Heinrich Schütz (1585 bis 1672) hat wie kein anderer Komponist die Kunst der venezianischen Mehrchö- rigkeit mit der lutherischen Tradition der Textauslegung verknüpft. Besonders strahlend zeigt sich diese seine Kunstfertigkeit in den Psalmen Davids. Dort verbindet er repräsen- tative Klangpracht, wie er sie in Italien bei Giovanni Gabrieli kennengelernt hat, mit der Idee der Predigt, allerdings in Musik gesetzt, denn das war das Geschäft des Kapellmeisters am sächsischen Kurfürstenhof.
Dieses bedeutende Werk gehört auch in der Schütz-Gesamteinspielung bei Carus ohne Zweifel zu den Höhepunkten. Das liegt zum einen an den herausragenden Solisten, die in den Favoritchören musizieren. Doch auch die Kapellchöre sind nicht wirklich schwächer besetzt. Hans-Christoph Rademann gelingt es zudem, die Sänger und die Instrumentalisten des Dresdner Barockorchesters so durch die komplizierten musikalischen Strukturen zu navigieren, dass der Klang perfekt ausbalanciert bleibt, so dass die Musik zu jedem Zeitpunkt durchhörbar wirkt. An keiner Stelle entsteht Klangbrei; allen Mitwirkenden gelingt es obendrein, Emotion und Textverständlichkeit in vorbildlicher Weise zu kombinieren. Und als besonderes Sahnehäubchen erklingt das ohnehin groß besetzte Danket dem Herren, denn er ist freundlich SWV 45 hier erstmals mit einem von dem Trompeter Edward H. Tarr rekonstruierten fünfstimmigen Bläserchor nebst Pauke. So wird auch die höfische Dimension dieser Musik zum Erlebnis.
Samstag, 27. September 2014
Montag, 22. September 2014
Korngold: Songs 1 (Naxos)
Erich Wolfgang Korngold (1897 bis 1957) war der Sohn des Wiener Musikkritikers Julius Korngold. Er hatte ausgezeichneten Unterricht, und war zudem sehr begabt. Mit elf Jahren komponierte er seine erste Ballettmusik. Das Opus wurde durch seinen Lehrer Alexander von Zem- linsky orchestriert, und 1910 von der Wiener Hofoper uraufgeführt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt galt Korngold als Wunderkind.
Seine Kompositionen wurden gefei- ert; sehr erfolgreich waren insbe- sondere seine Opern, wie Die tote Stadt. Seit 1934 reiste Korngold regelmäßig in die USA, um für Hollywood zu komponieren. Dort befand er sich auch zum Zeitpunkt des Anschlusses Österreichs an Hitlers Deutschland. Glücklicherweise gelang es ihm, seine Familie und seine Eltern in die USA zu holen.
Korngold schrieb eine Vielzahl von Filmmusiken; er wurde dafür zweimal mit dem Oscar geehrt. Seine Werke prägten das Genre. Nach dem Krieg versuchte der Komponist, in der alten Heimat an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Doch in Europa interessierte man sich nicht mehr für seine Musik, die auf spätromantischen Traditionen bestand, und sich über die Avantgarde eher mokierte.
Korngolds Schaffen geriet daher bald in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren wird seine Musik allmählich wiederentdeckt. Dazu trägt mit großem Engagement auch das Label Naxos bei. Dort erscheinen nun die Lieder des Komponisten. Sie stehen ganz in der Nachfolge von Richard Strauss, Hugo Wolf oder Gustav Mahler. Eine erste Auswahl präsentieren auf dieser CD Sopranistin Britta Stallmeister und Bariton Uwe Schenker-Primus, am Klavier begleitet von Klaus Simon. Erscheinen Korngolds frühe Lieder noch als kühne Experimente insbesondere mit Klangfarben, so werden sie in den späteren Jahren offenbar schlichter, klarer – was aber nicht bedeutet, dass sie simpel oder gar weniger effektvoll geworden sind. Ob man diese Werke jenen Schuberts, Schumanns oder Brahms' zur Seite stellen muss, das wird sich zeigen. Wünschenswert wäre es allerdings, dass Korngolds Lieder endlich ihren Weg ins Repertoire finden. Denn dort hin gehören sie ohne Zweifel.
Seine Kompositionen wurden gefei- ert; sehr erfolgreich waren insbe- sondere seine Opern, wie Die tote Stadt. Seit 1934 reiste Korngold regelmäßig in die USA, um für Hollywood zu komponieren. Dort befand er sich auch zum Zeitpunkt des Anschlusses Österreichs an Hitlers Deutschland. Glücklicherweise gelang es ihm, seine Familie und seine Eltern in die USA zu holen.
Korngold schrieb eine Vielzahl von Filmmusiken; er wurde dafür zweimal mit dem Oscar geehrt. Seine Werke prägten das Genre. Nach dem Krieg versuchte der Komponist, in der alten Heimat an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Doch in Europa interessierte man sich nicht mehr für seine Musik, die auf spätromantischen Traditionen bestand, und sich über die Avantgarde eher mokierte.
Korngolds Schaffen geriet daher bald in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren wird seine Musik allmählich wiederentdeckt. Dazu trägt mit großem Engagement auch das Label Naxos bei. Dort erscheinen nun die Lieder des Komponisten. Sie stehen ganz in der Nachfolge von Richard Strauss, Hugo Wolf oder Gustav Mahler. Eine erste Auswahl präsentieren auf dieser CD Sopranistin Britta Stallmeister und Bariton Uwe Schenker-Primus, am Klavier begleitet von Klaus Simon. Erscheinen Korngolds frühe Lieder noch als kühne Experimente insbesondere mit Klangfarben, so werden sie in den späteren Jahren offenbar schlichter, klarer – was aber nicht bedeutet, dass sie simpel oder gar weniger effektvoll geworden sind. Ob man diese Werke jenen Schuberts, Schumanns oder Brahms' zur Seite stellen muss, das wird sich zeigen. Wünschenswert wäre es allerdings, dass Korngolds Lieder endlich ihren Weg ins Repertoire finden. Denn dort hin gehören sie ohne Zweifel.
Abonnieren
Posts (Atom)

