Mit dieser CD geht die Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“ in die Offensive. Die Mitglieder dieses Fördervereines haben bereits mehr als 195.000 Euro zusammengetragen, um die Schwalbennestorgel wieder erstehen zu lassen. Ein Teil davon ist bereits spielbar: Das neue Instrument, angefertigt von der Orgelbaufirma Metzler, Dietikon/Schweiz, bietet derzeit ein Klangbild nach dem Stand des Orgelbaues in der Mitte des
15. Jahrhunderts.
Die halbvollendete Orgel stellt Universitätsorganist Daniel Beilschmidt mit diesem Album vor. Er hat dafür Musik Codex Faenza bis zum Buxheimer Orgelbuch und vom Robertsbridge Codex bis zu Sethus Calvisius ausgewählt; letzterer wirkte als Student in den Jahren 1581/82 zugleich als Leipziger Universitäts- organist. 1594 wurde er dann Thomaskantor; dieses Amt hatte er bis zu seinem Tode 1615 inne.
Beilschmidt präsentiert mit dieser Einspielung nicht nur die Klang- möglichkeiten der Orgel, die gegenwärtig über sieben Register plus Vogelgesang, Tremulant und Koppeln verfügt. Sie ist mitteltönig und deutlich höher gestimmt als heute üblich, nämlich auf a=465 Hz. Der Universitätsorganist bindet auch den Klang der Kirchenglocke mit ein, den wasserklaren Gesang von Christine Mothes und kleinere Glocken, die Veit Heller stilecht bei einigen Stücken ertönen lässt.
Die CD ist so einzigartig wie die Metzler-Schwalbennestorgel, die schon heute mit ihrem betörenden, farbenreichen Klang begeistert. Die zweite Ausbaustufe wird die Klangpracht dieses Instrumentes verstärken und in der Musikstadt Leipzig die adäquate Aufführung von Werken aus Renaissance und Frühbarock ermöglichen, was ohne Zweifel eine Bereicherung ist. Allerdings sind dafür weitere 200.000 Euro notwendig. Dieses Geld muss erneut in Form von Spenden zusammengetragen werden. Auch dazu soll die CD ihren Beitrag leisten.
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Dienstag, 26. September 2017
Mittwoch, 8. August 2012
Eine Deutsche Messe (Genuin)
Das Ensemble Nobiles, gegründet 2006, gehört zu den Vokalforma- tionen, die aus dem Leipziger Thomanerchor hervorgegangen sind. Christian Pohlers, Paul Heller, Felix Hübner, Lucas Heller und Lukas Lomtscher überzeugen durch die Sensibilität und Homo- genität ihres Gesanges - was für die musikalische Ausbildung bei dem Leipziger Knabenchor spricht, der in diesem Jahr sein 800jähriges Bestehen feiert. Dort werden die Chorknaben offenbar so gut geschult, dass etliche von ihnen auch nach dem Abitur ihren Platz im Konzert- leben finden.
Für ihr Debütalbum haben sich die fünf jungen Sänger auf ein Reper- toire konzentriert, das ihnen aus ihrer Zeit bei den Thomanern heraus bestens vertraut ist: Kirchenmusik. Dabei kombinieren sie die Ge- sänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe D 872 von Franz Schubert, in einer Bearbeitung für vier Männerstimmen von seinem Bruder Ferdinand, mit passenden Motetten. Sie entstammen teilweise dem Schaffen von Thomaskantoren; vertreten sind mit ihren Werken insbesondere Moritz Hauptmann (1792 bis 1868), Kurt Thomas (1904 bis 1973), Erhard Mauersberger (1903 bis 1982) und der derzeitige Thomaskantor Georg Christoph Biller. Es erklingen aber auch Werke von Camille Saint-Saens, dessen Pfingstmotette Veni Creator Spiritus zugleich das einzige Stück auf Latein auf dieser CD ist, Michael Praetorius, Hugo Distler, Peter Cornelius, Paul Heller und Manfred Schlenker, der seine Komposition Gott wohnt in einem Lichte dem Ensemble Nobiles widmete.
Und obwohl die Musik Jahrhunderte durchschreitet, überrascht die CD durch eine stimmige, bruchlose Dramaturgie. Hier präsentiert sich ein junges, aber trotzdem sehr professionelles und ehrgeiziges Quin- tett, von dem man in Zukunft noch viel erwarten darf.
Für ihr Debütalbum haben sich die fünf jungen Sänger auf ein Reper- toire konzentriert, das ihnen aus ihrer Zeit bei den Thomanern heraus bestens vertraut ist: Kirchenmusik. Dabei kombinieren sie die Ge- sänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe D 872 von Franz Schubert, in einer Bearbeitung für vier Männerstimmen von seinem Bruder Ferdinand, mit passenden Motetten. Sie entstammen teilweise dem Schaffen von Thomaskantoren; vertreten sind mit ihren Werken insbesondere Moritz Hauptmann (1792 bis 1868), Kurt Thomas (1904 bis 1973), Erhard Mauersberger (1903 bis 1982) und der derzeitige Thomaskantor Georg Christoph Biller. Es erklingen aber auch Werke von Camille Saint-Saens, dessen Pfingstmotette Veni Creator Spiritus zugleich das einzige Stück auf Latein auf dieser CD ist, Michael Praetorius, Hugo Distler, Peter Cornelius, Paul Heller und Manfred Schlenker, der seine Komposition Gott wohnt in einem Lichte dem Ensemble Nobiles widmete.
Und obwohl die Musik Jahrhunderte durchschreitet, überrascht die CD durch eine stimmige, bruchlose Dramaturgie. Hier präsentiert sich ein junges, aber trotzdem sehr professionelles und ehrgeiziges Quin- tett, von dem man in Zukunft noch viel erwarten darf.
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