Mittwoch, 26. Januar 2022
In Search Of (Avi-Music)
Dienstag, 6. Oktober 2020
Reflecting Beethoven - Herbert Schuch (Avi-Music)
„Zu viel Beethoven gibt es nicht!“, meint Herbert Schuch. Zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 legt der Pianist deshalb allen Musikfreunden ein Album auf den Gabentisch, das drei Klaviersonaten des Komponisten in den Mittelpunkt stellt. Schuch hat dafür die Pathétique op. 13 sowie die Sonaten op 31 Nr. 1 und 2 – letztere bekannt unter „Der Sturm“ – ausgewählt. Diese kombiniert er mit Miniaturen, die mit Beethovens Musik korrespondieren.
So erklingen nach der Klaviersonate op. 13 – für Schuch „ganz große italienische Oper mit schwerer Einleitung, großem Drama, Streitgespräch zweier Personen beim Seitenthema, dem Mittelsatz als Belcanto-Arie und dem Finale als Abschiedsszene“ – die Pathétique Variations von Mike Garson, dem langjährigen Keyboarder David Bowies. Sie erscheinen wie eine improvisierte Reflektion des großen Vorbildes aus heutiger Perspektive – oder vielleicht sollte man besser sagen „Perspektiven“? Denn der Stilpluralismus unserer zeitgenössischen Musik erzeugt viele Facetten, die höchst unterschiedliche Klangbilder auslösen.
Coup de dés en échos von Henri Pousseur hat Schuch Beethovens Klaviersonate Nr. 16 vorangestellt. Damit setzt er einen Kontrast, denn dieses Stück ist ein modernes, von Pousseur John Cage gewidmet. Die Sturm-Sonate wiederum beantwortet Schuch mit Leander Ruprechts Sonata d-Moll (2nd Version); er macht darin aus Musik wieder Geräusch. Das ist in diesem Fall sogar witzig.
Montag, 8. Januar 2018
Go East! (Avi-Music)
So entstand die Idee, diese Walzer für eine CD einzuspielen – Brahms und Hindemith sorgsam miteinander verflochten; so kann man beim Zuhören den Ähnlichkeiten nachsinnen. „Wir haben lange experimentiert, bis wir mit der Reihenfolge zufrieden waren“, erläutert Gülru Ensari. „Wir wollten auch den reizvollen Kontrast ausspielen, den es zwischen der ungebrochenen Natürlichkeit des Walzers bei Brahms und dessen ironischer Verwandlung bei bei Hindemith gibt. Das sieht man ganz deutlich im Notenbild. Da steht dann ,viel langsamer spielen' oder ,großes Ritardando'.“
Ergänzt haben die beiden Pianisten ihr Programm durch zwei türkische Tänze, die Özkan Manav eigens für sie komponiert hat, und durch Le Sacre du printemps in der Fassung für Klavier zu vier Händen von Igor Strawinsky.
Somit zieht sich die Blickrichtung nach Osten wie ein Roter Faden durch das Programm: Brahms und Hindemith ließen sich bei ihren Walzern von ungarischen Volksweisen inspirieren. Die beiden Stücke von Özkan Manav beruhen ebenfalls auf Volksliedern. Und Strawinsky, der in Paris lebte, verwendete für seine Ballettmusik Melodien aus seiner russischen Heimat.
Ensari und Schuch spielen dieses Werk tatsächlich vierhändig, auf einem Klavier – auch wenn Klavierduos üblicherweise zwei Instrumente verwenden. „Ich mag aber diese Nähe auf 88 tasten, wir spüren sofort jede rhythmische Verzögerung des anderen und können uns darauf einstellen“, erläutert die Pianistin. „Und es ist unglaublich, sich vorzustellen, dass vor über 100 Jahren Strawinsky und Debussy in einem Privatkonzert auch an einem Flügel dieses Stück zum ersten Mal aufgeführt haben.“
Gülru Ensari und Herbert Schuch haben die ursprüngliche Version allerdings noch kräftig aufgepeppt – so haben sie an etlichen Stellen zusätzliche Orchesterstimmen integriert, und sie spielen auch Stichnoten mit. Außerdem haben sie mit Tamburin und Guiro nachgeholfen, „weil es überlagernde rhythmische Strukturen mit sehr besonderen Klangfarben gibt, die auf dem Klavier so gar nicht darstellbar sind“, so Schuch.
Das Ergebnis ist dann wirklich ein Kracher. So radikal, so rhythmus- betont-archaisch und zugleich so detailreich habe ich Le Sacre du printemps auf dem Klavier noch nicht gehört. Die beiden Pianisten musizieren, als ob sie außer den Noten auch noch gegenseitig ihre Gedanken lesen könnten – genial! und wirklich große Klavierkunst.
Donnerstag, 12. Oktober 2017
Felix Klieser - Horn Trios (Berlin Classics)
Im Mittelpunkt steht dabei das Horntrio op. 40 von Johannes Brahms (1833 bis 1897), ein bekanntes Werk, mit dem sich Klieser schon als Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover beschäftigte – damals war er gerade einmal 13 Jahre alt. Und es gehört, wie der Hornist im Geleitwort zu der CD schreibt, noch immer zu seinen Lieblingsstücken.
Eingerahmt wird Brahms' großartige Musik durch zwei Horntrios des französischen Komponisten Frédéric Nicolas Duvernoy (1765 bis 1838), der Hornist an der Pariser Oper war, sowie die Quatre petites pièces op. 32 des Fauré-Schülers Charles Koechlin (1867 bis 1950). Den Schlusspunkt setzt die Serenade op. 73 von Robert Kahn (1865 bis 1951).
Für diese Einspielung hat sich Felix Klieser zwei erfahrene Partner gesucht: Geiger Andrej Bielow und Pianist Herbert Schuch. Die drei Musiker kennen sich schon viele Jahre, sie haben auch schon gemeinsam musiziert. Diese Vertrautheit kommt der Aufnahme zugute. Um Kammermusik angemessen zu gestalten, müssen sich alle Beteiligten einbringen, zugleich aber auch die Kollegen hervortreten und musikalisch zu Wort kommen lassen.
Klieser und seinen Musizierpartnern gelingt dieses Wechselspiel bestens. Sein warmer, romantischer Hornton gesellt sich zum ebenfalls bemerkenswert farbenreichen Geigenspiel Bielows, und Herbert Schuch ergänzt den Klavierpart sensibel und nuancenreich. Ein faszinierendes Album voll herrlicher Klänge, und mit einem klugen Konzept.
Montag, 14. Juni 2010
Sehnsuchtswalzer - Herbert Schuch (Oehms Classics)
"Edelsteine ziehen Geistesfunken aus, sagt man; es haben sich unter ihm viel musikalische Namen begeben, die ich ‚Scenen’ nennen will", schrieb Schumann an Henriette Voigt. "Eigentlich sind’s Liebeslilien, die der Sehnsuchtswalzer zusammenhält. Die Zueignung verdient und schätzt nur eine Asdurseele, mithin eine, die Ihnen gliche, mithin Sie allein, meine theure Freundinn."



