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Mittwoch, 2. Mai 2018

Landkjening - Landerkennung (Genuin)

Als die Fabriken und die Städte wuchsen und mehr und mehr Eisenbahnen durch die Lande schnauften, da trafen sich nach Feierabend die Männer gern im Gesangsverein – und sie sangen ein Loblied auf Heimat, Natur und Volksverbundenheit. 
Das 19. Jahrhundert war die Blütezeit der Männerchöre. Und besonders schön sangen sie offenbar in Leipzig. 
So kam es, dass Musiker aus ganz Europa, die am Leipziger Konservatorium studierten, durch diese Chorvereine inspiriert wurden. Das romantische Repertoire passte ausgezeichnet zum erstarkenden politischen Bewusstsein in jener Zeit: Überall regten sich die Völker, mit dem Ziel, Nationalstaaten zu gründen. Und deshalb betonte man auch die eigenen Traditionen. 
Beispiele dafür hat das Ensemble Nobiles auf seiner dritten CD bei Genuin zusammengetragen. Bei einigen Liedern werden die Sänger durch die Pianisten Alexander Schmalcz und Sung-Ah Park gekonnt begleitet. Zu hören sind charaktervolle Vokalwerke aus Böhmen, Norwegen und Finnland, von Antonín Dvořák, Edvard Grieg und Jean Sibelius. 
Diese Raritäten erklingen in den Originalsprachen; im Beiheft sind die Texte sowie Übersetzungen zu finden. Die fünf Sänger aus Leipzig lassen sich blitzsauber und perfekt aufeinander abgestimmt hören. Allerdings vermisst man an manchen Stellen Kraft und Wucht, wie sie stärker besetzte Männerchöre aufbringen können. Dennoch bleibt es eine hinreißende Aufnahme, mit hervorragenden Klangqualitäten. 

Sonntag, 31. August 2014

Humperdinck: Hänsel und Gretel (MDG)

Am Großherzoglichen Hof-Theater in Weimar erlebte 1893 in der Weihnachtszeit , unter der musika- lischen Leitung von Richard Strauss, eine Oper ihre Premiere, die bis heute alljährlich auf dem Spielplan vieler Ensembles steht: Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck, nach einem Text seiner Schwester Adelheid Wette (die für das Libretto die Geschich- te, frei nach den Gebrüdern Grimm, ein wenig geglättet und festkompatibel bearbeitet hat). Im September 2013 hat Dabringhaus und Grimm das Märchenspiel am historischen Ort aufgenommen. Zu hören sind Solisten und Opern- chor des Deutschen Nationaltheaters Weimar sowie der Kinder- und Jugendchor schola cantorum weimar und die Staatskapelle Weimar, dirigiert von Martin Hoff. Alexander Günther ist eine grandiose Hexe, ansonsten ist das Niveau gutes Stadttheater.