Mit dieser CD widmet sich Organist Joseph Kelemen einmal mehr der Orgelmusik Johann Sebastian Bachs. An der Treutmann-Orgel der Klosterkirche Grauhof hat er vor allem Werke des Komponisten in Moll-Tonarten eingespielt.
Im Vergleich zum Gesamtwerk sind das nicht viele – und Kelemen zeigt, wie Bach in diesen Kompositionen „aus melancholischen Tiefen immer wieder vollendete Eleganz (um nicht zu sagen: überraschenden Glanz)“ entwickelt, schreibt der Organist im Beiheft, „so dass die erwartete Moll-Tendenz bei vielen Bach-Werken eigentlich zur Nebensache wird.“
Und so ist der Kontrast zu den beigefügten Werken in Dur eigentlich auch gar nicht groß. Man freut sich über ein klug zusammengestelltes Programm, überlegt vorgetragen auf einem historischen Instrument, das mit seinem Klang und seinen Eigenheiten ebenfalls zum Hörvergnügen beiträgt.
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Montag, 25. November 2019
Freitag, 27. April 2018
Süddeutsche Orgelmeister (Oehms Classics)
Joseph Kelemen, Hauptorganist an St. Johann Baptist in Neu-Ulm, befasst sich seit vielen Jahren mit süddeut- scher Orgelmusik. In dieser Box präsentiert er auf sechs CD eine Werkauswahl bedeutender Orgel- meister des 16. und 17. Jahrhunderts. Die Region, um die es dabei geht, erstreckte sichseinerzeit vom heutigen Süddeutschland über die deutsch- sprachigen Gebiete Österreichs und der Schweiz sowie vom Elsaß bis hin nach Polen.
Bei allen Unterschieden eint die süddeutsche Orgelmusik ihre Orientierung am Vorbild Italien, berichtet Kelemen im Beiheft zu dieser Box: „Auch der süddeutsche Orgelbau zeigt Anlehnungen an Italien. Wie ihre italienische Schwester – ebenso wie das italienische Cembalo – ist die süddeutsche Orgel in der Regel einmanualig; ihr Pedal beschränkt sich im Umfang auf 1½ Oktaven und wird vornehmlich für Stütztöne zur Verstärkung der Basslinie eingesetzt. Die Diskrepanzen zum norddeutschen Orgelbau sind deutlich – hier finden wir meist mehrere Manuale und eine ausgebaute Pedalklaviatur von zwei Oktaven. Der Klang süddeutscher Orgeln wird oft als ,süß' beschrieben, wogegen das norddeutsche Instrument eher ,schneidend festlich' anmutet.“
Selbstverständlich hat Kelemen für seine Einspielungen passende Instrumente ausgesucht. Musik aus dem Buxheimer Orgelbuch, niedergeschrieben um 1460, spielt der Organist an einem Instrument in der St. Andreaskirche Soest-Ostönnen, erbaut von einem unbekannten Meister um 1425, einer der ältesten spielbaren Orgeln der Welt, sowie an der Ebert-Orgel von 1558 der Hofkirche Innsbruck. Für die Werke von Hans Leo Hassler (1564 bis 1612) wählte er die Orgel der Stiftskirche Klosterneuburg von Johann Freundt 1642 sowie die Günzer-Orgel von 1609 der Kirche St. Martin in Gabelbach bei Augsburg.
Die CD, die dem Schaffen von Johann Caspar Kerll (1627 bis 1693) gewidmet ist, entstand an der Egedacher-Orgel aus dem Jahre 1708 – sie enthält auch noch etliche Register des Vorgängerinstrumentes von Andreas Putz (1633) – die sich im Prämonstratenserstift Schlägl in Oberösterreich befindet. Bei der Einspielung der Musik von Johann Pachelbel (1653 bis 1706) entschied sich Kelemen für die Orgel in St. Petri, Erfurt-Büßleben, erbaut 1702 von Georg Christoph Stertzing, und die Crapp-Orgel von 1712 in der ehemaligen Klosterkirche zu Pappenheim im Altmühltal.
Gleich zwei CD enthalten Werke von Georg Muffat (1653 bis 1704). Für diese Aufnahmen nutzte der Organist noch einmal die Freundt-Orgel der Stiftskirche Klosterneuburg, und die Orgel der Abteikirche St. Mauritius in Ebersmünster bei Schlettstadt im Elsaß. Sie wurde in den Jahren 1730-32 von Andreas Silbermann angefertigt, und gehört zu den am besten erhaltenen Instrumenten dieses berühmten Orgelbauers.
Somit stellt Joseph Kelemen nicht nur wichtige Komponisten jener Zeit aus dem süddeutschen Raum und einige ihrer Werke vor. Er verbindet dies mit einer Auswahl klangschöner und charakteristischer historischer Orgeln. Mit ihren sehr unterschiedlichen Klangwelten, die Kelemen gekonnt in den Mittelpunkt stellt, sind sie die eigentlichen Stars dieser Aufnahmen. Und natürlich musiziert der Organist brillant und sehr differenziert. Hinreißend!
Bei allen Unterschieden eint die süddeutsche Orgelmusik ihre Orientierung am Vorbild Italien, berichtet Kelemen im Beiheft zu dieser Box: „Auch der süddeutsche Orgelbau zeigt Anlehnungen an Italien. Wie ihre italienische Schwester – ebenso wie das italienische Cembalo – ist die süddeutsche Orgel in der Regel einmanualig; ihr Pedal beschränkt sich im Umfang auf 1½ Oktaven und wird vornehmlich für Stütztöne zur Verstärkung der Basslinie eingesetzt. Die Diskrepanzen zum norddeutschen Orgelbau sind deutlich – hier finden wir meist mehrere Manuale und eine ausgebaute Pedalklaviatur von zwei Oktaven. Der Klang süddeutscher Orgeln wird oft als ,süß' beschrieben, wogegen das norddeutsche Instrument eher ,schneidend festlich' anmutet.“
Selbstverständlich hat Kelemen für seine Einspielungen passende Instrumente ausgesucht. Musik aus dem Buxheimer Orgelbuch, niedergeschrieben um 1460, spielt der Organist an einem Instrument in der St. Andreaskirche Soest-Ostönnen, erbaut von einem unbekannten Meister um 1425, einer der ältesten spielbaren Orgeln der Welt, sowie an der Ebert-Orgel von 1558 der Hofkirche Innsbruck. Für die Werke von Hans Leo Hassler (1564 bis 1612) wählte er die Orgel der Stiftskirche Klosterneuburg von Johann Freundt 1642 sowie die Günzer-Orgel von 1609 der Kirche St. Martin in Gabelbach bei Augsburg.
Die CD, die dem Schaffen von Johann Caspar Kerll (1627 bis 1693) gewidmet ist, entstand an der Egedacher-Orgel aus dem Jahre 1708 – sie enthält auch noch etliche Register des Vorgängerinstrumentes von Andreas Putz (1633) – die sich im Prämonstratenserstift Schlägl in Oberösterreich befindet. Bei der Einspielung der Musik von Johann Pachelbel (1653 bis 1706) entschied sich Kelemen für die Orgel in St. Petri, Erfurt-Büßleben, erbaut 1702 von Georg Christoph Stertzing, und die Crapp-Orgel von 1712 in der ehemaligen Klosterkirche zu Pappenheim im Altmühltal.
Gleich zwei CD enthalten Werke von Georg Muffat (1653 bis 1704). Für diese Aufnahmen nutzte der Organist noch einmal die Freundt-Orgel der Stiftskirche Klosterneuburg, und die Orgel der Abteikirche St. Mauritius in Ebersmünster bei Schlettstadt im Elsaß. Sie wurde in den Jahren 1730-32 von Andreas Silbermann angefertigt, und gehört zu den am besten erhaltenen Instrumenten dieses berühmten Orgelbauers.
Somit stellt Joseph Kelemen nicht nur wichtige Komponisten jener Zeit aus dem süddeutschen Raum und einige ihrer Werke vor. Er verbindet dies mit einer Auswahl klangschöner und charakteristischer historischer Orgeln. Mit ihren sehr unterschiedlichen Klangwelten, die Kelemen gekonnt in den Mittelpunkt stellt, sind sie die eigentlichen Stars dieser Aufnahmen. Und natürlich musiziert der Organist brillant und sehr differenziert. Hinreißend!
Sonntag, 5. November 2017
Hommage à Fritz Kreisler (BMC)
„Only a few weeks ago you recorded your last album with Barnabás Kelemen: Fritz Kreisler's pieces for violin and piano. Even there, you are teaching. In your hands, pieces we used to pass with a shrug of the shoulders have become diamonds... (Perhaps they are?)“, sagte György Kurtág im November 2016 auf einer Veranstaltung im Gedenken an den kurz zuvor verstorbenen Zoltán Kocsis.
Mit ihm verlor die Musikwelt einen zu Recht hoch angesehenen Pianisten. Wie groß dieser Verlust ist, davon vermittelt diese CD mit den oben genannten Werken für Violine und Klavier von Fritz Kreisler (1875 bis 1962) einen starken Eindruck. Nicht umsonst merkt Kocsis im Beiheft zu dieser CD an, dass Kreisler nicht nur der König aller Geiger, sondern obendrein auch ein exzellenter Pianist war.
Kocsis kennt all die historischen Aufnahmen, auf denen Kreisler mit seinem charakteristischen Geigenton zu hören ist. Und er bedauert, dass der Klavierpart üblicherweise nicht angemessen interpretiert wird: „Bis auf einige wenige erfrischende Ausnahmen sind die Piano-Matadore bei seinen Aufnahmen mittelmäßig bis schlecht“, meint Kocsis in seinen Anmerkungen zu dieser neuen Einspielung. „Der Aufnahmetechnik jener Zeit kann man nicht die Schuld geben an verspäteten Einsätzen, ungeschicktem Umgang mit dem Pedal, einem Mangel an Balance im Klavierpart, oder an all den anderen Details, die dem heutigen Zuhörer das Gefühl geben, dass dieses Violinspiel weit bessere Begleitung und bessere Begleiter verdient.“
Zoltán Kocsis zeigt, wie Kreisler klingen kann, wenn man diese Musik tatsächlich ernst nimmt. Der Pianist hat ausgewählte Werke des Violinvirtuosen gemeinsam mit seinem regelmäßigen Kammermusik- partner, dem Geiger Barnabás Kelemen, eingespielt – und dabei die Stücke sorgfältig gearbeitet. Das Ergebnis ist phänomenal. Unbedingt anhören!
Mit ihm verlor die Musikwelt einen zu Recht hoch angesehenen Pianisten. Wie groß dieser Verlust ist, davon vermittelt diese CD mit den oben genannten Werken für Violine und Klavier von Fritz Kreisler (1875 bis 1962) einen starken Eindruck. Nicht umsonst merkt Kocsis im Beiheft zu dieser CD an, dass Kreisler nicht nur der König aller Geiger, sondern obendrein auch ein exzellenter Pianist war.
Kocsis kennt all die historischen Aufnahmen, auf denen Kreisler mit seinem charakteristischen Geigenton zu hören ist. Und er bedauert, dass der Klavierpart üblicherweise nicht angemessen interpretiert wird: „Bis auf einige wenige erfrischende Ausnahmen sind die Piano-Matadore bei seinen Aufnahmen mittelmäßig bis schlecht“, meint Kocsis in seinen Anmerkungen zu dieser neuen Einspielung. „Der Aufnahmetechnik jener Zeit kann man nicht die Schuld geben an verspäteten Einsätzen, ungeschicktem Umgang mit dem Pedal, einem Mangel an Balance im Klavierpart, oder an all den anderen Details, die dem heutigen Zuhörer das Gefühl geben, dass dieses Violinspiel weit bessere Begleitung und bessere Begleiter verdient.“
Zoltán Kocsis zeigt, wie Kreisler klingen kann, wenn man diese Musik tatsächlich ernst nimmt. Der Pianist hat ausgewählte Werke des Violinvirtuosen gemeinsam mit seinem regelmäßigen Kammermusik- partner, dem Geiger Barnabás Kelemen, eingespielt – und dabei die Stücke sorgfältig gearbeitet. Das Ergebnis ist phänomenal. Unbedingt anhören!
Dienstag, 12. April 2016
Scheidemann: Organ Works (Oehms Classics)
Joseph Kelemen studierte an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest, der Schola Cantorum Basiliensis und in Bremen, in der Orgelklasse von Harald Vogel. Er ist als Organist an St. Johann Baptist in Neu-Ulm tätig. Dass er seinen ausgezeichneten Ruf als Spezialist für historischen Fingersatz, und speziell für deutsche Orgelmusik des 17. Jahrhunderts zu Recht genießt, beweisen seine Auf- nahmen mit Werken norddeutscher Orgelmeister.
So führt die Einspielung mit Werken von Hieronymus (1560 bis 1629) und Jacob jun. Praetorius (1586 bis 1651) – Vater und Sohn, sie wirkten als Organisten in Hamburg an St Jacobi und St. Petri – in die Übergangszeit von der Renaissance zum Frühbarock. Kelemen spielt an der Scherer-Orgel der St. Stephanskirche der Hansestadt Tangermünde eine Auswahl ihrer Werke. Dieses Instrument war ein Geschenk der Stadt Hamburg; es wurde von Hans Scherer d. J. gemeinsam mit seinem Bruder Fritz in den Jahren 1623/24 erbaut. Es verfügt über 32 Register auf drei Manualen und Pedal. Etwa die Hälfte des Pfeifenwerkes sowie das geschnitzte Gehäuse sind original erhalten.
Die Norddeutsche Orgel der Örgryte nya kyrka in Göteborg ist das Ergebnis eines interdisziplinären Forschungsprojektes, an dem ein Team aus zwölf Nationen unter Leitung von drei Orgelbauern zehn Jahre lang gearbeitet hat. Dabei wurden alte Handwerkstechniken erkundet; so wurden Metall- platten auf Sand gegossen – was die Beteiligten erst wieder erlernen mussten. Als Vorbild für das Pfeifenwerk diente die Arp-Schnitger-Orgel der Hamburger St.-Jacobi-Kirche. Bei Prospekt und Spieltisch wurde aus Platzgründen ein anderes Instrument des berühmten Orgelbauers kopiert, die 1942 zerstörte Orgel im Lübecker Dom.
Die Norddeutsche Orgel, im Jahre 2000 fertiggestellt, verfügt über 54 Re- gister. Sie ist das einzige viermanualige mitteltönig gestimmte Instrument in dieser Größe überhaupt, schreibt Kelemen. Er hat daran Orgelmusik von Heinrich Scheidemann (um 1595 bis 1663) eingespielt. Scheidemann, ein Schüler Sweelincks, war Organist an der Hamburger Katharinen-Kirche. Er gilt als Erfinder der Choralfantasie.
Kelemen macht mit seiner Aufnahme deutlich, dass die Kompositionen, die in den alten Tabulaturen notiert wurden, musikalisch auch heute noch durchaus relevant sind. Wenn er diese Musik spielt, dann ist das keine Einladung zu einem Gang ins Museum. Der Zuhörer wird erfreut festellen, dass die Werke der norddeutschen Orgelmeister, durch diesen Organisten interpretiert, sehr attraktiv sind – und höchst lebendig. Und weil die Aufnahmen so gelungen sind, hat das Label Oehms Classics nun eine Box daraus gemacht: Auf den insgesamt sechs CD finden sich zudem Werke von Vincent Lübeck, Matthias Weckmann, Nicolaus Bruhns und Jan Pieterszoon Sweelinck.
So führt die Einspielung mit Werken von Hieronymus (1560 bis 1629) und Jacob jun. Praetorius (1586 bis 1651) – Vater und Sohn, sie wirkten als Organisten in Hamburg an St Jacobi und St. Petri – in die Übergangszeit von der Renaissance zum Frühbarock. Kelemen spielt an der Scherer-Orgel der St. Stephanskirche der Hansestadt Tangermünde eine Auswahl ihrer Werke. Dieses Instrument war ein Geschenk der Stadt Hamburg; es wurde von Hans Scherer d. J. gemeinsam mit seinem Bruder Fritz in den Jahren 1623/24 erbaut. Es verfügt über 32 Register auf drei Manualen und Pedal. Etwa die Hälfte des Pfeifenwerkes sowie das geschnitzte Gehäuse sind original erhalten.
Die Norddeutsche Orgel der Örgryte nya kyrka in Göteborg ist das Ergebnis eines interdisziplinären Forschungsprojektes, an dem ein Team aus zwölf Nationen unter Leitung von drei Orgelbauern zehn Jahre lang gearbeitet hat. Dabei wurden alte Handwerkstechniken erkundet; so wurden Metall- platten auf Sand gegossen – was die Beteiligten erst wieder erlernen mussten. Als Vorbild für das Pfeifenwerk diente die Arp-Schnitger-Orgel der Hamburger St.-Jacobi-Kirche. Bei Prospekt und Spieltisch wurde aus Platzgründen ein anderes Instrument des berühmten Orgelbauers kopiert, die 1942 zerstörte Orgel im Lübecker Dom.
Die Norddeutsche Orgel, im Jahre 2000 fertiggestellt, verfügt über 54 Re- gister. Sie ist das einzige viermanualige mitteltönig gestimmte Instrument in dieser Größe überhaupt, schreibt Kelemen. Er hat daran Orgelmusik von Heinrich Scheidemann (um 1595 bis 1663) eingespielt. Scheidemann, ein Schüler Sweelincks, war Organist an der Hamburger Katharinen-Kirche. Er gilt als Erfinder der Choralfantasie.
Kelemen macht mit seiner Aufnahme deutlich, dass die Kompositionen, die in den alten Tabulaturen notiert wurden, musikalisch auch heute noch durchaus relevant sind. Wenn er diese Musik spielt, dann ist das keine Einladung zu einem Gang ins Museum. Der Zuhörer wird erfreut festellen, dass die Werke der norddeutschen Orgelmeister, durch diesen Organisten interpretiert, sehr attraktiv sind – und höchst lebendig. Und weil die Aufnahmen so gelungen sind, hat das Label Oehms Classics nun eine Box daraus gemacht: Auf den insgesamt sechs CD finden sich zudem Werke von Vincent Lübeck, Matthias Weckmann, Nicolaus Bruhns und Jan Pieterszoon Sweelinck.
Sonntag, 5. April 2015
Buxheimer Orgelbuch (Oehms Classics)
Ein musikalisches Dokument ganz besonderer Art bringt Joseph Kele- men auf dieser CD zum Klingen. Das Buxheimer Orgelbuch, aufbewahrt bis 1883 im Karthäuserkloster von Buxheim an der Iller, ist um 1460 entstanden. Es enthält mit mehr als 250 Stücken die umfangreichste Sammlung von Tastenmusik aus der Zeit vor 1600. Spielen freilich kann man diese Musik nicht so ohne weiteres, denn sie wurde durch die unbekannten Schreiber in einem sehr eigenen Verfahren notiert: Der sogenannte Cantus, die Oberstimme, wurde in einem Notensystem ausgeschrieben; die anderen Stimmen stehen in Buchstaben darunter. Eine Beispielseite ist in dem sehr informativen Beiheft zu dieser CD abgebildet.
Die Noten für diese Einspielung wurden von dem Freiburger Musikwissen- schaftler Dr. Michael Belotti, einem Spezialisten für historisches Orgel- spiel, eingerichtet. Er hat Kelemen, der ebenfalls ein Experte in diesem Bereich ist, auch bei der Aufnahme beraten. Vorgetragen werden die ausgewählten Werke möglichst originalgetreu, mit den alten Fingersätzen, also ohne Daumen und kleine Finger zu benutzen, und mit den damals üblichen Verzierungen und Kolorierungen. Auch beschränkt sich Kelemen weitgehend auf passende, zeitgenössische Register.
Doch welche Orgeln sind in der Lage, solche Anforderungen zu erfüllen? In der St. Andreaskirche in Soest-Ostönnen befindet sich ein derart altes Instrument. Bei holztechnischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Bäume, aus denen das Gehäuse und Teile der Technik gefertigt worden sind, spätestens 1416 gefällt wurden. Selbst wenn man bedenkt, dass dieses Holz anschließend noch einige Jahre lagern und trocknen musste, ist die Orgel von Ostönne somit eine der ältesten spielbaren Orgeln der Welt. Wer sie errichtet hat, das ist nicht bekannt.
Die Schwalbennestorgel der Innsbrucker Hofkirche wurde ab 1555 von Jörg Ebert erbaut und 1561 abgenommen. Diese größte, nahezu unversehrt erhaltene Renaissanceorgel Österreichs wurde in den 1970er Jahren durch die Orgelbauwerkstatt Jürgen Ahrend restauriert, wobei frühere Umbauten und Ergänzungen rückgängig gemacht wurden. Sie verfügt heute über 15 Register auf zwei Manualen und Pedal.
Die Noten für diese Einspielung wurden von dem Freiburger Musikwissen- schaftler Dr. Michael Belotti, einem Spezialisten für historisches Orgel- spiel, eingerichtet. Er hat Kelemen, der ebenfalls ein Experte in diesem Bereich ist, auch bei der Aufnahme beraten. Vorgetragen werden die ausgewählten Werke möglichst originalgetreu, mit den alten Fingersätzen, also ohne Daumen und kleine Finger zu benutzen, und mit den damals üblichen Verzierungen und Kolorierungen. Auch beschränkt sich Kelemen weitgehend auf passende, zeitgenössische Register.
Doch welche Orgeln sind in der Lage, solche Anforderungen zu erfüllen? In der St. Andreaskirche in Soest-Ostönnen befindet sich ein derart altes Instrument. Bei holztechnischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Bäume, aus denen das Gehäuse und Teile der Technik gefertigt worden sind, spätestens 1416 gefällt wurden. Selbst wenn man bedenkt, dass dieses Holz anschließend noch einige Jahre lagern und trocknen musste, ist die Orgel von Ostönne somit eine der ältesten spielbaren Orgeln der Welt. Wer sie errichtet hat, das ist nicht bekannt.
Die Schwalbennestorgel der Innsbrucker Hofkirche wurde ab 1555 von Jörg Ebert erbaut und 1561 abgenommen. Diese größte, nahezu unversehrt erhaltene Renaissanceorgel Österreichs wurde in den 1970er Jahren durch die Orgelbauwerkstatt Jürgen Ahrend restauriert, wobei frühere Umbauten und Ergänzungen rückgängig gemacht wurden. Sie verfügt heute über 15 Register auf zwei Manualen und Pedal.
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