Tenor, Horn und Klavier – das war eine Kombination, wie geschaffen für die Romantiker! Aus der großen Anzahl von Liedern mit obligatem Horn – allein im 19. Jahrhundert sind etwa 200 derartige Werke entstanden, ist in einem sehr informativen Text im Beiheft nachzulesen – stellt die vorliegende CD eine kleine, aber attraktive Auswahl vor.
Tenor Christoph Prégardien hat gemeinsam mit dem Hornisten Olivier Darbellay und mit seinem Klavierbegleiter Michael Gees allerdings einen Zyklus aus dem 20. Jahrhundert zum zentralen Werk dieser Einspielung erkoren: The Heart of the Matter von Benjamin Britten (1913 bis 1976) spielt sowohl vom Text als auch von den musikalischen Mitteln her in einer ganz anderen Liga als die eher vom ländlichen Idyll geprägten Lieder der Romantiker Franz Lachner (1803 bis 1890), Konradin Kreutzer (1780 bis 1849), Henry Hugo Pierson (1815 bis 1873) und Carl Kossmaly (1812 bis 1893). Und natürlich darf auch das berühmte Auf dem Strom von Franz Schubert (1797 bis 1828) nicht fehlen. Das ist ein gelungenes Finale; allerdings zerfällt die Aufnahme für mein Empfinden in zwei Teile, die nicht so ganz zusammenpassen wollen. Trotz des schönen Wortspiels im Titel.
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Sonntag, 22. Juli 2018
Freitag, 4. März 2011
Klarinettentrios von Eberl, Ries, Kreutzer (Musicaphon)
Wer kennt die Beethoven-Zeitge- nossen Anton Franz Josef Eberl (1765 bis 1807), Ferdinand Ries (1784 bis 1838) und Conradin Kreutzer (1780 bis 1838)? Im Schatten des "Titanen", wie Beet- hoven bald geradezu kultisch verehrt wurde, gerieten ihre Namen nur zu bald in Vergessen- heit. Dabei waren sie zu Lebzeiten durchaus prominent, und ihre Werke waren mitunter populärer als jene ihres schließlich zum Giganten verklärten Zeitgenossen.
Der Cellist Matthias Moosdorf möchte sich mit diesem Zustand nicht abfinden. Es ist sein erklärtes Ziel, das Publikum wieder für aus dem Repertoire verschwundene Meisterwerke zu begeistern. Auf dieser CD stellt der umtriebige Leipziger Musiker nun gemeinsam mit Karl Leistner, Klarinette, und Olga Gollej am Piano drei exzellente Werke dieser Komponisten vor: Das Grand Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 36 von Anton Eberl und das Trio für Klarinette, Fagott/Violoncello und Klavier op. 43 von Conradin Kreutzer, zwei Werke in ausgesprochen klassischem Stil, wirken wie ein Rahmen für das Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 28 von Ferdinand Ries mit seiner schon beinahe romantischen Gestaltung.
In allen drei Werken agieren alle drei Instrumente gleichberechtigt. So haben auch das Cello und das Klavier keineswegs nur eine Begleit- funktion, sondern vielmehr äußerst eigenständige, anspruchsvolle, teilweise beinahe konzertant wirkende Partien. Die drei Solisten, die seit 2007 als "Trio Ecco (!)" gemeinsam musizieren, haben hörbar Vergnügen an dieser nicht ganz einfachen Aufgabe - und überzeugen mit ihrer lebendigen, engagierten Interpretation. Bravi!
Der Cellist Matthias Moosdorf möchte sich mit diesem Zustand nicht abfinden. Es ist sein erklärtes Ziel, das Publikum wieder für aus dem Repertoire verschwundene Meisterwerke zu begeistern. Auf dieser CD stellt der umtriebige Leipziger Musiker nun gemeinsam mit Karl Leistner, Klarinette, und Olga Gollej am Piano drei exzellente Werke dieser Komponisten vor: Das Grand Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 36 von Anton Eberl und das Trio für Klarinette, Fagott/Violoncello und Klavier op. 43 von Conradin Kreutzer, zwei Werke in ausgesprochen klassischem Stil, wirken wie ein Rahmen für das Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 28 von Ferdinand Ries mit seiner schon beinahe romantischen Gestaltung.
In allen drei Werken agieren alle drei Instrumente gleichberechtigt. So haben auch das Cello und das Klavier keineswegs nur eine Begleit- funktion, sondern vielmehr äußerst eigenständige, anspruchsvolle, teilweise beinahe konzertant wirkende Partien. Die drei Solisten, die seit 2007 als "Trio Ecco (!)" gemeinsam musizieren, haben hörbar Vergnügen an dieser nicht ganz einfachen Aufgabe - und überzeugen mit ihrer lebendigen, engagierten Interpretation. Bravi!
Montag, 24. Januar 2011
Kreutzer: Violin Concertos Nos. 17, 18 and 19 (Naxos)
Rodolphe Kreutzer (1766 bis 1831) gehört mit Pierre Rode und Pierre Baillot zu den Begründern der grandiosen französischen Violin- schule. Der Musiker erhielt ersten Unterricht von seinem Vater, dann studierte er bei Anton Stamitz. Kreutzer gab sein Debüt im Alter von zwölf Jahren; vier Jahre später wurde er zum Mitglied der Königli- chen Kapelle ernannt.
Er wirkte als Professor für Violine am Pariser Konservatorium, als Solo-Violinist am Théatre Italien und in der Privatkapelle Napoleons I., als Königlicher Kapellmeister und als Leiter der Pariser Oper. Kreutzer war in Frankreich hoch ge- achtet, und wurde unter anderem 1824 mit dem Titel eines Chevalier de la Légion d'honneur ausgezeichnet.
Er komponierte unter anderem 40 Opern, 42 Etüden und Capricen für seine Violinschüler, und 19 Violinkonzerte. Kreutzer hat Generatio- nen von Geigern ausgebildet; er lehrte, bis ihm ein Unfall das Spielen unmöglich machte. Bekannt ist er aber, weil Beethoven ihm eine Sonate widmete - die Kreutzer übrigens nicht mochte, weil sie seinem Stil überhaupt nicht entsprach. Seine Violinkonzerte zeigen, wie Kreutzer spielte: Mit Ausdruck und mit schönem Ton, immer legato, den Bogen hübsch auf den Saiten, sehr edel und sehr französisch bis in die Begleitung durch das große Orchester, das er ebenso meisterhaft führte wie seinen Violinpart.
Auf dieser CD werden seine drei letzten Konzerte von einem deut- schen Geiger gespielt. Axel Strauss, der seit 1996 in den USA lebt, und als Professor für Violine am San Francisco Conservatory of Music unterrichtet, musiziert gemeinsam mit dem Orchester dieser Musik- hochschule, das von seinem Leiter Andrew Mogrelia dirigiert wird. Die Aufnahme ist nicht perfekt, aber sehr achtbar - und sie macht deutlich, dass sich die französische Violinschule vom Virtuosen- training ihrer europäischen Nachbarn hörbar unterscheidet. Und allein das ist schon sehr spannend.
Er wirkte als Professor für Violine am Pariser Konservatorium, als Solo-Violinist am Théatre Italien und in der Privatkapelle Napoleons I., als Königlicher Kapellmeister und als Leiter der Pariser Oper. Kreutzer war in Frankreich hoch ge- achtet, und wurde unter anderem 1824 mit dem Titel eines Chevalier de la Légion d'honneur ausgezeichnet.
Er komponierte unter anderem 40 Opern, 42 Etüden und Capricen für seine Violinschüler, und 19 Violinkonzerte. Kreutzer hat Generatio- nen von Geigern ausgebildet; er lehrte, bis ihm ein Unfall das Spielen unmöglich machte. Bekannt ist er aber, weil Beethoven ihm eine Sonate widmete - die Kreutzer übrigens nicht mochte, weil sie seinem Stil überhaupt nicht entsprach. Seine Violinkonzerte zeigen, wie Kreutzer spielte: Mit Ausdruck und mit schönem Ton, immer legato, den Bogen hübsch auf den Saiten, sehr edel und sehr französisch bis in die Begleitung durch das große Orchester, das er ebenso meisterhaft führte wie seinen Violinpart.
Auf dieser CD werden seine drei letzten Konzerte von einem deut- schen Geiger gespielt. Axel Strauss, der seit 1996 in den USA lebt, und als Professor für Violine am San Francisco Conservatory of Music unterrichtet, musiziert gemeinsam mit dem Orchester dieser Musik- hochschule, das von seinem Leiter Andrew Mogrelia dirigiert wird. Die Aufnahme ist nicht perfekt, aber sehr achtbar - und sie macht deutlich, dass sich die französische Violinschule vom Virtuosen- training ihrer europäischen Nachbarn hörbar unterscheidet. Und allein das ist schon sehr spannend.
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