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Montag, 9. Juli 2018

Richter: Te Deum 1781 (Supraphon)

Franz Xaver Richter (1709 bis 1789) wird von der Musikwissenschaft der Mannheimer Schule zugerechnet. Der Komponist stammte aus Holešov, Holleschau, und hat dort möglicher- weise in seiner Kindheit die Hofkapelle des Grafen Franz Anton Rottal gehört, in der seinerzeit einige vorzügliche Musiker wirkten. 
Nach Stationen in Schlitz bei Fulda, Ettal und in Kempten, wo er Vizekapellmeister beim Fürstabt war, wurde der Musiker 1747 Mitglied der berühmten Mannheimer Hofkapelle. Richter war ein exzellenter Sänger und als Bassist der Hofoper des Kurfürsten Karl Theodor ebenso gefragt wie als Violinist und als Komponist. 1769 ging er dann als Kapellmeister an das Straßburger Münster. 
Die beiden Instrumentalwerke, die auf dieser CD zu hören sind, entstan- den in Mannheim. Die Sinfonia Nr. 52 in D, geprägt vom strahlenden Klang der Trompete, gibt ein Musterbeispiel für den neuen Stil, der in diesem Laboratorium der Klassik entwickelt wurde. Wunderschön ist auch das Oboenkonzert in F-Dur, den Solopart auf der Barockoboe hat Luise Haugk übernommen. 
Komplettiert wird die CD durch ein Te Deum aus dem Jahre 1781 sowie durch die Motette Exsultate Deo, ebenfalls aus den Straßburger Jahren Richters. Zu hören sind Chor und Orchester des Czech Ensemble Baroque unter Leitung von Roman Válek. 

Dienstag, 3. November 2015

Händel: Oratorio Arias (Supraphon)

Die Oratorien von Georg Friedrich Händel waren zu Lebzeiten des Komponisten sehr populär, und die meisten dieser Werke sind auch heute noch beim Publikum präsent und in etlichen Einspielungen verfügbar. Eine Auswahl von Bass-Arien aus Alexander's Feast, Messiah, Acis and Galathea sowie Judas Maccabaeus hat nun Adam Plachetka gemeinsam mit dem Czech Ensemble Baroque unter Roman Válek bei Supraphon veröffentlicht. Der tschechische Sänger, ausgebildet am Prager Konservatorium, gehört seit 2010 zum Ensemble der Wiener Staatsoper. Einigermaßen erstaunt vernimmt man daher, was diese CD anbietet: Ein Orchester, das ziemlich uninspiriert und orientierungslos musiziert, und einen Solisten, der offenbar deutlich besser ausschaut, als er singt: Ein Timbre zum Erschrecken, ein Vibrato, in dem Koloraturen akustisch verschwinden wie Lichtblitze in dichtem Nebel, und dazu ein schockierender Mangel an Ausdruck. Derartige Klänge kennt man von altgedienten Sängern, wenn ihre Technik nachlässt – aber von jungen Sängern, die bei den Salzburger Festspielen oder in Covent Garden auftreten, erwartet man Format und Klasse. Beides habe ich hier schmerzlich vermisst.