Erlösers und Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu
Diese CD enthält das dritte dieser Werke, entstanden nach einem Text von Karl Wilhelm Ramler, der sich damals offenbar großer Beliebtheit erfreute. Denn das Libretto haben auch Graun, Telemann und andere Komponisten vertont. Das Oratorium, das keine Choräle mehr hat, war offenbar für den Konzertsaal bestimmt. Dort wurde es 1774 auch erstmals aufgeführt. Es zeichnet sich durch Expressivität aus. Insbe- sondere die Chöre sind ein Ereignis. Doch auch dem von Sigiswald Kuijken souverän geführten Orchester La Petite Bande und den Sängern lauscht man gern. Stephan Genz, Bass, ist hier gemeinsam mit seinem Bruder, dem Tenor Christoph Genz, zu hören. Er beeindruckt nicht nur durch seine gute geführte, geschmeidige Stimme, sondern auch durch seine sensible Textausdeutung. 

Carl Philipp Emanuel Bach: Berlin Symphonies (Brilliant Classics)

Auf dem Wege von der barocken Sinfonia – die ursprünglich die Funktion eines Vor- oder Zwischenspiels hatte – zur Sinfonie der Wiener Klassik sind die sogenannten Berliner Sinfonien von Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788) ein wichtiger Meilenstein. Diese Werke, die Bach während seiner Zeit als Cembalist Friedrichs des Großen zu Papier gebracht hat, wirken bereits erstaunlich modern. Das Kammer- orchesters Carl Philipp Emanuel Bach unter Hartmut Haenchen hat sie 1985 für das DDR-Label Eterna eingespielt. Musiziert wird zwar auf modernen Instrumenten, aber historisch-informiert und mit einer Präzision, die begeistert. Die Aufnahme war bislang als Teil der Carl Philipp Emanuel Bach Edition erhältlich; nun gibt es sie auch als separate CD.