Aufnahmen von Händels Messias gibt es viele. Diese hier setzt auf Rhetorik - und man horcht gleich beim ersten Solo des Tenors Rufus Müller auf: Ganz offenkundig sind sich Sänger, Instrumentalisten und Dirigent in Sachen Gestaltung einig. Wer regelmäßig "echte" Konzerte besucht, der weiß, das dies keinesfalls selbstverständlich ist.
Die Solopartien sind mit Karina Gauvin, Robin Blaze, Rufus Müller und Brett Polegato sehr hörenswert besetzt; in diesem Solistenquar- tett schwächelt einzig die Sopranistin ein wenig. Vielleicht liegt es an der starken Orientierung am Text, dass Gauvin eher erdverbunden-dramatisch klingt als engelhaft ätherisch.
Das Tafelmusik Baroque Orchestra überzeugt durch sein exzellentes Zusammenspiel mit den Sängern, und durch eine Leichtigkeit und Beschwingtheit, die auch Händel ganz sicher begeistert hätte. Im Zentrum dieses Oratoriums aber steht eigentlich der Chor, in diesem Falle der Tafelmusik Chamber Choir unter Ivars Taurins. Das Ensem- ble ist für einen Kammerchor ziemlich groß, doch es singt phäno- menal. Die Stimmen sind enorm beweglich, klangschön und von einer berückenden Ausstrahlung. Wer auf der Suche nach einer Messias-Einspielung für die Feiertage ist - diese hier gehört zu den absoluten Favoriten. Unbedingt anhören!
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Sonntag, 25. November 2012
Donnerstag, 5. Juli 2012
Vivaldi: The four seasons (Tafelmusik)
Tafelmusik, Kanadas renommiertes Barockensemble, überrascht hier mit einer nicht uninteressanten Aufnahme von Vivaldis berühmten Vier Jahreszeiten. Jeanne Lamon, die das Orchester von der Solo-Violine aus leitet, hat mit ihren Musikern eine Version erarbeitet, die zwar auf den ersten Blick eher unspektakulär wirkt, aber beim näheren Hinhören eine Vielzahl musikalischer Details offenbart. Tafelmusik verzichtet auf allzu brachiale Effekte; dafür gelingt es den Musikern aber, Vivaldis Pro- grammmusik so vorzutragen, dass die Inhalte, die der Komponist vermitteln wollte, hörbar werden - vom bellenden Hund bis zum betrunkenen Bauern und vom aufzuckenden Blitz bis zu den im Frost klappernden Zähnen.
Ergänzt hat das Ensemble die vier Konzerte durch die Sinfonie h-Moll Am heiligen Grabe - eine Rarität, die man selten zu hören bekommt - und durch das Concerto für vier Violinen in h-Moll. Es ist hier in der Tat nur mit vier Violinen besetzt. Dazu gesellen sich zwei Bratschen, Violoncello und Kontrabass sowie Erzlaute und Cembalo. In dieser Minimalbesetzung klingt das Werk wunderbar. Gratulation an Tafel- musik für das gelungene Album.
Ergänzt hat das Ensemble die vier Konzerte durch die Sinfonie h-Moll Am heiligen Grabe - eine Rarität, die man selten zu hören bekommt - und durch das Concerto für vier Violinen in h-Moll. Es ist hier in der Tat nur mit vier Violinen besetzt. Dazu gesellen sich zwei Bratschen, Violoncello und Kontrabass sowie Erzlaute und Cembalo. In dieser Minimalbesetzung klingt das Werk wunderbar. Gratulation an Tafel- musik für das gelungene Album.
Samstag, 16. Juni 2012
Handel: Music for the Royal Fireworks (Tafelmusik)
Kanadas vielfach ausgezeichnetes Originalklang-Ensemble Tafelmusik spielt die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel, ergänzt um drei Concerti a due cori.
Mit dem Feuerwerk, für das Händel diese Musik geschaffen hat, feierte 1749 ganz London den Aachener Friedensvertrag. Er beendete eine Phase der Unsicherheit, die schließlich im Österreichischen Erfolgekrieg auf dem Kontinent sowie dem Aufstand der Jakobiten in Großbritannien gipfelte. Nach diesen kriegerischen Auseinander- setzungen gab es damals offenbar Militärmusiker in großer Zahl, so dass genug Bläser verfügbar waren für eine üppige Besetzung - Hän- dels Autograph der Feuerwerksmusik verzeichnet neun Trompeter, drei Pauker, neun Hornisten, 24 Oboen und zwölf Fagotte, dazu ein Kontrafagott und ein Serpent.
Dieses Aufgebot scheint dem König gefallen zu haben; es ist über- liefert, dass dieser wenig begeistert reagierte, als Händel die Be- setzung um Streicher erweitern wollte. Das Werk war bereits zu seiner Uraufführung ein Publikumsrenner - kein anderes Konzert Händels hatte jemals derart viele Zuhörer. Und schon bei einer Voraufführung in Vauxhall Gardens war der Andrang so groß, dass auf der London Bridge ein Verkehrsstau entstand.
Nach dem legendären Feuerwerk wurde die Musik in einer "Konzert- saal-Version" - diesmal also mit Streichern, und mit Bläsern in or- chesterüblicher Anzahl - weiter aufgeführt. Und sie ist bis heute ein Garant für volle Häuser und ein erfreutes Publikum. Das gilt erst recht, wenn das Werk so stilsicher aufgeführt wird, wie im Falle von Tafelmusik. Und die historischen Bauformen der Blasinstrumente bringen hier zudem außerordentlich interessante Klangfarben ins Spiel. Diese CD ist sehr gelungen, unbedingt anhören!
Mit dem Feuerwerk, für das Händel diese Musik geschaffen hat, feierte 1749 ganz London den Aachener Friedensvertrag. Er beendete eine Phase der Unsicherheit, die schließlich im Österreichischen Erfolgekrieg auf dem Kontinent sowie dem Aufstand der Jakobiten in Großbritannien gipfelte. Nach diesen kriegerischen Auseinander- setzungen gab es damals offenbar Militärmusiker in großer Zahl, so dass genug Bläser verfügbar waren für eine üppige Besetzung - Hän- dels Autograph der Feuerwerksmusik verzeichnet neun Trompeter, drei Pauker, neun Hornisten, 24 Oboen und zwölf Fagotte, dazu ein Kontrafagott und ein Serpent.
Dieses Aufgebot scheint dem König gefallen zu haben; es ist über- liefert, dass dieser wenig begeistert reagierte, als Händel die Be- setzung um Streicher erweitern wollte. Das Werk war bereits zu seiner Uraufführung ein Publikumsrenner - kein anderes Konzert Händels hatte jemals derart viele Zuhörer. Und schon bei einer Voraufführung in Vauxhall Gardens war der Andrang so groß, dass auf der London Bridge ein Verkehrsstau entstand.
Nach dem legendären Feuerwerk wurde die Musik in einer "Konzert- saal-Version" - diesmal also mit Streichern, und mit Bläsern in or- chesterüblicher Anzahl - weiter aufgeführt. Und sie ist bis heute ein Garant für volle Häuser und ein erfreutes Publikum. Das gilt erst recht, wenn das Werk so stilsicher aufgeführt wird, wie im Falle von Tafelmusik. Und die historischen Bauformen der Blasinstrumente bringen hier zudem außerordentlich interessante Klangfarben ins Spiel. Diese CD ist sehr gelungen, unbedingt anhören!
Sonntag, 29. April 2012
Bach: Brandenburg Concertos (Tafelmusik)
Das Tafelmusik Baroque Orchestra, 1979 gegründet und seit 1981 ge- leitet von Jeanne Lamon, ist Kana- das gefeiertes Originalklang-En- semble. Das Orchester mit Sitz in Toronto musiziert auf historischen Instrumenten oder ihren Nach- bauten.
1993/94 hat Tafelmusik Bachs Brandenburgische Konzerte ein- gespielt. Dabei erweist sich, das das Ensemble bei Flöten, Strei- chern und Cembalo gut bis exzellent besetzt ist. Der Klang der Blechbläser und der Oboen aber ist, vorsichtig gesagt, gewöhnungs- bedürftig - mein Fall ist das nicht. Überhaupt lässt die Aufnahme streckenweise Spielfreude, Leidenschaft und Dynamik vermissen. Das ist alles ganz solide, aber auch nicht mehr. Es fehlt an Würze, an Akzenten und oftmals auch an Gestaltungsideen. Und so rettet auch das schön gemachte, sehr informative Booklet diese Doppel-CD nicht. Schade.
1993/94 hat Tafelmusik Bachs Brandenburgische Konzerte ein- gespielt. Dabei erweist sich, das das Ensemble bei Flöten, Strei- chern und Cembalo gut bis exzellent besetzt ist. Der Klang der Blechbläser und der Oboen aber ist, vorsichtig gesagt, gewöhnungs- bedürftig - mein Fall ist das nicht. Überhaupt lässt die Aufnahme streckenweise Spielfreude, Leidenschaft und Dynamik vermissen. Das ist alles ganz solide, aber auch nicht mehr. Es fehlt an Würze, an Akzenten und oftmals auch an Gestaltungsideen. Und so rettet auch das schön gemachte, sehr informative Booklet diese Doppel-CD nicht. Schade.
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