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Donnerstag, 23. Mai 2019

Baroque Consolation (Accent)

An der Wende zum 18. Jahrhundert befand sich die Habsburger Monarchie auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Wien konkurrierte mit Versailles – doch schaute der Kaiser, wenn es um die Kunst ging, eher nach Italien als nach Frankreich. 
Italienische Musiker, Sänger, Dichter, Maler und Baumeister waren in Wien daher willkommen. In der Oper und bei den Oratorienauffüh- rungen in der Fastenzeit erklangen Werke italienischer Komponisten, in italienischer Sprache. Eine Auswahl geistlicher Arien, wie sie in jener Zeit am Wiener Hof erklungen sind, hat das Ensemble Oltremontano unter Leitung von Wim Becu auf dieser CD zusammengetragen. 
Sarah Van Mol singt, begleitet von Bart Rodyns, Orgel, sowie Veronika Skuplik und Maria Carrasco, Barockvioline. Eine Besonderheit der geistlichen Musik am kaiserlichen Hof war der obligate und vor allem virtuose Einsatz der Posaune. Der exzellente Barockposaunist Wim Becu demonstriert zudem, wie wunderbar dieses Blasinstrument mit der menschlichen Stimme harmoniert. 

Samstag, 26. Februar 2011

Frederic Belli - Trombone (Genuin)

Die Posaune ist ohne Zweifel von allen Blechblasinstrumenten das spannendste. Frederic Belli, der mit diesem Instrument den Deutschen Musikwettbewerb 2007 gewann, zeigt auf dieser CD der Edition Primavera gleich im ersten Stück,  was sie von ihren Verwand- ten unterscheidet: Die Posaune ist wandlungsfähig; ihr Klang kann erstaunlich stark verändert und verfremdet werden - wenn man es kann. 
Belli, seit 2006 Solo-Posaunist des SWR Sinfonieorchesters, beherrscht das Instrument so virtuos, dass man seinem Spiel gebannt lauscht - auch wenn die CD lauter wenig bekannte Werke von zumeist noch lebenden Komponisten enthält. "Erst das 20. Jahrhundert bietet für die Posaune das eigentlich große Solorepertoire", begründet Belli seine Vorliebe für die Moderne, "und auch im Orchester spielt die Posaune erst seit Ende der Romantik eine ernst zu nehmende Rolle. Die Neue Musik gehört für mich daher zur Grundsubstanz meines Repertoires." 
Belli spielt so exzellent, dass die "Neutöner" faszinieren. Es erklingen das Solo von Luciano Berio, das - entgegen seinem Namen - ein beeindruckendes Werk für Posaune und Orchester ist, ein Stück von Folke Rabe für Posaune solo, das der Komponist Basta genannt hat, die Ballade für Posaune und Klavier von Frank Martin, das klang- schöne Madrigal von Georges Delerue, sowie das Posaunenkonzert in C-Dur von Nino Rota, der insbesondere für seine Filmmusik berühmt wurde. 
Die beiden die CD einrahmenden Werke für Posaune und Orchester spielt Belli gemeinsam mit den SWR Sinfonieorchester unter Sylvain Chambreling bzw. Pablo Heras Casado. Am Klavier ist die japanische Pianistin Eriko Takezawa zu hören, und beim Madrigal sekundiert dem jungen Musiker die Trombone Unit Hannover, ein Posaunen- oktett von Studierenden und Absolventen der dortigen Musik- hochschule. Dort hat auch Belli bei Professor Jonas Bylund studiert.