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Samstag, 16. Januar 2021

Masterpieces Among Peers (Tyxart)


 Zwei Spätwerke kombiniert das Namirovsky-Lark-Pae Trio auf diesem Album: Es erklingen die überarbeitete Version des Klaviertrios Nr. 1 op. 8 von Johannes Brahms (1833 bis 1897) und das Klaviertrio Nr. 2, H. 178 von Frank Bridge (1879 bis 1941). 

Diese Zusammenstellung „mag auf den ersten Blick als eine seltsame Wahl erscheinen“, räumt Misha Namirovsky ein. Doch das Anliegen des Pianisten ist es, gemeinsam mit Tessa Lark, Violine, und Deborah Pae, Violoncello, sowohl das Publikum als auch die Musikerkollegen auf Bridges Komposition aufmerksam zu machen. 

Deshalb stellt das Ensemble bei seinem CD-Debüt sein Klaviertrio neben Brahms‘ beliebtes und bekanntes Werk. Die Aufnahme vermag in jeder Hinsicht zu überzeugen. 


Dienstag, 14. Mai 2019

Goldberg - Beyond the Variations (Bridge)

Was hätte dieser Musiker erreichen können, wenn er länger gelebt hätte! Auf dieser CD präsentiert das New Yorker Ensemble Rebel fünf Sonaten für Streicher und Continuo von Johann Gottlieb Goldberg (1727 bis 1756). Die Biographie des Bach-Schülers, der aus Danzig stammte und zunächst bei Hermann Karl Keyserlingk, später dann in der Kapelle des Grafen Brühl angestellt war, ist in diesem Blog an anderer Stelle nachzulesen. 
Die Aufnahme lädt ein auf eine Reise zu den Ursprüngen des Streich- quartettes – Goldberg fand dafür eine clevere, aber dennoch zutiefst barocke Lösung: Er ergänzte die beiden Violinen der damals üblichen Triosonatenbesetzung durch eine Viola, und dem Bass gab er in dem Stimmengeflecht, dass sich strikt am Kontrapunkt orientiert, eine gleichberechtigte statt eine begleitende Funktion. 
Seine Musik aber klingt nicht etwa verzopft-rückwärtsgewandt; Goldberg bietet bei Melodik, Rhythmik und Harmonik so manche Überraschung. Es ist wirklich zu schade, dass so wenig Werke von ihm überliefert sind. Mit dieser beeindruckenden Einspielung machen Jörg-Michael Schwarz und Karen Marie Marmer, Violine, Risa Browder, Viola, John Moran, Violon- cello, und Dongsok Shin, Cembalo, deutlich, welch großartiger Komponist Goldberg war. 

Donnerstag, 8. November 2012

Essence of Christmas (Genuin)

"Ein Weihnachtskonzert mit dem Ensemble gehört jedes Jahr zu unseren stimmungsvollsten Erlebnissen im Quintessenz-Jahr", berichtet Gudrun Hinze im Beiheft zu dieser CD. Das Leipziger Quer- flötenensemble, in dem Soloflöti- sten des Gewandhausorchesters, des MDR Sinfonieorchesters Leipzig und der Staatskapelle Halle/Saale gemeinsam musizie- ren, legt nun bei Genuin Classics den Live-Mitschnitt eines solchen Konzertes vor, aufgezeichnet im Februar 2012 in der Leipziger Paul-Gerhard-Kirche.
Auf die klassischen Weihnachtslieder allerdings verzichten die  fünf Flötenvirtuosen. Das Repertoire von Quintessenz ist maßgeschnei- dert, angepasst an den einzigartigen Klang des Ensembles. Er wird vom kraftvollen Orgelton der Bass-Querflöte Christian Sprengers ebenso geprägt wie vom fröhlichen Gezwitscher der Piccolo-Flöte Gudrun Hinzes oder vom edlen Klang der Alt-Querflöte Bettine Keyßers. Im Zentrum steht das perfekte Querflöten-Duett von Anna Garzuly-Wahlgren und Ute Günther, die mit schwebendem, schwere- losen Klang und wundervoll aufeinander abgestimmtem, silbrigen Ton begeistern. 
Die fünf Flötisten lassen Schneeflocken tanzen und Spuren im Schnee funkeln - ihre Versionen der entsprechenden Stücke Claude Debussys sind grandios, und geben Zeugnis von ihrer exzellenten Spielkultur. Eröffnet wird das Konzert aber mit dem alten schottischen Tanz Sir Roger de Coverley, von Frank Bridge ursprünglich für Streichorche- ster notiert. Das eigenwillige Stück kombiniert die Vision eines rauschenden Weihnachtsballes mit der Melancholie, die Auld Lang Syne in diese Szene hineinträgt - eine Melodie, die die Vergangenheit beschwört, und die man eher mit dem Jahresende in Zusammenhang bringt. 
Ah, vous dirai-je, maman kennt man hierzulande mit dem Text Morgen kommt der Weihnachtsmann. Und in der Bearbeitung für Flötenquintett klingen Mozarts Variationen des populären Liedes ganz besonders charmant. Das gilt auch für den Walzer Dezember aus Tschaikowskis Jahreszeiten, und ausgewählte Sätze aus seinem Ballett Der Nussknacker
Im Mittelpunkt des Konzertes steht das Weihnachts-Quintett in D-Dur op. 21 von Jan Brandts Buys. Es ist ursprünglich entstanden für Flöte und Streichquartett. Jeder Satz hat ein Zitat aus der biblischen Weihnachtsgeschichte zum Motto. Dieses Zitat führt dann in eine Musik, die den Grundgedanken und die Ausgangsstimmung ausge- sprochen romantisch fortentwickelt. So entsteht ein umfangreiches Werk von geradezu sinfonischen Dimensionen, wirklich sehr beein- druckend. 
Die CD endet mit Musik von Johann Sebastian Bach, als Referenz an den Genius loci und als Verweis auf Luther spielt das Ensemble das Choralvorspiel BWV 659 und den Choral Nun komm, der Heiden Heiland. Quintessenz zeigt damit, dass gerade Orgelmusik sehr schön auf Flöten interpretiert werden kann. Der Charme dieser Aufnahmen überzeugt - eine stimmungsvolle Weihnachts-CD nicht nur für Freun- de der Querflöte.