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Mittwoch, 17. Mai 2017

Revive - Elina Garanca (Deutsche Grammophon)

Das Konzept dieses Albums? „Starke Frauen in schwachen Momenten, die aber wieder zu sich selbst und zu ihrer Stärke finden“, beschreibt Elīna Garanča die Idee hinter ihrer neuen CD. Die lettische Mezzosopranistin hat festgestellt, dass sich ihre Stimme zunehmend hin zum dramatischen Fach entwickelt. Ihre erste Partie in diesem Bereich, so berichtet sie im Beiheft, war die Santuzza aus Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni. 
Um ihre Romanze Voi lo sapete, o mamma hat Elīna Garanča ein Pro- gramm gestaltet, das von der berühmten Arie der Mignon aus der gleich- namigen Oper von Ambroise Thomas bis hin zu einer Arie der Marina aus Boris Godunov von Modest Mussorgski reicht. 
Neben dem italienischen ist auch das französische Repertoire stark ver- treten. „Wahrscheinlich werde ich einige der auf diesem Album versam- melten Arien und Szenen nie auf der Opernbühne singen“, bedauert die Sängerin. Denn beispielsweise Amilcare Ponchiellis La Gioconda oder Camille Saint-Saëns' Henry VIII schaffen es nur sehr selten auf den Spielplan. 
Typischerweise singen Heldinnen von Opern in der Sopranlage. Ausnah- men sind selten – und Elīna Garanča schildert noch ein weiteres Problem : „Im italienischen Repertoire gibt es nur sehr wenige Fälle, in denen der Mezzosopran eine junge Frau verkörpert. Eboli in Don Carlos, Preziosilla in Forza und Amneris in Aida – das war's aus meiner Sicht. Ulrica im Ballo ist ein altes Weib, Azucena im Trovatore sollte – schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit – älter sein als ihr Sohn Manrico. Wenn der Tenor zwischen 40 und 50 Jahre alt ist, müsste die Azucena also mindestens 60 oder 65 Jahre alt sein – das wird schwierig.“ 
Im französischen Repertoire sieht Garanča bessere Chancen - „schließlich ist das Repertoire für Mezzosopran hier viel größer und breiter gefächert. Es zeigt auch eher jüngere Frauen, die in komplizierten Geschichten agieren“, meint die Sängerin. „Und letzten Endes bin ich überzeugt, dass im französischen Repertoire der lyrische Anteil meiner Stimme am besten zur Geltung kommt.“ Figuren wie Didon aus Les Troyens von Hector Berlioz, Dalila aus Samson et Dalila von Camille Saint-Saëns oder Héro- diade aus der gleichnamigen Oper von Jules Massenet geben Elīna Garanča Gelegenheit, ihre stimmlichen Möglichkeiten und ihre Wand- lungsfähigkeit zu demonstrieren. Begleitet wurde sie dabei vom Orquestra de la Comunitat Valenciana unter Leitung von Roberto Abbado. 

Dienstag, 19. Januar 2010

Elina Garanca - Bel Canto (Deutsche Grammophon)


Donizetti, Bellini und Rossini - bekannte und weniger bekannte Literatur, schön gesungen. So weit, so gut. Doch das Entzücken mancher Rezensenten vermag ich nicht ganz zu teilen. Denn an dieser CD fällt in erster Linie auf, dass alles gleich klingt. Keine Bravour-Arien, keine Dramatik, alles erscheint weichgespült und auf Linie gesungen.
Natürlich beherrscht Garanca die Technik sehr solide, und sie singt jedes Stück mit großer Sorgfalt und Hingabe. Da perlen die Töne, und insbesondere die gar nicht kurze Szene aus Rossinis Maometto II zeigt, welch entrückten Schönklang die Sängerin zusammen mit Kollegen passenden Timbres zu erzeugen vermag. Bedenkt man dazu, wie die junge Dame aussieht, dann weiß man, dass sie in vielen Partien zweifellos eine Traumbesetzung für jeden Operndirektor wäre.
Garancas Mezzo klingt klar, hell und silbrig. Sie verfügt über einen erstaunlichen Stimmumfang; die Spitzentöne gelingen allerdings nicht durchweg überzeugend. Und für die Hosenrollen wünscht man sich mehr Markanz, und eine große Portion Frechheit und Selbstbewusstsein. Diesem Romeo glaubt man nicht wirklich, dass er schon Menschenleben auf dem Gewissen hat.

Donnerstag, 10. September 2009

Mozart: The Violin Concertos; Giuliano Carmignola (Deutsche Grammophon)

Drei Jahre lang konzertierten Claudio Abbado, Giuliano Carmignola und das Mozart-Orchester - und nun haben sie Mozarts Violinkonzerte sowie die "Sinfonia Concertante" auch für die Deutsche Grammophon eingespielt. Das muss sehr viel Arbeit gemacht haben, denn diese Aufnahme ist dynamisch außerordentlich differenziert. Man könnte sie allerdings auch als maniriert bezeichnen, zumal fast durchweg überaus rasante Tempi gewählt werden. Mozart im Schnellzug, Akzentchen hier, niedliches kleines Echo da - mein Fall ist das nicht.