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Samstag, 19. September 2015

Mitteldeutsche Barockkantaten II (Amati)

Der Pflege des mitteldeutschen Musikerbes hat sich Michael Scholl mit der von ihm gegründeten Biede- ritzer Kantorei verschrieben. Auf dieser CD stellt das Ensemble, unterstützt durch die Cammermusik Potsdam auf historischen Instru- menten, zwei Kantaten von Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) und eine von Johann Friedrich Fasch (1688 bis 1758). Also Solisten wirken mit Heidi Maria Taubert, Sopran, Steve Wächter, Altus, Michael Zabanoff, Tenor und Matthias Vieweg, Bariton. Telemanns Jauchzet dem Herrn alle Welt ist ein großformatiges Opus, mit Pauken und Trom- peten, entstanden wohl für die 50-Jahr-Feier der Weißenfelser Schloss- kirche 1732. Also hat Gott die Welt geliebet, geschrieben für den zweiten Pfingsttag, zeichnet sich ebenfalls durch Jubel und Klangpracht aus. Johann Friedrich Fasch, Hofkapellmeister in Zerbst – seinerzeit ein bedeutendes musikalisches Zentrum – setzte in seiner Kantate Der Gott- lose ist wie ein Wetter die biblische Erzählung in Musik, die berichtet, wie Jesus durch die Pharisäer befragt wird, ob er es denn für recht ansähe, dem Kaiser Steuern zu zahlen. Textprobe: „Wir wollen nach dem Guten streben / wir wollen Gott und Kaiser geben, / was einem jeden zugehört. / Die Obrigkeit soll Schloss und Gaben, / und Gott das Herz zur Wohnung haben. / So leben wir wie Christus lehrt.“ 

Donnerstag, 15. November 2012

Amüsantes und Rasantes für 2 Flöten und Klavier (Thorofon)

Raritäten für Flötenduo haben Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter gemeinsam mit der Pianistin Eva Schieferdecker auf dieser CD zusammengetragen. 
Die Münchner Flötisten spielen das Duettino hongrois op. 36 von Franz Doppler, das Grand Trio
op. 119 von Friedrich Kuhlau, und Mozarts Sonate D-Dur KV 448 - ursprünglich entstanden für zwei Klaviere, später für zwei Violinen und Klavier bearbeitet von Ferdi- nand David. Auf der Grundlage dieser Version haben die Münchner Musiker dann ihr Arrangement für zwei Flöten und Klavier erstellt. 

Eine Bearbeitung der drei Musiker erschließt auch das berühmte Duo des Fleurs aus der Oper Lakmé von Léo Delibes für diese Besetzung; man staunt, dass dies zuvor noch niemandem eingefallen ist, denn das Werk bietet sich dafür geradezu an. So erklingt es auf dieser CD in Ersteinspielung - wie auch die Fantaisie concertante Souvenir de Lucie de Lammermoor von Jules Herman und die Musik für die Pan- tomime aus dem ersten Akt der Oper Cardillac von Paul Hindemith. Anspruchsvolles Repertoire also, das teilweise hohe Anforderungen an die Solisten stellt. Wenn man bedenkt, welch ausgezeichneten Ruf die beiden Flötisten als Lehrer und Herausgeber von Unterrichts- literatur haben, dann wird man freilich von dieser Aufnahme ein bisschen enttäuscht sein. Denn man vermisst eine gewisse Eleganz in Phrasierung und Gestaltung - und der Ton könnte auch farbiger, ab- wechslungsreicher sein. Schade.