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Dienstag, 22. Dezember 2020

Sächsische Weihnacht (Berlin Classics)

 


Ludwig Güttler und seinem Blechbläserensemble gelingt es noch immer, das Publikum zu überraschen. In diesem Jahr haben die Musiker ein Album zusammengestellt, dass den ganz besonderen Zauber der sächsischen Weihnacht in jede Stube bringt. Dazu haben die Musiker die schönsten Stücke aus den Konzertprogrammen der letzten Jahre ausgewählt. 

Sämtliche Aufnahmen waren bislang unveröffentlicht, und sie sind geprägt durch die spezielle Atmosphäre der sächsischen Kirchen, in denen sie jeweils aufgezeichnet worden sind: „Die Frauenkirche hat eine Bedeutung durch ihre Geschichte bis hin zum Wiederaufbau, für den eine Weltkulturgemeinschaft gewonnen werden konnte“, erläutert Güttler in einem Interview, das im Beiheft zu finden ist. „Die restaurierte Stadtkirche in Pirna ist ein Kleinod, eine der letzten spätgotischen Hallenkirchen hierzulande mit einem wunderbar weiten Klang. Die lichtdurchflutete Dorfkirche Polditz ist klanglich einzigartig, veredelt durch eine fantastische Ladegast-Orgel. (..) Auf zu Unrecht kaum wahrgenommene Orte einen Lichtstrahl zu lenken, für mehr Wahrnehmung und Wertschätzung, ist mein Ziel.“ 

Bläserklänge gehören zur sächsischen Weihnacht ebenso wie Pyramiden, Räucherwerk und Kerzenschein. Das Blechbläserensemble um Ludwig Güttler stellt bekannte weihnachtliche Melodien in teilweise ganz erstaunlichen Arrangements neben Kompositionen alter und neuer Meister. Die Übergänge sind dabei fließend – oder hätten Sie gewusst, dass Ludwig van Beethoven Fünf Variationen über Tochter Zion geschrieben hat? 

Prächtige mehrchörige Werke, unter anderem von Valerius Otto, Antonio Vivaldi und Johann Heinrich Schmelzer stehen neben modernen Stücken, wie den Seven Madrigals on Negro Spirituals op. 58b von Adolf Busch. Zu meinen ganz persönlichen Favoriten gehören auch Allemande und Courante für zwei Pauken von Ludwig Güttler – ein Stück, das deutlich macht, wie ausdrucksstark man auf diesen Schlaginstrumenten musizieren kann. 

Insgesamt erweist sich diese CD mit ihrem liebevoll zusammengestellten und brillant musizierten Programm unter all den vielen Aufnahmen, die der exzellente Trompeter im Laufe seines langen Musikerlebens eingespielt hat, als ein echter Höhepunkt. Für mich ist das das schönste Album zur Weihnacht 2020. 


Montag, 9. Dezember 2019

Ludwig Güttler - Europa cantat (Berlin Classics)

Wenn die Trompeten und Pauken der Herrscher gemeinsam mit den Oboen der Hirten musizieren, dann ist wieder einmal Weihnachten. Das Fest verbindet Himmel und Erde, Arme und Reiche, und Menschen aus der ganzen Welt. Ludwig Güttler war es deshalb ein Anliegen, auf eine Tradition europäischer Musik hinzuweisen, die man aus heutiger Sicht oftmals vergisst: Musik überschreitet Grenzen. Und Musiker in Europa haben schon immer über Grenzen geschaut. 
Flämische Musiker inspirierten Italiener, deutsche Musiker lernten in Italien, Musiker aus Böhmen waren nicht nur in Österreich sehr begehrt, und der französische Hof bot mit seiner Pracht und seinem Sonnenkönig ein Vorbild, das europaweit vielfach kopiert wurde. Händel stammte aus Halle an der Saale, er war schon in Italien erfolgreich, und er ging schließlich nach England. Hasse stammte aus Bergedorf bei Hamburg; in Italien wurde er – nach heutigen Maßstäben – zum Star, und er wirkte schließlich in Dresden. 
Bachs weiteste Reise ging nach Lübeck. Doch in seiner Musik griff er, ebenso wie sein Kollege Telemann und viele andere, Anregungen aus Italien ebenso auf wie die neuesten Trends aus Frankreich. Denn nicht nur Musiker reisten von Rom bis nach St. Petersburg, von Stockholm bis Madrid und von Wien bis London quer durch Europa. Auch Noten wurden eifrig studiert, kopiert und weitergegeben. 
„Europa cantat“, überschrieb Ludwig Güttler seine neuen CD, Europa singt. Und das prägt auch die Musikauswahl: „Mir war es wichtig, Komponisten zu versammeln, die den Europagedanken zum Ausdruck bringen, sei es in ihrer Herkunft, ihrer Ausbildung, den Reisen und Umzügen nach unterschiedlichen Wirkungsorten“, sagt Güttler. Und so fasst der Trompeter und Dirigent auf dieser CD barocke Weihnachtsmusiken aus verschiedenen Regionen Europas zusammen, die verdeutlichen, wie gut doch seinerzeit der kulturelle Austausch europaweit funktionierte. 
Werke namhafter Komponisten wie Bach, Händel und Telemann stehen dabei neben denen weniger bekannter Musiker, wie Pietro Torri, Pavel Josef Vejvanovský oder William Brade. Im Laufe seiner langen Musiker- karriere hat Güttler etliche davon in Archiven wiederentdeckt und mit seinen Ensembles aufgeführt. Dort sind aber auch weiterhin Schätze zu heben, meint der Musiker: „Der Fundus an Meisterwerken ist riesig“, unterstreicht Güttler. „Wir dürfen heute mit unseren Taschenlampen Lichtkegel darauf richten.“ 

Montag, 17. Dezember 2018

Stille Nacht, Heilige Nacht (Berlin Classics)

Chor- und Sologesang, Posaunen, Hörner, Klarinetten und Oboen, Geigen und Flöten, Pauken und Trompeten bietet diese CD, die Ludwig Güttler eigens zusammen- gestellt hat, um den 200. Geburts- tag des Liedes Stille Nacht, heilige Nacht zu würdigen. 
Dabei ging es in dem kleinen öster- reichischen Dorf, in dem das wohl bekannteste Weihnachtslied der Welt entstanden ist, einst eher bescheiden zu. Berichtet wird, dass es bei einer Christmette 1818 in Ort Oberndorf bei Salzburg zum ersten Mal gesungen wurde, erdacht von Franz Xaver Gruber, der in jenen Jahren dort die Orgel spielte, und dem Hilfspriester Joseph Mohr. Allerdings haben die beiden Herren es im Duett zur Gitarre vorgetragen, weil die Orgel nicht funktionierte, und kein Geld für eine Reparatur da war. 
Ludwig Güttler kennt und liebt das Lied von frühester Kindheit an: „Es ist eines der ersten Weihnachtslieder, die ich selbst auf der Ziehharmonika spielte. Die hatte ich nach meinem fünften Geburtstag zu Weihnachten geschenkt bekommen“, erinnert sich der Trompeter, der dieses Jahr seinen 75. Geburtstag gefeiert hat. 
Mit dieser CD beleuchtet Güttler den musikalischen Hintergrund, aus dem Stille Nacht, heilige Nacht damals hervorgegangen ist. Neben einer Auswahl aus dem Bestand finden sich auf dem Album auch noch nicht veröffentlichte Aufnahmen. So hat Güttler Stille Nacht, heilige Nacht für sein Blechbläserensemble arrangiert, und mit seinen Musikerkollegen kürzlich im Sommer im österreichischen Zwettl eingespielt. Die Bläserversion beginnt mit einem Waldhorn-Solo, doch jede der sechs Strophen wird anders wiedergegeben. So wechseln Klangfarben, und die vielfältigen Möglichkeiten des Blechbläserensembles werden erfahrbar. 
Ganz am Ende steht ein Spiel mit dem Echo und dem Verklingen – entsprechend den Assoziationen, die Güttler mit dem Lied verbindet: „Ich denke an eine klare, verschneite Nacht mit Mondschein“, schreibt der Musiker, „an eine unter dem Schnee beruhigte Welt der Stille.“ Doch bevor es soweit ist, erklingt erst einmal jede Menge Musik zur Weihnachtszeit, festlicher Bläserglanz inklusive. 

Mittwoch, 11. April 2018

Ludwig Güttler - Edition Europa (Berlin Classics)

In Vorbereitung auf den 75. Ge- burtstag, den Ludwig Güttler im Juni feiert, hat Berlin Classics nun eine Vier-CD-Box veröffentlicht. Sie fasst noch einmal Werke zusammen, die dem berühmten Trompeter besonders wichtig sind. Das liegt nicht allein an ihrer musikalischen Qualität. Ebenso bedeutsam findet Güttler einen ganz anderen Aspekt der Musik: Sie führt Europa zusammen – und das schon seit Jahrhunderten. 
Unbeeindruckt von politischen Ent- wicklungen, reisten Musiker durch die Lande. Sie lernten voneinander, sie korrespondierten miteinander, und sie tauschten ihre Werke aus. So spielte das Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart unter anderem in Italien, in Paris und in London. „Reisen bereichern Persönlichkeit und Personalstil und wirken so auf die Arbeit des Komponisten an jedem Ort weiter“, unterstreicht Ludwig Güttler. Doch ein Musiker musste nicht unbedingt den mühsamen Weg über die Alpen antreten, um von seinen italienischen Kollegen zu lernen. 
Als Beispiel führt Güttler Johann Sebastian Bach an, der sich bekanntlich längere Zeit in Norddeutschland aufhielt – aber Vivaldis Konzerte mit Hilfe von Partituren erkundete, die sein Weimarer Dienstherr aus Italien mitgebracht hatte. Auch Georg Philipp Telemann war mit der italienischen Musik bestens vertraut, ohne jemals in Italien gewesen zu sein. Seine weiteste Reise führte nach Paris; seine erste Anstellung hatte er in Polen. All diese Eindrücke und Einflüsse spiegeln sich in seinen Werken. 
Gefördert wurde dieser Austausch durch den Adel Europas. In dem Bestreben, dem jeweiligen Hof Glanz zu verleihen und damit das eigene Renommée zu stärken, wetteiferten die Herrscher darum, die besten Musiker zu engagieren. Talente aus dem eigenen Land schickten sie zur Ausbildung bei berühmten Kollegen. So kam der Dresdner Geiger Johann Georg Pisendel zu Antonio Vivaldi nach Venedig, und der Kontrabassist Jan Dismas Zelenka nach Wien, wo er Kontrapunkt und Komposition bei Johann Joseph Fux studierte. 
Musikalisch war Europa schon früh vereint – diese Botschaft vermittelt der Trompeter Ludwig Güttler mit einer Auswahl an Einspielungen, die viele Facetten des kulturellen Austausches hörbar werden lässt. Dabei reicht diese Edition von Bach und dessen Zeitgenossen Vivaldi, Telemann, Pisendel, Zelenka, Neruda und Hasse über Haydn und Mozart bis hin zu Antonín Dvořák, der freilich bis nach Amerika reiste. Aber das ist eigentlich schon wieder ein anderes Kapitel europäischer Geschichte. 

Samstag, 28. November 2015

Die Ludwig Güttler Edition - Die Highlights des sächsischen Barock (Berlin Classics)

Ludwig Güttler, geboren 1943 in Sosa im Erzgebirge, ist nicht nur ein grandioser Trompetenvirtuose. Er ist zudem unermüdlich in seinem Enga- gement, wo er dieses erforderlich sieht – sei es beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche, oder aber bei der Wiederentdeckung des Repertoires der berühmten Dresdner Hofkapelle. 
Güttler hat in Leipzig bei Armin Männnel studiert, und war dann zunächst beim Händel-Festspiel- orchester in Halle/Saale engagiert, später dann als Solotrompeter an der Dresdner Philharmonie. Er unterrichtete an der Musikhochschule in Dresden sowie beim alljährlichen Internationalen Musikseminar in Weimar. Sein besonderes „Steckenpferd“ ist die Musik des 18. Jahrhun- derts. Mit der hochgestimmten Piccolotrompete spielt er Partien, die seinerzeit für Clarinbläser geschrieben worden waren. Auch für das Corno da caccia hat Güttler gemeinsam mit dem Leipziger Instrumentenbauer Friedbert Syhre eine Alternative geschaffen, die modernen Spielkomfort bietet; im Original soll das Corno da caccia allerdings obertonreicher geklungen haben. 
1985 gründete Ludwig Güttler das Ensemble Virtuosi Saxoniae, in dem vor allem Mitglieder der Dresdner Staatskapelle musizieren. Mit diesem Kammerorchester pflegt der Trompeter seitdem die europäische Musik- kultur des 18. Jahrhunderts, wie sie sich im Repertoire der sächsischen Hofkapelle widerspiegelt. Dabei hat er viele Werke wieder zugänglich gemacht, die in Vergessenheit geraten waren. 
Zum 30jährigen Bestehen dieses renommierten Ensembles hat Berlin Classics nun eine umfangreiche Edition zum günstigen Preis heraus- gebracht. Sie versammelt auf 25 CD alle wesentlichen Aufnahmen der Virtuosi Saxoniae, die in den Jahren nach 1990 enstanden sind. So erklingen die Brandenburgischen Konzerte und die Orchestersuiten von Bach, dazu eine Auswahl an Kantaten, die Johannes-Passion und natürlich das Weihnachtsoratorium. Dazu gib es geistliche Musik, beispielsweise von Johann Adolf Hasse, Johann David Heinichen oder Jan Dismas Zelenka, sowie eine Vielzahl origineller Konzerte aus dem Umfeld des Dresdner Hofes. 
Die Liste der Mitwirkenden ist lang und ausgesprochen illuster; sie reicht von Dagmar Schellenberger bis zu Christiane Oelze, und von Olaf Bär bis hin zu Peter Schreier, von Andreas Lorenz, Oboe, über Eckart Haupt, Flöte, bis hin zu Güttlers langjährigem Wegbegleiter Friedrich Kircheis an Orgel und Cembalo, und von den Hallenser Madrigalisten bis zum Concentus Vocalis Wien. 

Dienstag, 24. März 2015

Zelenka: Missa Dei Patris (Brilliant Classics)

Dass das Werk von Jan Dismas Zelenka (1679 bis 1745) zunehmend wiederentdeckt wird, liegt nicht zuletzt an dem großen Engagement, mit dem Ludwig Güttler und seine Ensembles Musik aus langjährigem Archivschlaf erweckt haben, die einst am Dresdner Hof erklungen ist. Auch die Zelenka-Renaissance, die in jüngster Vergangenheit eine Vielzahl beeindruckender CD-Veröffentli- chungen hervorgebracht hat, hat letzten Endes ihre Wurzeln in der Initiative des rührigen Dresdner Trompeters. 
Zelenka gehört zu den bedeutenden Komponisten des 18. Jahrhunderts. Er kam als Kontrabassist an den Dresdner Hof, und wurde durch seinen Dienstherrn sehr gefördert. So erhielt er Unterricht in Wien beim kaiser- lichen Hofkapellmeister Johann Joseph Fux. Zuständig war Zelenka in erster Linie für die Kirchenmusik; 1735 erhielt er dann auch den Titel des Kirchencompositeurs. Zelenka erweist sich als Individualist, der musi- kalisch sehr eigene Wege fand. So sind seine Werke höchst unkonven- tionell, originell und faszinierend. 
Das vorliegende Album stellt einige geistliche und weltliche Werke Zelenkas in Einspielungen aus den 80er und 90er Jahren vor. So erklingt die Missa Dei Patris, gesungen von Venceslava Hruba-Freiberger, René Jacobs, Reinhart Ginzel, Olaf Bär und dem leider mitunter etwas schwächelnden Thüringischen Akademischen Singkreis. Zu hören sind zudem das Laudate pueri, gesungen von Peter Schreier, und das Confitebor tibi Domine, gesungen von Olaf Bär. Auch drei der eigenwilligen Capricci Zelenkas erfreuen den Zuhörer. Es musizieren die Virtuosi Saxoniae unter Leitung und zumeist auch mit Ludwig Güttler. 

Sonntag, 28. Dezember 2014

Böhmische Weihnacht (Berlin Classics)

Ludwig Güttler engagiert sich seit vielen Jahren für das musikalische Erbe der sächsischen Hofkapelle. Und weil viele Musiker aus Böhmen in Dresden wirkten, liegt auch der Blick über die Landesgrenze nahe. In den Archiven, beispielsweise in Kremsier, fand Güttler so manche grandiose Komposition, die er dann in seine Programme aufgenommen hat. Im Jahre 2012 lud der Trompeter erstmals zu dem Konzert „Böhmische Weihnachten“ in die Dresdner Frauenkirche ein, deren Wieder- aufbau übrigens ebenfalls zu einem nicht geringen Anteil dem Drängen und dem beharrlichen Einsatz Güttlers zu verdanken ist. 
Von diesem Konzert stammt nicht nur die Idee, sondern auch ein Teil der Aufnahmen für dieses Album. Es erklingen Werke von Pavel Josef Vejva- novský, Romanus Weichlein, Gottfried Finger, Johann Georg Neruda, nach 1772 Konzertmeister der Dresdner Hofkapelle, August Kerzinger, Johann Heinrich Schmelzer oder Heinrich Ignaz Franz Biber. Ein Teil der Einspielungen stammt aus älteren Jahren, einige werden hier zum ersten Male veröffentlicht. Sehr hübsch ist beispielsweise Schmelzers Hirten- kantate Venite ocius, transeamus usque in Bethlehem. Eine Vielzahl prachtvoller Sonaten und auch ein Concerto bringen dem Weihnachtsfest den Glanz der Trompetenklänge. Güttler-Fans dürfen sich freuen. Die CD endet mit dem Kyrie und dem Gloria aus Bibers monumentaler Missa Alleluja. Diese mehrchörige Komposition, entstanden einst für den Salzburger Dom, setzt einen beeindruckenden, üppigen Schlusspunkt. 

Sonntag, 21. Dezember 2014

Wie schön leucht' uns der Morgenstern (Berlin Classics)

Im Choral fühle ich mich einer nicht nennbaren, aber doch erheblichen Zahl an Generationen verbunden“, erklärt Ludwig Güttler im Interview. „Wir meinen spüren zu können, dass die Menschen früher schon so empfunden, gelitten und gedacht haben wie wir heute. Es macht uns noch ein Stück verwandter mit unseren Ahnen. Und es gibt wenige Dinge, die so gemeinschaftsbildend sind wie ein gemeinsamer Gesang.“ Das gilt ganz besonders für das Weihnachtsfest, wo in den Kirchen neben bekannten Weihnachtsliedern auch stets die althergebrachten Melo- dien erklingen. Auf dieser CD erklingen Choräle in den unterschiedlichsten Varianten – im barocken Gewand, oder im romantischen Arrangement, im Chorgesang oder aber von Bläsern vorgetragen, eingebettet in festliche Bläsermusik. Edel Classics hat dafür Auszüge aus bereits erschienenen Einspielungen neu zusammengestellt. Es wirken mit Ludwig Güttler, Orga- nist Friedrich Kircheis, das Ensemble Concentus Vocalis Wien und der Thüringische Akademische Singkreis, die Virtuosi Saxoniae, das Blech- bläserensemble Ludwig Güttler und das Trompetenensemble Mathias Schmutzler. 

Sonntag, 23. November 2014

Vom Himmel hoch, da komm ich her (Berlin Classics)

„Meine ersten musikalischen Erinnerungen verbinden sich mit Chorgesang“, berichtet Ludwig Güttler im Beiheft dieser CD. „Ich war vier oder fünf Jahre alt und besuchte die Christmette am 25. Dezember. Musizieren zu Weihnachten, freud- volles Beisammensein, Wohlgefallen – all das hatte sich mir schon damals mitgeteilt. (…) Friedrich Nietzsches Ausspruch ,Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum' trifft in verdichte- ter Weise auf das Erleben von Weih- nachten zu.“ Und weil das so ist, spielen der berühmte Trompeter und sein Blechbläserensemble in der Weihnachtszeit viele Konzerte, um in ganz Deutschland festlichen Glanz in die Kirchen und Gemüter zu bringen. Um die besondere Atmosphäre dieser Konzerte einzufangen, wurden einige dieser Abende mitgeschnitten, und zwar in der Pirnaer Marienkirche, der Frauenkirche in Dresden, der Thomaskirche Erfurt und St. Sylvestri in Wernigerode. Eine Auswahl aus diesem Material ist bei Berlin Classics erschienen. Es sind nicht durchweg nur bekannte Melodien; die CD enthält einige klangschöne Überraschungen, so wie man das von diesem Ensem- ble erwartet. Die Musiker um Güttler hört man doch immer wieder gern – nicht nur aufgrund ihrer musikalischen Brillanz. 

Samstag, 7. Juni 2014

Homilius: Musik an der Dresdner Frauenkirche (Carus)

Zum 300. Geburtstag von Gott- fried August Homilius legt Carus eine Jubiläums-CD vor. Sie enthält eine Auswahl stimmungsvoller Aufnahmen aus Dresden, wo Ho- milius einst zunächst als Organist an der Frauenkirche und später dann als Kreuzkantor wirkte. Die Kruzianer sind zu hören, unter ihrem jetzigen Kantor Roderich Kreile und begleitet vom Dresdner Barockorchester. Die Virtuosi Saxoniae mit dem legendären Trompeter Ludwig Güttler musizieren gemeinsam mit dem Sächsischen Vocalensemble. Mitgewirkt haben zudem zahlreiche renommierte Vokal- und Instrumentalsolisten, wie beispielsweise Organist Friedrich Kircheis, der seit vielen Jahren gemeinsam mit Güttler konzertiert. 
Bei der Zusammenstellung der CD konnte Carus aus seinem reich- haltigen Fundus an Homilius-Aufnahmen schöpfen. Der Verlag und sein Label engagieren sich schon seit längerem stark für den Komponisten und sein Werk. Wenn man heute von einer Homilius-Renaissance spricht, dann ist diese Wiederentdeckung des wohl bedeutendsten protestantischen Kirchenmusikers zwischen Bach und Mendelssohn dem Hause Carus zu verdanken. 

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Berühmte Musik für Bläser (Berlin Classics)

Prachtvolle Bläsersätze bringt diese CD mit dem Blechbläser- ensemble Ludwig Güttler. Dabei konzentriert sich diese Kompila- tion mit Aufnahmen aus den Jahren 1987 und 2001 auf die Zeitspanne zwischen Giovanni Gabrieli (1557 bis 1613) und Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) - wobei natürlich, auch wenn das mit Sachsen eigentlich wenig zu tun hat, Händels Feuer- werksmusik nicht ausgelassen wird. 
Ansonsten zeigt die CD die Verbindungen zwischen Italien, speziell der venezianischen Mehrchörigkeit, und dem Musizieren am sächsi- schen Hofe: "Es ist mir wichtig", so Güttler, "dass die musikalische Straße Venedig - Wien - Dresden immer wieder hörbar gemacht wird. Gabrieli ist mit seinem weiten Wirkungskreis ein signifikantes Beispiel dafür." Denn der Musiker prägte über seinen Schüler Heinrich Schütz die Musik in Sachsen für einen Zeitraum von gut 50 Jahren ganz entscheidend. 
Güttler und seine Ensembles haben sich stets darum bemüht, die Musik dieser Zeit wieder auf das Konzertpodium und in die Kirchenräume zu bringen. Diese CD vereint einige der schönsten Bläsersätze, die sein Blechbläserensemble seit Jahren spielt. 

Dienstag, 14. Dezember 2010

Vom Himmel hoch - Festliche Weihnachten mit Ludwig Güttler (Berlin Classics)

Natürlich darf auch in diesem Jahr die obligatorische Weihnachts-CD mit den Musikern um Ludwig Güttler nicht fehlen. Es ist kaum zu glauben, aber der legendäre Dresd- ner Trompeter, der sich große Verdienste um das Musikleben in seiner Heimat erworben hat, ist noch immer aktiv. Er engagiert sich nicht nur für Projekte wie "Jedem Kind ein Instrument", sondern er gibt auch tatsächlich noch immer Konzerte in großer Zahl - ob als Solist, bevorzugt gemeinsam mit seinem langjährigen Organisten Friedrich Kircheis, oder mit einem der von ihm gegrün- deten Ensembles. 
Leider hat Güttler in jüngster Vergangenheit bei Berlin Classics keine neuen Aufnahmen mehr eingespielt, so dass diese Kompilation aus- schließlich auf bereits Bekanntem beruht. Wer diese Güttler-CD nicht besitzt, der findet hier eine Best-of-Auswahl für die Weihnachtszeit.

Sonntag, 7. November 2010

Ein barockes Festkonzert in der Frauenkirche (Berlin Classics)

Im Dezember 2000 konnte man erstmals den geschlossenen Innenraum der Dresdner Frauen- kirche erleben. Bevor die Bau- arbeiten dies wieder unmöglich machen, wurden das Kirchenschiff, das Betstuben-Geschoss und die erste Empore kurzzzeitig für einige Konzerte zugänglich gemacht. Trotz Baustelle konnten so jeweils 1200 Zuhörer das besondere Flair dieses Raumes erleben. 
Auf der vorliegenden CD  ist nun der Mitschnitt des Konzertes vom 27. Dezember 2000 zu erleben, das als besonderes Dankeschön für die langjährige Unterstützung des Wiederaufbaues der Frauenkirche durch die sächsischen Posaunenchöre gedacht war. Ihre Mitglieder haben alljährlich an der Weihnachtlichen Vesper vor der Frauen- kirche mitgewirkt - bei jedem Wetter. Und so fanden sich bei diesem Konzert in der ziemlich kalten Frauenkirche nun das Blechbläser- ensemble Ludwig Güttler und Semper Brass, das Blechbläserensemble der Dresdner Staatskapelle unter der künstlerischen Leitung von Solo-Trompeter Mathias Schmutzler, zum Musizieren zusammen. 
Die beiden renommierten Ensembles stellten Stücke aus ihrem je- weiligen Repertoire vor - insbesondere der Güttler-Fan wird auf dieser CD so manches altbekannte Stück wiederfinden -, spielten aber auch gemeinsam einige Werke, die nur eine derart groß besetzte Bläserformation überhaupt bewältigen kann. So erklingt hier die Canzon XVI für 20 Blechbläser von Giovanni Gabrieli oder das Choralkonzert zu "In dulci jubilo" für vier Trompeten, Pauken und vier Blechbläserchöre von Michael Praetorius. 
Die Klangpracht dieser Musik ist überwältigend. Die Bläser spielen traumhaft schön und sicher - trotz der winterlichen Temperaturen. Man spürt, dass der Wiederaufbau der zerstörten Frauenkirche diesen Musikern ein wichtiges Anliegen war. Mit Engagement und Herzens- wärme haben sie dazu beigetragen, aus einer Ruine wieder einen Ort zu erschaffen, der noch immer Menschen aus aller Welt zusammen- führt.

Freitag, 2. Juli 2010

Haynd: Cello Concertos I - III; Vogler - Virtuosi Saxoniae (Berlin Classics)

"Ich konnte als Chef eines Orche- sters Versuche machen", schrieb Haydn, "beobachten, was den Eindruck hervorbringt und was ihn schwächt, als verbessern, zusetzen, wegschneiden, wagen; ich war von der Welt abgesondert. Niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irre machen und quälen, und so mußte ich original werden."
Das Orchester von Fürst Paul Anton von Esterházy, dem Haydn als Kapellmeister vorstand, war nicht groß, aber offensichtlich leistungsfähig. Davon zeugen unter anderem auch die beiden Violoncello-Konzerte, die Haydn zweifels- frei für Cellisten aus diesem Orchester geschrieben hat, für Joseph Weigl und Anton Kraft. Bei einem dritten Cello-Konzert ist seine Urheberschaft umstritten. Dennoch wurde das hübsche Stück hier mit eingespielt. 
Die Aufnahmen sind mittlerweile bereits zehn Jahre alt;  Jan Vogler musiziert gemeinsam mit den Virtuosi Saxoniae unter Ludwig Güttler - solide, aber nicht überwältigend. Insbesondere der feine Haydnsche Humor dürfte gern etwas stärker zum Tragen kommen.

Mittwoch, 11. November 2009

Portrait Christoph Genz - Songs and Arias (Berlin Classics)


Diese CD stellt einen Sänger vor, der seit Jahren im Geschäft ist, und bereits mit vielen namhaften Orchestern und Dirigenten musiziert hat. Dennoch erweist sich die Compilation als Überraschung. Denn sie offenbart die überragende gestalterische wie gesangs-technische Brillanz von Christoph Genz.
Der gebürtige Erfurter begann seinen künstlerischen Werdegang, in bester mitteldeutscher Gesangstradition, als Thomaner. Danach studierte er Musikwissenschaft am King's College in Cambridge, und Gesang an der Musikhochschule Leipzig. Genz singt einen strahlenden lyrischen Tenor; er verfügt über eine klare, farbenreiche Stimme.
Die vorliegende CD bringt zunächst englische und deutsche Lautenlieder des 17. Jahrhunderts - schön gesungen, aber einen Tick zu brav. Aufhorchen aber lassen seine Interpretationen von Bach-Kantaten, insbesondere der Solokantate "Ich Armer Mensch, Ich Sündenknecht" BWV 55. Genz beeindruckt nicht nur durch sein herrliches Timbre. Der sichere Einsatz der stimmlichen Mittel ermöglicht ihm insbesondere ein nuancenreiches, ausdrucksvolles Piano, um das ihn so mancher Kollege beneiden dürfte.
Mit drei Kanzonetten Haydns und der "Abendempfindung" Mozarts präsentiert sich der Tenor zudem als ein begnadeter Liedersänger. Genz gestaltet alle Stücke stilsicher und intelligent. Nicht nur darin erinnert er an Peter Schreier. Bislang aber gehört er nicht zu den Stars - warum eigentlich nicht?

Samstag, 19. September 2009

Johann Adolf Hasse: Miserere / Salve Regina / Te Deum (Berlin Classics)


Hasse gehörte zu den Stars des 18. Jahrhunderts. Heute sind seine Werke nahezu vergessen - zu unrecht, wie die vorliegende CD beweist. Diese Musik ist wunderbar. Einmal mehr zeigt Ludwig Güttler mit seinen "Virtuosi Saxoniae", dass in den europäischen Archiven noch viele Schätze schlummern, deren Wiederentdeckung lohnt. Das "Salve Regina" beispielsweise ist überaus anspruchsvoll. Die Altistin Elisabeth Wilke aber hat an den hohen Anforderungen hörbar Vergnügen. Auch Katherina Müller, Ulrike Staude, Gerald Hupach und Wolf Matthias Friedrich sowie das Ensemble "Ars Vocalis", bestehend aus Mitgliedern des Chores der Semperoper Dresden, musizieren engagiert und klangschön. Eine Aufnahme, die man nur empfehlen kann.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Musik am Dresdner Hof (Berlin Classics)

Konzerte für große Gruppen von Soloinstrumenten waren um 1700 offenbar sehr beliebt - ganz besonders am Dresdner Hof, wo es wohl schon damals zahlreiche exzellente Musiker gab. Den Virtuosi Saxoniae um Ludwig Güttler bereiten die anspruchsvollen Stücke, die seinerzeit am kurfürstlichen Hof erklangen, noch heute hörbar Vergnügen. In diversen Archiven fand sich glücklicherweise noch etliches Notenmaterial aus jener Zeit. Die Virtuosi Saxoniae, versierte Spezialisten für die Musik des 18. Jahrhunderts - im Hauptberuf Musiker der Staatskapelle Dresden - spielen auf modernen Instrumenten, setzen aber ansonsten weitgehend auf die historische Spielweise. So klingen die Concerti von Vivaldi, Pisendel, Hasse, Quantz, Telemann, Graun, Heinichen, Fasch und Zelenka erstaunlich frisch und kein bisschen museal.

Dienstag, 14. Juli 2009

Bach: Geistliche Kantaten (Berlin Classics)

Ein Auswahl Bach-Kantaten aus dem reichen Fundus des VEB Deutsche Schallplatten - die nach wie vor zum Besten gehört, was auf dem Markt zu bekommen ist. Das liegt nicht zuletzt an der erstklassigen Besetzung. Es musizieren Solisten wie Arleen Augér, Siegfried Lorenz oder Peter Schreier, gemeinsam mit dem Thomanerchor Leipzig in seiner Blütezeit unter Hans-Joachim Rotzsch und dem Neuen Bachischen Collegium Musicum. Diese Sammlung dokumentiert das hohe Niveau, auf dem das Erbe des Thomaskantors von seinen Amtsnachfolgern seinerzeit an der Pleiße gepflegt wurde. Leider nur elf CD - zu DDR-Zeiten gab's keine Gesamtaufnahme...

Dienstag, 12. Februar 2008

Ludwig Güttler in der Frauenkirche Dresden (Berlin Classics)

Ludwig Güttler hat sich über viele Jahre tatkräftig für den Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche eingesetzt. Es muss selbst für einen Berufsmusiker mit vielen Jahren Konzerterfahrung ein ganz besonderes Erlebnis sein, in dem wiedererstandenen Kirchenraum zu musizieren. Eine Ahnung dieser "Gänsehauterfahrung" vermittelt die vorliegende CD: Güttler hat gemeinsam mit seinem langjährigen Wegbegleiter Friedrich Kircheis, Orgel, erneut festliche Musik eingespielt. Damit führt Edel Classics eine lange Reihe von Aufnahmen mit Stücken aus zumeist dem 18. Jahrhundert, interpretiert in diversen sächsischen Kirchen im Zusammenspiel mit berühmten historischen Orgeln, in die Gegenwart. Denn hier erklingt die moderne Kern-Orgel, und Güttler spielt nicht nur Werke von Bach, Krebs oder Buxtehude, sondern auch drei Choräle von Jean Langlais, einem zeitgenössischen Komponisten. Erfreut stellt der Hörer fest, dass Güttler nach wie vor ein Virtuose auf seinem Instrument ist, der mit brillanter Technik und großem Engagement auch für diese Einspielung wieder etliche Raritäten, zumal der sächsischen Musikgeschichte, ausgegraben hat. Eine CD, die nicht nur Güttler-Fans begeistern wird.