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Samstag, 7. April 2012

Louis Lortie plays Liszt - The complete Années de Pèlerinage (Chandos)

Mit Liszts monumentalem Zyklus Années de Pèlerinage beschäftigt sich der frankokanadische Pianist Louis Lortie seit Jahren. So hat er bereits zu Beginn der 90er Jahre den zweiten Teil, Deuxième Année: Italie für Chandos eingespielt. Zum Liszt-Jubiläum hat er das gesamte Werk mehrfach in Konzerten ge- spielt. 
Hier ist nun die vollständige Ver- sion auf CD - und sie überrascht, weil Lortie, anders als viele seiner Kollegen, den Zyklus als ein in erster Linie poetisches Werk interpretiert. So verzichtet der Pianist auf die allzu massive, vordergründige Demonstration technischer Brillanz und Virtuosität. Er hat für die Aufnahme zudem nicht den branchenüblichen Steinway verwendet, sondern einen Flügel von Faziolo. Der klingt etwas weicher und samtiger, was Lortie für seine Interpretation offenbar näher war. 
Lorties Liszt ist bezaubernd, innig und mitunter geheimnisvoll. Lortie zeigt ihn uns, wie er ergriffen vor der großartigen Natur der Schweiz staunt - und von der Kultur Italiens ebenso beeindruckt und beein- flusst wird wie von der katholischen Kirche, der er sich schließlich und endlich zuwenden wird. 

Donnerstag, 3. Juni 2010

Mendelssohn Bartholdy: Cellosonaten; Vogler (Berlin Classics)

Felix Mendelssohn Bartholdy hatte ein unglaubliches Gespür für Klangfarben. Seine Werke für Violoncello sind so perfekt auf das Instrument zugeschnitten, dass man kaum glauben mag, dass er es nicht selbst gespielt hat. Sie sind intime Dialoge zwischen Cello und Klavier, wobei jeder Dialogpartner eigene Gedanken und eine eigene Stimme einbringt. 
Die vorliegende CD enthält Men- delssohns Sonaten für Violoncello und Klavier Nr. 1 in B-Dur op. 45 und Nr. 2 in D-Dur op. 58 sowie die Variations concertantes D-Dur op. 17 und das Lied ohne Worte D-Dur op. 109. Jan Vogler und Louis Lortie erweisen sich als ideale Interpreten dieser Stücke. Denn sie beherrschen dieses Wechselspiel, dieses Balancieren zwischen Solo und Zwiegesang perfekt. 
Da wird jede Phrase sorgsam und mit Hingabe gestaltet. Vogler lässt sein Guarneri-Cello singen - mit dem charakteristischen dunklen, weichen Ton - und der kanadische Pianist führt den musikalischen Gedanken weiter. Oder aber das Klavier gibt eine Struktur vor, und das Cello greift die Idee auf und spinnt sie fort. Lortie und Vogler musizieren seit vielen Jahren gemeinsam; Mendelssohns Werken kommt dies offenbar sehr zugute. Ich jedenfalls halte diese Einspie- lung für eine von Voglers besten.