„Gustav Mahler empfiehlt Herrn Klemperer als einen hervorragend guten und trotz seiner Jugend schon sehr routinierten Musiker, der zur Dirigentenlaufbahn prä- destiniert ist. - Er verbürgt sich für den guten Ausfall eines Versuches mit ihm als Kapellmeister und ist gern bereit, persönlich nähere Auskunft über ihn zu erteilen.“ Die Karte mit dieser Empfehlung trug Otto Klemperer (1885 bis 1973) ein Leben lang bei sich.
Sein großes Talent fiel schon früh auf. Aus heutiger Sicht kann man sich so etwas für eine studentische Aushilfe kaum vorstellen – aber Klemperer dirigierte breits mit 21 Jahren mehr als fünfzig Mal Offenbachs Orpheus in der Unterwelt in der berühmten Inszenierung durch Max Reinhardt. 1907 spielte er dann Gustav Mahler aus einem selbst angefertigten Klavierauszug der Auferstehungssinfonie vor. Der Komponist zeigte sich begeistert – und Klemperer standen plötzlich alle Türen offen.
1933 floh er in die USA. Als er 1946 aus dem Exil zurückkehrte, konnte der Dirigent an seine frühen Erfolge nicht anknüpfen: Der maestro galt als schwierig, als unberechenbar und exzentrisch. Walter Legge gewann den 67jährigen schließlich für das Label EMI. Damit begann eine künstlerische Partnerschaft, der wir einige groß- artige Aufnahmen verdanken. Denn das Philharmonia Orchestra kam mit dem Dirigenten gut zurecht. „Seine Absicht war, die Wahrheit zu finden“, erinnert sich der Produzent. „Musikalität, Rhythmus, solider Klang, feste Tempi, genaue Notenwerte und texturelle Klarheit waren alles, was er verlangte.“
Das prägte auch Klemperers Mahler-Einspielungen. Man wisse, ur- teilte 1967 der Kritiker Ronald Crichton, was man erwarten könne: „big outlines, rock-like rhythms, structure before detail, no lingering by the wayside, no attempt to soften or blend the crystal-clear and often searing orchestration“.
Klemperers Mahler-Verehrung war jedoch höchst selektiv, wie seine Werkauswahl zeigt. An erster Stelle steht nicht nur in dieser CD-Box die Sinfonie Nr. 2, auch als Auferstehungssinfonie bekannt – hier zu hören mit Elisabeth Schwarzkopf und Hilde Rössl-Majdan. Elisabeth Schwarzkopf ist auch die Solistin in der Sinfonie Nr. 4. Die zweite CD enthält zudem eine Auswahl an Orchesterliedern in einer Aufnahme mit Christa Ludwig aus dem Jahre 1964.
Eingespielt hat Klemperer zudem 1968 Mahlers siebente und 1967 die neunte Sinfonie. Den Abschluss der Sechs-CD-Box macht Das Lied von der Erde mit Christa Ludwig und mit dem legendären Tenor Fritz Wunderlich. Allein diese Besetzung würde ausreichen, um die Auf- nahme zu einer Kostbarkeit zu machen.
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Sonntag, 30. Juni 2013
Dienstag, 28. Mai 2013
Musik in alten Städten & Residenzen (EMI Classics)
Ein Pionierprojekt im Bereich der „Alten“ Musik hat EMI Classics nun wieder zugänglich gemacht. In der legendären EMI-Serie „Musik in alten Städten und Residenzen“ sind in den 60er Jahren Aufnahmen mit Werken bedeutender Komponisten vom Mittelalter bis zur Klassik erschienen. Sie werden jeweils an ihrem Ort und in ihrem Umfeld vorgestellt.
Produzent Gerd Berg lenkte damit die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf Sternstunden der Musikge- schichte – und zeigte zugleich, dass die Entwicklung der europäischen Musik keine Abfolge von Genieblitzen war. Vielmehr wurden Neue- rungen, die in einzelnen Zentren entstanden, über Netzwerke ver- breitet und den örtlichen Gepflogenheiten angepasst. Dabei wurden sie weiterentwickelt und durch neue Ideen bereichert – die wiederum ihrerseits Musiker inspirierten.
Jede Musikmetropole hatte ihre Blütezeit, und ihren individuellen Klang. Berg zeigte dies exemplarisch an Venedig, Lübeck, Wien – zu- gleich die allererste Aufnahme mit dem Concentus Musicus Wien und Nikolaus Harnoncourt -, Hannover, Leipzig, Dresden, Wien, Mann- heim, Salzburg, Eisenstadt und Potsdam. Die mit Sorgfalt zusammen- gestellte Schallplattenedition brachte zugleich eine Vielzahl von Ersteinspielungen. Sie wurde getragen von erstklassigen Solisten und Orchestern. Und man staunt, wie viele Musiker damals bereits auf Gamben, Zinken und Lauten musizierten; die sogenannte historische Aufführungspraxis dürfte durch diese EMI-Serie einen gewaltigen Schub erfahren haben.
Produzent Gerd Berg lenkte damit die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf Sternstunden der Musikge- schichte – und zeigte zugleich, dass die Entwicklung der europäischen Musik keine Abfolge von Genieblitzen war. Vielmehr wurden Neue- rungen, die in einzelnen Zentren entstanden, über Netzwerke ver- breitet und den örtlichen Gepflogenheiten angepasst. Dabei wurden sie weiterentwickelt und durch neue Ideen bereichert – die wiederum ihrerseits Musiker inspirierten.
Jede Musikmetropole hatte ihre Blütezeit, und ihren individuellen Klang. Berg zeigte dies exemplarisch an Venedig, Lübeck, Wien – zu- gleich die allererste Aufnahme mit dem Concentus Musicus Wien und Nikolaus Harnoncourt -, Hannover, Leipzig, Dresden, Wien, Mann- heim, Salzburg, Eisenstadt und Potsdam. Die mit Sorgfalt zusammen- gestellte Schallplattenedition brachte zugleich eine Vielzahl von Ersteinspielungen. Sie wurde getragen von erstklassigen Solisten und Orchestern. Und man staunt, wie viele Musiker damals bereits auf Gamben, Zinken und Lauten musizierten; die sogenannte historische Aufführungspraxis dürfte durch diese EMI-Serie einen gewaltigen Schub erfahren haben.
Freitag, 1. März 2013
Tine (Emi Classics)
Diese Musikerin kann sich Under- statement leisten: Die norwegische Trompetenvirtuosin Tine Thing Helseth nannte ihr neues Album schlicht Tine. Auf der CD spielt sie gemeinsam mit der Pianistin Kathryn Stott Trompetenstücke und Arrangements von Werken, die ursprünglich für ein anderes Melodieinstrument oder Sing- stimme geschrieben wurden, aber auch auf der Trompete verblüffend gut klingen.
"In gewisser Weise kann man wohl sagen, dass diese Liste von Stücken für mich den perfekten Musikabend darstellt", schreibt Helseth in Beiheft, "vom Beginn mit der spielerischen, jazzigen Impromptu von Ibert bis zur monumen- talen Hindemith-Sonate am Ende, deren abschließende Choralzeile lautet ,Alle Menschen müssen sterben' - darauf kann nicht mehr viel folgen." Doch es folgen darauf noch die Vocalise von Rachmaninoff und zwei hübsche Kreisler-Stücke.
"Die Trompete ist genau so ein expressives Instrument die die Vio- line, die Querflöte oder die menschliche Stimme", meint die Musi- kerin. "Wir Trompeter können dies in einem Stück wie der Vocalise klar herausstellen." In dem informativen Beiheft erläutert Helseth ihre Werkauswahl und gibt Informationen zu den einzelnen Stücken. Das ist durchaus interessant, denn die CD enthält nicht nur Musik von bekannten Komponisten wie Jacques Ibert, Alexander Glasunow, Giacomo Puccini, Manuel de Falla oder George Enescu. Die Trompete- rin spielt auch Werke ihrer Landsleute Edvard Hagerup Bull und Oistein Sommerfeldt.
Das Programm dieser CD ist aber nicht nur abwechslungsreich, es gibt den beiden Musikerinnen auch die Gelegenheit, sehr verschiedene Klangfarben einzusetzen, und sehr unterschiedliche technische Herausforderungen zu bewältigen. Helseth erweist sich erneut als eine brillante Trompeterin, die hörbar Vergnügen daran hat, die Möglichkeiten ihres Instrumentes auszuloten. Mit Charme und Spielfreude führt sie zudem gemeinsam mit Stott das Publikum auch an weniger populäre Bereiche des Repertoires heran. Ich jedenfalls habe den beiden jungen Damen gern dabei zugehört.
"In gewisser Weise kann man wohl sagen, dass diese Liste von Stücken für mich den perfekten Musikabend darstellt", schreibt Helseth in Beiheft, "vom Beginn mit der spielerischen, jazzigen Impromptu von Ibert bis zur monumen- talen Hindemith-Sonate am Ende, deren abschließende Choralzeile lautet ,Alle Menschen müssen sterben' - darauf kann nicht mehr viel folgen." Doch es folgen darauf noch die Vocalise von Rachmaninoff und zwei hübsche Kreisler-Stücke.
"Die Trompete ist genau so ein expressives Instrument die die Vio- line, die Querflöte oder die menschliche Stimme", meint die Musi- kerin. "Wir Trompeter können dies in einem Stück wie der Vocalise klar herausstellen." In dem informativen Beiheft erläutert Helseth ihre Werkauswahl und gibt Informationen zu den einzelnen Stücken. Das ist durchaus interessant, denn die CD enthält nicht nur Musik von bekannten Komponisten wie Jacques Ibert, Alexander Glasunow, Giacomo Puccini, Manuel de Falla oder George Enescu. Die Trompete- rin spielt auch Werke ihrer Landsleute Edvard Hagerup Bull und Oistein Sommerfeldt.
Das Programm dieser CD ist aber nicht nur abwechslungsreich, es gibt den beiden Musikerinnen auch die Gelegenheit, sehr verschiedene Klangfarben einzusetzen, und sehr unterschiedliche technische Herausforderungen zu bewältigen. Helseth erweist sich erneut als eine brillante Trompeterin, die hörbar Vergnügen daran hat, die Möglichkeiten ihres Instrumentes auszuloten. Mit Charme und Spielfreude führt sie zudem gemeinsam mit Stott das Publikum auch an weniger populäre Bereiche des Repertoires heran. Ich jedenfalls habe den beiden jungen Damen gern dabei zugehört.
Donnerstag, 10. Januar 2013
Bizet: Carmen (EMI Classics)
Was für ein Gesindel, und das auf der Bühne der Pariser Opéra-Comique! Soldaten, Gassenjungen, Schmuggler, Zigeuner und Huren sind die Helden der Oper Carmen von Georges Bizet, ein brutaler Mord ist ihr Finale, und als sie 1875 uraufgeführt wurde, da bebte nicht nur die Kritik vor Empörung.
Drei Monate später war der Kom- ponist tot. Mehr als 4.000 Men- schen kamen zu seiner Beisetzung - und auf einmal rühmte man den Komponisten, dessen Werk zuvor durchgefallen war, als eines der größten französischen Talente. Und seine Oper Carmen erklang bald darauf in Wien, an der Hofoper. Sie wird noch immer viel gespielt - im vergangenen Jahr beispielsweise erklang sie zu den Osterfestspielen in Salzburg, mit einem illustren Solistenensemble, Chor und Kinderchor der Deutschen Staatsoper Berlin sowie den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle.
In der Berliner Philharmonie wurde in Anschluss daran im April 2012 diese Studio-Aufnahme aufgezeichnet. Sie ist durchaus hörenswert. Insbesondere Magdalena Kozená als Carmen und Jonas Kaufmann als Don José sind brillant; so intensiv und ausdrucksstark sind diese Partien selten zu hören. Der Sopran von Genia Kühmeier erscheint mir für eine Micaela allerdings zu mächtig, ein junges Mädchen vom Lande stellt man sich weniger dramatisch vor. Auch die kleineren Rollen, wie Escamillo, Zuniga, Moralès und die sonstigen sind solide besetzt.
Die Chöre sind ein Ereignis. Auch die Berliner Philharmoniker erweisen sich als ein interessantes Opernorchester - obwohl dieser Elite-Klangkörper, der es sich geleistet hat, den Salzburger Oster- festspielen die Zusammenarbeit für die Zukunft aufzukündigen, normalerweise keine Dienste im Graben schiebt. Das freilich ist bei der Staatskapelle Dresden anders. Man darf gespannt darauf sein, was die Nachfolger der Berliner in diesem Jahr in Salzburg leisten - ein Thielemann dürfte in jedem Falle eigene Akzente setzen.
Drei Monate später war der Kom- ponist tot. Mehr als 4.000 Men- schen kamen zu seiner Beisetzung - und auf einmal rühmte man den Komponisten, dessen Werk zuvor durchgefallen war, als eines der größten französischen Talente. Und seine Oper Carmen erklang bald darauf in Wien, an der Hofoper. Sie wird noch immer viel gespielt - im vergangenen Jahr beispielsweise erklang sie zu den Osterfestspielen in Salzburg, mit einem illustren Solistenensemble, Chor und Kinderchor der Deutschen Staatsoper Berlin sowie den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle.
In der Berliner Philharmonie wurde in Anschluss daran im April 2012 diese Studio-Aufnahme aufgezeichnet. Sie ist durchaus hörenswert. Insbesondere Magdalena Kozená als Carmen und Jonas Kaufmann als Don José sind brillant; so intensiv und ausdrucksstark sind diese Partien selten zu hören. Der Sopran von Genia Kühmeier erscheint mir für eine Micaela allerdings zu mächtig, ein junges Mädchen vom Lande stellt man sich weniger dramatisch vor. Auch die kleineren Rollen, wie Escamillo, Zuniga, Moralès und die sonstigen sind solide besetzt.
Die Chöre sind ein Ereignis. Auch die Berliner Philharmoniker erweisen sich als ein interessantes Opernorchester - obwohl dieser Elite-Klangkörper, der es sich geleistet hat, den Salzburger Oster- festspielen die Zusammenarbeit für die Zukunft aufzukündigen, normalerweise keine Dienste im Graben schiebt. Das freilich ist bei der Staatskapelle Dresden anders. Man darf gespannt darauf sein, was die Nachfolger der Berliner in diesem Jahr in Salzburg leisten - ein Thielemann dürfte in jedem Falle eigene Akzente setzen.
Freitag, 20. Juli 2012
tenThing (EMI Classics)
Die weiblichen Wesen auf dem Cover dieser CD sehen aus, als könnten sie kein Wässerchen trü- ben. Doch wer sie spielen gehört hat, der weiß, dass dies ein Irrtum ist. Denn die zehn jungen Damen, die hier auf Trompeten, Flügel- horn, Waldhorn, Posaunen und Bassposaune sowie Tuba musizie- ren, sind durchweg exzellente Fachfrauen. "In Norwegen wollen viele junge Mädchen Blechblas- instrumente spielen, das ist also normal", kommentiert die Trom- peterin Tine Thing Helseth, Gründerin und Leiterin des Ensembles, diese Tatsache. In anderen Regionen freilich gelten andere Sitten, weiß die Musikerin: "Wenn wir nach Deutschland gehen, heißt es: , Wow! Ist das möglich?' Als ich in Russland war und über tenThing sprach, sagten sie: ,Wie können Mädchen Tuba oder Posaune spie- len? Das ist unmöglich!' Wir können ihnen zeigen, dass es möglich ist."
Diese "Mädchen" könnten in jedem Orchester dieser Welt musizieren. Fünfmal im Jahr treffen sie sich, um als Ensemble zu proben und zu konzertieren. Und das Ergebnis ist phänomenal. "Carmen in sechsein- halb Minuten zu spielen, macht so viel Spaß", sagt Helseth. Dabei setzen die Mädels aber nicht einfach plump auf den Blaskapellen- sound. Ihre Carmen ist ebenso sexy wie gefährlich, und auch ihre Interpretation ausgewählter Stücke aus der Dreigroschenoper hat es schwer in sich. Hier nutzen die Musikerinnen die Neigung des Kompo- nisten Kurt Weill, französische Vulgarität mit stereotyper deutscher Steifheit zu verbinden, "um die Musik besonders spukig zu machen", meint Helseth. Und man kann sich gut vorstellen, dass sie dabei lacht. Ausdrucksstärke und Spielfreude zeichnen diese CD aus - und was zehn Finger auf dem Klavier oder der Gitarre hinbekommen, das lässt sich offenbar auch mit zehn Blasinstrumenten umsetzen.
Man muss jedenfalls sagen, dass Asturias von Isaac Albéniz oder die Tangos von Astor Piazzolla in der Brass-Version ganz hervorragend klingen. Beim Rondo alla Turca von Mozart können die Musikerinnen ihre Virtuosität demonstrieren. Natürlich erklingen auch drei Stücke von Edvard Grieg. Und weil die Musikerinnen auch ein Stück spielen wollten, das kein Arrangement ist, haben sie die Blechbläser-Sinfonie von Jan Koetsier mit ausgewählt. Eine Super-CD - wer gern Canadian Brass hört, der wird auch von tenThing begeistert sein.
Diese "Mädchen" könnten in jedem Orchester dieser Welt musizieren. Fünfmal im Jahr treffen sie sich, um als Ensemble zu proben und zu konzertieren. Und das Ergebnis ist phänomenal. "Carmen in sechsein- halb Minuten zu spielen, macht so viel Spaß", sagt Helseth. Dabei setzen die Mädels aber nicht einfach plump auf den Blaskapellen- sound. Ihre Carmen ist ebenso sexy wie gefährlich, und auch ihre Interpretation ausgewählter Stücke aus der Dreigroschenoper hat es schwer in sich. Hier nutzen die Musikerinnen die Neigung des Kompo- nisten Kurt Weill, französische Vulgarität mit stereotyper deutscher Steifheit zu verbinden, "um die Musik besonders spukig zu machen", meint Helseth. Und man kann sich gut vorstellen, dass sie dabei lacht. Ausdrucksstärke und Spielfreude zeichnen diese CD aus - und was zehn Finger auf dem Klavier oder der Gitarre hinbekommen, das lässt sich offenbar auch mit zehn Blasinstrumenten umsetzen.
Man muss jedenfalls sagen, dass Asturias von Isaac Albéniz oder die Tangos von Astor Piazzolla in der Brass-Version ganz hervorragend klingen. Beim Rondo alla Turca von Mozart können die Musikerinnen ihre Virtuosität demonstrieren. Natürlich erklingen auch drei Stücke von Edvard Grieg. Und weil die Musikerinnen auch ein Stück spielen wollten, das kein Arrangement ist, haben sie die Blechbläser-Sinfonie von Jan Koetsier mit ausgewählt. Eine Super-CD - wer gern Canadian Brass hört, der wird auch von tenThing begeistert sein.
Donnerstag, 12. Juli 2012
Nielsen / Tchaikovsky: Violin Concertos; Frang (EMI Classics)
Die norwegische Geigerin Vilde Frang spielt gemeinsam mit dem DR Symfoni Orkestret, dem Sinfonieorchester des dänischen Rundfunks, unter Eivind Gullberg Jensen zwei Violinkonzerte der Spätromantik. Pjotr Iljitsch Tschaikowski hat nur ein einziges Violinkonzert geschrieben; es ist wunderschön, sehr bekannt und in sehr vielen Aufnahmen erhältlich - und es ist ein prominentes Beispiel dafür, wie sich Geschmack ver- ändert.
Denn es galt zunächst als "unviolinistisch" und unspielbar; der renom- mierte Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick meinte gar, das Werk "bringe uns auf die schauerliche Idee, ob es nicht auch Musikstücke geben könnte, die man stinken hört". Heute haben es wohl die mei- sten Solo-Violinisten in ihrem Repertoire, und man staunt, wie un- terschiedlich dieses Konzert interpretiert werden kann. Da erscheint es schwierig, zu einer eigenen Lesart zu finden. Vilde Frang sucht offenbar nach den Spuren des Russischen in diesem Werk - und sie hat einiges gefunden, was sie temperamentvoll in den Orchesterpart ein- flicht.
Gänzlich anders ist das Violinkonzert von Carl Nielsen (1865 bis 1931). Dieser Komponist war selbst Geiger; das Instrument domi- niert, und das Orchester bringt eher Klangfarben ein, quasi als Klangteppich, als in einen Dialog mit dem Solopart zu treten. Nielsens Konzert verlangt vom Solisten schier pausenlosen Einsatz und eine enorme Gestaltungskraft. Und da lässt Frang aufhorchen. Denn mit welcher Sorgfalt sie jede einzelne Phrase aufbaut, wie sie den Klang formt, und zugleich dabei den großen Zusammenhang nicht aus dem Blick verliert, das beeindruckt schwer. Diese junge Geigerin ist technisch absolut sattelfest, und zugleich mit einer Ausdrucksstärke gesegnet, die man nur bei den ganz großen Solisten antrifft. Eine Jahrhundertsolistin, ohne Frage, von der wir noch viel erwarten dürfen - man höre nur das pianissimo am Ende des Largo; solche Details überzeugen. Brava!
Denn es galt zunächst als "unviolinistisch" und unspielbar; der renom- mierte Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick meinte gar, das Werk "bringe uns auf die schauerliche Idee, ob es nicht auch Musikstücke geben könnte, die man stinken hört". Heute haben es wohl die mei- sten Solo-Violinisten in ihrem Repertoire, und man staunt, wie un- terschiedlich dieses Konzert interpretiert werden kann. Da erscheint es schwierig, zu einer eigenen Lesart zu finden. Vilde Frang sucht offenbar nach den Spuren des Russischen in diesem Werk - und sie hat einiges gefunden, was sie temperamentvoll in den Orchesterpart ein- flicht.
Gänzlich anders ist das Violinkonzert von Carl Nielsen (1865 bis 1931). Dieser Komponist war selbst Geiger; das Instrument domi- niert, und das Orchester bringt eher Klangfarben ein, quasi als Klangteppich, als in einen Dialog mit dem Solopart zu treten. Nielsens Konzert verlangt vom Solisten schier pausenlosen Einsatz und eine enorme Gestaltungskraft. Und da lässt Frang aufhorchen. Denn mit welcher Sorgfalt sie jede einzelne Phrase aufbaut, wie sie den Klang formt, und zugleich dabei den großen Zusammenhang nicht aus dem Blick verliert, das beeindruckt schwer. Diese junge Geigerin ist technisch absolut sattelfest, und zugleich mit einer Ausdrucksstärke gesegnet, die man nur bei den ganz großen Solisten antrifft. Eine Jahrhundertsolistin, ohne Frage, von der wir noch viel erwarten dürfen - man höre nur das pianissimo am Ende des Largo; solche Details überzeugen. Brava!
Sonntag, 3. Juni 2012
Mendelssohn: Die großen Chorwerke (EMI Classics)
Diese Box versammelt auf sechs CD die großen Chorwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dabei erinnert sie zugleich an die enge Beziehung des Komponisten zu der Stadt Düsseldorf, dessen Musik- direktor er von 1833 bis 1835 war. Und auch wenn Mendelssohn dann dem Ruf an das Leipziger Gewand- haus folgte, kam er doch immer wieder zurück an den Rhein, um dort Aufführungen seiner Werke zu leiten.
Das Oratorium Paulus, gewidmet dem Städtischen Musikverein zu Düsseldorf, wurde auch bei dieser Aufnahme aus dem Jahr 1976/77 von den Düsseldorfern interpre- tiert: Zu hören sind Helen Donath, Sopran, Hanna Schwarz, Alt, Werner Hollweg, Tenor und Dietrich Fischer-Dieskau, Bass, der Knabenchor Wuppertaler Kurrende und der Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf sowie die Düsseldorfer Symphoniker unter Rafael Frühbeck de Burgos.
Beim Elias ist ebenfalls der Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf zu hören, diesmal allerdings gemeinsam mit dem Gürze- nich-Orchester Köln unter James Conlon. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1996. Die Sinfonie Nr. 2 B-Dur Lobgesang erklingt in einer Aufnahme aus dem Jahre 1987. Hier musiziert der Düsseldorfer Chor gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern, dirigiert von Wolfgang Sawallisch.
Komplettiert wird die Box durch eine Einspielung der Vier geistlichen Kantaten aus dem Jahre 1980 mit dem Kammerchor Stuttgart und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn unter Frieder Bernius, und durch Psalm 42 op. 42, gesungen von Dame Janet Baker und dem London Symphony Chorus, mit den Musikern der City of London Sinfonia unter Leitung von Richard Hickox, aufgezeichnet 1989.
Das Oratorium Paulus, gewidmet dem Städtischen Musikverein zu Düsseldorf, wurde auch bei dieser Aufnahme aus dem Jahr 1976/77 von den Düsseldorfern interpre- tiert: Zu hören sind Helen Donath, Sopran, Hanna Schwarz, Alt, Werner Hollweg, Tenor und Dietrich Fischer-Dieskau, Bass, der Knabenchor Wuppertaler Kurrende und der Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf sowie die Düsseldorfer Symphoniker unter Rafael Frühbeck de Burgos.
Beim Elias ist ebenfalls der Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf zu hören, diesmal allerdings gemeinsam mit dem Gürze- nich-Orchester Köln unter James Conlon. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1996. Die Sinfonie Nr. 2 B-Dur Lobgesang erklingt in einer Aufnahme aus dem Jahre 1987. Hier musiziert der Düsseldorfer Chor gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern, dirigiert von Wolfgang Sawallisch.
Komplettiert wird die Box durch eine Einspielung der Vier geistlichen Kantaten aus dem Jahre 1980 mit dem Kammerchor Stuttgart und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn unter Frieder Bernius, und durch Psalm 42 op. 42, gesungen von Dame Janet Baker und dem London Symphony Chorus, mit den Musikern der City of London Sinfonia unter Leitung von Richard Hickox, aufgezeichnet 1989.
Sonntag, 26. Februar 2012
Fritz Wunderlich - Die Electrola-Querschnitte (EMI Classics)
"Wir standen da im Studio und haben uns immer mehr hineinge- steigert - so als ob wir auf der Bühne wären", erinnerte sich Pilar Lorengar an die Aufzeichnung dieser legendären Opernquer- schnitte. Sie entstanden in den Jahren 1957 bis 1963, und haben, trotz der zeitlichen Distanz, noch immer etwas Magisches an sich. Das liegt nicht zuletzt an den exzellenten Sängern, die daran mitgewirkt haben - unter anderem Anneliese Rothenberger, Hetty Plümacher, der auch in kleinen Rollen großartige Fritz Wunderlich, Hermann Prey und Gottlob Frick.
Diese "Wunderkiste" enthält Puccinis Opern Madame Butterfly und La Bohème, Mozarts Don Giovanni, Thomas' Mignon, Flotows Martha, Lortzings Zar und Zimmermann sowie Eugen Onegin und Pique Dame von Tschaikowski. Gesungen wird durchweg in deutscher Sprache. Für diese Sieben-CD-Box wurden die Electrola-Querschnitte zudem sehr ordentlich remastert, was zum Hörvergnügen beiträgt.
Diese "Wunderkiste" enthält Puccinis Opern Madame Butterfly und La Bohème, Mozarts Don Giovanni, Thomas' Mignon, Flotows Martha, Lortzings Zar und Zimmermann sowie Eugen Onegin und Pique Dame von Tschaikowski. Gesungen wird durchweg in deutscher Sprache. Für diese Sieben-CD-Box wurden die Electrola-Querschnitte zudem sehr ordentlich remastert, was zum Hörvergnügen beiträgt.
Freitag, 10. Februar 2012
Xuefei Yang - Bach Concertos (EMI Classics)
"Bach ist einer der größten Kom- ponisten, der je gelebt hat. Seine Musik ist zeitlos", meint Xuefei Yang. "Es ist einfach wunderbar, solch große Musik auf der Gitarre spielen zu können." Weil der Thomaskantor aber nicht für das Instrument komponiert hat, setzt auch sie auf Bearbeitungen - und zwar auf eigene. Die chinesische Gitarristin hat für ihre CD die beiden Violinkonzerte BWV 1041 und 1042 ausgewählt, sowie das Cembalokonzert BWV 1052, und hat daraus Gitarrenkonzerte gemacht, die sie gemeinsam mit dem Elias Streichquartett vorträgt.
"Die Sonaten und Partiten für Solovioline sind gitarristisches Standardrepertoire geworden", begründet Yang ihre Auswahl. "Ich arbeite schon seit einigen Jahren an diesen Werken und mag sie wirklich gern. Deshalb fragte ich mich, ob nicht auch Bachs wunderbare Violinkonzerte auf der Gitarre möglich wären." Die Musikerin stellte fest, dass sich die Violinstimme auf der Gitarre spielen ließ. "Außerdem sah ich, dass Bach die beiden Konzerte selbst für Cembalo bearbeitet hatte. So bekam ich eine gute Vorstellung davon, wie sie auf einem mehrstimmigen Instrument klingen könn- ten, und das prägte meine Transkription." Auch das d-Moll-Cembalo- konzert soll ursprünglich ein Violinkonzert gewesen sein. Es war aber deutlich schwieriger, es für Gitarre zu arrangieren, berichtet Yang, "weil die Musik so intensiv und so sehr aufs Cembalo zugeschnitten ist".
"Die Sonaten und Partiten für Solovioline sind gitarristisches Standardrepertoire geworden", begründet Yang ihre Auswahl. "Ich arbeite schon seit einigen Jahren an diesen Werken und mag sie wirklich gern. Deshalb fragte ich mich, ob nicht auch Bachs wunderbare Violinkonzerte auf der Gitarre möglich wären." Die Musikerin stellte fest, dass sich die Violinstimme auf der Gitarre spielen ließ. "Außerdem sah ich, dass Bach die beiden Konzerte selbst für Cembalo bearbeitet hatte. So bekam ich eine gute Vorstellung davon, wie sie auf einem mehrstimmigen Instrument klingen könn- ten, und das prägte meine Transkription." Auch das d-Moll-Cembalo- konzert soll ursprünglich ein Violinkonzert gewesen sein. Es war aber deutlich schwieriger, es für Gitarre zu arrangieren, berichtet Yang, "weil die Musik so intensiv und so sehr aufs Cembalo zugeschnitten ist".
Bei der Arbeit an den Konzert-Arrangements orientierte sie sich an Bachs Bearbeitungspraxis. "Die Werke sollte wie Gitarrenkonzerte klingen", so Yang. "Ich nahm mir also Bachs eigene Cembalo-Ein- richtungen der Violinkonzerte vor, um damit meine Gitarren-Transkriptionen zu beseelen, und orientierte mich am stilistischen Vorbild seiner Lautentranskriptionen." Um den Klang der Gitarre zur Geltung kommen zu lassen, entschied sich die Musikerin zudem für die Begleitung durch ein Streichquartett.
Die drei Konzerte ergänzte Yang durch das erste Präludium BWV 846 aus dem Wohltemperierten Clavier, transponiert von C-Dur nach A-Dur, ansonsten aber textgetreu vorgetragen auf einer siebensaitigen Gitarre von Paul Fischer. Bei den Konzerten spielt die Gitarristin ein klangstarkes Instrument von Greg Smallman, für die Solowerke eine Gitarre mit Fichtendecke aus der Werkstatt von Karl-Heinz Roem- mich mit einem hellen, klaren Klang - was ohne Zweifel insbesondere für die Violinsonate g-Moll BWV 1001 exzellent passt. Sie hat Yang für diese CD ausgewählt, "weil Bach die Fuge dieses Werkes selbst für Laute eingerichtet hat und sie mich als erstes zu den Violinkonzerten führte." Um der Gitarre gerecht zu werden, erklingt die Solosonate allerdings in a-Moll. Und zum Abschluss gönnt sich die Gitarristin das berühmte Air aus der Orchestersuite D-Dur BWV 1068.
Yang beherrscht ihr Instrument grandios gut - doch diese spieltech- nische Stärke verleitet die Gitarristin, mitunter auch zuviel des Guten zu tun. Ihre Arrangements erscheinen romantisch; man meint mitunter, eher Vivaldi zu hören als Bach, und mitunter erscheint mir da die Grenze zum Kitsch überschritten. Wer eine Synthese aus Bach und Flamenco mag, der wird diese CD lieben - mein Geschmack ist sie eher nicht.
Sonntag, 1. Januar 2012
Rossini: William Tell (EMI Classics)
Die letzte Oper von Gioachino Rossini (1792 bis 1868) galt dem Freiheitskampf der Schweizer gegen das Haus Habsburg. Antonio Pappano hat Guillaume Tell nun in der französischen Originalfassung nach der kritischen Edition für EMI Classics eingespielt. Dort erschien kürzlich der Mitschnitt einer kon- zertanten Aufführung mit Orche- stra e Coro dell'Accademia Nazio- nale di Santa Cecilia Roma vom Oktober und Dezember 2010. Und die hat es durchaus in sich.
Denn die Geschichte um den Gesslerhut, den legendären Apfelschuss und den Rütlischwur hat der Komponist so umgesetzt, wie es dem französischen Geschmack entsprach. Das Ergebnis: Der Titelheld, Bassbariton, erhielt keine einzige "klassische" Arie. Der eigentliche Gegenspieler des verhassten Landvogts Gessler ist das Volk - und so treiben gewaltige Chöre das Geschehen voran. Damit jedoch auch die Liebhaber schöner Stimmen zu ihrem Recht kommen, gibt es in dieser Oper die Partie des Arnoldo Melcthal - mit 54 Bs, 15 Hs, 19 hohen Cs und zwei Cis.
John Osborne empfiehlt sich damit als Rossini-Tenor; er erweist sich nicht nur sozusagen als höhensicher, sondern er zeigt auch Stilgefühl, das durchaus begeistert. Gerald Finley überzeugt als Guillaume Tell. Als Hedwige und Jemmy, Frau und Kind des Helden, sind Marie-Ni- cole Lemieux und Elena Xanthoudakis zu hören. Mathilde, Prinzessin aus dem Hause Habsburg, die große Liebe des Arnold Melcthal, sang Malin Byström. Doch die wahren Helden dieser Oper sind die wacke- ren Schweizer - der Coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia gibt ihnen Stimme, und macht deutlich, wieso diese Grand Opéra nach Schiller, erstmals aufgeführt 1829 in Paris, die Krönung und ein wür- diger Schlusspunkt von Rossinis Engagement als Opernkomponist war. Selbst Wagner bescheinigte seinem italienischen Kollegen, er habe hier "Musik für die Ewigkeit" geschrieben.
Pappano zeigt mit den wuchtigen Chören und dem beredten Orche- sterpart, wie nah dieses Werk bereits den Opern Verdis ist - und warum Rossinis Guillaume Tell im von den Habsburgern beherrsch- ten Italien gar nicht willkommen war. Eine furiose Einspielung, die das selten gespielte Werk in Erinnerung bringt.
Donnerstag, 15. Dezember 2011
Händel: Große Chorwerke (EMI Classics)
Chormusik hat Georg Friedrich Händel ein Leben lang begleitet. Diese Box aus dem Hause EMI Classics fasst wichtige Werke in mustergültigen Einspielungen zusammen.
Ohne Zweifel das berühmteste davon ist Messiah, hier zu finden in einer Aufnahme aus dem Jahre 1966 mit den Ambrosian Singers und dem English Chamber Orchestra unter Charles Mackeras. Als Händel sein Bestreben, die italienische Oper in England zu etablieren, gescheitert sah, schuf er aus der traditionellen Masque und dem italienischen geistlichen Oratorium ein neues Genre - das er ebenfalls als Oratorium bezeichnete. Doch gesungen wird in engli- scher Sprache, die Handlung entstammt der Bibel, und der Text wird eher deklamiert, er ist nicht länger überwiegend Medium für hoch- virtuosen Gesang. Der Prototyp dafür, das Oratorium Saul aus dem Jahre 1739, war enorm erfolgreich. Dieses Werk ist ebenfalls in der vorliegenden Box enthalten, in einer Aufnahme von 1979/80 mit dem Choir of King's Colege, Cambridge und dem English Chamber Orchestra unter Philip Ledger.
Zum Fest der Heiligen Cäcilia, der Schutzpatronin der Musik, führte die Musical Society of London seit 1683 alljährlich eine Ode auf. Auch Händel schrieb eine solche Cäcilienode - Alexander's Feast nach einem Text von John Dryden. Leider geriet das Libretto für eine abendfüllende Vorstellung etwas zu kurz, und deshalb kombinierte Händel das Werk mit anderen Stücken - 1751 beispielsweise mit der Kantate The Choice of Hercules. In dieser Kombination findet es sich auch in der CD-Box, gesungen vom Choir of King's College, Cambrid- ge, einmal in einer Aufnahme aus dem Jahre 1978 mit dem English Chamber Orchestra und einmal in einer Aufzeichnung von 1974 mit der Academy of St Martin in the Fields unter Philip Ledger.
Als Königlicher Hofkomponist hatte Händel zudem Zeremonialmusi- ken zu liefern - so komponierte er 1727 die Coronation Anthems für die Krönung Georgs II., hier eingespielt 1982 mit dem Choir of King's College, Cambridge und dem English Chamber Orchestra unter Philip Ledger. Für Siegesfeiern schuf er 1743 das Dettinger Te Deum , und 1747 das Oratorium Judas Maccabaeus. Sie sind in dieser CD-Box in Aufnahmen aus dem Jahre 1963 mit dem Süddeutschen Madrigalchor und dem Südwestdeutschen Kammerorchester unter Leitung von Wolfgang Gönnenwein bzw. aus dem Jahre 1959 mit dem Chor der
St. Hedwigs-Kathedrale Berlin und den Berliner Philharmonikern unter Karl Forster enthalten.
Als junger Musiker in Rom schrieb Händel, selbst Protestant, zudem katholische Kirchenmusik. So entstand für Kardinal Colonna der Psalm Dixit Dominus. Auch er wurde in diese Box mit aufgenommen, in einer Einspielung mit dem Choir of King's College, Cambridge, von 1982 mit dem English Chamber Orchestra unter David Willcocks.
Auch wenn es mittlerweile natürlich modernere Aufnahmen gibt - diese alten Einspielungen, mit zahlreichen herausragenden Solisten, haben durchaus ihren Charme. Und so freut man sich, dass EMI Classics diese Raritäten wieder aus seinen Archiven geholt hat und nun, sorgsam remastert, dem Musikfreund unter den Tannenbaum legt.
Ohne Zweifel das berühmteste davon ist Messiah, hier zu finden in einer Aufnahme aus dem Jahre 1966 mit den Ambrosian Singers und dem English Chamber Orchestra unter Charles Mackeras. Als Händel sein Bestreben, die italienische Oper in England zu etablieren, gescheitert sah, schuf er aus der traditionellen Masque und dem italienischen geistlichen Oratorium ein neues Genre - das er ebenfalls als Oratorium bezeichnete. Doch gesungen wird in engli- scher Sprache, die Handlung entstammt der Bibel, und der Text wird eher deklamiert, er ist nicht länger überwiegend Medium für hoch- virtuosen Gesang. Der Prototyp dafür, das Oratorium Saul aus dem Jahre 1739, war enorm erfolgreich. Dieses Werk ist ebenfalls in der vorliegenden Box enthalten, in einer Aufnahme von 1979/80 mit dem Choir of King's Colege, Cambridge und dem English Chamber Orchestra unter Philip Ledger.
Zum Fest der Heiligen Cäcilia, der Schutzpatronin der Musik, führte die Musical Society of London seit 1683 alljährlich eine Ode auf. Auch Händel schrieb eine solche Cäcilienode - Alexander's Feast nach einem Text von John Dryden. Leider geriet das Libretto für eine abendfüllende Vorstellung etwas zu kurz, und deshalb kombinierte Händel das Werk mit anderen Stücken - 1751 beispielsweise mit der Kantate The Choice of Hercules. In dieser Kombination findet es sich auch in der CD-Box, gesungen vom Choir of King's College, Cambrid- ge, einmal in einer Aufnahme aus dem Jahre 1978 mit dem English Chamber Orchestra und einmal in einer Aufzeichnung von 1974 mit der Academy of St Martin in the Fields unter Philip Ledger.
Als Königlicher Hofkomponist hatte Händel zudem Zeremonialmusi- ken zu liefern - so komponierte er 1727 die Coronation Anthems für die Krönung Georgs II., hier eingespielt 1982 mit dem Choir of King's College, Cambridge und dem English Chamber Orchestra unter Philip Ledger. Für Siegesfeiern schuf er 1743 das Dettinger Te Deum , und 1747 das Oratorium Judas Maccabaeus. Sie sind in dieser CD-Box in Aufnahmen aus dem Jahre 1963 mit dem Süddeutschen Madrigalchor und dem Südwestdeutschen Kammerorchester unter Leitung von Wolfgang Gönnenwein bzw. aus dem Jahre 1959 mit dem Chor der
St. Hedwigs-Kathedrale Berlin und den Berliner Philharmonikern unter Karl Forster enthalten.
Als junger Musiker in Rom schrieb Händel, selbst Protestant, zudem katholische Kirchenmusik. So entstand für Kardinal Colonna der Psalm Dixit Dominus. Auch er wurde in diese Box mit aufgenommen, in einer Einspielung mit dem Choir of King's College, Cambridge, von 1982 mit dem English Chamber Orchestra unter David Willcocks.
Auch wenn es mittlerweile natürlich modernere Aufnahmen gibt - diese alten Einspielungen, mit zahlreichen herausragenden Solisten, haben durchaus ihren Charme. Und so freut man sich, dass EMI Classics diese Raritäten wieder aus seinen Archiven geholt hat und nun, sorgsam remastert, dem Musikfreund unter den Tannenbaum legt.
Donnerstag, 8. Dezember 2011
Libera - The Christmas Album (EMI Classics)
Ein Kirchenchor? Das klingt wenig sexy, und die Aussicht darauf, im Gottesdienst singen zu dürfen, lockt heutzutage kaum noch einen Teenager aus dem Haus zur Probe. Robert Prizeman, Kantor der Kirchengemeinde St. Philipps im Süden von London, hatte da eine geniale Idee, mit der es ihm gelungen ist, seine Chorknaben nicht nur zum allsonntäglichen frühen Aufstehen zu motivieren: Aus dem Knabenchor wurde das Ensemble Libera, und aus Chorknaben wurden Popstars, die mittlerweile sogar eine deutsche Fan-Homepage feiert.
Nur eine Weihnachts-CD fehlte bislang - was Libera und EMI Classics aber nun geändert haben. Hier ist The Christmas Album, mit den bekannten glockenreinen Knabenstimmen, populären Arrangements populärer Weihnachtslieder, und einer großen Portion Hall - besten Dank an die Aufnahmetechnik! Wer auf viel Puderzucker steht, der wird diese CD lieben.
Nur eine Weihnachts-CD fehlte bislang - was Libera und EMI Classics aber nun geändert haben. Hier ist The Christmas Album, mit den bekannten glockenreinen Knabenstimmen, populären Arrangements populärer Weihnachtslieder, und einer großen Portion Hall - besten Dank an die Aufnahmetechnik! Wer auf viel Puderzucker steht, der wird diese CD lieben.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Humperdinck: Hänsel und Gretel (EMI Classics)
Dies ist das Dokument eines Ex- perimentes: Bei seiner EMI-Ein- spielung 1974 ging Heinz Wallberg das Risiko ein, die Partien der Kinder tatsächlich mit Kindern zu besetzen. Doch Brigitte Lindner und Eugen Hug singen grandios, und auch Ursula Roleff und Thomas Frohn können sich als Sand- bzw. Taumännchen hören lassen. Sie kommen gegen das groß besetzte Orchester erstaunlich gut an, und musizieren wie die Profis.
Das ist keinesfalls selbstverständ- lich, denn Hänsel und Gretel sind mitnichten kleine Partien; so etwas will erst einmal bewältigt werden. Aber die beiden Teenager, die diese Rollen singen dürfen, machen das mit soviel Ausdruck und Musizier- lust, dass man sich fragt, warum nie wieder jemand eine solche Besetzung gewagt hat.
Als Knusperhexe, man halte sich fest, ist Edda Moser zu hören. Und auch die Rollen von Mutter und Vater werden durch Ilse Gramatzky und Hermann Prey großartig verkörpert. Das macht diese Aufnahme zu einem derartigen Hörvergnügen, dass man dem Gürzenich-Orche- ster Köln gern den einen oder anderen krummen Ton verzeiht. Natürlich sind andere Einspielungen moderner - aber diese hier begeistert durch ihre Authentizität. Bravi!
Das ist keinesfalls selbstverständ- lich, denn Hänsel und Gretel sind mitnichten kleine Partien; so etwas will erst einmal bewältigt werden. Aber die beiden Teenager, die diese Rollen singen dürfen, machen das mit soviel Ausdruck und Musizier- lust, dass man sich fragt, warum nie wieder jemand eine solche Besetzung gewagt hat.
Als Knusperhexe, man halte sich fest, ist Edda Moser zu hören. Und auch die Rollen von Mutter und Vater werden durch Ilse Gramatzky und Hermann Prey großartig verkörpert. Das macht diese Aufnahme zu einem derartigen Hörvergnügen, dass man dem Gürzenich-Orche- ster Köln gern den einen oder anderen krummen Ton verzeiht. Natürlich sind andere Einspielungen moderner - aber diese hier begeistert durch ihre Authentizität. Bravi!
Samstag, 26. November 2011
FlötenKönig - Emmanuel Pahud (EMI Classics)
Der Flötenkönig - das ist mitnich- ten Emmanuel Pahud, der Solo- flötist der Berliner Philharmoniker, trotz der albernen Kostümierung, in der er auf dem Cover dieser CD zu sehen ist. Im Januar 2012 jährt sich zum 300. Male der Geburtstag Friedrichs II. von Preußen, auch Friedrich der Große genannt. Und so wird dies vermutlich nicht die letzte CD sein, die in den kommen- den Monaten dem Monarchen gewidmet werden wird, der mit derselben Leidenschaft Flöte spielte, mit der er auch seine Soldaten exerzierte.
"Es ist eines, Geschichte aus einem Geschichtsbuch zu lernen, Daten, Fakten und Zitate zu einem Gesamtbild zu addieren. Für mich als Musiker ist ein weiterer Schlüssel, um diese historische Epoche zu verstehen, die Musik selbst", meint Emmanuel Pahud in seinem Essay "Der neue Geist zu Hofe", beigefügt im Beiheft dieser Doppel-CD - Copyright by Axel Brüggemann, da wundert sich der Leser allerdings: Von wem stammt denn dieser Text - vom Musiker, oder von einem Musikjournalisten? Noch staunend, liest man weiter: "Schließlich funktioniert sie ähnlich wie die Sprache. Sie wandelt sich mit ihrer Zeit: neue Vokabeln werden erfunden und die Grammatik erweitert, um ein verändertes Lebensgefühl auszudrücken."
Um diesen Übergang deutlich werden zu lassen, hat der Flötist - oder war es die Mannschaft von EMI Classics, man ist sich da schon nicht mehr ganz sicher - Werke ganz unterschiedlicher Komponisten ne- beneinander gestellt. "Johann Sebastian Bach war ein Perfektionist der Form: er hat mit komplexen Systemen und Harmonien gearbei- tet, ja gar mit mathematischen Codes und sie durch seine Genialität belebt", meint Pahud. "Die nächste Generation hat diese alten Formen durchaus aufrecht erhalten, es wurden weiterhin Solostücke oder Sonaten geschrieben. Aber die Freiheit innerhalb der alten Formen wurde durch Carl Philipp Emanuel Bach, durch Quantz und auch durch Friedrich selbst erweitert. Man erkennt das daran, dass die Taktzahlen nicht mehr genau stimmen, dass alles interaktiver wirkt - und dass die Musiker suchen, was man im Jazz die ,Blue Note' nennt. Eine Stimmung, einen individuellen Ausdruck."
Der Schritt vom Barock in die Ära der Aufklärung spiegele sich in der Alltagskultur in Preußen und in seiner Musik wieder, so der Flötist: "Wer genau hinhört, versteht, wie sehr die Musiker von den moder- nen Ideen geprägt waren - und wie sie daran gearbeitet haben, sie in Musik zu übersetzen. Jeder auf seine Art." Und in seiner Position, denn da erkennt Pahud enorme Unterschiede. "Ebenso wie die Stücke Carl Philipp Emanuel Bachs, der zwar auch mit den Konventionen seines Vaters gebrochen hat, bleiben Quantz' Kompositionen Werke eines Untergebenen." Die Werke Friedrichs hingegen seien "am schwierigsten zu spielen", sagt der Flötist: "Das liegt daran, dass sie den Duktus des Herrschers tragen. Er bestimmt die Regeln, er ent- scheidet, was richtig und falsch ist." Nun ja.
Für diese CD hat Pahud exzellente Mitstreiter, allen voran Trevor Pinnock am Cembalo, der sich seit vielen Jahren der Alten Musik verschrieben hat, und hier die Kammerakademie Potsdam ebenso versiert führt, wie man das von seinen Aufnahmen mit dem von ihm gegründeten Ensembe The English Concert gewohnt ist. Die jungen Musiker spielen frisch und engagiert. Bei den Sonaten, allen voran die Triosonate aus Bachs Musikalischem Opfer BWV 1079, wirken dann allerdings Matthew Truscott, Violine, und Jonathan Manson, Violon- cello, mit.
Beide sind ausgewiesene Experten für Barockmusik; desto mehr verwundert es allerdings, dass sie hier nicht "richtige" Barockmusik spielen, sondern eine Aufführungspraxis pflegen, die man bestenfalls als historisch informiert bezeichnen könnte. Emmanuel Pahud spielt für die Musik, mit der er sich hier beschäftigt, schlicht das falsche Instrument. Wer das berühmte Gemälde genau betrachtet, das Friedrich beim Musizieren in Sanssouci zeigt, dem wird auffallen, dass der König mitnichten eine Böhm-Flöte mit Klappenmechanismus in Händen hält. Die gab es damals nämlich noch gar nicht. Und durch den Gebrauch einer Traversflöte ergeben sich nicht nur ganz andere technische Herausforderungen für den Solisten, es ergibt sich auch grundsätzlich ein gänzlich anderer Klang.
Insofern hinterlässt diese CD nicht den allerbesten Eindruck - bei aller technischen Brillanz. Natürlich ist Pahud ein sehr guter Solist, aber die Quantz-Konzerte sowie etliche Werke der beiden Bachs hat auf der Querflöte auch beispielsweise der Dresdner Flötist Eckart Haupt ein- gespielt. Wenn ich ganz ehrlich sein soll - diese Aufnahmen gefallen mir besser, auch wenn sie mittlerweile schon einige Jährchen auf dem Buckel haben. Ich finde sie stimmiger, musikantischer - und darum wird auch nicht so ein Rummel betrieben.
"Während der Aufnahme dieser CD passierte etwas, das mich faszinierte: Ich musste für jedes Werk in eine andere Rolle schlüpfen. Jeder Komponist, der Freidenker Friedrich, sein Lehrer Quantz, der revolutionäre Carl Philipp Emanuel Bach und Anna Amalia von Preußen haben aus unterschiedlichen Positionen komponiert", berichtet Pahud. "Bei allen unterschieden sich der Tonfall und der Sprachduktus der Musik. Für uns als Interpreten ist das eine große Herausforderung. So sind die einzelnen Stücke dieser CD zu kleinen Opern geworden, die von unterschiedlichen Menschen erzählen. Irgendwann formte sich aus all den Mosaiken für mich ein Bild über das Treiben, das Denken und den Geist am Hofe Preußens." Spätestens dort kann ihm der Zuhörer garantiert nicht mehr folgen; und vielleicht hätte EMI Classics auch generell das Beiheft etwas stärker auf die Musik und etwas weniger auf die Person Friedrichs ausrichten sollen. Informationen statt Klischee und Preußenkönig, gern auch ein paar Zeilen über die Musiker. So übertönt das Marke- ting-Getrommel die Flötentöne. Schade.
"Es ist eines, Geschichte aus einem Geschichtsbuch zu lernen, Daten, Fakten und Zitate zu einem Gesamtbild zu addieren. Für mich als Musiker ist ein weiterer Schlüssel, um diese historische Epoche zu verstehen, die Musik selbst", meint Emmanuel Pahud in seinem Essay "Der neue Geist zu Hofe", beigefügt im Beiheft dieser Doppel-CD - Copyright by Axel Brüggemann, da wundert sich der Leser allerdings: Von wem stammt denn dieser Text - vom Musiker, oder von einem Musikjournalisten? Noch staunend, liest man weiter: "Schließlich funktioniert sie ähnlich wie die Sprache. Sie wandelt sich mit ihrer Zeit: neue Vokabeln werden erfunden und die Grammatik erweitert, um ein verändertes Lebensgefühl auszudrücken."
Um diesen Übergang deutlich werden zu lassen, hat der Flötist - oder war es die Mannschaft von EMI Classics, man ist sich da schon nicht mehr ganz sicher - Werke ganz unterschiedlicher Komponisten ne- beneinander gestellt. "Johann Sebastian Bach war ein Perfektionist der Form: er hat mit komplexen Systemen und Harmonien gearbei- tet, ja gar mit mathematischen Codes und sie durch seine Genialität belebt", meint Pahud. "Die nächste Generation hat diese alten Formen durchaus aufrecht erhalten, es wurden weiterhin Solostücke oder Sonaten geschrieben. Aber die Freiheit innerhalb der alten Formen wurde durch Carl Philipp Emanuel Bach, durch Quantz und auch durch Friedrich selbst erweitert. Man erkennt das daran, dass die Taktzahlen nicht mehr genau stimmen, dass alles interaktiver wirkt - und dass die Musiker suchen, was man im Jazz die ,Blue Note' nennt. Eine Stimmung, einen individuellen Ausdruck."
Der Schritt vom Barock in die Ära der Aufklärung spiegele sich in der Alltagskultur in Preußen und in seiner Musik wieder, so der Flötist: "Wer genau hinhört, versteht, wie sehr die Musiker von den moder- nen Ideen geprägt waren - und wie sie daran gearbeitet haben, sie in Musik zu übersetzen. Jeder auf seine Art." Und in seiner Position, denn da erkennt Pahud enorme Unterschiede. "Ebenso wie die Stücke Carl Philipp Emanuel Bachs, der zwar auch mit den Konventionen seines Vaters gebrochen hat, bleiben Quantz' Kompositionen Werke eines Untergebenen." Die Werke Friedrichs hingegen seien "am schwierigsten zu spielen", sagt der Flötist: "Das liegt daran, dass sie den Duktus des Herrschers tragen. Er bestimmt die Regeln, er ent- scheidet, was richtig und falsch ist." Nun ja.
Für diese CD hat Pahud exzellente Mitstreiter, allen voran Trevor Pinnock am Cembalo, der sich seit vielen Jahren der Alten Musik verschrieben hat, und hier die Kammerakademie Potsdam ebenso versiert führt, wie man das von seinen Aufnahmen mit dem von ihm gegründeten Ensembe The English Concert gewohnt ist. Die jungen Musiker spielen frisch und engagiert. Bei den Sonaten, allen voran die Triosonate aus Bachs Musikalischem Opfer BWV 1079, wirken dann allerdings Matthew Truscott, Violine, und Jonathan Manson, Violon- cello, mit.
Beide sind ausgewiesene Experten für Barockmusik; desto mehr verwundert es allerdings, dass sie hier nicht "richtige" Barockmusik spielen, sondern eine Aufführungspraxis pflegen, die man bestenfalls als historisch informiert bezeichnen könnte. Emmanuel Pahud spielt für die Musik, mit der er sich hier beschäftigt, schlicht das falsche Instrument. Wer das berühmte Gemälde genau betrachtet, das Friedrich beim Musizieren in Sanssouci zeigt, dem wird auffallen, dass der König mitnichten eine Böhm-Flöte mit Klappenmechanismus in Händen hält. Die gab es damals nämlich noch gar nicht. Und durch den Gebrauch einer Traversflöte ergeben sich nicht nur ganz andere technische Herausforderungen für den Solisten, es ergibt sich auch grundsätzlich ein gänzlich anderer Klang.
Insofern hinterlässt diese CD nicht den allerbesten Eindruck - bei aller technischen Brillanz. Natürlich ist Pahud ein sehr guter Solist, aber die Quantz-Konzerte sowie etliche Werke der beiden Bachs hat auf der Querflöte auch beispielsweise der Dresdner Flötist Eckart Haupt ein- gespielt. Wenn ich ganz ehrlich sein soll - diese Aufnahmen gefallen mir besser, auch wenn sie mittlerweile schon einige Jährchen auf dem Buckel haben. Ich finde sie stimmiger, musikantischer - und darum wird auch nicht so ein Rummel betrieben.
"Während der Aufnahme dieser CD passierte etwas, das mich faszinierte: Ich musste für jedes Werk in eine andere Rolle schlüpfen. Jeder Komponist, der Freidenker Friedrich, sein Lehrer Quantz, der revolutionäre Carl Philipp Emanuel Bach und Anna Amalia von Preußen haben aus unterschiedlichen Positionen komponiert", berichtet Pahud. "Bei allen unterschieden sich der Tonfall und der Sprachduktus der Musik. Für uns als Interpreten ist das eine große Herausforderung. So sind die einzelnen Stücke dieser CD zu kleinen Opern geworden, die von unterschiedlichen Menschen erzählen. Irgendwann formte sich aus all den Mosaiken für mich ein Bild über das Treiben, das Denken und den Geist am Hofe Preußens." Spätestens dort kann ihm der Zuhörer garantiert nicht mehr folgen; und vielleicht hätte EMI Classics auch generell das Beiheft etwas stärker auf die Musik und etwas weniger auf die Person Friedrichs ausrichten sollen. Informationen statt Klischee und Preußenkönig, gern auch ein paar Zeilen über die Musiker. So übertönt das Marke- ting-Getrommel die Flötentöne. Schade.
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Liszt: Orchesterwerke (EMI Classics)
Es ist erstaunlich - doch Franz Liszt (1811 bis 1886) hat lediglich 25 Werke geschaffen, in denen das Orchester eine maßgebliche Rolle spielt. 13 davon sind Tondich- tungen - Musik, die Ideen zum Gegenstand hat, Mythen oder andere literarische Vorlagen. Die meisten davon hat er in seiner Weimarer Zeit, in den Jahren zwischen 1843 und 1861, voll- endet.
Doch auch Goethes Faust und Dantes Göttlicher Komödie wid- mete Liszt Sinfonien. Hinzu kommen zwei Klavierkonzerte und eine Reihe weiterer, keineswegs weniger gewichtiger Werke für Klavier und Orchester - darunter die Transkription von Schuberts Wanderer-Fantasie, die Grande Fantaisie symphonique sur des thèmes de Lélio de Berlioz oder der berühmte Totentanz.
Zum Liszt-Jubiläum legt EMI Classics nun eine legendäre Aufnahme all dieser Werke wieder vor: Die erste deutsche Gesamtaufnahme, eingespielt vom Gewandhausorchester Leipzig unter Kurt Masur Anfang der 80er Jahre in Leipzig. Die Klavierparts übernahm seiner- zeit Michel Béroff. Und man muss sagen, dass diese Edition noch immer Maßstäbe setzt, die alle Nachfolger erst einmal erreichen müssen.
Doch auch Goethes Faust und Dantes Göttlicher Komödie wid- mete Liszt Sinfonien. Hinzu kommen zwei Klavierkonzerte und eine Reihe weiterer, keineswegs weniger gewichtiger Werke für Klavier und Orchester - darunter die Transkription von Schuberts Wanderer-Fantasie, die Grande Fantaisie symphonique sur des thèmes de Lélio de Berlioz oder der berühmte Totentanz.
Zum Liszt-Jubiläum legt EMI Classics nun eine legendäre Aufnahme all dieser Werke wieder vor: Die erste deutsche Gesamtaufnahme, eingespielt vom Gewandhausorchester Leipzig unter Kurt Masur Anfang der 80er Jahre in Leipzig. Die Klavierparts übernahm seiner- zeit Michel Béroff. Und man muss sagen, dass diese Edition noch immer Maßstäbe setzt, die alle Nachfolger erst einmal erreichen müssen.
Freitag, 24. Juni 2011
Simon O’Neill, Father and Son – Wagner Scenes and Arias (EMI Classics)
Kaum zu glauben, aber dieser Te- nor hat auch den Tamino gesungen – als Debüt bei den Salzburger Festspielen. 1971 in Neuseeland geboren, studierte Simon O’Neill an verschiedenen Musikhochschu- len, zuletzt am Juilliard Opera Center. Seit 2001 erarbeitet der Sänger unter Anleitung von Sir Donald McIntyre die Tenor-Par- tien Richard Wagners. Er gewann den Wettbewerb der britischen Wagner Society, und übernahm an der Metropolitan Opera die Partie des Siegmund von Placido Domingo – kein schlechter Start in eine Karriere als Wagner-Sänger. Mittlerweile hat O’Neill am Royal Opera House, in Wien, Berlin, München und Hamburg sowie in Bayreuth und in Mailand gesungen.
Seine Stimme ist, obzwar nicht immer unangestrengt, kraftvoll und tragfähig. Sie klingt männlich und strahlend; O’Neill ist zudem in der Lage, sie stark einzufärben, was zu den Helden Wagners besser passt als ein allzu helles, glattes Timbre. „Im Mittelpunkt dieser CD stehen Siegmund und Siegfried, die beiden großen Tenöre im Ring“, sagt O’Neill. „Ich bin geradezu verrückt nach diesen Rollen, und zwar nicht nur allein wegen ihrer Musik, sondern auch aufgrund der Gesamtwerke, zu denen sie gehören.“
Siegmund, der Sohn des Göttervaters Wotan mit einer Menschin, findet im Hause Hundings nicht nur das ihm verheißene Schwert, sondern auch seine Schwester Sieglinde. Siegfried, der Sohn des inzestuösen Paares, aufgewachsen bei Ziehvater Mime, muss sich später den Weg zu jener Braut freikämpfen, die ihm das Waldvöglein verheißen hat: Brünnhilde, die in Waffen und Rüstung im Feuerring schläft. Und natürlich ist auf dieser CD auch Siegfrieds Sterbeszene zu finden, flankiert von Rheinfahrt und Trauermarsch. Es musiziert das New Zealand Symphony Orchestra unter Leitung des jungen finni- schen Dirigenten Pietari Inkinen – und das gar nicht mal schlecht.
Das zweite Vater-Sohn-Paar , dem diese CD gilt, sind Parsifal und Lohengrin. Durch Elsas Neugier sieht sich Lohengrin gezwungen, seine Herkunft preiszugeben – und zum Gral zurückzukehren, wie es den Gralsrittern vorgeschrieben ist: „Erkennt ihr ihn, dann muß er von euch ziehn.“ Damit beginnt die CD; Lohengrin lässt ein Schwert, ein Horn und einen Ring zurück, die schließlich mit Siegfried wieder auf die Bühne gelangen.
Seine Stimme ist, obzwar nicht immer unangestrengt, kraftvoll und tragfähig. Sie klingt männlich und strahlend; O’Neill ist zudem in der Lage, sie stark einzufärben, was zu den Helden Wagners besser passt als ein allzu helles, glattes Timbre. „Im Mittelpunkt dieser CD stehen Siegmund und Siegfried, die beiden großen Tenöre im Ring“, sagt O’Neill. „Ich bin geradezu verrückt nach diesen Rollen, und zwar nicht nur allein wegen ihrer Musik, sondern auch aufgrund der Gesamtwerke, zu denen sie gehören.“
Siegmund, der Sohn des Göttervaters Wotan mit einer Menschin, findet im Hause Hundings nicht nur das ihm verheißene Schwert, sondern auch seine Schwester Sieglinde. Siegfried, der Sohn des inzestuösen Paares, aufgewachsen bei Ziehvater Mime, muss sich später den Weg zu jener Braut freikämpfen, die ihm das Waldvöglein verheißen hat: Brünnhilde, die in Waffen und Rüstung im Feuerring schläft. Und natürlich ist auf dieser CD auch Siegfrieds Sterbeszene zu finden, flankiert von Rheinfahrt und Trauermarsch. Es musiziert das New Zealand Symphony Orchestra unter Leitung des jungen finni- schen Dirigenten Pietari Inkinen – und das gar nicht mal schlecht.
Das zweite Vater-Sohn-Paar , dem diese CD gilt, sind Parsifal und Lohengrin. Durch Elsas Neugier sieht sich Lohengrin gezwungen, seine Herkunft preiszugeben – und zum Gral zurückzukehren, wie es den Gralsrittern vorgeschrieben ist: „Erkennt ihr ihn, dann muß er von euch ziehn.“ Damit beginnt die CD; Lohengrin lässt ein Schwert, ein Horn und einen Ring zurück, die schließlich mit Siegfried wieder auf die Bühne gelangen.
„Das Album endet mit meinem persönlichen Favoriten dieses Repertoirebereichs“, so O’Neill, „mit Parsifals atemberaubendem ,Nur eine Waffe taugt’.“ So schließt sich der Kreis, und auch das Porträt des Sängers erhält eine weitere Facette. O’Neill gestaltet die Abgründe und die diversen Schrammen von Wagners Figuren mit Intelligenz; man darf gespannt sein, welche Opern er noch für sich entdeckt.
Samstag, 21. Mai 2011
Libera - Eternal (EMI Classics)
Wie begeistert man Jungs für einen Kirchenchor? Man steckt sie in ziemlich exotische Gewänder - und macht Popstars aus ihnen. Bei Libera jedenfalls, dem Boys Choir der Pfarrei der anglikanischen St. Philip’s Church von Norbury im Süden von London, funktioniert dieses Konzept offenbar prächtig. Chorleiter Robert Prizeman kom- biniert für seine Chorbuben sakrale Musik und handelsüblichen Pop- sound.
Das Ergebnis klingt mitunter ziemlich wattig-mystisch; die stärksten Stücke auf dieser CD sind ohne Zweifel die "echten" Klassiker, die nicht ganz so viel Puderzucker ab- bekommen haben, wie Mother of God von John Taverner, das Nacht- gebet von Hänsel und Gretel aus Humperdincks gleichnamiger Oper oder Air on the G string von Bach, blitzsauber gesungen in einem Arrangement von Robert Prizeman. Doch welcher Kantor hätte heut- zutage nicht gern ein solches Ensemble mit 25 bis 30 sangesfreudigen Knaben im Alter von sieben bis 16 Jahren!
Und erfolgreich sind die Jungs. Sie haben mittlerweile etliche Alben eingespielt, an den Soundtracks von Kinofilmen wie Romeo und Julia und Hannibal mitgewirkt, und ihre Konzertreisen führen sie bis nach Brasilien. Die Buben singen wie die Engel. Allerdings wird man den Verdacht nicht los, dass auch die Toningenieure an diesem Sound kräftig mitgewirkt haben - gar zu überirdisch hallt manches Lied.
Das Ergebnis klingt mitunter ziemlich wattig-mystisch; die stärksten Stücke auf dieser CD sind ohne Zweifel die "echten" Klassiker, die nicht ganz so viel Puderzucker ab- bekommen haben, wie Mother of God von John Taverner, das Nacht- gebet von Hänsel und Gretel aus Humperdincks gleichnamiger Oper oder Air on the G string von Bach, blitzsauber gesungen in einem Arrangement von Robert Prizeman. Doch welcher Kantor hätte heut- zutage nicht gern ein solches Ensemble mit 25 bis 30 sangesfreudigen Knaben im Alter von sieben bis 16 Jahren!
Und erfolgreich sind die Jungs. Sie haben mittlerweile etliche Alben eingespielt, an den Soundtracks von Kinofilmen wie Romeo und Julia und Hannibal mitgewirkt, und ihre Konzertreisen führen sie bis nach Brasilien. Die Buben singen wie die Engel. Allerdings wird man den Verdacht nicht los, dass auch die Toningenieure an diesem Sound kräftig mitgewirkt haben - gar zu überirdisch hallt manches Lied.
Donnerstag, 28. April 2011
The Ultimate Wedding Collection (EMI Classics)
Pünktlich zur Hochzeit des Jahres hat EMI Classics aus seinen reichen Archiven eine Doppel-CD zusammengestellt, die Musik für den schönsten Tag im Leben in geradezu üppiger Auswahl enthält. Da finden sich Dauerbrenner wie der un- vermeidliche Hochzeitsmarsch aus Wagners Oper Lohengrin neben Händels ebenso bekanntem Largo aus der Oper Xerxes, dem berühmten Alleluia aus Mozarts Exsultate, jubilate oder das unverwüstliche Amazing Grace neben Entdeckungen wie der Toccata aus Widors Sympony No. 5, The Call aus Vaughan Williams Five Mystical Songs oder If ye love me von Thomas Tallis. Wer eine Hochzeit vorbereitet und dafür klassische Musik auswählen will - diese CD beschert auch weniger klassikaffinen Paaren eine große Portion Vorfreude, und die Qual der Wahl.
Donnerstag, 31. März 2011
Bach: Johannes-Passion; Forster (EMI Classics)
Eine Aufnahme aus dem Jahre 1962 - historisch korrektes Musi- zieren ist da nicht zu erwarten. Karl Forster nähert sich Bachs Werk vielmehr mit dem spät- romantischen Blick, und sehr viel Sinn für Dramatik. Dass diese Einspielung trotzdem auch heute noch begeistert, das liegt in erster Linie an dem grandiosen Solisten- ensemble. Zu hören sind Fritz Wunderlich als (hervorragender) Evangelist, Dietrich Fischer-Dieskau als Jesus, sowie Elisabeth Grümmer, Sopran, und Christa Ludwig, Alt, die ihre Arien mit anrührender Innigkeit und beeindruckender Intensität gestalten, Josef Traxel, der mit seinem messerscharf geführten Tenor nicht ganz das Niveau der anderen Sänger erreicht, und Karl Christian Kohn, Bass. Es singt der Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin - der damals weltweit einen ausgezeichneten Ruf hatte -, und es spielen die Berliner Symphoniker. EMI Classics legt diese historische Einspielung nun als Bestandteil der Electrola Collection wieder vor - sehr ordentlich re- mastert, Kompliment! Freunde schöner Stimmen dürfen sich freuen.
Freitag, 18. März 2011
Bartók, Grieg, Strauss: Violin Sonatas; Frang (EMI Classics)
Um es gleich vorweg zu schreiben: Vilde Frang gehört nicht zu jenen Geigenmädchen, die, durch die Marketingspezialisten der Platten- firmen hochgelobt, wie die Kome- ten im Feuilleton auftauchen - und ebenso schnell daraus wieder verschwinden. Schon ihre Debüt-CD mit Violinkonzerten von Sibe- lius und Prokofjew zeigte eine sehr eigenständige Künstlerin, die trotz ihrer Jugend durch ihre überwälti- gende musikalische Ausdrucks- fähigkeit begeisterte.
Die Geigerin, die aus Oslo stammt, erhielt dafür inzwischen zahlreiche Preise. Ähnliche Beachtung dürfte auch ihre zweite CD finden, die nun bei EMI Classics erschienen ist. Hier spielt sie zusammen mit dem Pianisten Michail Lifits die Violinsonate Nr. 1 in F-Dur op. 8 von Edvard Grieg sowie die Violinsonate in Es-Dur op. 18 von Richard Strauss. Diese beiden selten zu hörenden Jugendwerke ergänzt sie durch die Sonate für Solovioline BB 124, Sz. 117 von Béla Bartók - ein Stück, das seine Nähe zu Bach nicht verleugnen kann, aber das große Vorbild modern weiterführt, und wesentlich emotionaler.
Alle drei Stücke fordern vom Interpreten ausgeprägte Virtuosität, doch sie belohnen ihn auch durch mitreißende Lebensfreude und eine große Portion Dramatik, was der temperamentvollen Solistin offen- kundig sehr liegt. Das Zusammenspiel mit Lifits wird stellenweise zum musikalischen Wettbewerb, in dem sich die beiden Solisten mit großem Vergnügen zu überbieten trachten. Doch spätromantisches Pathos wird man vergebens suchen. Frang gestaltet ausgesprochen intelligent, und sie verfügt über eine enorme Palette an insbesondere auch dunklen Klangfarben, die sie sehr geschickt einsetzt. Von dieser jungen Solistin werden wir ohne Zweifel in der Zukunft noch sehr viel hören - man darf gespannt bleiben.
Die Geigerin, die aus Oslo stammt, erhielt dafür inzwischen zahlreiche Preise. Ähnliche Beachtung dürfte auch ihre zweite CD finden, die nun bei EMI Classics erschienen ist. Hier spielt sie zusammen mit dem Pianisten Michail Lifits die Violinsonate Nr. 1 in F-Dur op. 8 von Edvard Grieg sowie die Violinsonate in Es-Dur op. 18 von Richard Strauss. Diese beiden selten zu hörenden Jugendwerke ergänzt sie durch die Sonate für Solovioline BB 124, Sz. 117 von Béla Bartók - ein Stück, das seine Nähe zu Bach nicht verleugnen kann, aber das große Vorbild modern weiterführt, und wesentlich emotionaler.
Alle drei Stücke fordern vom Interpreten ausgeprägte Virtuosität, doch sie belohnen ihn auch durch mitreißende Lebensfreude und eine große Portion Dramatik, was der temperamentvollen Solistin offen- kundig sehr liegt. Das Zusammenspiel mit Lifits wird stellenweise zum musikalischen Wettbewerb, in dem sich die beiden Solisten mit großem Vergnügen zu überbieten trachten. Doch spätromantisches Pathos wird man vergebens suchen. Frang gestaltet ausgesprochen intelligent, und sie verfügt über eine enorme Palette an insbesondere auch dunklen Klangfarben, die sie sehr geschickt einsetzt. Von dieser jungen Solistin werden wir ohne Zweifel in der Zukunft noch sehr viel hören - man darf gespannt bleiben.
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