„La sua musica da camera ci parla della sua anima appassionata e bruciante eppure semplice ad un tempo; della stretta relazione tra la musica popolare ed il belcanto italiano che permea ogni sua pagina; del piccolo mondo in cui era nato, della sua Genova con le strade strettissime incastrate tra i monti ed il mare“, begeistert sich Rosario Conte für die Kammermusik von Niccolò Paganini. Auf dieser CD hat der Gitarrist gemeinsam mit der japanischen Geigerin Keiko Yamaguchi eine Auswahl davon eingespielt; mit Ausnahme des Cantabile op. 17 stammen die Werke allesamt aus dem Centone di Sonate per Violino e Chitarra.
Es ist spürbar, dass diese Musik – obwohl sie keineswegs trivial daher- kommt – nicht für das Konzertpodium komponiert worden ist, sondern eher zum privaten Gebrauch, für das Musizieren unter Freunden, im heimischen Salon. Yamaguchi spielt auf einer Violine von Nicolas Lupot, entstanden 1822 in Paris. Dieses Instrument überrascht mit einem sehr eigenen Klangspektrum – es ist nicht der strahlende, brillante Virtuosen- ton, den man bei Paganini üblicherweise im Ohr hat, er wirkt vielmehr eher gedeckt, dunkel, erdig. Zum Klang von Contes Gitarre, über die man leider im Beiheft nichts erfährt, passt dies aber gut. Die beiden Musiker erzeugen eine intensive, sehr intime Atmosphäre. Ihr Zusammenspiel wirkt harmonisch und natürlich. Mein Urteil über diese CD: Sehr gelungen!
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Freitag, 30. Januar 2015
Sonntag, 24. Juni 2012
Piccinini: Works for Archlute (Carpe Diem)
Die Familie Piccinini aus dem ita- lienischen Bologna hat im 16. und 17. Jahrhundert eine ganze Reihe große Lautenisten hervorgebracht. Sowohl Vater Leonardo Maria Piccinini als auch mindestens drei seiner Söhne - Alessandro, Girola- mo und Filippo - spielten dieses Instrument. Auch Alessandros Sohn, der wie der Großvater Leo- nardo Maria hieß, sah darin seine Berufung.
Rosario Conte, ohne Zweifel einer der führenden Lautenisten der Gegenwart, zeigt sich sehr fasziniert von ihren Werken. Der Hörer kann dies bald nachvollziehen, denn diese Musik zeichnet sich einerseits durch spannende harmonische Wendungen und schöne Melodien aus. Andererseits sind auch die einzelnen Stimmen mit größter Sorgfalt ausgearbeitet. Conte spielt virtuos, und vollzieht so die musikalischen Dialoge nach, die die Piccinini einst entworfen haben. Bezaubernde Musik, die gelegentlich noch Formen aus der Renaissance zitiert, ausdrucksstark und unver- wechselbar. Wer gern Lautenmusik hört, der sollte sich diese CD un- bedingt zulegen - es lohnt sich!
Rosario Conte, ohne Zweifel einer der führenden Lautenisten der Gegenwart, zeigt sich sehr fasziniert von ihren Werken. Der Hörer kann dies bald nachvollziehen, denn diese Musik zeichnet sich einerseits durch spannende harmonische Wendungen und schöne Melodien aus. Andererseits sind auch die einzelnen Stimmen mit größter Sorgfalt ausgearbeitet. Conte spielt virtuos, und vollzieht so die musikalischen Dialoge nach, die die Piccinini einst entworfen haben. Bezaubernde Musik, die gelegentlich noch Formen aus der Renaissance zitiert, ausdrucksstark und unver- wechselbar. Wer gern Lautenmusik hört, der sollte sich diese CD un- bedingt zulegen - es lohnt sich!
Montag, 23. August 2010
Une larme - Rosario Conte (Carpe diem)
Rosario Conte, Spezialist für histo- rische Zupfinstrumente, wendet sich mit dieser CD einem großen Gitarristen der Barockzeit zu: Francesco Corbetta, geboren 1615 in Pavia, veröffentlichte mit 24 Jahren seine ersten Gitarren- kompositionen. Nach ausgiebigen Konzertreisen durch ganz Europa wirkte er zunächst am Hofe Ludwigs XIV. in Paris. Dort kam er in Kontakt zu Charles II., der in Frankreich im Exil lebte und die Gitarre sehr geschätzt haben soll.
Nach seiner Krönung, der Wiederherstellung des englischen Hofes und der Rückkehr der Königs ging auch Corbetta nach England, ohne aber den engen Kontakt zum Hof der Könige von Frankreich abreißen zu lassen. Ludwig gestattete es dem Virtuosen, eine Sammlung mit seinen Werken zu veröffentlichen - und sie dem König von England zu widmen. Sämtliche Stücke Corbettas, die Conte für diese CD einge- spielt hat, entstammen La Guitarre Royale (1671).
Drei Jahre später legte der Gitarrist ein weiteres Werk mit demselben Titel vor - dieses allerdings war dem Sonnenkönig gewidmet, desses Gitarrenlehrer Corbetta war. Als er 1681 in Paris starb, erhielt Robert de Visée dieses Amt. In seinem ersten Buch, dem Livre de Guitarra (1682), erweist dieser seinem Vorgänger mit einer Allemande Tombeau de Monsieur Francisque musikalische Reverenz. Auch dieses Werk, dem ein Prélude vorangestellt ist, hat Conte für die vorliegende CD ausgewählt.
Une larme ist rundum gelungen. Wer schöne Musik hören will, der wird von betörenden Klängen verzaubert. Und wer sich für Barock- gitarre interessiert, der kann hier erfahren, was mit einem solchen Instrument alles anzufangen ist - wenn man es virtuos spielen kann. So reizt Corbetta beispielsweise im Tombeau de Madame D'Orleans die technischen Möglichkeiten der Gitarre in faszinierender Art und Weise aus und lässt so ganz erstaunliche Klangwelten entstehen. Das ist grandios, das muss man einfach gehört haben.
Conte erfasst die Stücke aus jener fernen Zeit nicht nur vom Noten- bild her, sondern auch in ihrem Geist. "Die Musik Corbettas vereint Zartheit des Stils, große Kenntnis des Instruments und Tiefe der Sprache; in dieser Musik schwingt stets auf dem Grunde die Stille mit in den zarten Klängen der Gitarre - Klänge, mit denen die Stille einen immerwährenden Dialog führt", schreibt der Gitarrist. "Nach dem Ende der letzten Note erobert sie sich ihren Platz zurück, ganz so wie es der Tod mit unserem Leben macht."
Conte erfasst die Stücke aus jener fernen Zeit nicht nur vom Noten- bild her, sondern auch in ihrem Geist. "Die Musik Corbettas vereint Zartheit des Stils, große Kenntnis des Instruments und Tiefe der Sprache; in dieser Musik schwingt stets auf dem Grunde die Stille mit in den zarten Klängen der Gitarre - Klänge, mit denen die Stille einen immerwährenden Dialog führt", schreibt der Gitarrist. "Nach dem Ende der letzten Note erobert sie sich ihren Platz zurück, ganz so wie es der Tod mit unserem Leben macht."
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