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Montag, 30. April 2018
Quantz: Concertos & Trio Sonatas with recorder (Brilliant Classics)
Dass Johann Joachim Quantz (1697 bis 1773), der Flötenlehrer Friedrichs des Großen, zahlreiche Werke für die Traversflöte komponiert hat, ist allgemein bekannt. Er hat allerdings auch einige Konzerte und Sonaten für die Blockflöte geschrieben, in denen er diese teils allein, teils gemeinsam mit Traversflöte oder Violine er- klingen lässt. Stefano Bagliano, einer der besten Blockflötisten Europas, stellt auf dieser CD gemeinsam mit dem Collegium Pro Musica zwei Concerti und zwei Triosonaten vor. Wunderschön!
Mittwoch, 4. Januar 2012
In stile italiano - Bach, Marcello & Bigaglio (Musicaphon)
In Weimar hatte der junge Bach erstmals Gelegenheit, die neuesten italienischen Konzerte zu studie- ren. So hat ihn der Austausch mit dem Dresdner Musikdirektor Johann Georg Pisendel, einem Schüler Vivaldis, nachweislich inspiriert. Doch auch Johann Ernst von Sachsen-Weimar, der Bruder des Regenten und ein Schüler Bachs, brachte von seiner Kava- lierstour, die ihn in die Niederlande führte, Partituren italienischer Komponisten mit.
Bach hat die Anregungen, die er dadurch erfuhr, begierig aufgenom- men. Diese CD stellt einige seiner Werke in Kontrast zu zwei Sonaten von Diogenio Bigaglia (um 1676 bis 1745) und Benedetto Marcello (1686 bis 1739). Stefano Bagliano, Blockflöte, und Christian Brembeck am Cembalo musizieren mit Leidenschaft und auch mit sehr viel Sachverstand. Baglianos virtuoses Flötenspiel bezaubert; wer ihn spielen hört, der fragt nicht mehr, warum das Instrument flauto dolce genannt wird.
Das berühmte Concerto nach italienischen Gusto aus dem zweiten Teil der Clavierübung, das man hier erwartet hätte, spielt Brembeck diesmal freilich nicht. "Hier treibt Bach seine Auseinandersetzung mit der Form des italienischen Concerto gewissermaßen auf die Spitze", erläutert der Musiker in dem sehr informativen Beiheft: "Er schreibt eine 'virtuelle' Transkription eines (nie existent gewesenen!) Konzertes italienischer Prägung für ein Cembalo mit zwei Manualen, mit klarer Aufteilung der Tutti- und Concertino-Passagen!"
Doch den Musikern geht es eher um einen Blick in die Werkstatt des Komponisten, und daher haben sie für diese CD ein anderes Solo-Stück für das Cembalo ausgewählt: Die Aria variata alla maniera italiana BWV 989, welche die Begegnung der Variationspraxis italienischer Meister mit der sehr deutschen Form der Choralpartita dokumentiert.
Ansonsten zeigen sie "Bachs ureigene Erfindung einer echten Triosonate für nur zwei Instrumente", so Brembeck - "Stimme des Soloinstrumentes, weitere Melodiestimme in der rechten Hand des Cembalos, Bassstimme in der linken Hand". Das ist wirklich ein interessanter Aspekt, und wenn so brillant musiziert wird wie hier, dann kann man wirklich nur empfehlen: Unbedingt reinhören!
Bach hat die Anregungen, die er dadurch erfuhr, begierig aufgenom- men. Diese CD stellt einige seiner Werke in Kontrast zu zwei Sonaten von Diogenio Bigaglia (um 1676 bis 1745) und Benedetto Marcello (1686 bis 1739). Stefano Bagliano, Blockflöte, und Christian Brembeck am Cembalo musizieren mit Leidenschaft und auch mit sehr viel Sachverstand. Baglianos virtuoses Flötenspiel bezaubert; wer ihn spielen hört, der fragt nicht mehr, warum das Instrument flauto dolce genannt wird.
Das berühmte Concerto nach italienischen Gusto aus dem zweiten Teil der Clavierübung, das man hier erwartet hätte, spielt Brembeck diesmal freilich nicht. "Hier treibt Bach seine Auseinandersetzung mit der Form des italienischen Concerto gewissermaßen auf die Spitze", erläutert der Musiker in dem sehr informativen Beiheft: "Er schreibt eine 'virtuelle' Transkription eines (nie existent gewesenen!) Konzertes italienischer Prägung für ein Cembalo mit zwei Manualen, mit klarer Aufteilung der Tutti- und Concertino-Passagen!"
Doch den Musikern geht es eher um einen Blick in die Werkstatt des Komponisten, und daher haben sie für diese CD ein anderes Solo-Stück für das Cembalo ausgewählt: Die Aria variata alla maniera italiana BWV 989, welche die Begegnung der Variationspraxis italienischer Meister mit der sehr deutschen Form der Choralpartita dokumentiert.
Ansonsten zeigen sie "Bachs ureigene Erfindung einer echten Triosonate für nur zwei Instrumente", so Brembeck - "Stimme des Soloinstrumentes, weitere Melodiestimme in der rechten Hand des Cembalos, Bassstimme in der linken Hand". Das ist wirklich ein interessanter Aspekt, und wenn so brillant musiziert wird wie hier, dann kann man wirklich nur empfehlen: Unbedingt reinhören!
Freitag, 24. Juni 2011
Vivaldi: Concerti op. 10 per flauto e archi (Stradivarius)
Eine gänzlich andere Auffassung der Vivaldi-Konzerte vertritt (Block-)Flötist Stefano Bagliano mit dem Collegium Pro Musica, ebenfalls ein Spezialist für „Alte“ Musik, der aber in einer etwas anderen Tradition steht. So folgen auf dieser CD die Konzerte Vivaldis brav wie im Werkverzeichnis auf- einander. Es gibt keine Klangexpe- rimente, und es wird virtuos, aber auch sehr klassisch musiziert. Wer das mag, der wird mit dieser Ein- spielung ziemlich glücklich sein.
Samstag, 2. Januar 2010
Telemann: Essercizii Musici (Stradivarius)
Telemann gehört zu den produktivsten Komponisten überhaupt; das Werkverzeichnis umfasst mehr als 3.600 (!) Stücke, die aller- dings auch in einem Zeitraum von 75 Jahren entstanden sind. Dass es sich dabei dennoch keineswegs um musikalische Meterware handelt, zeigt diese CD mit "Übungsstücken", so der zeitgemäß tiefgestapelte Titel. Die Sonaten und Triosonaten erweisen sich als entzückende Miniaturen, die sehr schön Einblick geben in Anforderungen an Instrumentalisten der damaligen Zeit. Interessant ist insbesondere ein Solo für Cembalo, das auch von Bach ungefähr zur gleichen Zeit als konzertierendes Instrument entdeckt wurde. In den Sonaten für (Block-)Flöte und Violine aber übernimmt das Cembalo nach wie vor den Continuo-Part.
Der Flötist Stefano Bagliano und sein Collegium Pro Musica musizieren gekonnt und schwungvoll; die Musiker gestalten ebenso geistreich wie mitreißend. Eine wunderschöne Aufnahme, die den zahlreichen bereits am Markt erhältlichen Einspielungen - unter anderem mit so renommierten Solisten wie den Camerata Köln - durchaus eigene Akzente hinzuzufügen weiß.
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