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Mittwoch, 22. Dezember 2021

Festive Trumpets for Christmas (Berlin Classics)


 Weihnachten ohne Trompeten und Posaunen? Das wäre wie Weihnachten ohne Kerzenschimmer und ohne Tannenduft. „Seit meiner Kindheit gehört es zum Weihnachtsfest dazu, in den Gottesdiensten, meist mit Orgel oder einem Blechbläserensemble, zu musizieren“, meint auch Matthias Höfs. 

Für sein diesjähriges Weihnachtsalbum hat der Trompeter ein stimmungsvolles Programm zusammengestellt, das festlichen Glanz und weihnachtliche Atmosphäre zu uns nach Hause bringt – besonders wichtig in einer Zeit, in der vielerorts Konzerte abgesagt sind und auch der Besuch von Gottesdiensten nur eingeschränkt möglich ist. 

Gemeinsam mit vielen renommierten Bläserkollegen sowie Marc Engelhardt, Fagott, Carsten Lohff, Cembalo und Christian Schmitt, Orgel, führt Matthias Höfs musikalische Traditionen weiter. Einen Glanzpunkt setzt gleich zu Beginn Händels bekannte Melodie Tochter Zion in zwölf Variationen von Ludwig van Beethoven, ursprünglich für Violoncello und Klavier, für Blechbläserensemble arrangiert von Matthias Höfs. In wechselnden Besetzungen wird musiziert; es erklingen Sonaten von Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi und Tomaso Albinoni sowie die Canzon Cornetto für vier Trompeten SSWV 56 von Samuel Scheidt. 

Zu hören sind weiter die Advents- und Weihnachtslieder Maria durch ein’ Dornwald ging, Es kommt ein Schiff, geladen und Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich in sehr schönen Choralbearbeitungen von Peter Lawrence. Den Schlusspunkt setzt The North Star Suite nach Motiven aus Bachs Weihnachtsoratorium. Dieses Werk, hier erstmals eingespielt, wurde 2020 durch Matthias Höfs bei Erik Morales in Auftrag gegeben. Und es ist großartig, wirklich überwältigend. 

Mit dem abwechslungsreichen Programm vermittelt Höfs nicht nur Musiktraditionen. Es gelingt dem Trompeter und seinen Kollegen zudem, auch jene Faszination spürbar und hörbar werden zu lassen, die die Musiker und ihre Instrumente verbindet. „Blechbläser sind enorm vielseitig“, zitiert das Beiheft Matthias Höfs. „In der Kirche kommen bei festlichen Gottesdiensten Posaunenchöre zusammen. Für weltliche Feste haben wir Blasmusik und Bigbands. Musik für Blechbläser erreicht ein großes Publikum.“ Diese CD, soviel ist sicher, wird dazu ebenfalls beitragen. Grandios! 


Sonntag, 5. September 2021

The Trumpets of Matthias Höfs (Berlin Classics)

 


Den Trompeter Matthias Höfs zu würdigen, das heißt Eulen nach Athen tragen. Er hat sich bereits als Steppke für das Instrument entschieden, und dann mit Fleiß und mit Talent seinen Lebenstraum verwirklicht: Nach dem Studium wurde Höfs, gerade einmal 18 Jahre alt, Solotrompeter des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Er musiziert bei German Brass, arrangiert auch selbst, und er inspiriert Komponisten, Instrumentenbauer und Musikerkollegen. Er setzt sich für die Trompete ein, und er gibt seine Leidenschaft für das Instrument auch gern an den musikalischen Nachwuchs weiter. So unterrichtet Höfs mit großem Engagement als Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. 

Mit diesem Album gibt Höfs nun Einblick in seine ganz persönliche Trompeten-Kollektion. Die ausgewählten Stücke führen von der Barocktrompete in Händels The Trumpet Shall Sound – aus dem Messias – über Haydns Trompetenkonzert und den bekannten Triumphmarsch aus Verdis Oper Aida bis hin zu Wolf Kerscheks Poem for Matthias for Flügelhorn, Jazz-Trio and String Quartet

Im Laufe seiner Karriere hat Matthias Höfs nicht nur zahlreiche Trompeten besessen, sondern in Zusammenarbeit mit den Bremer Brüdern Thein auch neue Modelle mitentwickelt. Wer darüber mehr erfahren möchte, muss allerdings auf Höfs‘ Webseite nachschauen; im Beiheft steht zu den Instrumenten fast nichts. 


Samstag, 1. Februar 2020

Bach: Trumpet Concertos (Berlin Classics)

Wie würde das klingen, wenn Johann Sebastian Bach Trompetenkonzerte geschrieben hätte? 
Matthias Höfs hat es ausprobiert – und sechs bekannte Konzerte des berühmten Barockmusikers für Trompete adaptiert. So erklingt das Konzert BWV 974, nach Alexandro Marcello, ursprünglich für Oboe, aber bei Bach mit einem reich ausgezierten langsamen Satz – denn auf dem Cembalo lassen sich Töne nicht gut lang aushalten. Höfs spielt mit seiner Piccolotrompete Bachs Fassung: „Das fand ich sehr reizvoll“, meint der Musiker: „Es sind sehr berühmte Verzierungen.“ 
Das Concerto nach Italiaenischem Gusto BWV 971, entstanden für Cembalo solo, hat Höfs in seiner Bearbeitung des ersten Satzes quasi nachträglich orchestriert. Kontraste und Klangeffekte, wie sie Bach mit den Manualen und Registern seines Cembalos erzielen konnte, liefert hier das Streicher-Tutti – eine attraktive Variante, die auch Bach sicherlich gefallen hätte. 
Der Thomaskantor bearbeitete seinerzeit selbst seine Konzerte, um sie an die zur Verfügung stehenden Instrumente anzupassen. Für die wöchentlichen Auftritte mit dem Collegium musicum im Zimmermannschen Kaffeehaus setzte er besonders auf das Cembalo. Aus Bachs Arrangements wurden mittlerweile etliche Konzerte rekonstruiert, die ursprünglich offenbar für eine ganz andere Besetzung geschrieben wurden. 
Höfs erkundet nun gemeinsam mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, ob diesen Konzerten nicht auch Blechbläserglanz steht. Die Musiker um Konzertmeisterin Sarah Christian waren ihm dabei inspirierende Partner. So kann der Trompeter mit diesem Album auch Skeptiker überzeugen: Es funktioniert, dank der Möglichkeiten des modernen Instrumentes, und auch deshalb, weil Matthias Höfs es wirklich großartig spielt. 
Man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus. Denn der Musiker beeindruckt nicht nur durch technische Perfektion, sondern auch durch seinen betörend schönen, enorm wandlungsfähigen Ton und durch grandiose Stilsicherheit. „Die Solopartien der Vivaldi-Konzerte kann man zwar fast im Original spielen, aber mir waren manche Repetitionspassagen zu gleichförmig“, sagt der Trompeter. „Schon Bach hat einige figuriert. Ich habe den Solopart etwas freier gestaltet.“ Und wie! Unbedingt anhören, es lohnt sich.

Dienstag, 27. November 2018

Kind of Gold - Matthias Höfs & Ensembles (Berlin Classsics)

Was für ein Sound! Wenn Matthias Höfs, Professor an der Hamburger Musikhochschule, seine Schüler zum gemeinsamen Musizieren herbeiruft, dann meint dies offenbar nicht nur seine aktuelle Trompetenklasse. An dieser Einspielung waren auch ehemalige Studenten beteiligt, die mittlerweile in renommierten Orchestern musizieren. Und so hält dieses Album auch, was der Titel verspricht: Satte Blechbläserklänge. 
Zentrales Stück auf der CD: The Trumpets Shall Sound für Solotrom- pete, neun Trompeten und Orchester – ein Werk großen Formates, das Wolf Kerschek eigens für Matthias Höfs geschrieben hat. Es beeindruckt durch vielfältige Klangeffekte, und Anspielungen an die Geschichte des Blasinstrumentes. Man hört, dass Kerschek sich eigentlich mit Jazz und Filmmusik beschäftigt. 
„Wann hat man schon mal so viele Trompeten? Da muss man sich etwas einfallen lassen“, meint der Komponist, der ebenfalls an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg lehrt und Höfs sehr schätzt. Auch das Orchester der Hochschule unter Leitung von Professor Ulrich Windfuhr wirkte mit. 
„Für alle war es spannend, ein so vielfarbiges Werk zu erarbeiten, es in Konzerten zu spielen und anschließend zu produzieren“, berichtet Höfs. „Wenn Komponist, Solist, Orchester, Dirigent und Tonmeister aus einem Haus kommen und ein Projekt mit so positiver Energie umsetzen, dann ist das etwas Außergewöhnliches.“ 
Mit Space Heroes ist noch ein weiteres Werk Kerscheks auf der CD zu hören. Komplettiert wird das Programm durch die Festmusik der Stadt Wien von Richard Strauss, für immerhin zehn Trompeten, sieben Posaunen, zwei Tuben und Pauken, die ebenfalls selten gespielten Fanfare für ein neues Theater sowie die Eröffnungsfanfare des Balletts Agon von Igor Strawinsky, Sinfonia und Caprice op. 56 des japanischen Kompo- nisten Itaru Sakai für acht Trompeten, und die Sokol-Fanfare aus der Sinfonietta op. 60 von Leoš Janáček. 
Eine Aufführung dieses Werkes gab auch den Impuls für dieses CD-Pro- jekt: „Gemeinsam mit meiner Trompetenklasse werde ich des Öfteren von Orchestern eingeladen, um Janáčeks ,Sinfonietta' zu spielen. Während einer Orchesterprobe saß ich mit insgesamt 12 Trompetern auf der Bühne und dachte: ,Was für ein Klang!'“, berichtet Matthias Höfs. „Man hört diese große Trompetenbesetzung dann leider nur kurz am Anfang und am Ende des Stücks.“ Und in der gesamten Musikliteratur gebe es nur sehr wenige Werke, die mit einem derart geballten Bläsersound aufwarten können. 

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Telemann: Trompetenkonzerte (Berlin Classics)

Auch wenn diese CD eigentlich keine Aufnahme speziell für Weihnachten ist, verbreitet sie doch festlichen Glanz. Trompeter Matthias Höfs möchte damit Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) ehren, dessen Todestag sich 2017 zum zweihundertfünfzigsten Male jährt. Er wirkte mehr als 50 Jahre als Director Musices in Hamburg, und trug mit seinem Schaffen wesentlich dazu bei, dass die Hansestadt auch eine Musikstadt von hohem Renommée wurde. 
„Wir kennen die unglaublichen Trompetenpartien in den Werken von Bach, Händel und Vivaldi, wie dem Weihnachtsoratorium, der h-Moll-Messe und dem Messias, in den geistlichen Werken meist in D-Dur, als Ausdruck der Verbindung mit dem Göttlichen“, schreibt Höfs. „In der Riege der Barockkomponisten nimmt Telemann eine für uns Trompeter besondere Stellung ein, denn weder Bach noch Händel haben der Trompete ein Solokonzert gewidmet. Telemann komponierte gleich drei fantastische Trompetenkonzerte und eine Sonate, die für mich zu den schönsten überhaupt zählen.“ 
Auf dieser CD sind sie alle zu hören, eingespielt von Matthias Höfs mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Dieses Ensemble erweist sich als genialer Musizierpartner, der mit Präzision und atemberaubender Transparenz gemeinsam mit dem Solisten konzertiert. Sowohl Höfs als auch das Kammerorchester spielen mit hinreißender Leichtigkeit und Sinn für Klangeffekte und Auszierungen. 
Musiziert wird auf modernen Instrumenten. Das ermöglicht die Ergän- zung des Programmes um zwei Sonaten in h-Moll bzw. g-Moll – was eine ebenso angenehme wie anspruchsvolle Abwechslung zum Dauer-D-Dur mit sich bringt. Auch diese werden exquisit musiziert – eine glanzvolle Einspielung, die dem Telemann-Jahr 2017 ein würdiges Finale setzt.