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Montag, 17. Februar 2020

British Classics (Genuin)

Bläsermusik hat in Großbritannien eine lange Tradition. Von der Bergmannskapelle bis zum kammermusikalischen Ensemble – das Repertoire ist breit und abwechslungsreich. Auf dieser CD präsentiert die Sächsische Bläserphilharmonie eine attraktive Werkauswahl, vom Frühbarock bis in die klassische Moderne. Es erklingt Musik von William Byrd und Henry Purcell, geschickt arrangiert für sinfonische Bläserbesetzung. Auch die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel darf da nicht fehlen. Sie entstand einst aus Anlass der Beendigung des österreichischen Erbfolgekrieges – und der König hatte angeordnet: „no fiddles“. Der Komponist befolgte diese Vorgabe; später fügte er allerdings Streicher hinzu, und diese Fassung wird auch meist gespielt. Umso spannender ist es, wenn die Bad Lausicker Profis unter Leitung von Chefdirigent Thomas Clamor nun das Original in seiner ganzen Pracht zelebrieren. 
Unangefochten im Mittelpunkt der Einspielung steht allerdings das Tuba-Konzert von Ralph Vaughan Williams (1872 bis 1958). Solist Andreas Martin Hofmeir demonstriert, wie melodiös und federleicht doch dieses schwergewichtige Instrument klingen kann. Ein ganz besonderes Vergnügen, zumal auch die Sächsische Bläserphilharmonie ihren Part in Bestform gestaltet. Komplettiert wird das Programm durch die First Suite for Military Band, op. 28 von Gustav Holst, uraufgeführt 1929, und zwei bekannte Werke von Edward Elgar – die Enigma-Variation IX, Nimrod, und natürlich erklingt zum Schluss der Marsch Pomp and Circumstance

Donnerstag, 22. November 2018

Humperdinck: Hänsel und Gretel (Genuin)

Liebe Streicher, ihr müsst jetzt ganz stark sein. Denn auf dieser CD be- weist die Sächsische Bläserphilhar- monie unter Chefdirigent Thomas Clamor, dass es eigentlich auch ganz gut ohne Violinen, Violen und Violoncelli geht. 
Das Ensemble präsentiert die beliebte Oper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck in einer Version nur für Blasinstrumente. Natürlich passt nicht das ganze Werk auf die eine Silberscheibe – aber tatsächlich sind alle bekannten Melodien zu hören: Brüderchen, komm tanz mit mir, singen Caroline Schnitzer und Anne Petzsch, alias Hänsel und Gretel. Und Frederick Tucker als Vater lässt sein Rallalala erklingen. 
Aus dem zweiten Bild ist neben dem herzigen Ein Männlein steht im Walde auch das Lied des Sandmanns – diese Partie übernahm neben jener der Mutter Josephin Queck – zu hören. Und natürlich dürfen der Abendsegen sowie die Musik zur Engels-Pantomime nicht fehlen. 
Auch das Taumännchen, zu hören ist hier Leevke Hambach mit ihrem wirklich federleichten Sopran, der Knusperwalzer oder das große Finale sind zu finden. Nicht zu hören hingegen ist die Knusperhexe. Aber das ist zu verschmerzen, denn die jungen Sänger – vier von ihnen sind Preisträger der Internationalen Sächsischen Sängerakademie Torgau – sind wirklich exzellent. Es sind schöne Stimmen, klug geführt, die zu der jeweiligen Partie hervorragend passen. 
Und auch die Sächsische Bläserphilharmonie beeindruckt einmal mehr – es ist kaum zu glauben, wie farbenreich Bläser klingen können, und wie facettenreich dieses Orchester musiziert. Zu loben sind außerdem die Arrangements, in denen Siegmund Goldhammer Humperdincks Musik kongenial für die Bad Lausicker bearbeitet hat. Die Sächsische Bläser- philharmonie ist doch immer wieder für eine Überraschung gut! 

Dienstag, 2. Januar 2018

Images and Mirrors (Genuin)

Nachtrag in Sachen Sächsische Bläserphilharmonie: Auf der siebenten CD des Ensembles bei Genuin ist Musik zu entdecken, die sich durch Hintergründigkeit auszeichnet. Unter der Leitung von Thomas Clamor spielt das einzige zivile professionelle Blasorchester Deutschlands Werke, die teilweise mit Witz überraschen, und teilweise mit Tiefe. 
So beginnt die CD mit einem Marsch von Paul Hindemith (1895 bis 1963), der in seiner Suite Symphonic Metamorphosis kleine Stücke des Freischütz-Komponisten Carl Maria von Weber aufgreift und zu einem der glanzvollsten Orchesterwerke des 20. Jahrhunderts umformt. Der Marsch ist das brillante Finale. 
Vom schlichten Ländler bis zum Jazz-Funkrock und vom Bierzeltvergnü- gen bis zum derben Unwetter reicht das wohl aberwitzigste Violoncello- konzert der Musikgeschichte, geschaffen für das Streichinstrument und ein Bläserensemble von Friedrich Gulda (1930 bis 2000). Es handelt sich dabei um eine Ansammlung von Imitaten und Zitaten; ein alpenglühender Spaß, von Gulda geschaffen einst nicht ohne Hintersinn für den jungen Heinrich Schiff. Peter Bruns wagt sich an den Solopart dieses Werkes. Er nimmt die Brüche an, die das Konzert wie ein Kaleidoskop wirken lassen – und vergleicht man diese mit den vielen bereits verfügbaren Einspielun- gen, dann begeistert sie durch ihrer Verspieltheit und Heiterkeit.  
Ist dieser Kracher, beim Publikum übrigens sehr beliebt, absolviert, dann folgt wie zur Belohnung die wohl schönste Kantilene von Heitor Villa-Lobos (1887 bis 1959), die Nr.5 aus den Bachianas Brasileiras, in einem Arrangement für Cello und Saxophonquartett. Hier musiziert Peter Bruns mit dem Saxophon-Ensemble clair-obscur. Diesem Quartett ist auch Jeu de Cartes gewidmet, eine Suite von Bart Picqueur (*1972), die auf dieser CD in Weltersteinspielung zu hören ist. Das Saxophonquartett ergänzt dabei den Klang der Sächsischen Bläserphilharmonie um interessante Farben – und glänzt natürlich auch solistisch. 

Dienstag, 31. Oktober 2017

Russian Classics (Genuin)

Auf die musikalische Reise nach Südamerika folgt nun eine weitere, die nach Osten führt: Russische Klassiker präsentiert die Sächsische Bläserphilharmonie unter ihrem Leiter Thomas Clamor in höchst ansprechenden Arrangements auf ihrer neuen CD, die jüngst bei dem Leipziger Label Genuin erschienen ist. 
Die Ouvertüre stammt von Michail Glinka (1804 bis 1857), der mit Ruslan und Ljudmila eine der schönsten Märchenopern überhaupt geschaffen hat. Dmitri Schostako- witsch (1906 bis 1975) hat nicht nur gewichtige Sinfonien geschrieben, sondern auch zahlreiche kleinere Musikstücke, wie Filmmusiken. Einige davon fasste er in den 50er Jahren zu Suiten zusammen. Hier sind einige dieser wunderbaren Werke zu hören, aus der Suite für Varieté-Orchester und aus der Stechfliege-Suite
Das Capriccio Italien von Peter Tschaikowski (1840 bis 1893) spiegelt Italien aus russischer Perspektive; unter heiteren Klängen lauert latent die Melancholie. Auch die Suite zu dem Ballett Romeo und Julia von Sergej Prokofjew (1891 bis 1953) verweist auf Italien; allerdings ist die Mandoline des Morgentanzes eine nahe Verwandte der Balalaika. 
Es ist sehr interessant, wie diese bekannten Melodien klingen, wenn sie nur mit Bläsern besetzt sind: Die Motive der Julia wirken eher noch fragiler, und auch die Konfrontation zwischen Montagues und Capulets erscheint in dieser Version klanglich zugespitzt. Die Sächsische Bläserphilharmonie kann durchaus in herrlichen Melodien schwelgen – aber sie verliert sich nicht darin. Musiziert wird auf den Punkt, rhythmisch prägnant, mit berückendem Piano, aber bei Bedarf auch mit kräftigen Akzenten. Und wie farbenreich die Bläser klingen können, das ist auch beim letzten Stück auf dieser CD noch einmal zu erleben: Igor Strawinskys (1882 bis 1971) Ballett Der Feuervogel liefert ein märchenhaftes Finale. Bravi! 

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Winds and Pipes (Genuin)

Der Klang von Pauken und Trompe- ten symbolisiert weltliche Macht, die Orgel steht für das geistliche Regi- ment. Auf dieser CD ist zu erleben, welch unglaubliche Klangpracht Bläser und Orgel zustande bringen, wenn man beides gekonnt kombi- niert. Dazu hat die Sächsische Bläserphilharmonie unter Thomas Clamor gemeinsam mit dem Leipziger Universitätsorganisten Daniel Beil- schmidt Werke von der Renaissance bis zur Moderne ausgewählt, die sämtlich ihre Wurzel in der Kirchen- musik haben. 
In spannungsvollem Dialog eröffnen die Musiker mystische Klangräume. Ob Flor Peeters' (1903 bis 1986) Entrata Festiva op. 93 oder die Marche-Fantaisie op. 44 von Félix Alexandre Guilmant (1837 bis 1911) in einer groß besetzten Fassung für Orgel und Orchester – das klingt alles üppig, kraftvoll und staatstragend. In Weltersteinspielung zu hören ist das Concertino für Orgel und Blasorchester des Schweizer Komponisten Thomas Trachsel, Jahrgang 1972. Beim Grand Choeur Dialogué von Eugène Gigout (1844 bis 1925), komponiert für das Wechselspiel zweier Orgelwerke einer großen französischen romantischen Orgel, übernehmen die Bläser einen Orgelpart. Das funktioniert wunderbar; Orchester und Orgel harmonieren bestens. Nicht umsonst haben etliche Pfeifengruppen, sogenannte Register, Namen wie Trompete, Clarine, Kornett oder Posaune. 
Zu hören ist auf dieser CD die Jehmlich-Orgel im Dom St. Marien zu Wurzen – ein Instrument aus dem Jahre 1932, dessen Disposition bereits durch die Orgelbewegung geprägt wurde. Sie wurde in den Jahren 1998 bis 2001 durch die Orgelwerkstatt Christian Reinhold, Bernsdorf, grundlegend saniert, und verfügt heute über 49 klingende Register auf drei Manualen und Pedal. Ihr Klang passt ebenso gut zu den Werken von Giovanni Gabrieli (1557 bis 1612), im venezianischen mehrchörigen Stil, und zur Musik Johann Sebastian Bachs. Seine Kunst der Fuge erklingt in einem Arrangement von Siegmund Goldhammer, das die fünf Kontrapunkte abwechselnd der Sächsischen Bläserphilharmonie und der Orgel zuweist. Das Programm endet gänzlich ohne Pathos, mit einem Schlusschoral – O Haupt voll Blut und Wunden aus Bachs Matthäuspassion. Phantastisch! 

Montag, 8. August 2016

Alma Llanera - Soul of the Plains (Genuin)

Entdecke den Südamerikaner in Dir!, fordert Thomas Clamor von den Musikern „seiner“ Sächsischen Bläserphilharmonie. Mittlerweile wird die Kompetenz des Chefdirigen- ten dieses einzigartigen Ensembles und künstlerischen Leiters der Deutschen Bläserakademie weltweit geschätzt. So lehrt er an Musikhoch- schulen und in Meisterkursen. Im Jahre 2010 gründete er das Große Europäische Blechbläserensemble mit Sitz im österreichischen Kloster Stift Melk. Und in Venezuela entsteht auf seine Initiative hin die erste latein- amerikanische Brass-Akademie sowie das Venezuelan Brass Ensemble. 
Dass diese Kontakte auch die Sächsische Bläserphilharmonie voran- bringen, beweist die vorliegende CD, an der auch einige der besten Solisten des venezolanischen Orquesta Juvenil e Infantil Alma Llanera mitgewirkt haben. Gemeinsam mit ihren deutschen Musikerkollegen entführen sie den Hörer auf eine Reise in ihre Heimat, die sich offenbar vor allem durch Vielfalt auszeichnet. Was für Rhythmen und Emotionen!

Mittwoch, 14. Januar 2015

Saxony (Genuin)

Saxony heißt die aktuelle CD der Sächsischen Bläserphilharmonie. Das passt zur aktuellen Werbe- kampagne des Freistaates. Doch was ist eigentlich Musik aus Sachsen, was zeichnet sie aus? 
Die Sächsische Bläserphilharmonie hat für ihr mittlerweile fünftes Album bei Genuin Musik von drei Komponisten ausgewählt, die eine enge Beziehung zum Freistaat haben. Richard Wagner kam in Leipzig zur Welt. In Leipzig studierte er Musik, und in Leipzig komponierte er seine ersten Werke. 
Felix Mendelssohn Bartholdy wirkte in Leipzig als Gewandhaus-Kapellmeister, und er gründete zudem das Konservatorium – die erste Musikhochschule in Deutschland. Und dass Johann Sebastian Bach Thomaskantor in Leipzig war, das ist jedem Musikfreund bekannt. So schreitet diese CD also von den bekannten Melodien aus Wagners Opern über Präludium und Fuge in c-Moll op. 37 von Mendelssohn Bartholdy festlich zurück, bis hin zu Bachs Orchestersuite BWV 1068. Die sächsischen Bläser zelebrieren diese Musik unter ihrem Chefdirigenten Thomas Clamor mit dem notwendigen Pomp, mit Hingabe und mit sächsischem Temperament. Gekonnt setzen sie so manchen Glanzpunkt. 

Dienstag, 2. September 2014

Classiques francais (Genuin)

Wer französische Musik des
19. Jahrhunderts vorstellen möch- te, der wird in erster Linie an die Bühne denken, an Ballette und Opern. Das meint Thomas Clamor, künstlerischer Leiter der Sächsi- schen Bläserphilharmonie – und hat einige gelungene Arrange- ments für diese CD zusammen- getragen, die die Musiker wohl ebenso begeistert haben dürften wie das Publikum. 

So hat Paul Dukas (1865 bis 1935) das Ballett La Péri mit einer Fan- fare eröffnet, die überaus exotisch wirkt. Damit eröffnen die Bläser, die in Bad Lausick bei Leipzig ihre künstlerische Heimstatt haben, das Programm. Von Georges Bizet (1838 bis 1875) erklingt Musik aus der Oper Carmen, bekannte Melodien, die wohl jedermann mitpfeifen kann, sowie eine Orchestersuite mit Musik zu Alphonse Daudets Stück Das Mädchen aus Arles. Während das Schauspiel schnell in Verges- senheit geraten ist, sind Bizets stimmungsvolle Klänge noch heute des öfteren im Konzert zu hören. Wenig bekannt hingegen ist die Musik von Jean René Désiré Francaix (1912 bis 1997). Le gai ParisDas fröhliche Paris – kombiniert französischen Charme mit einem vir- tuosen Trompetenpart, der von Sven Geipel gekonnt vorgetragen wird. Den Abschluss bilden zwei populäre Werke von Maurice Ravel (1875 bis1937), die Pavane pour une infante défunte sowie der be- rühmte Boléro, als finaler Klangrausch. 

Dienstag, 3. Juni 2014

Symphonic Dances (Genuin)

Sinfonische Tänze hat die Sächsi- sche Bläserphilharmonie unter Leitung von Thomas Clamor auf ihrer jüngsten CD zusammen- gefasst. Die Auswahl ist umfassend; sie reicht von Mussorgskis Ballett der Küken in ihren Eierschalen bis zu Offenbachs Can-Can, vom legendären Mambo No. 8 bis hin zu Strauss' Tritsch Tratsch Polka und von Brahms' Ungarischen Tänzen bis hin Chatschaturjans Säbeltanz. Die Bläser musizieren mit Leiden- schaft; der Zuhörer wird an dieser musikalischen Weltreise garantiert sein Vergnügen haben. 

Mittwoch, 24. Oktober 2012

American Classics (Genuin)

Die sächsische Bläserphilhar- monie, ein Orchester mit mehr als 60jähriger Tradition, spielt Ame- rican Classics. Darunter versteht das Ensemble, das unter seinem künstlerischen Leiter Thomas Clamor musiziert, die bekannten Werke von Leonard Bernstein, George Gershwin und Henry Man- cini - natürlich, Moon River - aber es erklingt auch ein Traditional sowie ein Stück des 1928 gebore- nen Jef Peters, das nicht umsonst Glenn Meets Wolfgang heißt. Bei einigen Stücken ist Sängerin Ines Agnes Krautwurst zu hören. 
Das Programm ist nicht unbedingt sehr originell, aber es passt zu den Musikern, die auf solide sächsische Art und Weise swingen. Und die Konzertouvertüre Slava, die Bernstein einst für seinen Freund Mstislaw Rostropowitsch schrieb, spielen sie wirklich hinreißend. Slava war der Spitzname des berühmten Cellisten, und es ist zugleich das russische Wort für Ruhm. Bernstein zündet, dem Freund zu Ehren, ein wahres Orchesterfeuerwerk im vertrackten 7/8-Takt - und lässt obendrein die Musiker  "Slava!" rufen. Köstlich! 

Mittwoch, 21. September 2011

Festivus - Symphonic Classics (Genuin)

Pauken und Trompeten begleiteten einst die Herrscher. Was wären Verdis Aida, Händels Königin von Saba oder Wagners Tannhäuser ohne Blechbläser? Höfische Fest- klänge, aber auch geistliche Musik und einige bekannte Melodien vereint die CD Festivus, die die Sächsische Bläserphilharmonie unter Thomas Clamor eingespielt hat. Der Professor, der mehr als
20 Jahre lang Trompeter bei den Berliner Philharmonikern war und mittlerweile auch einen exzellen- ten Ruf als Musikpädagoge hat, leitet das Ensemble seit Jahresbeginn. 

Die Musiker beherrschen ihr Handwerk perfekt. Da sitzt jeder Ton, jedes rhythmische Detail und jede noch so feine Nuance. Auch wenn auf dieser CD die großen Werke dominieren, die das ganze sinfonische Blasorchester fordern, sind es doch gerade die schlank besetzten Stücke, wie das Doppelquartett Denn er hat seinen Engeln befohlen aus dem Elias von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die zeigen, wie präzise hier musiziert wird. Das hört man mit Vergnügen, zumal das Ensemble nun offenbar wieder eine  Perspektive hat. 
Denn die Sächsische Bläserphilharmonie, das einzige zivile Berufs- blasorchester Deutschlands, ist aus dem Rundfunk-Blasorchester  Leipzig hervorgegangen. Der MDR hatte dafür keine Verwendung, so dass die 35 Musiker plötzlich ein Rundfunkorchester ohne Sende- anstalt waren. Über Jahre hinweg haben sie unter sehr schwierigen Bedingungen gearbeitet. Seit Mai haben sie nun in Bad Lausick, am Rande des Kurparkes, eine Heimstatt, wie man sie sich schöner kaum vorstellen kann. Dort ist auch die orchestereigene Akademie ansässig, die sich als bundesweites Netzwerk bläserspezifischer Fachverbände versteht, und dies nunmehr auch in ihrem Namen "Deutsche Bläserakademie" dokumentiert. Ihre Angebote werden von Laien- und Berufsmusikern aus ganz Europa dankbar angenommen - und bereichern auch das Musikleben in dem Kurstädtchen unweit von Leipzig. 
Zum 60. Jubiläum hat sich das einstige RBO nun konsequenterweise umbenannt. Mittlerweile hat die Sächsische Bläserphilharmonie schon die nächsten Aufnahmen eingespielt - man darf darauf ge- spannt sein.