Andreas Hammerschmidt neben Friedrich Hollaender, Samuel Scheidt und Heinrich Schütz neben Hanns Eisler – auf dieser Doppel-CD bringt die Lautten Compagney höchst unterschiedliche Musikstücke zusammen. Zwei Jahreszahlen verbinden die Zeithorizonte: 1618 begann der Dreißigjährige Krieg, und 1918 endete der Erste Weltkrieg. Beide verwüsteten ganze Regionen Europas und brachten die Menschen in Not und Elend.
„Angst“, „Katastrophe“, „Vergäng- lichkeit“ und „Sehnsucht“ stehen als Überschriften über den vier Kapiteln, in denen die Musiker um Wolfgang Katschner sowohl Barockmusik als auch Klänge aus dem frühen 20. Jahrhundert miteinander kombiniert haben. Sopranistin Dorothee Mields gibt sowohl den Klageliedern als auch der Hoffnung auf Frieden und auf ein friedvolles Leben Stimme. Sie singt ergreifend und berührend, wobei mir ihr engelsreiner Gesang freilich besser zu den barocken Melodien zu passen scheint als zu den doch oft recht ruppigen Liedern aus dem Berlin der 20er Jahre. Großartig sind die Arrangements von Bo Wiget und Ensembleleiter Wolfgang Katschner. Eisler, Hollaender und Satie in frühbarockem Klanggewand - das ist sehr spannend.
Posts mit dem Label Eisler werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Eisler werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 25. Oktober 2019
Montag, 23. Juni 2014
Saxophone Cinema (MDG)
Was für ein Sound! In dem Ensem- ble Selmer Saxharmonic musi- zieren zwölf der besten klassischen Saxophonisten Deutschlands. Auf dieser CD sind sie mit Filmmusik zu hören, und zwar auf sämtlichen Instrumenten der Saxophon-Familie, vom Sopranino bis zum Bass. Dabei überraschen sie mit spektakulären Klangeffekten – man höre nur die „Mundharmonika“ in der berühmten Musik zu Spiel mir das Lied vom Tod, komponiert von Ennio Morricone. Doch auch die Titelmelodien von Paulchen Panther oder Star Wars kommen in der Bearbeitung für zwölf Saxophone grandios zur Geltung. Es ist kaum zu glauben, wie farbenreich und klanglich flexibel diese Instrumente hier präsentiert werden. Und die Musiker agieren unter der Leitung von Milan Turković wie aus einem Atem, der Effekt ist wirklich phänomenal – diese Aufnahme macht süchtig, unbedingt mehr davon!
Samstag, 8. Mai 2010
Verwandlung - Lieder eines Jahres. Karg/Kehring (Berlin Classics)
Die Sopranistin Christiane Karg und der Pianist Burkhard Kehring geben eine Lehrstunde in Sachen intelligente Liedgestaltung. Das Programm ist anspruchsvoll, aber auch ansprechend und abwechs- lungsreich: "Das Thema Jahres- zeiten hat mich schon immer fasziniert", erläutert Karg. "Wie kann man klirrende Kälte oder sengende Hitze musikalisch darstellen? Einem Vivaldi ist dies so wunderbar gelungen", meint die Sängerin. "Im Unterschied zu den Orchesterwerken haben wir im Lied das Gedicht, das die Basis der Komposition bildet und mit der Begleitung zu einer Einheit verwoben wird." Die Auswahl der beiden Solisten reicht von Richard Strauss' Schlechtes Wetter über von Zemlinskys Frühlingstag, Brahms' Sommerabend bis hin zu Schuberts Herbst und Weberns Kahl reckt der Baum.
"Mir gefällt diese Möglichkeit, einen roten Faden innerhalb einer Thematik zu spannen, fernab von Komponist, Musikstil oder eines geschlossenen Opus. Es erfordert Freude am Basteln und kostet viel Zeit", sagt Karg. "Es gibt eine so große Anzahl von wunderbaren Stücken, die zu Unrecht völlig unbekannt sind. Und genau darum geht es mir, einzelne Preziosen, die oft auf den ersten Blick gar nicht als solche erkennbar sind, zu finden und mit anderen, bekannteren Stücken zu kombinieren." Die Lieder zeigen den Menschen im Kreis- lauf der Natur - und in seinen Stimmungen zwischen glücklichem Überschwang und Melancholie.
Abonnieren
Posts (Atom)


