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Samstag, 28. März 2015

Mozart: Requiem (Hänssler Profil)

Karl Richter (1926 bis 1981), der Sohn eines Pfarrers, begann seine musikalische Ausbildung als Kruzianer in Dresden. Nach dem Krieg studierte er in Leipzig bei Karl Straube und Günther Ramin. Schon früh galt er als überragender Bach-Interpret; 1949 wurde er Organist an der Leipziger Thomaskirche, 1951 ging er als Kantor nach München an die Markuskirche. Im gleichen Jahr übernahm er die Leitung des Hein- rich-Schütz-Kreises, 1954 umbenannt in Münchener Bach-Chor; 1953 gründete Richter dazu das Münchener Bach-Orchester. Mit den beiden Ensembles hat Karl Richter legendäre Konzerte, insbesondere auch mit Werken von Johann Sebastian Bach, gegeben. Dabei zeigte er sich von Musizier-Moden ziemlich unbeeindruckt – Richter orientierte sich strikt am Notentext, und das macht auch die Aufnahmen bis heute interessant, die unter seiner Leitung entstanden sind. In der Edition Günter Hänssler ist jüngst eine hörenswerte Einspielung aus dem Jahre 1961 erschienen – ausnahmsweise dirigierte Richter einmal nicht Bach, sonndern Mozarts berühmtes Requiem

Montag, 5. April 2010

Verdi: Messa da Requiem (Deutsche Grammophon)

Ein Konzertmitschnitt aus der Stuttgarter Liederhalle, entstanden im November 1960 - in einer Zeit, als die Stars noch in der Nachbar- schaft wohnten, und nicht nur zum Konzert eingeflogen wurden. Auch die Gesangskultur war eine andere, wie dieses Solistenquartett zeigt - da wird miteinander musiziert, statt um die Wette zu tönen. Natürlich sind die vier Sänger keine Spezialisten fürs italienische Fach; selbst Fritz Wunderlich wirkt etwas angestrengt, aber er wäre in solche Partien ganz sicher hineingewachsen, wenn ihm die Lebenszeit dazu vergönnt gewesen wäre. Wer also den legendären Tenor mit diesem Werk hören will, der muss sich mit dieser Aufnahme be- scheiden - und damit abfinden, dass hier neben dem Südfunk-Chor auch der Stuttgarter Lehrergesangsverein und der Bachchor Stuttgart mitsingen, ein wackerer Haufen zwar begeisterter, aber dennoch musikalischer Laien. Auch Hans Müller-Kray, der diese Sänger- scharen sowie das Südfunk-Sinfonieorchester dirigierte, hat ganz sicher nicht das Format eines Karajan oder Toscanini. Wer sich aber mit dem Gedanken anfreunden kann, dass es sich hier um die Auf- zeichnung eines Konzertes mit lokaler Besetzung und ursprünglich auch nur regionaler Relevanz handelt, der wird viel Staunenswertes finden.

Sonntag, 29. November 2009

In Dulci Jubilo - Maria Stader Sings European Christmas Songs (Deutsche Grammophon)


Diese CD gehört zu meinen ganz persönlichen Weihnachtsfavoriten. Im Kerzenschein den glocken-reinen Stimmen von Maria Stader und der Münchner Chorbuben zu lauschen, das gleicht einer Begegnung mit dem Engel der Weihnacht, der seine Frohe Botschaft verkündet.
Maria Stader (1911-1999), geboren in Budapest, aufgewachsen in der Schweiz, wurde in den 50er und 60er Jahren vor allem für ihre Interpretationen von Partien Mozarts und Bachs gefeiert.  Zur Legende wurde insbesondere ihre Königin der Nacht. Dieses Album lässt ahnen, wieso die Sängerin das Publikum seinerzeit derart begeisterte. 
Stader singt vom ersten bis zum letzten Ton mit mitreißender Freude. Die Sopranistin interpretiert die alten Weihnachtslieder wie Mozarts herrliche Motette "Exsultate, jubilate" mit überragender musika-lischer Intelligenz und entwickelt so eine fantastische Ausstrahlung, die vielen makellosen, aber "abwaschbaren" Einspielungen heutzutage leider fehlt. Was für eine Künstlerpersönlichkeit! Und welch festlicher Glanz! Diese Aufnahmen muss man einfach lieben.