Die Musik und nur die Musik steht im Mittelpunkt des konzertanten Wagner-Zyklus, den das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Ma- rek Janowski im November 2010 mit der Oper Der fliegende Hollän- der begonnen haben. Der Dirigent ist ganz Herr des Geschehens; er muss sich nicht mit „fachfremden“ Ideen herumplagen, wie denen eines Regisseurs. Aber es lastet damit auch die Verantwortung für das Gelingen der Einspielung sehr weitgehend auf seinen Schultern.
Das kann gutgehen – muss es aber nicht, wie der Mitschnitt der konzertanten Aufführung von Wagners Oper Tristan und Isolde vom 27. März 2012 zeigt. Es ist bislang die schwächste Aufnahme des Berliner Wagner-Zyklus.
Zwar steht Janowski für dieses Projekt die internationale Wagner-Sängerelite zur Verfügung. Doch Stephen Gould als Tristan, das ist für meine Ohren ein Totalausfall. Einen solchen Umgang mit einer Partie habe ich selbst in der tiefsten sächsischen Provinz jahrzehntelang nicht mehr erlebt.
Außerordentlich spannend besetzt sind hingegen die Isolde und die Brangäne. Nina Stemme ist eine grandiose Isolde – kein unbedarftes Königstöchterlein, sondern ziemlich handfest, und voll Leidenschaft. Ihr Sopran klingt dunkler, erfahrener, emotionaler als die Stimme ihrer Vertrauten Brangäne, die hier mit einem schlanken, hellen Timbre überrascht. Die südafrikanische Mezzosopranistin Michelle Breedts zeigt in dieser Rolle zudem, dass Wagners Wurzeln im Belcanto zu finden sind – und wie! Die beiden Damen singen zu hören, das ist ein Erlebnis. Auch Kwangchul Youn als Marke und Johan Reuter als Kurwenal sind große Klasse.
Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin agieren mit gewohnter Präzision. Allerdings hat Janowski mit Wagners Musik diesmal so seine Probleme. Wer Klangrausch sucht und knisternde Erotik, der wird sich verwundert die Augen reiben. Denn hier wird im Detail wunderschön, aber oft auch verblüffend zügig und seltsam steif musiziert. Janowski setzt auf Struktur statt auf Glut. Spannung kann sich so nicht aufbauen.
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Sonntag, 30. Juni 2013
Donnerstag, 6. Dezember 2012
Wagner: Organ Transcriptions by Edwin Henry Lemare (Tactus)
Die Musik von Richard Wagner hat viele Organisten zu Transkriptionen angeregt. So haben Théodore Dubois, Franz Liszt und Sigfrid Karg-Elert Wagner-Klänge für die Orgel bearbeitet.
Auf dieser CD präsentiert Giulio Mercati, Leiter des Festival Orga- nistico Lauretano, an der Orgel der berühmten Kirche zu Loreto die Version, die Edwin Henry Lemare (1865 bis 1934) geschaffen hat. Lemare war ein berühmter briti- scher Organist, der allerdings auch sehr unstet war und seine Anstellungen immer wieder aufgab, um auf Konzertreisen zu gehen. Er komponierte für die Orgel eine Vielzahl von Stücken, und bearbeitete zudem bekannte Werke anderer Meister für sein Instrument.
Wenn man hört, wie er Wagner auf der Orgel erklingen lässt, dann stellt man zum einen erfreut fest, dass diese Arrangements die komplexen musikalischen Strukturen kongenial erfassen und wiedergeben. Zum anderen aber muss man bemerken, dass Wagners Opern sich hervorragend dazu eignen, auf der Orgel wiedergegeben zu werden. Und das ist wirklich eine Überraschung.
Auf dieser CD präsentiert Giulio Mercati, Leiter des Festival Orga- nistico Lauretano, an der Orgel der berühmten Kirche zu Loreto die Version, die Edwin Henry Lemare (1865 bis 1934) geschaffen hat. Lemare war ein berühmter briti- scher Organist, der allerdings auch sehr unstet war und seine Anstellungen immer wieder aufgab, um auf Konzertreisen zu gehen. Er komponierte für die Orgel eine Vielzahl von Stücken, und bearbeitete zudem bekannte Werke anderer Meister für sein Instrument.
Wenn man hört, wie er Wagner auf der Orgel erklingen lässt, dann stellt man zum einen erfreut fest, dass diese Arrangements die komplexen musikalischen Strukturen kongenial erfassen und wiedergeben. Zum anderen aber muss man bemerken, dass Wagners Opern sich hervorragend dazu eignen, auf der Orgel wiedergegeben zu werden. Und das ist wirklich eine Überraschung.
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