Jonas Kaufmann gehört zu den wenigen Tenören, die mit ihrer Musik schon mehrfach in den deutschen und österreichischen Albumcharts vertreten waren. Sein neues Album Nessun Dorma widmet er dem Werk des italienischen Komponisten Giacomo Puccini: 16 Arien aus Opern des Komponisten interpretiert Kaufmann gemeinsam mit Chor und Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Leitung des Dirigenten Antonio Pappano. In einigen Szenen sind zudem die lettische Sopranistin Kristīne Opolais sowie Bariton Massimo Simeoli und Bass Antonio Pirozzi zu hören.
Ausgewählt wurden bekannte Stücke, wie das Liebesduett aus dem ersten Akt von La Bohème, das berühmte Nessun dorma aus Turandot, oder Recondita armonia, der erste Auftritt des Malers Mario Cavaradossi in Tosca, aber auch wenig bekannte Arien beispielsweise aus Le Villi, Edgar oder La Rondine. Dank chronologischer Abfolge bietet das Album zugleich einen guten Einblick in die klangsprachliche Entwicklung Puccinis. Das gesamte Programm hat Kaufmann übrigens bereits am 14. Juni 2015 in der Mailänder Scala gesungen.
Der Sänger gilt als der derzeit erfolgreichste Tenor der Welt. Die Financial Times bezeichnete ihn unlängst sogar als „star tenor of his generation“. Ein Grund dafür ist seine Vielseitigkeit, denn er ist sowohl im italienischen als auch im deutschen und französischen Repertoire zu Hause. Kaufmann beherrscht mehrere Sprachen, er singt mit einem hinreißenden Timbre und einer profunden Technik, und er gestaltet seine Stücke überaus intelligent. Außerdem sieht er gut aus und ist ein versierter Darsteller, was in einem Zeitalter, in dem die Leute zumeist deutlich besser sehen können als hören, ganz sicher nicht schädlich ist.
Diese gelungene CD wird ergänzt durch eine Bonus-DVD sowie durch ein üppig ausgestaltetes Beiheft, das unter anderem Anmerkungen von Jonas Kaufmann zu den diversen Arien und Szenen, Plakate und Fotos sowie sämtliche Texte enthält.
Posts mit dem Label Orchestra e coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Orchestra e coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 6. November 2015
Mittwoch, 23. September 2015
Jonas Kaufmann - The Age of Puccini (Decca)
„Beim Verismo geht es nur um Seele und Leidenschaft, doch gerade das liebe ich so daran!“, meint Jonas Kaufmann. Der Tenor hat in seinem Repertoire etliche Partien aus dem Zeitalter Puccinis.
Bei der Auswahl der Arien für diese CD wurden nicht nur die Publikumsrenner berücksichtigt – natürlich erklingen berühmte Stücke wie Che gelida manina aus La Bohème und E lucevan le stelle aus Tosca. Doch der Sänger hat auch weniger bekannte Werke erkundet, und auf dieser CD gemeinsam mit dem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano so manche Entdeckung zusammengetragen. Auch hier überzeugt Jonas Kaufmann mit intelligenter Gestaltung, einem faszinierenden Timbre und exzellenter Technik. Bravo!
Bei der Auswahl der Arien für diese CD wurden nicht nur die Publikumsrenner berücksichtigt – natürlich erklingen berühmte Stücke wie Che gelida manina aus La Bohème und E lucevan le stelle aus Tosca. Doch der Sänger hat auch weniger bekannte Werke erkundet, und auf dieser CD gemeinsam mit dem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano so manche Entdeckung zusammengetragen. Auch hier überzeugt Jonas Kaufmann mit intelligenter Gestaltung, einem faszinierenden Timbre und exzellenter Technik. Bravo!
Samstag, 28. Juni 2014
Sacred Verdi (Warner Classics)
Giuseppe Verdi (1813 bis 1901) ist bekannt als Opernkomponist. Weniger bekannt ist, dass er auch geistliche Musik geschrieben hat. Als im Jahre 1868 der Komponist Gioachino Rossini starb, schlug Verdi seinem Verleger Tito Ricordi ein einzigartiges Gemeinschafts- projekt vor: Die besten italieni- schen Komponisten der damaligen Zeit sollten zu Ehren Rossinis eine Messe schaffen. Verdi selbst übernahm das Libera me – auf dieser CD ist es in der Urfassung von 1890 zu hören; später ging es überarbeitet in sein Requiem ein. Das hatte Antonio Pappano bereits 2009 eingespielt und dafür viel Lob erhalten. Der Dirigent entschied sich nun, seine CD für das Verdi-Jahr durch die Quattro pezzi sacri sowie das Ave Maria für Sopran und Streicher zu komplettieren. Nicht auf der CD enthalten ist hingegen das Pater Noster, durch Verdi eigentlich dem Ave Maria zur Seite gestellt. Aber ein zweihundertzehnköpfiger Chor, mit allein fünfzig (!) Bässen, das war wohl auch für Warner Classics zu starker Tobak.
Sonntag, 1. Januar 2012
Rossini: William Tell (EMI Classics)
Die letzte Oper von Gioachino Rossini (1792 bis 1868) galt dem Freiheitskampf der Schweizer gegen das Haus Habsburg. Antonio Pappano hat Guillaume Tell nun in der französischen Originalfassung nach der kritischen Edition für EMI Classics eingespielt. Dort erschien kürzlich der Mitschnitt einer kon- zertanten Aufführung mit Orche- stra e Coro dell'Accademia Nazio- nale di Santa Cecilia Roma vom Oktober und Dezember 2010. Und die hat es durchaus in sich.
Denn die Geschichte um den Gesslerhut, den legendären Apfelschuss und den Rütlischwur hat der Komponist so umgesetzt, wie es dem französischen Geschmack entsprach. Das Ergebnis: Der Titelheld, Bassbariton, erhielt keine einzige "klassische" Arie. Der eigentliche Gegenspieler des verhassten Landvogts Gessler ist das Volk - und so treiben gewaltige Chöre das Geschehen voran. Damit jedoch auch die Liebhaber schöner Stimmen zu ihrem Recht kommen, gibt es in dieser Oper die Partie des Arnoldo Melcthal - mit 54 Bs, 15 Hs, 19 hohen Cs und zwei Cis.
John Osborne empfiehlt sich damit als Rossini-Tenor; er erweist sich nicht nur sozusagen als höhensicher, sondern er zeigt auch Stilgefühl, das durchaus begeistert. Gerald Finley überzeugt als Guillaume Tell. Als Hedwige und Jemmy, Frau und Kind des Helden, sind Marie-Ni- cole Lemieux und Elena Xanthoudakis zu hören. Mathilde, Prinzessin aus dem Hause Habsburg, die große Liebe des Arnold Melcthal, sang Malin Byström. Doch die wahren Helden dieser Oper sind die wacke- ren Schweizer - der Coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia gibt ihnen Stimme, und macht deutlich, wieso diese Grand Opéra nach Schiller, erstmals aufgeführt 1829 in Paris, die Krönung und ein wür- diger Schlusspunkt von Rossinis Engagement als Opernkomponist war. Selbst Wagner bescheinigte seinem italienischen Kollegen, er habe hier "Musik für die Ewigkeit" geschrieben.
Pappano zeigt mit den wuchtigen Chören und dem beredten Orche- sterpart, wie nah dieses Werk bereits den Opern Verdis ist - und warum Rossinis Guillaume Tell im von den Habsburgern beherrsch- ten Italien gar nicht willkommen war. Eine furiose Einspielung, die das selten gespielte Werk in Erinnerung bringt.
Abonnieren
Posts (Atom)



