Erich Wolfgang Korngold (1897 bis 1957) war der Sohn des Wiener Musikkritikers Julius Korngold. Er hatte ausgezeichneten Unterricht, und war zudem sehr begabt. Mit elf Jahren komponierte er seine erste Ballettmusik. Das Opus wurde durch seinen Lehrer Alexander von Zem- linsky orchestriert, und 1910 von der Wiener Hofoper uraufgeführt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt galt Korngold als Wunderkind.
Seine Kompositionen wurden gefei- ert; sehr erfolgreich waren insbe- sondere seine Opern, wie Die tote Stadt. Seit 1934 reiste Korngold regelmäßig in die USA, um für Hollywood zu komponieren. Dort befand er sich auch zum Zeitpunkt des Anschlusses Österreichs an Hitlers Deutschland. Glücklicherweise gelang es ihm, seine Familie und seine Eltern in die USA zu holen.
Korngold schrieb eine Vielzahl von Filmmusiken; er wurde dafür zweimal mit dem Oscar geehrt. Seine Werke prägten das Genre. Nach dem Krieg versuchte der Komponist, in der alten Heimat an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Doch in Europa interessierte man sich nicht mehr für seine Musik, die auf spätromantischen Traditionen bestand, und sich über die Avantgarde eher mokierte.
Korngolds Schaffen geriet daher bald in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren wird seine Musik allmählich wiederentdeckt. Dazu trägt mit großem Engagement auch das Label Naxos bei. Dort erscheinen nun die Lieder des Komponisten. Sie stehen ganz in der Nachfolge von Richard Strauss, Hugo Wolf oder Gustav Mahler. Eine erste Auswahl präsentieren auf dieser CD Sopranistin Britta Stallmeister und Bariton Uwe Schenker-Primus, am Klavier begleitet von Klaus Simon. Erscheinen Korngolds frühe Lieder noch als kühne Experimente insbesondere mit Klangfarben, so werden sie in den späteren Jahren offenbar schlichter, klarer – was aber nicht bedeutet, dass sie simpel oder gar weniger effektvoll geworden sind. Ob man diese Werke jenen Schuberts, Schumanns oder Brahms' zur Seite stellen muss, das wird sich zeigen. Wünschenswert wäre es allerdings, dass Korngolds Lieder endlich ihren Weg ins Repertoire finden. Denn dort hin gehören sie ohne Zweifel.
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Montag, 22. September 2014
Sonntag, 31. August 2014
Humperdinck: Hänsel und Gretel (MDG)
Am Großherzoglichen Hof-Theater in Weimar erlebte 1893 in der Weihnachtszeit , unter der musika- lischen Leitung von Richard Strauss, eine Oper ihre Premiere, die bis heute alljährlich auf dem Spielplan vieler Ensembles steht: Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck, nach einem Text seiner Schwester Adelheid Wette (die für das Libretto die Geschich- te, frei nach den Gebrüdern Grimm, ein wenig geglättet und festkompatibel bearbeitet hat). Im September 2013 hat Dabringhaus und Grimm das Märchenspiel am historischen Ort aufgenommen. Zu hören sind Solisten und Opern- chor des Deutschen Nationaltheaters Weimar sowie der Kinder- und Jugendchor schola cantorum weimar und die Staatskapelle Weimar, dirigiert von Martin Hoff. Alexander Günther ist eine grandiose Hexe, ansonsten ist das Niveau gutes Stadttheater.
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