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Montag, 21. Oktober 2019

Mozart: Piano Concertos Nos. 23 and 24 (Naxos)

Konzerte neu zu arrangieren, das hat in der Musikgeschichte eine lange Tradition. Erinnert sei beispielsweise an Orgelversionen italienischer Konzerte, wie sie Johann Gottfried Walther oder Johann Sebastian Bach schufen. Ignaz Lachner (1807 bis 1895) befindet sich also in bester Gesellschaft, wenn er den Orchesterpart von Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzerten für Streichquintett neu arrangiert. 
Mit gehöriger Neugier lauscht man also dieser Einspielung. Und mit großer Neugier hat auch der Solist die Bearbeitungen studiert: „Mozart's piano concertos are like miniature operas“, meint Alon Goldstein. „The pianist who is responsible for multiple characters – Don Giovanni or Figaro, Susanna or Donna Anna, the Count, or even Antonio the gardener – is conversing with the strings or the woodwinds, each of whom represents a character in the story. When playing with full orchestra, the pianist's dialogue with the woodwinds is done while sitting at some distance from one another while they are all looking at the conductor. Having such a close arrangement as we had making this recording, makes the storytelling, the conversation between the characters / instruments much more intimate and intense.“ 
Lachners geniales Arrangement gibt Mozarts Klavierkonzert eine Klarheit und Direktheit, die begeistert – zumal dann, wenn erstklassige Kammermusiker die Partner des Pianisten sind. Das elegante Klavierspiel Alon Goldsteins wird durch das sensibel musizierende Fine Arts Quartet, zum Quintett komplettiert durch den Kontrabassisten Alexander Bickard, bestens ergänzt. Mozarts Musik erklingt hier in einer Klarheit und Transparenz, die begeistert. Großartig! 

Sonntag, 18. Oktober 2015

Mozart: Piano Concertos Nos. 20 and 21 (Naxos)

„Because Mozart wrote to his father, that four of his piano concertos could be performed a quattro, pianists occasionally perform them with string quartet alone, leaving out the woodwind parts“, berichtet Ralph Evans in einem Begleittext zu dieser CD. Er musiziert als Geiger im Fine Arts Quartet, und zeigt sich mit dieser Variante nicht recht zufrieden: „Whenever I hear such chamber performances, however, I miss Mozart's beautiful wind lines and wonder if any accomplished composer had ever taken a Mozart piano concerto and transcribed all its orchestral lines for string quartet (or quintet).“ 
Auf der Suche nach einer besseren Lösung fand das Fine Arts Quartet schließlich Transkriptionen, die Ignaz Lachner (1807 bis 1895) angefertigt hatte. Die Lachner-Brüder gehörten zum Freundeskreis um Franz Schubert; sie waren allesamt als Kapellmeister und Komponisten sehr erfolgreich. Auch in diesem Falle hat Ignaz Lachner hervorragende Arbeit geleistet, wie diese CD beweist. „Together with pianist Alon Goldstein, we performed two of Mozart's greatest works, the D minor Concerto, K. 466, and the C Major Concerto, K.467 (,Elvira Madigan'), in Lachner's chamber versions for piano with string quartet and bass“, so Evans. Den Kontrabass-Part übernahm dabei Rachel Calin. „The results in both cases were splendid“, begeistert sich Evans. „The accompaniments for string quintet sound natural – almost as if Mozart himself had transcribed them.“ 
Diese Bearbeitungen sind weit mehr als „nur“ ein Notbehelf für Pianisten, denen kein komplettes Orchester zur Verfügung steht, um diese Werke aufzuführen. Denn die kleine Besetzung ermöglicht eine Intensität des gemeinsamen Musizierens, und eine Intimität, wie sie mit Orchester kaum jemals zu erreichen ist. Und das Fine Arts Quintet ist ohnehin deutlich mehr als nur ein Begleitensemble. Das feinsinnige Spiel von Alon Goldstein jedenfalls kommt in dieser Konstellation hervorragend zur Geltung. Bravi! 

Freitag, 24. Mai 2013

Massimo Giordano - Amore e Tormento (Giordano)

Eigentlich studierte Massimo Gior- dano Flöte am Konservatorium von Triest. Doch dann entdeckte er sein großes Talent für den Gesang – und begann nach dem Querflöten-Examen im neuen Fach gleich noch einmal mit dem Studium. Mit Erfolg: 1997 gewann der Tenor den Bellini-Gesangswettbewerb in Spoleto, wo er er dann am Teatro Lirico in Mozarts Oper La clemen- za di Tito und am Teatro Nuovo in Verdis La Traviata sein Debüt gab. Es dauerte nicht lange, bis er auch auf den großen internationalen Bühnen gefeiert wurde – eigentlich gibt es kein bedeutendes Opernhaus, an dem er noch nicht engagiert war.
Es ist erstaunlich, dass Giordano erst jetzt seine erste Solo-CD vor- stellt. Mit diesem Album kehrt zugleich BMG auf den Klassikmarkt zurück. Der Tenor präsentiert sich, wie könnte es anders sein, mit Belcanto – er singt berühmte Arien von Puccini, Verdi, Cilea, Giordano und Ponchielli. Liest man die Kritiken, die über seine Opernpremieren berichten, so drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass dieser Sänger live auf der Bühne noch stärker überzeugt. Von seinem vielfach gepriesenen Vermögen, zu differenzieren und Figuren zu zeichnen, ist jedenfalls auf dieser CD nicht viel zu bemerken. Man lauscht ihm gern, aber an seine berühmten Kollegen reicht er (noch) nicht heran.