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Freitag, 10. Oktober 2014

The Britten Collection (Coro)

The Sixteen, geleitet von Harry Christophers, gehört zu den besten britischen Chören. Zum hundertsten Geburtstag von Benjamin Britten (1913 bis 1976) hat das Ensemble die drei bislang veröffentlichten Alben mit Werken des Komponisten erneut vorgelegt. Dazu wurden sie in einer Box zusammengefasst. Es erklingt sowohl geistliche als auch weltliche Musik, mit der gewohnten Perfektion vorgetragen von den Sängerinnen und Sängern. Darunter ist auch das legendäre A Ceremony of Carols; für diese Aufnahme erhielt The Sixteen einst den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. 

Samstag, 4. Mai 2013

Handel: Saul (Coro)

In diesem Oratorium, uraufgeführt 1739, erzählt Georg Friedrich Händel die Geschichte von Saul und David. Das Libretto von Charles Jennens beginnt damit, dass der Hirte David mit dem Kopf des erschlagenen Riesen zum König gebracht wird. Wer die Bibel gelesen hat, der weiß, dass Saul leider wenig beständig ist, und David schon bald nach dem Leben trachtet, auch wenn dieser noch so schön singt. Letztendlich stirbt Saul, und David, der inzwischen mit dessen Tochter Michal verheiratet ist, wird König. 
Wer dieses Oratorium auf die Bühne bringen möchte, der benötigt eine große Schar herausragender Solisten. Die Geschichte ist umfangreich, und sie wird durch eine größere Anzahl handelnder Personen betragen und vom Chor kommentiert. Händel muss damals ein exzellentes Ensemble zur Verfügung gestanden haben. Denn alle Solopartien sind fein gezeichnet, und stellen offenbar auch die Stärken dieser Sänger heraus. 
Harry Christophers hat Saul 2012 mit seinem Ensemble The Sixteen und einer leistungsfähigen Sängerriege aufgeführt. Zu hören sind insbesondere Christopher Purves als Saul, die herausragende Sarah Connolly als David, Rubert Murray als Sauls Sohn Jonathan und Elizabeth Atherton sowie Joélle Harvey als seine Töchter Merab und Michal. Auch die kleineren Partien sowie Chor und Orchester fügen sich sehr hörenswert mit ein; die Aufnahme kann daher wirklich empfohlen werden. 

Samstag, 30. März 2013

Palestrina - The Sixteen (Coro)

"Palestrina's legacy and impact on sacred music worldwide is second to none", stellt Harry Christophers fest. Das liegt nicht nur darin begründet, dass Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525 bis 1594) mit seiner Missa Papae Marcelli die Verbannung der Musik aus der Kirche auf dem Konzil von Trient gerade eben noch verhindert ha- ben soll.
"I have always regarded Palestri- na as the master craftsman whose music composers of all ages have attempted to emulate", schreibt Christophers. "He shapes his music in a beautifully sonorous way using a lot of suspensions but always coming back into the line of music." 
Mit seinem Ensemble The Sixteen will er auch in den kommenden Jahren  Werke des verehrten Meisters einspielen. "I hasten to add that we are not endeavouring to record every note Palestrina penned - that would be more than a lifetime's work considering he wrote 104 masses! But what we will do is present each volume based around a single mass and theme relevant to that mass, in this case Easter, alongside some of his setting of the Song of Songs." 
Zu den Auswirkungen des Konzils von Trient im Bereich der Kirchen- musik gehörte der Verzicht auf die allermeisten der sogenannten Sequenzen. Das sind Stücke, die wahrscheinlich aus üppigen Verzie- rungen der gregorianischen Messgesänge, sogenannten Melismen, entstanden sind und sich im Laufe der Zeit verselbständigten. Nur vier davon durften weiterhin im Gottesdienst erklingen: Victimae Paschali zum Osterfest, Veni Sancte Spiritus zu Pfingsten, Lauda Sion zum Fronleichnam, und Dies irae als Bestandteil der Totenmesse. Im 18. Jahrhundert kam dann noch eine fünfte Sequenz dazu, Stabat mater. Sie erfreute sich stets größter Beliebtheit, und inspirierte zahlreiche Komponisten - so auch Palestrina, dessen achtstimmige Version jahrhundertelang in der Heiligen Woche exklusiv durch die Sänger der Sixtinischen Kapelle gesungen wurde. 
Auch der Hymnus Ad caenam agni providi war für die Osterzeit be- stimmt. Komplettiert wird die CD durch drei Hohelied-Vertonungen, eine achtstimmige Vertonung der marianischen Antiphon Regina caeli, drei Offertorien für die Osterzeit und die prachtvolle Missa Regina caeli
Das Ensemble The Sixteen singt wundervoll, die Sänger präsentieren Palestrinas Werke makellos und lassen erahnen, welche Wirkung diese ausdrucksstarken Kompositionen auf ihre Zeitgenossen gehabt haben müssen. Bravi! 

Montag, 4. April 2011

Monteverdi: Selva morale e spirituale, Volume 1 (Coro)

Claudio Monteverdi (1567 bis 1643) gehörte zu den wichtigen musikalischen Innovatoren an der Schwelle von der Renaissance zum Barock. Er sorgte für die Wieder- belebung des Chorgesanges am Markusdom in Venedig, wo er 1613 Kapellmeister wurde, und mit Wer- ken wie L'Orfeo, L'Incoronazione di Poppea oder Il ritorno d'Ulisse in patria  gilt er als einer der "Vä- ter" der Gattung Oper. 
Die Sammlung Selva morale e spi- rituale, erschienen 1640/41, war die letzte Veröffentlichung Monte- verdis zu seinen Lebzeiten. Sie enthält eine Vielzahl geistlicher Werke, beispielsweise eine vierstimmige Messe, Psalmvertonungen, Hymnen und Motetten. "It is jam packed with brillant works, from solo songs to thrilling eight part vocal pieces with added strings; every compo- sition is full of luscious harmonies, beautifully constructed for all concerned", begeistert sich Harry Christophers, der mit dem renom- mierten Ensemble The Sixteen für diese erste CD - weitere sollen folgen - einige Stücke aus beiden Büchern ausgewählt hat. 
"Not that the music is easy; Monteverdi stretches every singer's ver- satility to the limit. It is demanding but so exhilarating. Just listen to the rhythmic vitality of the seven part Gloria and then the evocative sensuality of the duet Salve Regina, everything full of contrasts not only vocally but also instrumentally. Frances, Dai and Al" - das Con- tinuo-Team - "luxuriate in Monteverdi's harmonic language: the variety of textures and sonorities they achieve are quite extraordi- nary", schwärmt Christophers. 
"Performing his sacred music is in many ways no different from per- forming his operas; the same principles apply. It is essential we follow Monteverdi's dictum: recitar cantando (speak through singing). This allows the most amazing licence. As a result, time relationships do not become mechanical. They are intuitively felt, thus giving us the freedom to be expressive and interpret the words, just as any great actors recites Shakespeare."  Wer The Sixteen noch nicht kannte - diese CD ist ein Erlebnis, und von dieser Musizierkultur kann man nur begeistert sein.