Was für ein cooler Sound! Natürlich sind die herrlichen Stücke, die Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) für das Horn und für die Trompete ge- schaffen hat, Musikliebhabern schon seit langem bekannt. Zahlreiche Trompeter und Hornisten haben, spätestens nach Maurice André und Hermann Baumann, die Concerti, Suiten und Sonaten für sich entdeckt – doch selbst jene Musiker, die sie im Sinne der historisch informierten Aufführungspraxis spielten, konnten bislang den Originalklang nicht reproduzieren: „De nombreuses versions plus récentes sur instruments anciens de ces pièces pour trompette et cor existent également, à la réserve près que ce ne sont pas des instruments naturels tels que Telemann les a connu de son temps qu'il nous es donné d'entendre, mais leurs versions modernisées (au moyen de trous pour la trompette) ou utilisant la technique classique de la main (pour le cor)“, schreibt Jean-François Madeuf im Beiheft. „La polémique n'étant pas la raison de cet enregistrement, mais plutôt le simple plaisir de les replacer dans leur pur contexte de musique de chambre et d'agrément, loin de l'idée ,boursoufflée' du concerto avec soliste que l'on a trop tendance à s'en faire, qui m'a poussé à proposer ce programme à Sigiswald Kuijken.“
Jean-François und Pierre-Yves Madeuf spielen diese Solowerke tatsächlich auf dem Naturhorn bzw. der Naturtrompete, ohne Stopftechnik und ohne Grifflöcher, und das Ensemble La Petite Bande musiziert mit den beiden Blechbläsern tatsächlich strikt kammermusikalisch, mit einfach besetzten Streichern – und es klingt, nach dem ersten Schreck, phantastisch. Die Bläser übertönen die Streicher keineswegs; die Aufnahme ist sehr harmo- nisch und gut ausbalanciert.
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Donnerstag, 1. Dezember 2016
Donnerstag, 26. Januar 2012
Bach: Sei Suonate à Violino solo & Cembalo concertato (Flora)
Diese Aufnahme stellt die Sonaten für Violine und Cembalo
BWV 1014 - 1019 sowie die Sonate in G-Dur für Violine und Basso continuo BWV 1021 von Johann Sebastian Bach derart unspektaku- lär und uneitel vor, dass dies schon wieder spektakulär wirkt.
Francois Fernandez musiziert auf einer Violine von Andrea Guarneri aus dem Jahre 1670, Benjamin Alard auf einem Cembalo von Anthony Sidey nach einem Instru- ment aus der Silbermann-Schule. Im Continuo lässt sich zudem Philippe Pierlot auf einer Viola da gamba von Thomas Allred aus dem Jahre 1625 hören. Eine sehr harmonische Einspielung, klangschön und so "rund", dass man sich trotz der zeitgenössischen Instrumente an romantische Aufführungstraditionen erinnert glaubt. So schließt sich also der Kreis - und in diesem Falle ist dieses Urteil tatsächlich ein Kompliment. Ausnahmsweise.
BWV 1014 - 1019 sowie die Sonate in G-Dur für Violine und Basso continuo BWV 1021 von Johann Sebastian Bach derart unspektaku- lär und uneitel vor, dass dies schon wieder spektakulär wirkt.
Francois Fernandez musiziert auf einer Violine von Andrea Guarneri aus dem Jahre 1670, Benjamin Alard auf einem Cembalo von Anthony Sidey nach einem Instru- ment aus der Silbermann-Schule. Im Continuo lässt sich zudem Philippe Pierlot auf einer Viola da gamba von Thomas Allred aus dem Jahre 1625 hören. Eine sehr harmonische Einspielung, klangschön und so "rund", dass man sich trotz der zeitgenössischen Instrumente an romantische Aufführungstraditionen erinnert glaubt. So schließt sich also der Kreis - und in diesem Falle ist dieses Urteil tatsächlich ein Kompliment. Ausnahmsweise.
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