Anton Diabelli (1781 bis 1858) ist durch Beethovens Diabelli-Variationen vielen Musikfreunden zumindest dem Namen nach bekannt. Doch der umtriebige Verleger, der es immerhin bis zum k.u.k. Hofmusikalienhändler brachte, war auch ein begnadeter Arrangeur und Komponist.
Samstag, 8. Januar 2022
Anton Diabelli: Works for Flute and Guitar (MDG)
Anton Diabelli (1781 bis 1858) ist durch Beethovens Diabelli-Variationen vielen Musikfreunden zumindest dem Namen nach bekannt. Doch der umtriebige Verleger, der es immerhin bis zum k.u.k. Hofmusikalienhändler brachte, war auch ein begnadeter Arrangeur und Komponist.
Dienstag, 6. Juli 2021
Legnani: Guitar Works (Naxos)
Luigi Rinaldo Legnani (1790 bis 1877) war nicht nur ein bedeutender Gitarrenvirtuose und Instrumentenbauer. Auch seine Kompositionen haben Maßstäbe gesetzt.
Der Musiker, der aus Ferrara stammte, begann seine Karriere als Opernsänger. Doch schon bald konzentrierte er sich auf die Gitarre – und er gab Konzerte in vielen Musikmetropolen, ähnlich wie sein Kollege Paganini, mit dem er befreundet war. Die beiden Musiker sind sogar gemeinsam aufgetreten. Seinen Abschied als reisender Virtuose gab Legnani schließlich im Jahre 1850, und zog sich nach Ravenna zurück, wo er noch 27 Jahre lang kreativ Instrumente baute.
Luigi Legnani hat ca. 260 Werke komponiert. Sie sind technisch meist sehr anspruchsvoll. Der italienische Gitarrist Marcello Fantoni präsentiert bei Naxos eine Auswahl daraus; verblüffenderweise als Weltersteinspielungen. Dabei haben es Stücke wie Terremoto con variazioni op. 1 (in der Tat, „Erdbeben mit Variationen“!), das virtuose Gran Capriccio op. 6 oder das Rondeau pour la guitarre op. 11 mit seinem herrlichen Thema durchaus nicht verdient, im Notenschrank zu verstauben. Marcello Fantoni zeigt, dass es sich um faszinierende Gitarrenmusik handelt, die wieder ihren Platz im Repertoire bekommen sollte. Der Gitarrist musiziert brillant, es ist eine Freude, ihm zuzuhören.
Sonntag, 27. Juni 2021
Royal. Stefan Koim (Musicaphon)
Königliche Klänge stehen im Mittelpunkt der zweiten CD von Stefan Koim. Der Gitarrist, der unüberhörbar ein Faible für spanische Spieltechnik hat, kombiniert auf diesem Album die berückende Musik des Renaissance-Lautenisten John Dowland (1536 bis 1626) mit bedeutenden Werken aus der Gegenwart.
So stehen drei Lautenfantasien Dowlands neben dem Nocturnal after John Dowland op. 70 von Benjamin Britten (1913 bis 1976), acht Variationen über Come, heavy Sleep – wobei das Thema in diesem Falle erst ganz zum Schluss erklingt.
Auf drei Tänze Dowlands folgt dann eine Komposition von Hans Werner Henze (1926 bis 2012): Royal Winter Music nimmt Bezug auf Figuren von William Shakespeare, und ebenfalls auf Dowlands Lautenmusik. Die Second Sonata on Shakespearean characters lässt Junker Bleichenwang, den Weber Bottom aus dem Sommernachtstraum (der trotz Eselskopf glücklich in Titanias Armen liegt) und die dem Wahnsinn verfallene Lady Macbeth auftreten. „die in diesem stück auftretenden dramatis personae treten durch den klang der gitarre hindurch wie durch einen theatervorhang“, schrieb Henze dazu. „mit ihren masken, ihren stimmen und gesten sprechen sie zu uns von großen leidenschaften, von zärtlichkeiten, traurigem, komischem, seltsamen dingen im leben der menschen, dahinein mischen sich flüsternd die stimmen der geister.“
Koim befreit sie aus den Buchseiten und bringt sie in unsere Zimmer. Sein Spiel ist magisch, dramatisch, ungemein lebendig. Alles wirkt schlüssig und unangestrengt, technische Komplexität scheint es für ihn nicht zu geben. Grandios.
Samstag, 15. Mai 2021
Songbook (Sony)
Gitarre und Violoncello? Diese CD beweist, dass es sich dabei um eine überaus reizvolle Kombination handelt. Jan Vogler, ein exquisiter Cellist, musiziert gemeinsam mit dem finnischen Gitarristen Ismo Eskelinen – man lauscht, staunt und fragt sich, warum diese Besetzung eigentlich derart ungebräuchlich ist.
Denn klanglich harmonieren die beiden Instrumente ausgezeichnet, und auch im Ausdruck bieten sie viele Möglichkeiten: Sowohl Gitarre als auch Violoncello können fein nuanciert große Melodiebögen spannen; sie können aber auch rhythmische Impulse setzen, oder sich hart und schneidend behaupten.
„Die Gitarre verleiht der Musik eine wunderbare Struktur und läuft – anders als es beim ungleich mächtigeren Klavier gelegentlich der Falle sein kann – nie Gefahr, das Cello mit seinem singenden Charakter zuzudecken“, erläutert Jan Vogler. „Manchmal geht die Gitarre in Führungsposition und forciert die rhythmische Komponente, so dass die melodiösen Linien dadurch auch mal in den Hintergrund treten. Dieses Dialogische und die natürliche, organische komplementäre Ergänzung beider Instrumente, das hat mich sehr gereizt.“
Die beiden Virtuosen eröffnen das Album mit einem Cantabile von Niccolò Paganini, komponiert ursprünglich für Geige und Gitarre. „Ich habe so wenig wie möglich geändert“, so Vogler. „Ich spiele lediglich eine Oktave tiefer.“ Auch sonst bietet diese CD Überraschendes – von Astor Piazzollas Histoire du Tango über Werke von Manuel de Falla, Maurice Ravel, Heitor Villa-Lobos bis hin zu den wundervollen Drei Nocturnes von Friedrich Burgmüller. Diese Werke für Violoncello und Gitarre, erschienen 1840, betrachtet Vogler als „einen Glücksgriff“ – der Komponist habe „die klanglichen Möglichkeiten im Zusammenspiel beider Instrumente genau erkannt und nutzt sie im besten Sinne aus.“
Ein Originalwerk ist auch die Sonate des Brasilianers Radamés Gnattali. Alles andere sind Bearbeitungen – aber diese sind hervorragend: „Bei den hier ausgewählten Tangos wirkt die Musik ganz anders als mit Flöte oder Geige“, unterstreicht Vogler, „gerade was die dunklen Qualitäten, die tiefrote Glut oder das Verruchte von Piazzollas Musik betrifft.“ Das kann nur bestätigt werden.
Doch meine ganz persönlichen Lieblingsstücke auf der CD sind Moon River von Henri Mancini, und last but not least Gymnopédie No. 1 von Erik Satie. Das Hörvergnügen wird noch durch die ausgezeichnete technische Qualität der Aufnahmen verstärkt. Rundum ein Genuss! Unbedingt anhören.
Sonntag, 14. April 2019
Franz Schubert - A Sentimental Moment (Challenge Classics)
„Wir hatten schon immer das Gefühl, dass die Gitarre in Schuberts Musiksprache unbewusst mitklingt“, schreibt das schweizerisch-dänische Gitarrenduo – und hat sich auf die Spurensuche begeben. „Wir begannen mit einem Arrangement seiner Moments Musicaux“, so die Musiker. „Um noch weiter in diese Welt vorzudringen, entschlossen wir uns, Nachbildungen von Gitarren aus Schuberts Zeit zu spielen, die genau die Klangqualitäten besitzen, die Schubert in den Wiener Musikkreisen gehört haben würde.“
Das Ergebnis dieser musikhistorischen Erkundung ist auf dieser CD zu erleben. Neben den Moments musicaux erklingen auch drei Impromptus sowie eine Auswahl aus den Valses sentimentales. Es ist schon erstaunlich, wie sehr Schuberts Kompositionsweise, beispielsweise seine Vorliebe für die rasante Repetition gebrochener Akkorde, der Gitarre zupass kommt. Das zeigt übrigens auch noch eine andere Einspielung, die schon einige Jahre alt ist: Franz Schuberts Liederzyklus Die schöne Müllerin, von Konrad Ragossnig einst für das Instrument bearbeitet, und mit Peter Schreier als Liedersänger, gehört zu meinen absoluten Favoriten.
Die CD des Gitarrenduos Morat-Fergo ist ebenfalls ein großer Wurf: Kluge Arrangements, perfekt gespielt; und auch die historischen Wiener Gitarren – mit immerhin neun Saiten! – kommen klanglich bestens zur Geltung. Hinreißend schön, unbedingt anhören!
Montag, 31. Juli 2017
Legnani: Rossini Variations (Naxos)
Als Gitarrenvirtuose konzertierte er 1835 gemeinsam mit Paganini in Turin; der Geiger, der selbst recht gut Gitarre spielte, meinte, sein Freund Legnani sei der beste Gitarrist. Und in der Tat gelten die 36 Gitarren-Capricen, die Legnani nach dem Vorbild der Violincapricen Paganinis komponierte, noch heute als eines der schwierig- sten Werke für Gitarre überhaupt.
Die Musik von Gioachino Rossini muss Legnani ebenfalls sehr geschätzt haben – auf dieser CD präsentiert Marcello Fantoni die Rossini-Para- phrasen des Gitarristen, überwiegend in Weltersteinspielungen. Zu hören sind Auszüge aus den Opern L'Italiana in Algeri, Guillaume Tell, La donna del lago, Zelmira, La Cenerentola und Armida, oftmals in Form von Introduzione e Variazioni.
Es erscheint verblüffend, dass diese Bearbeitungen, die einige von Rossinis bekanntesten Arien der Konzertgitarre zugänglich machen, bislang so wenig Beachtung gefunden haben. Allerdings verlangen die Rossini Variations vom Gitarristen enorme technische Brillanz. Fantoni spielt diese kapriziöse Musik großartig, und dieses Repertoire ist wirklich eine Entdeckung. Unbedingt anhören, es lohnt sich!
Montag, 19. Juni 2017
Torroba: Guitar Concertos (Naxos)
So komponierte er im Laufe der Jahre um die hundert Werke für Gitarre – von Solostücken über Quartette bis hin zu Konzerten, die teilweise welt- berühmt geworden sind. Das wiederum liegt auch mit an den Interpreten, für die Torroba seine Musik erschaffen hat. Denn seine Werke wurden beispielsweise von Andrès Segovia gespielt, von Narciso Yepes und von den Romeros. Diese legendären Gitarristen machten etliche Stücke des Kompo- nisten auch international bekannt.
Naxos hat nun eine Gesamteinspielung der Gitarrenkonzerte von Federico Moreno Torroba gestartet. Das Label konnte dafür Pepe Romero gewinnen, der mit gewohnter Präzision und gemeinsam mit seinem Schüler Vicente Coves sowie spanischen Orchestern unter Leitung von Manuel Coves musiziert. Es erklingen aber nicht nur Konzerte, sondern auch andere Musikstücke, die Torroba für die Gitarre geschrieben hat. Die beiden ersten CD dieser neuen Reihe jedenfalls sind sehr gelungen; auf die Fortsetzung darf man schon sehr gespannt sein.
Dienstag, 10. Januar 2017
Laura Young plays Max Reger (Gramola)
Neben den Werken für Solo-Violoncello hat sich Young auch das Repertoi- re für Solo-Violine gründlich angesehen: „Ich wählte sorgfältig die Stücke, die originalgetreu auf meinem Instrument aufgeführt werden können, aus – Werke, deren essentieller Charakter von meiner Interpretation unbe- einträchtigt bleiben würden, die aber trotzdem neue interpretatorische Dimensionen und Horizonte boten.“
Zu hören sind nun Präludium und Fuge für Violine solo in e-Moll op. 117 Nr. 3 und in G-Dur op. 131a Nr. 3, sowie die Sonate d-Moll für Violine solo op. 42 Nr. 1 und zwei Suiten für Violoncello solo in a-Moll und in G-Dur, op. 131c Nr 3 und Nr. 1. Und der Hörer staunt, wie nah verwandt sich doch Bach und Reger sind – in der Gitarrentranskription wird dies besonders offensichtlich. Reger klingt mitunter beinahe barock; doch ahmt er Bach nicht nach, er findet eigene Wege. Hochinteressant, ein spannender Beitrag zum Reger-Jahr!
Donnerstag, 6. März 2014
Bach - Katona Twins (Channel Classics)
Die Katona Twins sind brillante Gitarristen; technische Schwierig- keiten scheinen die beiden nicht zu kennen. Und daher bereitet es ihnen auch überhaupt keine Probleme, Bachs Werke solistisch oder im Duo vorzutragen. Sie musizieren bis ins kleinste Detail stimmig und wie aus einem Gedanken. Eine gelungene CD, die man gern anhört.
Freitag, 24. Juni 2011
Bach: Sonaten; Maximilian Mangold, Gitarre (Musicaphon)
Mittwoch, 2. Juni 2010
Bach: Partitas for Solo Violin; Korhonen (Ondine)
Sonntag, 14. Februar 2010
Giuliani Carulli Schubert - Music for Flute and Guitar (VMS)
Diese CD beweist, dass auch die Flöte sich als Alternative zur "guitarre d'amour" ganz exzellent eignet. Die Gitarre übernimmt in diesem Falle den Part des Klaviers. Wenn sie so souverän gespielt wird, wie durch Alexander Swete, dann bringt das Klangfarben, die zu dem Stück durchaus ebenso gut passen wie jene des (Hammer-) Klaviers der Schubert-Zeit. Und auch Eugen Bertel beherrscht seine Flöte brillant, keine Frage. So darf sich der Hörer entspannt zurücklehnen und an diesen musikalischen Kabinettstückchen erfreuen - auch ohne Salon.










