Die Geschichte von Nussknacker und Mausekönig, erdacht einst von dem Schriftsteller E.T.A. Hoffmann, gehört seit Jahrzehnten zur Vorweihnachtszeit. Ob als Ballett, mit der unsterblichen Musik Pjotr IljitschTschaikowskis, oder als Trickfilm – alle Kinder kennen und lieben die Geschichte um die kleine Marie, ihren Paten Drosselmeier und den etwas lädierten Nussknacker, der dennoch die Spielzeugsoldaten wacker in die Schlacht gegen das Heer der Mäuse führt.
Nun hat Disney eine Spielfilmversion ins Kino gebracht: Der Nussknacker und die vier Reiche, inspiriert durch Märchen und Ballett, nimmt Groß und Klein mit auf eine abenteuerliche Reise ins Reich der Fantasie. Und diese CD beweist: Ebenso opulent wie Inszenierung und Ausstattung ist die Filmmusik von James Newton Howard. Natürlich wird der Kenner zahlreiche Themen von Tschaikowski erkennen. Doch der Rest ist Hollywood pur – zelebriert von Stars wie Lang Lang am Klavier, und Gustavo Dudamel, der das Philharmonia Orchestra dirigiert. Das Duett Fall on me singt Tenor Andrea Bocelli gemeinsam mit seinem Sohn Matteo; das Video dazu wurde innerhalb weniger Tage Tage nach Erscheinen auf Youtube Ende September 2018 bereits über elf Millionen Mal geklickt.
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Dienstag, 11. Dezember 2018
Dienstag, 9. Januar 2018
Cantata per Flauto (Tyxart)
„Singen ist das
Fundament zur Music in allen Dingen. Wer die Composition ergreifft /
muß in seinen Sätzen singen. Wer auf Instrumenten spielt / muß des
Singens kündig seyn. Also präge man das Singen jungen Leuten
fleißig ein“, reimte einst Georg Philipp Telemann. Über
Jahrhunderte betonten Musiker wie Musiktheoretiker, dass auch für
Instrumentalisten die Imitation der menschlichen Stimme das Ideal
darstellt.
Auf dieser CD singt nun Tabea Debus mit ihren Blockflöten. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen. So beginnt die CD mit einer Cantata per Flauto von Johann Adolph Hasse (1699 bis 1783). Dieser beherrscht es in der Tat großartig, seine Stücke sanglich zu gestalten – kein Wunder, denn er war mit Faustina Bordoni verheiratet, einer berühmten Opernsängerin, für die Hasse auch komponierte.
Zwei Stücke von Adam Jarzębski erweisen sich als Diminuitionen, kunst- volle Auszierungen von Gesangsstücken. Außerdem bietet das Programm Variationen über ein Lied des englischen Lautenisten John Dowland von Jacob van Eyck, Konzerte von Domenico Natale Sarro und Georg Philipp Telemann, An Evening Hymn von Henry Purcell sowie zwei zeitgenössische Kompositionen von Calliope Tsoupaki und Thorsten Töpp. Diese lassen dann auch die Musiker singen.
Die junge Blockflötistin Tabea Debus musizierte bei diesem Aufnahme- projekt gemeinsam mit Hongxia Cui, Katrin Ebert, Kerstin Fahr, Barock- violine, Johanna Brückner, Barockviola, Lea Rahel Bader, Barockcello und Viola da gamba, Niklas Sprenger, Kontrabass, Kohei Ota, Theorbe und Barockgitarre sowie Johannes Lang, Cembalo und Orgel. Schon an dieser umfangreichen Liste ist zu ersehen, dass dieses Ensemble weit mehr leistet, als nur einen Continuo-Part. Sie machen diese CD ausgesprochen abwechslungs- und farbenreich; allerdings wünscht man sich gelegentlich etwas mehr Sensibilität von begleitenden Streichern, damit die Flöte gebührend zur Geltung kommt.
Auf dieser CD singt nun Tabea Debus mit ihren Blockflöten. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen. So beginnt die CD mit einer Cantata per Flauto von Johann Adolph Hasse (1699 bis 1783). Dieser beherrscht es in der Tat großartig, seine Stücke sanglich zu gestalten – kein Wunder, denn er war mit Faustina Bordoni verheiratet, einer berühmten Opernsängerin, für die Hasse auch komponierte.
Zwei Stücke von Adam Jarzębski erweisen sich als Diminuitionen, kunst- volle Auszierungen von Gesangsstücken. Außerdem bietet das Programm Variationen über ein Lied des englischen Lautenisten John Dowland von Jacob van Eyck, Konzerte von Domenico Natale Sarro und Georg Philipp Telemann, An Evening Hymn von Henry Purcell sowie zwei zeitgenössische Kompositionen von Calliope Tsoupaki und Thorsten Töpp. Diese lassen dann auch die Musiker singen.
Die junge Blockflötistin Tabea Debus musizierte bei diesem Aufnahme- projekt gemeinsam mit Hongxia Cui, Katrin Ebert, Kerstin Fahr, Barock- violine, Johanna Brückner, Barockviola, Lea Rahel Bader, Barockcello und Viola da gamba, Niklas Sprenger, Kontrabass, Kohei Ota, Theorbe und Barockgitarre sowie Johannes Lang, Cembalo und Orgel. Schon an dieser umfangreichen Liste ist zu ersehen, dass dieses Ensemble weit mehr leistet, als nur einen Continuo-Part. Sie machen diese CD ausgesprochen abwechslungs- und farbenreich; allerdings wünscht man sich gelegentlich etwas mehr Sensibilität von begleitenden Streichern, damit die Flöte gebührend zur Geltung kommt.
Montag, 15. Dezember 2014
Bach and B-A-C-H (Genuin)
Ein originelles Programm zusam- menzustellen, das einerseits Neues bietet, andererseits aber auch auffällt auf einem beim Thema Bach nicht eben notleidenden CD-Markt, das war das Anliegen von Johannes Lang. Der junge Musiker absolviert derzeit einen Masterstudiengang in den Bereichen Historische Tasten- instrumente/Cembalo sowie Kirchen- musik an der Musikhochschule Freiburg. Er hat bereits eine Vielzahl von Wettbewerben gewonnen, darunter den Internationalen Bach-Wettbewerb 2012, und ist Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben sowie der Studienstiftung des Deut- schen Volkes.
Diese CD eröffnet er mit dem Praeludium in C BWV 566 von Johann Sebastian Bach. Bachs Musik ergänzt Lang durch Werke, die das Thema
B-A-C-H aufgreifen. Dabei präsentiert er ein Kuriosum – eine Fantasie von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 bis 1621), die dieses Thema ganz deutlich erklingen lässt. Was zeigt, dass die Faszination durch diese Tonfolge nicht nur mit dem Bezug auf den Namen zu erklären ist.
Den letzten, Fragment gebliebenen Contrapunctus aus Bachs Kunst der Fuge beantwortet Lang nachfolgend mit der zweiten Fuge von Robert Schumann aus den Sechs Fugen über den Namen BACH op. 60. „Es war äußerst spannend, das Experiment zu wagen, ein romantisches Werk an einer Barockorgel aufzunehmen und dabei bewusst ,romantisch' zu registrieren“, schreibt der Musiker im Beiheft. „Dabei bestätigte sich eine meiner Beobachtungen: Je konsequenter eine Orgel eine eigene Persönlichkeit vertritt, desto vielseitiger und auch überzeugender ist sie einzusetzen.“
Für diese Einspielung hat sich Johannes Lang die große Orgel der Stiftskirche St. Georg im Goslarer Stadtteil Grauhof ausgesucht. Sie wurde von dem Magdeburger Orgelbauer Christoph Treutmann 1734 bis 1737 errichtet, und durch die Gebrüder Hillebrand 1989 bis 1992 sorgsam restauriert. Auf diesem wohlklingenden Instrument findet Lang für jedes Musikstück eine Registrierung, die sein Wesen trifft, ohne hausbacken-konventionell zu wirken. Ein gutes Beispiel dafür ist die Triosonate BWV 530.
Spannungsvoll erscheint Variationen über B-A-C-H von Jan Esra Kuhl, ein Auftragswerk das eigens für diese CD entstanden ist. „Dazu führte mich vor allem der Wunsch, dass das Motiv B-A-C-H auch in Kompositionen der Gegenwart präsent sei, sowie die Beobachtung, dass Werke, die sich explizit mit den besonderen Gegebenheiten historischer Orgeln (..) auseinandersetzen, unter zeitgenössischen Kompositionen sehr selten zu finden sind“, erläutert Lang. Die CD klingt aus mit Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564.
Johannes Lang musiziert stets ebenso virtuos wie durchdacht, ausgespro- chen klar strukturiert und sorgsam im Umgang mit dem jeweiligen musi- kalischen Material. Seine Interpretationen wirken wunderbar lebendig und von Musizierlust getragen, kraftvoll und beseelt zugleich. Organisten dieser Klasse sind rar; auf die nächsten Aufnahmen es jungen Musikers darf man daher gespannt sein.
Diese CD eröffnet er mit dem Praeludium in C BWV 566 von Johann Sebastian Bach. Bachs Musik ergänzt Lang durch Werke, die das Thema
B-A-C-H aufgreifen. Dabei präsentiert er ein Kuriosum – eine Fantasie von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 bis 1621), die dieses Thema ganz deutlich erklingen lässt. Was zeigt, dass die Faszination durch diese Tonfolge nicht nur mit dem Bezug auf den Namen zu erklären ist.
Den letzten, Fragment gebliebenen Contrapunctus aus Bachs Kunst der Fuge beantwortet Lang nachfolgend mit der zweiten Fuge von Robert Schumann aus den Sechs Fugen über den Namen BACH op. 60. „Es war äußerst spannend, das Experiment zu wagen, ein romantisches Werk an einer Barockorgel aufzunehmen und dabei bewusst ,romantisch' zu registrieren“, schreibt der Musiker im Beiheft. „Dabei bestätigte sich eine meiner Beobachtungen: Je konsequenter eine Orgel eine eigene Persönlichkeit vertritt, desto vielseitiger und auch überzeugender ist sie einzusetzen.“
Für diese Einspielung hat sich Johannes Lang die große Orgel der Stiftskirche St. Georg im Goslarer Stadtteil Grauhof ausgesucht. Sie wurde von dem Magdeburger Orgelbauer Christoph Treutmann 1734 bis 1737 errichtet, und durch die Gebrüder Hillebrand 1989 bis 1992 sorgsam restauriert. Auf diesem wohlklingenden Instrument findet Lang für jedes Musikstück eine Registrierung, die sein Wesen trifft, ohne hausbacken-konventionell zu wirken. Ein gutes Beispiel dafür ist die Triosonate BWV 530.
Spannungsvoll erscheint Variationen über B-A-C-H von Jan Esra Kuhl, ein Auftragswerk das eigens für diese CD entstanden ist. „Dazu führte mich vor allem der Wunsch, dass das Motiv B-A-C-H auch in Kompositionen der Gegenwart präsent sei, sowie die Beobachtung, dass Werke, die sich explizit mit den besonderen Gegebenheiten historischer Orgeln (..) auseinandersetzen, unter zeitgenössischen Kompositionen sehr selten zu finden sind“, erläutert Lang. Die CD klingt aus mit Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564.
Johannes Lang musiziert stets ebenso virtuos wie durchdacht, ausgespro- chen klar strukturiert und sorgsam im Umgang mit dem jeweiligen musi- kalischen Material. Seine Interpretationen wirken wunderbar lebendig und von Musizierlust getragen, kraftvoll und beseelt zugleich. Organisten dieser Klasse sind rar; auf die nächsten Aufnahmen es jungen Musikers darf man daher gespannt sein.
Montag, 25. Oktober 2010
petites fleurs - Klavierminiaturen (Oehms Classics)
Erstaunt mustert man die Liste der Titel, die Susanne Lang für diese CD mit Klavierminiaturen eingespielt hat: Statt der befürchteten Best-of-Blümchenauslese finden sich auf dieser CD etliche Werke aus der großartigen russischen Klavier- tradition, die im Westen bislang mitnichten populär sind. Da stehen Tschaikowski, Rachmaninow, Stschedrin und Prokofjew neben Liszt, Schubert oder de Falla.
Natürlich ist der Danza ritual del fuego aus El amor brujo faszi- nierend - aber viel spannender erscheinen die zwei stimmungsvollen Sätze aus Janáceks Im Nebel oder Prokofjews Mephisto-Walzer aus seiner Filmmusik zu Lermontow. Die Wellen flüstern in Smetanas Am Seegestade - Eine Erinnerung. Und von Franz Liszt, der ja enorme Mengen an pianistischen Turnübungen hinterlassen hat, wählte Lang ausgerechnet das innige, sangliche Nachtigall.
Die junge Pianistin - geboren 1986 in Speyer - überzeugt aber nicht nur bei der Auswahl ihres Repertoires. Auch ihre Gestaltung ist teilweise atemberaubend. Ihr Spiel ist zu jedem Zeitpunkt dem Geist des jeweiligen Werkes verpflichtet. Mit sicherer Hand vermeidet sie Manierismen und Routinen; das zeigt sich besonders eindrucksvoll an den beiden Stücken aus Schuberts Moments musicaux. Da wird jeder Ton, jede Klangfarbe und jede Nuance in der Phrasierung mit Präzi- sion gesetzt, und wo es sich anbietet, kann diese junge Dame durchaus auch sehr energisch werden. Brava!
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