Die Gaechinger Cantorey musiziert routiniert in schlanker Besetzung; das Solistenquartett der Aufnahme besteht aus Lenneke Ruiten, Anke Vondung, Benedikt Kristjánsson und Peter Harvey. Den glanzvollsten Part allerdings hat auf dieser CD die Orgel von Zacharias Hildebrandt, gespielt vom Organisten David Franke. Ein herrliches Instrument, und es ist immer wieder eine Freude, es zu hören.
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Freitag, 3. Juli 2020
Stay ye angels (Accentus)
„Wenn du aus dir verjagst / All Unruh und Getümmel, / So wirft Sankt Michael / Den Drachen aus dem Himmel.“ So zitiert das Beiheft den Barockdichter Angelus Silesius. Der Erzengel, der den Drachen tötet, ist auch in dem Programm, das die Gaechinger Cantorey unter Leitung von Hans-Christoph Rademann im September 2018 in der Stadtkirche St. Wenzel zu Naumburg aufgeführt hat, präsent. Zwei der Kantaten, Es erhub sich ein Streit BWV 19 und Man singet mit Freuden vom Sieg BWV 149, komponierte Johann Sebastian Bach einst für das Michaelisfest. Die dramatischen Werke, mit Pauken und Trompeten, wählte Rademann als Rahmen für zwei Solokantaten: Gott soll allein mein Herze haben BWV 169, wo Altstimme und konzertierende Orgel in genialer Verflechtung die himmlische Liebe besingen, und Der Friede sei mit dir BWV 158. In dieser Kantate verkündet der Solo-Bass, dass Satan nunmehr gefällt sei.
Die Gaechinger Cantorey musiziert routiniert in schlanker Besetzung; das Solistenquartett der Aufnahme besteht aus Lenneke Ruiten, Anke Vondung, Benedikt Kristjánsson und Peter Harvey. Den glanzvollsten Part allerdings hat auf dieser CD die Orgel von Zacharias Hildebrandt, gespielt vom Organisten David Franke. Ein herrliches Instrument, und es ist immer wieder eine Freude, es zu hören.
Die Gaechinger Cantorey musiziert routiniert in schlanker Besetzung; das Solistenquartett der Aufnahme besteht aus Lenneke Ruiten, Anke Vondung, Benedikt Kristjánsson und Peter Harvey. Den glanzvollsten Part allerdings hat auf dieser CD die Orgel von Zacharias Hildebrandt, gespielt vom Organisten David Franke. Ein herrliches Instrument, und es ist immer wieder eine Freude, es zu hören.
Freitag, 25. März 2016
Bach: Matthäus-Passion (Carus)
Bachs Matthäus-Passion hat Frieder Bernius mit seinen beiden Ensembles, dem Kammerchor Stuttgart und dem Barockorchester Stuttgart, für Carus neu eingespielt. Diese Edition gibt es in zwei Varianten – als normale CD im Jewel-Case, und als limitierte Deluxe-Ausgabe im SACD-Format. Die Notenedition, die die Grundlage dieser Aufnahme bildet, ist ebenfalls bei Carus erschienen.
Die Matthäus-Passion gehört zu jenen Werken, die alle Jahre wieder von neuen Formationen mit mehr oder minder neuen Konzepten vorgestellt werden. Vergleicht man die Einspielung, die Bernius nun präsentiert, mit prägnanten Aufnahmen aus früheren Jahren, so wird man ziemlich enttäuscht sein: Glattpolierte Orchesterklänge, lieblos dahingeschluderte Da-capo-Arien, die gähnende Langeweile bereiten – so öde habe ich beispielsweise Ich will dir mein Herze schenken wirklich noch nie gehört – Chöre, die einfach nur laut sind statt eindrücklich, und, als Zugabe, satte Schlussritardandi bei fast jedem Stück. Einziger Lichtpunkt ist Tilman Lichdi in der Partie des Evangelisten. Schade drum! ich hatte mir von dieser exzellenten Besetzung wesentlich mehr erhofft.
Die Matthäus-Passion gehört zu jenen Werken, die alle Jahre wieder von neuen Formationen mit mehr oder minder neuen Konzepten vorgestellt werden. Vergleicht man die Einspielung, die Bernius nun präsentiert, mit prägnanten Aufnahmen aus früheren Jahren, so wird man ziemlich enttäuscht sein: Glattpolierte Orchesterklänge, lieblos dahingeschluderte Da-capo-Arien, die gähnende Langeweile bereiten – so öde habe ich beispielsweise Ich will dir mein Herze schenken wirklich noch nie gehört – Chöre, die einfach nur laut sind statt eindrücklich, und, als Zugabe, satte Schlussritardandi bei fast jedem Stück. Einziger Lichtpunkt ist Tilman Lichdi in der Partie des Evangelisten. Schade drum! ich hatte mir von dieser exzellenten Besetzung wesentlich mehr erhofft.
Samstag, 10. Januar 2015
Bach: Recreation for the Soul (Channel Classics)
Johann Sebastian Bach war der Meinung, dass „die wahre Musik der Ehre Gottes dienen und eine Erholung für die Seele sein sollte“. Beides vereinen die Kantaten, die Peter Harvey hier mit seinem 2008 gegründeten Magdalena Consort eingespielt hat.
Er folgt dabei der These von Joshua Rifkin, Bachs Kantaten seien ursprünglich nicht durch einen Chor, sondern lediglich durch einen Sänger pro Stimme vorgetragen worden. In diesem Falle sind dies Elin Manahan Thomas, Sopran, Daniel Taylor, Alto, James Gilchrist, Tenor, und Harvey selbst im Bass.
Dummerweise sind vier Solisten, bei allen individuellen Qualitäten, aber noch kein Ensemble. Und man fragt sich die ganze Zeit, wieso sie ausgerechnet Bach und warum diese drei Kantaten singen. Eine Antwort habe ich nicht herausgefunden, das wirkt alles etwas beliebig und ziellos.
Harvey reiht im Beiheft allerlei Überlegungen aneinander zu Bach, diverser Zahlenmystik und verdeckten Anspielungen, die sich im Text aufspüren lassen. Das ist ja wirklich nett; es gibt anderweitig in der Tat lange Aufsätze darüber. Aber es bleibt Spielerei, wenn es nicht dabei hilft, Bachs Musik mit Leben und vor allem mit Ausdruck zu füllen. Man höre im Vergleich dazu die Einspielungen mit Sigiswald Kuijken und seinem Ensemble La Petite Bande, mit ebenfalls solistisch besetzten Gesangsparts. Dazwischen liegen, leider, Welten. Schade.
Er folgt dabei der These von Joshua Rifkin, Bachs Kantaten seien ursprünglich nicht durch einen Chor, sondern lediglich durch einen Sänger pro Stimme vorgetragen worden. In diesem Falle sind dies Elin Manahan Thomas, Sopran, Daniel Taylor, Alto, James Gilchrist, Tenor, und Harvey selbst im Bass.
Dummerweise sind vier Solisten, bei allen individuellen Qualitäten, aber noch kein Ensemble. Und man fragt sich die ganze Zeit, wieso sie ausgerechnet Bach und warum diese drei Kantaten singen. Eine Antwort habe ich nicht herausgefunden, das wirkt alles etwas beliebig und ziellos.
Harvey reiht im Beiheft allerlei Überlegungen aneinander zu Bach, diverser Zahlenmystik und verdeckten Anspielungen, die sich im Text aufspüren lassen. Das ist ja wirklich nett; es gibt anderweitig in der Tat lange Aufsätze darüber. Aber es bleibt Spielerei, wenn es nicht dabei hilft, Bachs Musik mit Leben und vor allem mit Ausdruck zu füllen. Man höre im Vergleich dazu die Einspielungen mit Sigiswald Kuijken und seinem Ensemble La Petite Bande, mit ebenfalls solistisch besetzten Gesangsparts. Dazwischen liegen, leider, Welten. Schade.
Samstag, 4. Mai 2013
Handel: Saul (Coro)
In diesem Oratorium, uraufgeführt 1739, erzählt Georg Friedrich Händel die Geschichte von Saul und David. Das Libretto von Charles Jennens beginnt damit, dass der Hirte David mit dem Kopf des erschlagenen Riesen zum König gebracht wird. Wer die Bibel gelesen hat, der weiß, dass Saul leider wenig beständig ist, und David schon bald nach dem Leben trachtet, auch wenn dieser noch so schön singt. Letztendlich stirbt Saul, und David, der inzwischen mit dessen Tochter Michal verheiratet ist, wird König.
Wer dieses Oratorium auf die Bühne bringen möchte, der benötigt eine große Schar herausragender Solisten. Die Geschichte ist umfangreich, und sie wird durch eine größere Anzahl handelnder Personen betragen und vom Chor kommentiert. Händel muss damals ein exzellentes Ensemble zur Verfügung gestanden haben. Denn alle Solopartien sind fein gezeichnet, und stellen offenbar auch die Stärken dieser Sänger heraus.
Wer dieses Oratorium auf die Bühne bringen möchte, der benötigt eine große Schar herausragender Solisten. Die Geschichte ist umfangreich, und sie wird durch eine größere Anzahl handelnder Personen betragen und vom Chor kommentiert. Händel muss damals ein exzellentes Ensemble zur Verfügung gestanden haben. Denn alle Solopartien sind fein gezeichnet, und stellen offenbar auch die Stärken dieser Sänger heraus.
Harry Christophers hat Saul 2012 mit seinem Ensemble The Sixteen und einer leistungsfähigen Sängerriege aufgeführt. Zu hören sind insbesondere Christopher Purves als Saul, die herausragende Sarah Connolly als David, Rubert Murray als Sauls Sohn Jonathan und Elizabeth Atherton sowie Joélle Harvey als seine Töchter Merab und Michal. Auch die kleineren Partien sowie Chor und Orchester fügen sich sehr hörenswert mit ein; die Aufnahme kann daher wirklich empfohlen werden.
Dienstag, 9. Oktober 2012
Sacred Music by Jan Dismas Zelenka (Helios)
Zur Wiederentdeckung des Kom- ponisten Jan Dismas Zelenka (1679 bis 1745) hat diese Aufnahme aus dem Jahre 2002 mit Sicherheit beigetragen. Zu verdanken ist die wundervolle Einspielung dem King's Consort unter Robert King, das sich einmal mehr die Mühe gemacht hat, abseits des Best- seller-Repertoires nach Werken zu suchen, deren Aufführung sich lohnt.
Zelenka, der in Dresden als Orche- stermusiker und Kirchencompo- siteur wirkte, hat Musik geschrieben, die durch ihre Eigenwilligkeit verblüfft. Bereits der Leipziger Musikschriftsteller Friedrich Rochlitz, der um 1820 Zugang zu einigen Stücken Zelenkas erhielt, begeisterte sich für die "bewundernswerthe Eigenthümlichkeit" seiner harmo- nischen Sprache und die "kunstreich verflochtenen" Singstimmen.
Dennoch blieben die Werke noch nahezu 200 weitere Jahre im Archiv liegen; erst in jüngster Vergangenheit begannen Musiker und Musik- wissenschaftler, die Handschriften zu erschließen. So enthält diese CD neben der Litaniae de Venerabili Sacramento Z147 und den Maria- nischen Antiphonen Regina caeli laetare Z134 und Salve regina, mater misericordiae Z135 auch Teile aus dem Officium defunctorum Z47, das Zelenka 1733 für die Trauerfeierlichkeiten in Dresden nach dem Tode seinen Dienstherrn August des Starken geschrieben hat. Diese düstere, aber dennoch seltsam kraftvolle Trauermusik würde man gern einmal vollständig hören.
Zelenka, der in Dresden als Orche- stermusiker und Kirchencompo- siteur wirkte, hat Musik geschrieben, die durch ihre Eigenwilligkeit verblüfft. Bereits der Leipziger Musikschriftsteller Friedrich Rochlitz, der um 1820 Zugang zu einigen Stücken Zelenkas erhielt, begeisterte sich für die "bewundernswerthe Eigenthümlichkeit" seiner harmo- nischen Sprache und die "kunstreich verflochtenen" Singstimmen.
Dennoch blieben die Werke noch nahezu 200 weitere Jahre im Archiv liegen; erst in jüngster Vergangenheit begannen Musiker und Musik- wissenschaftler, die Handschriften zu erschließen. So enthält diese CD neben der Litaniae de Venerabili Sacramento Z147 und den Maria- nischen Antiphonen Regina caeli laetare Z134 und Salve regina, mater misericordiae Z135 auch Teile aus dem Officium defunctorum Z47, das Zelenka 1733 für die Trauerfeierlichkeiten in Dresden nach dem Tode seinen Dienstherrn August des Starken geschrieben hat. Diese düstere, aber dennoch seltsam kraftvolle Trauermusik würde man gern einmal vollständig hören.
Sonntag, 4. Dezember 2011
Grandi: Vespro della Beata Vergine (Carus)
Alessandro Grandi (um 1580 bis 1630) gehörte zu Lebzeiten zu den berühmtesten italienischen Kom- ponisten. Seine Werke wurden so häufig nachgedruckt wie die kaum eines anderen Meisters seiner Zeit. Grandi war offenbar sehr experi- mentierfreudig, und begeisterte seine Zeitgenossen durch seinen Ideenreichtum und seine Innova- tionen. So war er der erste, der den Begriff Kantate verwendete.
Über seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt; 1597 wurde Grandi maestro di capella der Accademia della morte in Ferrara. Er wirkte zudem unter anderem als Chorsänger und Vizekapellmeister an San Marco in Venedig. 1627 ging er als Kapellmeister der Basilika Santa Maria Maggiore nach Bergamo. Dort starb er 1630 an der Pest.
Grandi komponierte Messen, Motetten, Psalmvertonungen und Ma- drigale. Sein Werk ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Das liegt vielleicht nicht zuletzt daran, dass Claudio Monteverdis (voll- ständig überlieferte) prächtige Marienvesper derart populär wurde, weswegen sich wohl kaum noch jemand die Mühe gemacht hat, aus den diversen Sammelbänden ähnliche Werke seiner Zeitgenossen herauszusuchen.
Der Musikwissenschaftler Rudolf Ewerhart hat sich an das Puzzle gewagt, er hat in zeitgenössischen Drucken die passenden Einzelsätze Grandis aufgespürt und zu einer festlichen Marienvesper zusammen- gestellt. Die Gächinger Kantorei und das Bach-Collegium Stuttgart haben dieses Werk unter Matthew Halls im September 2010 zum Musikfest Stuttgart in der dortigen Markuskirche aufgeführt; die vorliegende CD ist ein Live-Mitschnitt dieser Aufführung. Als Solisten singen Deborah York, Sopran, Daniel Taylor, Altus, Ed Lyon, Tenor und Peter Harvey, Bass. Leider will auch bei mehrfachem Anhören der Funke nicht überspringen. Natürlich beeindruckt die Textaus- legung Grandis durch ihre Subtilität, aber was die Stuttgarter daraus machen, das ist überraschend ausdrucksarm - schwäbischer Klang- brei, verblüffend sparsam gewürzt. Tut mir leid, aber diese Aufnahme finde ich einfach nur langweilig.
Über seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt; 1597 wurde Grandi maestro di capella der Accademia della morte in Ferrara. Er wirkte zudem unter anderem als Chorsänger und Vizekapellmeister an San Marco in Venedig. 1627 ging er als Kapellmeister der Basilika Santa Maria Maggiore nach Bergamo. Dort starb er 1630 an der Pest.
Grandi komponierte Messen, Motetten, Psalmvertonungen und Ma- drigale. Sein Werk ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Das liegt vielleicht nicht zuletzt daran, dass Claudio Monteverdis (voll- ständig überlieferte) prächtige Marienvesper derart populär wurde, weswegen sich wohl kaum noch jemand die Mühe gemacht hat, aus den diversen Sammelbänden ähnliche Werke seiner Zeitgenossen herauszusuchen.
Der Musikwissenschaftler Rudolf Ewerhart hat sich an das Puzzle gewagt, er hat in zeitgenössischen Drucken die passenden Einzelsätze Grandis aufgespürt und zu einer festlichen Marienvesper zusammen- gestellt. Die Gächinger Kantorei und das Bach-Collegium Stuttgart haben dieses Werk unter Matthew Halls im September 2010 zum Musikfest Stuttgart in der dortigen Markuskirche aufgeführt; die vorliegende CD ist ein Live-Mitschnitt dieser Aufführung. Als Solisten singen Deborah York, Sopran, Daniel Taylor, Altus, Ed Lyon, Tenor und Peter Harvey, Bass. Leider will auch bei mehrfachem Anhören der Funke nicht überspringen. Natürlich beeindruckt die Textaus- legung Grandis durch ihre Subtilität, aber was die Stuttgarter daraus machen, das ist überraschend ausdrucksarm - schwäbischer Klang- brei, verblüffend sparsam gewürzt. Tut mir leid, aber diese Aufnahme finde ich einfach nur langweilig.
Freitag, 5. August 2011
Bach: Easter & Ascension Oratorios (Linn Records)
Noch ein Nachtrag zum Thema Ostern - hier ist noch eine schöne Einspielung von Bachs Oster-Oratorium Kommt, eilet und laufet BWV 249 und Lobet Gott in seinen Reichen BWV 11, oftmals auch als Himmelfahrts-Oratorium bezeich- net. Es musiziert das Retrospect Ensemble unter Matthew Halls; die Soli singen Carolyn Sampson, Iestyn Davies, James Gilchrist und Peter Harvey. Abgesehen von der Tatsache, dass hier ein Counter- tenor die Alt-Arien singt, bringt die Aufnahme aber nicht wirklich etwas Neues, was man so noch nicht gehört hätte.
Sonntag, 24. Juli 2011
The Queen's Music (BIS Records)
Und da wir gerade bei Emma Kirkby waren - auch auf dieser CD ist sie zu hören, gemeinsam mit Susanne Rydén, und zwar diesmal mit Musik aus Schweden. Dort traf 1652 eine Gruppe italienischer Musiker und Instrumentenbauer ein, die der Bassist Alessandro Cecconi im Auftrag von Königin Kristina angeworben hatte.
Wer wissen will, was sie am Hof in Uppsala vorgetragen haben, dem geben zwei Handschriften Aus- kunft. Eine davon befindet sich heute in der Bibliothek des Christ Church College in Oxford. Sie kam dorthin über den englischen Botschafter Bulstrode Whitelocke. Er berichtet in seinem Tagebuch am 27. März 1654, wie er die Kapelle der Königin besuchte, um ihre italienischen Musiker zu hören. Einige von ihnen dinierten mit dem Gesandten, sie sangen für ihn - und schenkten ihm einen Notenband. Er enthält die modernste Musik der damaligen Zeit: Arien und Kantaten für zwei und drei Sänger von den damals führenden italienischen Komponisten Luigi Rossi, Antonio Cesti und Giacomo Carissimi - gehobene Unterhaltung, die raffiniert mit den althergebrachten Floskeln der höfischen Liebe spielt.
Die Sopranistinnen Emma Kirkby und Susanne Rydén sowie Counter- tenor Mikael Bellini und Bariton Peter Harvey singen einige dieser hübschen, hochvirtuosen Werke, begleitet von Mime Yamahiro Brinkmann am Violoncello und Lars Ulrik Mortensen, Cembalo. Und weil Abwechslung erfreut, wurde die Musica del Signor Angelo Micheli / Uno de Musici della Capella / de Reyna di Swecia um einige Instrumentalstücke von Girolamo Frescobaldi ergänzt. Perfekt!
Wer wissen will, was sie am Hof in Uppsala vorgetragen haben, dem geben zwei Handschriften Aus- kunft. Eine davon befindet sich heute in der Bibliothek des Christ Church College in Oxford. Sie kam dorthin über den englischen Botschafter Bulstrode Whitelocke. Er berichtet in seinem Tagebuch am 27. März 1654, wie er die Kapelle der Königin besuchte, um ihre italienischen Musiker zu hören. Einige von ihnen dinierten mit dem Gesandten, sie sangen für ihn - und schenkten ihm einen Notenband. Er enthält die modernste Musik der damaligen Zeit: Arien und Kantaten für zwei und drei Sänger von den damals führenden italienischen Komponisten Luigi Rossi, Antonio Cesti und Giacomo Carissimi - gehobene Unterhaltung, die raffiniert mit den althergebrachten Floskeln der höfischen Liebe spielt.
Die Sopranistinnen Emma Kirkby und Susanne Rydén sowie Counter- tenor Mikael Bellini und Bariton Peter Harvey singen einige dieser hübschen, hochvirtuosen Werke, begleitet von Mime Yamahiro Brinkmann am Violoncello und Lars Ulrik Mortensen, Cembalo. Und weil Abwechslung erfreut, wurde die Musica del Signor Angelo Micheli / Uno de Musici della Capella / de Reyna di Swecia um einige Instrumentalstücke von Girolamo Frescobaldi ergänzt. Perfekt!
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